Hoffnung


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    Wenn Du denkst es geht nicht mehr,kommt irgendwo ein Lichtlein her.


    Ein Lichtlein wie ein Stern so klar,es wird Dir leuchten immer da.


    Wird zeigen Dir den Weg zurück,den Weg zu einem neuen Glück.


    Drum glaub daran – verzage nie,es geht schon weiter – irgendwie.


    Und mit Willen, Kraft und Mut,wird dann alles wieder gut


    Du mußt nur immer fest dran glauben,und laß Dir nur den Mut nicht rauben.


    Es gibt für alles einen Weg,und sei’s auch nur ein kleiner Steg.


    Es gibt nunmal nicht nur gute Zeiten,das Leben hat auch schlechte Seiten


    Doch wie bist Du stolz, wenn Du’s geschafft,aus Sorgen und Nöten – mit


    eigener Kraft,herauszukommen, was Du nie geglaubt,


    da man Dich so oft schon der Hoffnung beraubt.


    Doch die Hoffnung auf ein besseres Leben,die lasse Dir bitte, niemals nehmen.


    Denn wenn Du denkst es geht nicht mehr,kommt irgendwo ein Lichtlein her.

    Ostergedicht


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    Da ist nun unser Osterhase!


    Er stellt das Schwänzchen in die Höh


    und schnuppert hastig mit der Nase


    und tantz sich einen Pah de döh!


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    Dann geht er wichtig in die Hecken


    und tut, was sonst nur Hennen tun:


    Er möchte sein Produkt verstecken,


    um sich dann etwas auszuruhn.


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    Das gute Tier! Ein dicker Lümmel


    nahm ihm die ganze Eierei


    und trug beim Glockenbammelbimmel


    sie zu der Liebsten nahebei.


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    Da sind sie nun. Bunt angemalen


    sagt jedes Ei: " Ein frohes Fest! ”


    Doch unter ihren dünnen Schalen


    liegt, was sich so nicht sagen lässt.


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    Iss du das Ei! Und lass dich küssen


    zu Ostern und das ganze Jahr ...


    Iss nun das Ei! Und du wirst wissen,


    was drinnen in den Eiern war!


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    Kurt Tucholsky, 1890-1935


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    Ich bin übrigens vorgestern OMA geworden !!! :-)


    Ein kleiner Osterhase ... x:)

    Vom Eise befreit sind Strom und Bäche


    Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,


    Im Tale grünet Hoffnungsglück;


    Der alte Winter, in seiner Schwäche,


    Zog sich in rauhe Berge zurück.


    Von dort her sendet er, fliehend, nur


    Ohnmächtige Schauer körnigen Eises


    In Streifen über die grünende Flur.


    Aber die Sonne duldet kein Weißes,


    Überall regt sich Bildung und Streben,


    Alles will sie mit Farben beleben;


    Doch an Blumen fehlts im Revier,


    Sie nimmt geputzte Menschen dafür.


    Kehre dich um, von diesen Höhen


    Nach der Stadt zurück zu sehen!


    Aus dem hohlen finstern Tor


    Dringt ein buntes Gewimmel hervor.


    Jeder sonnt sich heute so gern.


    Sie feiern die Auferstehung des Herrn,


    Denn sie sind selber auferstanden:


    Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,


    Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,


    Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,


    Aus der Straßen quetschender Enge,


    Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht


    Sind sie alle ans Licht gebracht.


    Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge


    Durch die Gärten und Felder zerschlägt,


    Wie der Fluß in Breit und Länge


    So manchen lustigen Nachen bewegt,


    Und, bis zum Sinken überladen,


    Entfernt sich dieser letzte Kahn.


    Selbst von des Berges fernen Pfaden


    Blinken uns farbige Kleider an.


    Ich höre schon des Dorfs Getümmel,


    Hier ist des Volkes wahrer Himmel,


    Zufrieden jauchzet groß und klein:


    Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!


    (Johann Wolfgang von Goethe, Faust I)