Herbst


    Schon ins Land der Pyramiden


    Flohn die Störche übers Meer;


    Schwalbenflug ist längst geschieden,


    Auch die Lerche singt nicht mehr.


    Seufzend in geheimer Klage


    Streift der Wind das letzte Grün;


    Und die süßen Sommertage,


    Ach, sie sind dahin, dahin!


    Nebel hat den Wald verschlungen,


    Der dein stillstes Glück gesehn;


    Ganz in Duft und Dämmerungen


    Will die schöne Welt vergehn.


    Nur noch einmal bricht die Sonne


    Unaufhaltsam durch den Duft,


    Und ein Strahl der alten Wonne


    Rieselt über Tal und Kluft.


    Und es leuchten Wald und Heide,


    Dass man sicher glauben mag,


    Hinter allem Winterleide


    Lieg' ein ferner Frühlingstag.


    Theodor Storm


    (1817 - 1888)


    8-)

    Herbstklage


    Holder Lenz, du bist dahin!


    Nirgends, nirgends darfst du bleiben!


    Wo ich sah dein frohes Blühn,


    Braust des Herbstes banges Treiben.


    Wie der Wind so traurig fuhr


    Durch den Strauch, als ob er weine;


    Sterbeseufzer der Natur


    Schauern durch die welken Haine.


    Wieder ist, wie bald! wie bald!


    Mir ein Jahr dahingeschwunden.


    Fragend rauscht es aus dem Wald:


    'Hat dein Herz sein Glück gefunden?'


    Waldesrauschen, wunderbar


    Hast du mir das Herz getroffen!


    Treulich bringt ein jedes Jahr


    Welkes Laub und welkes Hoffen.


    Nikolaus Lenau (1802-1850)

    Die schöne Ilsebill


    Da war die schöne Ilsebill


    Die litt gar große Schmerzen


    Es zipperte und zupperte


    In ihrem kleinen Herzen


    Voll Unruh hat die Gänselein


    Zur Weide sie getrieben


    Ihr lieber Hans ihr böser Hans


    Der hat noch nicht geschrieben…


    Sie dachte hin, sie dachte her


    Was mag dem Hans wohl fehlen?


    Sie liebte ihn herzinniglich


    Warum sollt sies verhehlen?


    Drei Monde schon auf Wanderschaft


    In weiter, weiter Ferne


    Und noch kein Gruß ob treu er blieb


    Sie wüßt es gar zu gerne…


    Da plötzlich scheint ihr der Verstand


    Auf einmal stehn zu bleiben:


    Potz Sapperlot der Hansel kann


    Der kann ja gar nicht schreiben!


    Und dann wenn er’s auch wirklich könnt


    Wärs ebenso gewesen –


    Denn Ilsebill, schön Ilsebill


    Die kann ja gar nicht lesen !!!


    Hach ja ;-D

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    Es ward uns nicht gelungen, die Liebe und das Glück zu halten


    Uns zu erfreuen und bedingungslos einander zu gehören….


    Mein Liebster, im Irdischen können wir nicht mehr zusammen sein.


    Dennoch….. wir sind vereint in seelischen Welten und dabei bleibts!


    Bis wir dem Unwissen entronnen uns in der Heimat wiedererkennen


    Und dann wissen, was wir einander waren.......

    Der Herbst macht mich aufgewühlt und melancholisch, sehnsüchtig…. Liebe unendliche Liebe, kühle Morgenstimmung mit klarer Herbstluft, der Sommer vergeht mit nachmittäglich goldener Sonne….


    Sehnsucht nach Dir, nach Deiner Seele, nach Deiner Nähe, Deinen Armen. Für immer verbunden. Aber nicht mehr im Hier und Jetzt.


    Später, wenn du mich abholst, wie wir es einst vereinbart hatten, dann… ja, dann endlich und unendlich zugleich. für immer....

    Wünsche zum neuen Jahr


    .


    Peter Rosegger 1843-1918


    .


    Ein bisschen mehr Friede und weniger Streit.


    Ein bisschen mehr Güte und weniger Neid.


    Ein bisschen mehr Liebe und weniger Hass.


    Ein bisschen mehr Wahrheit das wäre was.


    .


    Statt so viel Unrast ein bisschen mehr Ruh.


    Statt immer nur Ich ein bisschen mehr Du.


    Statt Angst und Hemmung ein bisschen mehr Mut.


    Und Kraft zum Handeln, das wäre gut.


    .


    In Trübsal und Dunkel ein bisschen mehr Licht.


    Kein quälend Verlangen, ein bisschen Verzicht.


    Und viel mehr Blumen, solange es geht.


    Nicht erst an Gräbern, da blühn sie zu spät.

    Erich Kästner (1899-1974)


    Spruch für die Silvesternacht


    Man soll das Jahr nicht mit Programmen


    beladen wie ein krankes Pferd.


    Wenn man es allzu sehr beschwert,


    bricht es zu guter Letzt zusammen.


    Je üppiger die Pläne blühen,


    um so verzwickter wird die Tat.


    Man nimmt sich vor, sich zu bemühen,


    und schließlich hat man den Salat!


    Es nützt nicht viel, sich rotzuschämen.


    Es nützt nichts, und es schadet bloß,


    sich tausend Dinge vorzunehmen.


    Lasst das Programm! Und bessert euch drauflos!


    :)* :)* :)* :)* :)*

    @ :) @:) @:)

    Zeit.....sie rinnt uns durch die Hand


    Und doch...ist dazwischen immer eine Wand..


    Was bedeutet zeit


    Wenn man in ihr hin- und herspringt?


    Den Kinderschuhen nie entwachsen..


    Doch krönen weiße Haare schon dein Haupt..


    Dein Körper altert und wird schwach


    Doch dein Kopf ist hell und wach !

    Im Januar


    .


    Noch klingt am stillen See kein Lerchenschlag


    dort wo einst ich auf bunten Wiesen lag:


    Doch denke ich an Frühlings Apfelbaum,


    ihn blühen sah ich hell im Wintertraum!


    .


    Schon sah ich heut' ein Knösplein das sich traut


    zu wachsen aus des Winters sterbend'Kraut:


    Dort träumt es schon von Rosen und dem Flieder,


    von Nachtviolen, die bald blühen wieder!


    .


    © Georges Ettlin


    .


    Ich wünsch allen einen schönen Januar – vom mir aus braucht der Winter nicht mehr kommen !!! Hab schon Schneeglöckchen gesehen und die Gänseblümchen blühen wie verrückt !!! x:)