Neue Episode?

    Hallo Forum


    Ich weiß nicht, ob ich in eine neue Episode rutsche. Seit fast zwei Wochen kann ich kaum ruhig schlafen, in der letzten Woche hatte ich in fünf Nächten Albträume und ich weine wieder jeden Tag seit einer Woche. Anfangs dachte ich, dass das nur die Hormone meiner Tage wären, aber meine Tage sind jetzt vorbei uns es wird nicht besser.

    Mein Zimmer sieht aus wie Sau und ich habe auch seit Tagen nicht mehr geduscht. Fühle mich so kraftlos, kann nichts tun.


    Was kann ich machen? Ich bin noch von meiner Psychologin weit weg und ziehe in etwa zwei Wochen wieder um. Nach dem Sommer weiß ich nicht, wo ich bleiben werde. Es ist mir gerade alles zu viel und ich möchte mich nur verkriechen.


    Liebe Grüße

  • 9 Antworten

    Liebe TE,


    wie schon geschrieben, kann ein Check-up beim Arzt (Schilddrüse, Vitamine, Mineralstoffe) sicher nicht schaden.



    Wie alt bist du denn?

    Hast du denn davor ein schlimmes Erlebnis gehabt?


    Ich kann dir nur sagen das ich auch zeitweise solche Phasen habe, wo privat fast garnichts mehr geht und ich nur im Bett bleiben mag.

    Besonders schlimm war es nach meiner FG vor ein einhalb Jahren.

    Oder nachdem meine Großeltern beide sehr schnell hintereinander verstorben sind.


    Bin nachts aufgeschreckt und konnte nicht mehr schlafen. Die negativen Gedanken haben mich aufgefressen. Tagsüber habe ich dann nur geweint oder geschlafen.


    Psychotherapie war nix für mich. Sie hat mir immer geraten die Beziehung zu meinem Partner zu überdenken weil ich mit ihm auch viel Stress hatte zu dieser Zeit. Das war für mich aber keine Option.

    Aber wenn es dir hilft dann suche dir einen Therapeuten in deiner Nähe.


    Etwas geholfen hat es mir, als ich mich gezwungen habe raus zu gehen, mich mit meinen Mädels zu treffen. Ich mir neue Ziele gesteckt habe. Und ich habe mir Entspannungsmassagen gegönnt.


    Heute geht es mir auch oft noch so das ich mich trotz Mann und Kind sehr allein fühle. Ich niemanden sehen mag und zu nix Lust habe. Aber es ist bedeutend besser und die Phasen sind kürzer geworden.


    Versuch mal jeder Situation etwas positives Abzugewinnen auch wenn dir grade nicht so danach ist. Mach dir selbst Mut. Klar darf man auch mal traurig sein aber dann sollte es auch wieder gut sein.


    Ich drück dir die Daumen das es du schnell wieder rauf die Beine kommst.:)_

    Wohne weder bei meinen Eltern, noch in einer WG, sondern in einem Studentenwohnheim in Tschechien. Hier werden die Kosten für Psychologen so gut wie nie von der Kasse übernommen. Komme aber bald wieder nach Deutschland.


    Vor zwei Jahren war ich auf einer Geschlossenen wegen Suizidalität und habe danach ein Jahr Therapie gemacht.


    Meine Panik kommt evtl vom Studienanfang und dass ich nicht weiß, was wie passieren wird...

    Kannst Du vorbüergehend nach Deutschland kommen? Zu Deinen Eltern, Freunden,...? Wenn Du eh seit Tagen nichts gemacht hast, ist es doch egal, ob Du dort bleibst oder irgendwohin fährst, wo Du mehr aufgefangen wirst. Was heißt in dem Zshg. "bald nach Deutschland"?

    Evtl. könnte ein direkter Klinikaufenthalt auch sinnvoll sein (was nicht automatische geschlossene Station bedeutet!).

    Mal ein paar Fragen zu den Umständen:

    Du fängst gerade an in Tschechien zu studieren, Medizin, kennst dort noch niemanden?

    Was ist aus der Sache mit dem jungen Mann im Mai geworden, könnte dein Tief etwas damit zu tun haben? Was genau hat sich in den letzten Woche verändert, woran könnte es liegen?


    Eine gewisse Angst und Nervosität ist in solchen Umbruchphasen sicherlich normal, kenne ich auch von mir selbst, sollte sich aber nach ein paar Wochen geben.

    Wenn du selbst Medizin studierst, gibt es sicher jemanden an der Uni, dem du dich anvertrauen kannst (psychologische Beratung, Prof, Mentor). An fast jeder Uni, sicher auch in Tschechien, gibt es eine Anlaufstelle für Studenten, die gerade Probleme haben und Hilfe brauchen.


    Vor was genau hast du solche Angst? Das Studium nicht zu schaffen? Niemanden dort kennen zu lernen?

    Ich würde jetzt ruhig bleiben und versuchen, das zu tun, was zu tun ist (zu den Vorlesungen gehen, duschen, essen, nachts hinlegen, auch wenn du nicht schlafen kannst).


    Wenn es in ein paar Tagen nicht besser wird, dann musst du handeln. Notfalls, wenn du dort wirklich keine Hilfe bekommen kannst, fahr für eine Woche nach Hause (nach Deutschland) zu deinen Eltern und geh hier in die psychiatrische Ambulanz. Kann natürlich sein das du eine erneute depressive Episode hast, ausgelöst durch die ganzen Veränderungen in deinem Leben, und wieder Medikamente brauchst. Was nimmst du im Moment?


    Finde es übrigens mutig, 2 Jahre nach einem Aufenthalt in der geschlossenen zum Studium ins Ausland aufzubrechen, das verkraften sogar so einige psychisch stabile Menschen nicht so einfach. Hast du dich da vielleicht übernommen?

    Bald nach Deutschland heißt in etwa einer Woche. Damit ist Tschechien auch abgehakt, ich werde dort nicht studieren, sondern ein paar Stunden von daheim eben in Deutschland.


    Mit meiner Therapeutin habe ich sowieso einen Termin im September zum Abschluss eigentlich, im August mache ich Praktikum im Krankenhaus.

    Ich schleppe mich noch zur Arbeit, hab aber inzwischen bronchitiswürdigen Husten und vollkommen verschleimte Atemwege mit Kopfschmerzen und Schwäche.


    Medikamente nehme ich keine, damals war Citalopram angedacht, aber da ich mich in der Klinik und Therapie so super schnell erholt habe und ein sozial stabiles Umfeld hatte, wurde das gelassen. Sport mache ich allerdings inzwischen kaum noch und damals war ich sehr regelmäßig dabei, was bei mir einen riesigen Unterschied gemacht hat.


    Mit Medizin werde ich jetzt erst sehr vermutlich anfangen. Noch bin ich nicht in der Uni und ich habe Angst, abgelehnt zu werden, was notentechnisch unmöglich ist.

    Dann habe ich Angst, keinen Platz zum Wohnen zu finden, obwohl ich mich ca. ein Jahr zuvor jetzt schon um einen Wohnheimplatz beworben habe.

    Ich habe Angst, dass Studium nicht zu schaffen. Ich habe Angst, wieder in alte Muster komplett zu verfallen, wie ich es jedes Mal tue, wenn ich in Deutschland bin. Ich habe Angst, wie das Leben dort ohne meine Freunde von hier wird. Es gibt hier ein zwei Menschen, ohne die ich im Alltag nicht gut klar komme, glaube ich. Und ich habe Angst, dass ich das eigentlich gar nicht will. Ich weiß, dass ich nicht zurück nach Deutschland möchte, aber mein alter Plan funktioniert nur so und für einen neuen reicht die Zeit nicht, zudem würde ich wieder bei null starten und hätte keine Ahnung, wo ich anfangen könnte.


    Ach und das aus dem Mai wurde nichts, wir haben nicht zusammen gepasst, also wirklich nicht, also haben wir es gelassen.

    Ach so, ich hatte vollkommen vergessen zum Check Up zu antworten: Im April war alles tip top, Eisen gut, Vitamin B12 war ordentlichen und Vitamin D war im guten Bereich. Schilddrüse ist auch vollkommen ok, körperlich scheine ich gesund zu sein.