Narzistische Persönlichkeitsstörung

    Mein Therapeut hat bei mir heute eine Narzistische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert und ich habe mich in vielem wiedergefunden (wenig Freunde, unnahbar, arrogant, Probleme mit Gefühlen und Menschen umzugehen etc.).


    Jetzt habe ich ein wenig darüber gelesen und bin geschockt: Man findet viel Hilfe für die "Opfer" von Narzisten und es klingt beinahe so, als wären Menschen mit diesem Perönlichkeitsbild die fiesesten Dreckssäcke der Welt. Dabei fühle ich mich eher fehlplatziert in der Welt und überhaupt nicht wie der "Beste, Schlaueste oder Schönste". Ich habe auf jeden Fall eine gehörige Portion Selbstbewusstsein und andere leiden auch darunter. Aber ich habe auch Freunde und Familie, die mir sehr wichtig sind und um die ich mich gerne kümmere.


    Irgendwie fühlt sich das komisch an, weil ich bisher nicht dachte, ein schlechter Mensch zu sein, weil ich mich abkapsel oder auch viele Menschen nicht leiden kann.


    Gibt es hier vielleicht Menschen, denen es da ähnlich geht oder die sich da besser auskennen, als ich?

  • 99 Antworten

    Die Form von Selbstreflektion, die Du zeigst, spricht schon gegen (starken) Narzissmus. Die echten sind da komplett resistent (siehe Donald Trump, Erdogan, meine Mutter..).


    Also sich selber und seine Handlungsmotive kritisch zu hinterfragen (WICHTIG -> welche Handlungen tue ich zur destruktiven Kompensation eigener Probleme? Wo beute ich Leute emotional aus?) ist auf jeden Fall gut und da kann so ein Anstoß hilfreich sein.


    Aber wie gesagt.. immerhin denkst Du kritisch drüber nach ;-).

    Dass über die ersten beiden eine Menge derartiger Stellnugnahmen von Psychologen und Psychiatern besteht, ist Dir nicht entgangen, oder?


    Und was meine Mutter betrifft - das Problem haben "Opfer" ja oft - es wird immer die Keule "Du sollst nicht küchentischdiagnostizieren!" ausgepackt, aber es bleibt einem gar nix anderes übrig - denn der Betroffene verweigert sich ja jeglicher Diagnose/Behandlung.


    Fragwürdiger Beitrag ansonsten. Eher daneben.

    Zitat

    Dass über die ersten beiden eine Menge derartiger Stellnugnahmen von Psychologen und Psychiatern besteht, ist Dir nicht entgangen, oder?

    Ferndiagnosen, die von anderen Leuten, die der selben Zunft angehören, als fragwürdig bis unethisch angesehen werden, ja.

    Zitat

    Fragwürdiger Beitrag ansonsten. Eher daneben.

    Sorry, kann nicht jeder so ein Experte auf dem Gebiet sein wie du @:)

    @ Graógramán

    Wenn man einmal einen Natzist erlebt hat dann ist man Experte. Genauso wie bei meinem psychopathischen Chef.


    Die dunkle Triade sagt man auch.


    https://www.google.de/search?q=dunkle+triade&ie=utf-8&oe=utf-8&gws_rd=cr&dcr=0&ei=j9CuWfurBo_N6QTZyaD4Cw


    Narzismus ist eine Mischung aus antisozial und paranoide (PD, Persönlichkeitsstörung)

    Zitat

    Wenn man einmal einen Natzist erlebt hat dann ist man Experte. Genauso wie bei meinem psychopathischen Chef.

    Und ich habe mich schon gewundert, warum andere Leute solche Fachgebiete jahrelang an Universitäten studieren |-o


    Auf jeden Fall gut, wenn euer Küchentisch-Narzissmus-Psychopathie-Detektor bei Nerdtorious nicht (so dolle) anschlägt, dann kann er sich die Diagnose von seinem Therapeuten gleich mal in die Haare schmieren ;-D

    @ Graógramán

    Zitat

    ndere Leute solche Fachgebiete jahrelang an Universitäten studieren

    Probieren geht über studieren sagt man. Man kann sich das vorher nicht vorstellen bevor man es nicht selbst erlebt hat. Mein Chef hat niederträchtig gelogen vor dem Abteilungsleiter über mich. Ich war daneben und kannte natürlich die Wahrheit. Es hat ihm nicht das mindeste ausgemacht. Nur so als Beispiel.

    Ich kannte mal einen Narzissten (von mir diagnostiziert ;-)), der war (schien) äußerst selbstreflektiert und, wenn in der richtigen Stimmung, durchaus zugänglich - dies aber nur auf den ersten Blick. Auf den zweiten hat er andere mit seiner zunächst positiv erscheinenden Diskussionsbereitschaft bis in die Erschöpfung diskutiert und am Ende doch immer gewonnen.


    Es gibt meiner Erfahrung nach Narzissten, die obendrein noch vernagelt sind, mit denen redet man wie mit einem Fernseher (es kommt nichts an, aber es schallt einem permanent weiter Bild und Ton entgegen), aber eben auch die anderen.


    Es gibt sowieso nicht den Narzissten. Narzissmus hat viele Gesichter.

    @ Nerdtorious

    Hat Dein Therapeut seine Diagnose begründet? Wenn ja, wie?

    Zitat

    Es gibt sowieso nicht den Narzissten. Narzissmus hat viele Gesichter.

    Eben. Weil Menschen, zumindest die meisten Menschen, verschiedene Persönlichkeitsanteile besitzen. Und zwischen einem lehrbuchmäßigen Bilderbuchnarzissten und einem Menschen, der narzisstische Persönlichkeitsanteile in sich trägt, liegen, wie ich vermute, Welten.

    Mein narz Kollege: Eine junge Frau, keine 30 hatte echt ein Auge auf ihn. Ofters kam sie zu ihm ins Büro wegen Kleinigkeiten. Top gestylt und Klamotten. Ich glaube fast jedes Mal frisch vom Friseur. Sie hat auch hübsch ausgeschaut. Alles Top. Man hat genau gemerkt nur wegen ihm. Einmal hatte sie ihn gefragt einen Kaffee trinken zu gehen. Sie gingen dann kurz in die Kaffeküche. Irgendwann so nach dem 7. Mal. (gefühlt) hat er sie so richtig schön warten lassen/ ignoriert vor seinem Schreibtisch und sich weiter mit seinem Kollege unterhalten als wie wenn niemand da wäre. Ich saß ungefahr 5m daneben im Büro. Man hat zuschauen können wie die Frau zunehmend deprimierter oder trauriger wurde und so langsam wie mit schwerem Gang wieder gegangen ist. Das hat ihr echt weh getan. Die zwei hätten optisch übrigens perfekt zusammengepasst.