@ rr2017

    Zitat

    Und was meine Mutter betrifft - das Problem haben "Opfer" ja oft - es wird immer die Keule "Du sollst nicht küchentischdiagnostizieren!" ausgepackt, aber es bleibt einem gar nix anderes übrig - denn der Betroffene verweigert sich ja jeglicher Diagnose/Behandlung.

    Das tut er ja aber sowieso - oder beeindruckt es Deine Mutter, wenn Du ihr sagst, dass Du ihr eine narzisstische Persönlichkeitsstörung diagnostizierst?

    Zitat

    Liegen da offizielle Diagnosen vor, oder hast du diese Menschen selbst küchentischdiagnostiziert?

    Wenn man sich aus Interesse mit Psychologie beschäftigt oder einfach Menschenkenntnis besitzt kann man solche Diagnosen stellen. Psychologie ist ja nicht so etwas wie Quantenphysik. Und Trump ist ja nun eine Paradebeispiel.

    Zitat

    Und ich habe mich schon gewundert, warum andere Leute solche Fachgebiete jahrelang an Universitäten studieren |-o

    Tja manche studieren halt jahrelang, aber Menschenkenntnis lernt man nun mal nicht im Studium. Warum wirst Du noch mal rot hinter Deinem eignen Beitrag?

    huhu!


    naja, also die Psychodocs sind ja schon fast gezwungen, ihrem Klienten ne Diagnose "aufzudrücken"- allein schon für die Abrechnung mit der Krankenkasse ist das wohl notwendig.... schlimm, schlimm.


    Notorious, - also- ich hab mal andere Threads von dir gelesen- primär hast du meiner Meinung nach ne fette Angst-störung, zusätzlich leicht hypochondrische Tendenzen, eierst halt viel um deine Befindlichkeiten- ob das reicht, um mit so ner Diagnose daherzukommen, die echt ans Fundament der Persönlichkeit geht, wage ich zu bezweifeln. ???


    Echte Narzissten würden solch eine Diagnose direkt "verwerfen"- sie stellen sich selbst generell wenig in Frage, noch sind sie in der Lage, sich selbstkritisch zu reflektieren.


    Fazit: eher murcks, was der Doc sagt. Aber ich kenne dich ja nicht. Sag das nur so salopp, nachdem ich mal grob deine Beiträge quergelesen hab! Bin nämlich ein "Checker" was psychische Störungen aller Art betrifft, .... :)D


    Lieben Gruß! {:(

    @ LichtAmHorizont (+ mond+sterne)

    Zitat

    oder beeindruckt es Deine Mutter, wenn Du ihr sagst, dass Du ihr eine narzisstische Persönlichkeitsstörung diagnostizierst?

    um SIE gehts dabei ja gar nicht.


    Das Problem (auch beim "Mit sich selber auseinandersetzen") ist doch, dass man fest in einer psychologischen Umklammerung steckt, jahrelang gehirngewaschen wurde, auch jetzt noch permanent unter Druck gesetzt wird und jede Menge widersprüchliche Signale bekommt, und wenn man sich DAMIT mit der Taktik "immer bei sich selber bleiben und keine Laiendiagnosen erstellen" auseinandersetzt, einfach überhaupt keine Chance hat.


    Ich empfinde es so, dass man die Pathologie im Verhalten des anderen klar erkennen muss, um das, was er sagt und tut, erstmal einordnen zu können, um sich darauf basierend dann positionieren zu können (z.B. erkennen dass ganz vieles einfach nur Lüge und Manipulation ist und mit bösem Vorsatz geschieht und mit purer Absicht die empfinlichsten Punkte angetriggert werden).


    Und da ist ein laiendiagnostischer Verdacht doch ganz hilfreich, um einen runden, klaren Blick auf den anderen zu bekommen und alles endlich soweit verstehen zu können, dass man überhaupt in der Lage ist, erste Abgrenzungen zu machen.


    Von daher finde ich es geradezu verwerflich, Opfer solcher Menschen vorzuwerfen, sie würden Laiendiagnosen erstellen. Sie müssen das tun und haben gar keine andere Wahl, aus purer seelischer Not. Meine Mutter geht nicht zum Psychiater. Wenn ich sie (und damit meine eigene Geschichte) verstehen will, bleibt mir nix anderes übrig als selber rumzudiagnostizieren (durchaus ja auch mit der Hilfe von Fachleuten).

    Zitat

    naja, also die Psychodocs sind ja schon fast gezwungen, ihrem Klienten ne Diagnose "aufzudrücken"- allein schon für die Abrechnung mit der Krankenkasse ist das wohl notwendig.... schlimm, schlimm.

    Was meiner Meinung viel kaputt macht ist der Sprechstundentakt bei den Ärzten. Immer mal wieder kurz mit dem Patient beschäftigen. Dann der Nächste. Der "Fall" in den Kopf rein, kurz handeln und wieder raus. Ich denke das man an Problemen eine Zeitlang dran bleiben muss wenn was rauskommen soll dabei.

    Zitat

    naja, also die Psychodocs sind ja schon fast gezwungen, ihrem Klienten ne Diagnose "aufzudrücken"- allein schon für die Abrechnung mit der Krankenkasse ist das wohl notwendig.... schlimm, schlimm.

    Das ist vermutlich so, aber das die Therapeuten das den Patienten dann auch so deutlich ins Gesicht sagen kenne ich nicht. Ich (Küchenpsychologin ;-) ) könnte mir vorstellen das ein richtiger Narzisst sauer wird, wenn man ihm sagt, er ist narzisstisch oder überhaupt, wenn man ihn auch nur ansatzweise kritisiert.

    Zitat

    Ich finde die moderne Psychologie kann man ganz gut verstehen. Viele Zusammenhänge sind mittlerweile entschlüsselt und nachvollziehbar.

    Ja und es gibt auch jede Menge Literatur inzwischen.

    @ esta

    Zitat

    Ich (Küchenpsychologin ;-) ) könnte mir vorstellen das ein richtiger Narzisst sauer wird, wenn man ihm sagt, er ist narzisstisch oder überhaupt, wenn man ihn auch nur ansatzweise kritisiert.

    Nicht unbedingt. Es gibt (meiner Erfahrung nach) auch welche, die stolz darauf sind und damit kokettieren.


    Und wieder andere, die sich so wenig mit dem Thema (Narzissmus bzw. Psychologie allgemein) beschäftigen wollen, dass sie das Wort in dem Augenblick, in dem man es zu Ende ausgesprochen hat, schon wieder vergessen haben.


    Es gibt einfach nicht den Narzissten.

    @ rr2017

    Dir kann wohl kaum jemand verbieten, für Deine eigene Einordnung Diagnosen als Erklärungsmodelle für das Verhalten anderer zu suchen. Seine eigenen Erkenntnisse aber als allgemeingültiges Wissen darzustellen, finde ich etwas problematisch.

    Zitat

    könnte mir vorstellen das ein richtiger Narzisst sauer wird, wenn man ihm sagt, er ist narzisstisch oder überhaupt, wenn man ihn auch nur ansatzweise kritisiert.

    Kleiner Selbstwert, großes Ego, kann man sagen bei einem Narzisten. War bei meinem Kollegen auch so. Sehr leicht kränkbar. Aber auf der anderen Seite eine unendlich dicke Hose und ein absoluter Ansager.

    Zitat

    Ja und es gibt auch jede Menge Literatur inzwischen.

    Rainer Sachse oder das Buch "Persönlickeitsstile, S.Joines, Ian Stewart. Die alten Klassiker wie Riemann. Eric Berne, Claude Steiner, Paul Ware, die Gouldings, usw.

    @ LichtAmHorizont

    Wobei dann wieder die Frage ist, wo die Grenze ist.. man kann ja auch zu selbst-unsicher mit den eigenen Erkenntnissen sein.


    "dummerweise" hab ich, seit ich mich überhaupt mit diesen Themen beschäftige, bei einer ganzen Menge Leute derartige "Laiendiagnosen"-Überlegungen angestellt und ich hab mich rückblickend, wann immer das validierbar war, noch nicht ein einziges Mal geirrt.

    @ ABC01

    "Kleiner Selbstwert" trifft es nicht ganz. Meistens sind es sogar sehr sehr starke Ängste, die dahinterstecken. Narzissmus hat viel mit dem zwanghaften Drang nach Kontrolle zu tun. Der Zusammenhang zwischen Narzissmus und Zwangsstörungen ist recht interessant.


    Der Grund für die ständige Manipülation anderer ist ja, zu erreichen, dass sie tun, was man selber will (= was man selber braucht), im Falle von Narzissten, Stalkern und sonstigen Psychopathen (an sich alles dat selbe ;-) ) primär, sie an sich zu binden. Dahinter steckt die panische Angst, "aus der Welt zu fallen" oder von allen verlassen zu werden, wenn man nicht kontrolliert sondern die Dinge und Leute einfach sich selber überlässt. Der Grund für die Kompensation des "kleinen Selbstwerts" ist ja, dass dieser als so klein, dass er als existenziell bedrohlich empfunden wird, ist.


    "wenn die anderen rauskriegen, wie minderwertig ich wirklich bin, wenden sie sich alle ab und ich werde eingehen. ich muss sie täuschen, manipulieren und dies um jeden preis verhindern. nur so kann ich überleben". kurz gesagt.

    @ rr2017

    Zitat

    "dummerweise" hab ich, seit ich mich überhaupt mit diesen Themen beschäftige, bei einer ganzen Menge Leute derartige "Laiendiagnosen"-Überlegungen angestellt und ich hab mich rückblickend, wann immer das validierbar war, noch nicht ein einziges Mal geirrt.

    Das heißt: Alle, die Du diagnostiziert hast, haben später genau diese Diagnose auch offiziell erhalten?

    Zitat

    Und wieder andere, die sich so wenig mit dem Thema (Narzissmus bzw. Psychologie allgemein) beschäftigen wollen, dass sie das Wort in dem Augenblick, in dem man es zu Ende ausgesprochen hat, schon wieder vergessen haben.

    Oder der (Narzisst) hört gar nicht erst richtig hin, wenn der Therapeut redet, weil sowieso nur wichtig ist was er selber sagt ]:D . So ein Exemplar kenne ich übrigens, der kommt aber gut damit durch's Leben, weil es immer wieder Menschen gibt die auf ihn reinfallen. Ich selbst kann mich darüber nur wundern.