Nicht mehr lange und ich breche völlig zusammen

    (Achtung! Triggergefahr SVV!)




    Ich weiß nicht mehr wohin mit mir. So eine schlimme Phase hatte ich schon Jahre nicht mehr, bzw. nicht so lange. Die Phase geht jetzt so akut schon paar Wochen und es wird nicht besser, hab eher das Gefühl es wird immer und immer schlimmer. Suizidgedanken/Druck und SV Druck sind momentan meine täglichen Begleiter. :|N Die Phasen in denen ich einsichtiger bin und noch Worte und Hilfe an mich ran kommen werden immer kürzer.


    Jetzt bin ich gerade in so einer Phase die kann aber schon nach 5 Min zu Ende sein. Ich will doch Hilfe, ich will wieder glücklicher sein. In den anderen Phasen trete ich um mich, bin abweisend, destruktiv/selbstzerstörerisch und verschlossen. Ich lasse niemanden an mich heran, bin misstrauisch, vertraue niemanden, ich verschließe mich komplett. Außenstehende und Helfer kennen mich so nicht.


    Ich verliere immer mehr die Kontrolle über mich, ich bin nicht ich selbst oder vielleicht bin ich es ja doch, nur mehr als sonst. Muss dazu sagen dass ich dissoziativ bin und gerade hautsächlich dunkle Anteile agieren und bestimmen. Mehr möchte ich aber dazu nicht sagen, da ich nicht drüber reden darf/kann.


    Ich weiß selbst nicht was ich jetzt hier an Hilfe erwarte, es tut auch manchmal ganz gut einfach nur drüber zu schreiben. Wenn reden nicht funktioniert. Und falls die Frage aufkommt, wieso es mir so schlecht geht…ich weiß es nicht. Ich hab wirklich keine Ahnung.


    Ich entschuldige mich jetzt schon für meine abweisende Art(die sich irgendwann sicher zeigen wird) oder eure Worte/Hilfe nicht immer gleich bei mir ankommen werden. Falls überhaupt jemand hier drauf antwortet. Könnte ich auch verstehen...würde ich selbst auch nicht tun.


    Lg Vamp28

  • 291 Antworten

    Ist nicht so einfach. Mein misstrauen kommt von vielen Traumas. Mein Urvertrauen wurde zerstört. Schon von klein auf hab ich nie Vertrauen können. Da gab es für mich fast nur Gewalt, Schmerz und Leid. Ich erinnere mich kaum an meine Kindheit, aber das was ich erinnere ist nicht schön. Es gab niemand der früher geholfen hat. Also wie gesagt ist das vermutlich der Grund für mein starkes Misstrauen. Meine Psychiaterin hat mir das auch erst kürzlich erklärt.

    Das ist natürlich ein Haufen, das muss man erstmal Schafen alles abzubauen. Da gebe ich dir recht. Aber schlecht ist natürlich auch nicht darüber zu reden den wenn man nicht spricht Frist es irgendwann einen auf. Ich weiß wovon ich rede. Was auch mal ganz unten. Habe es aber geschafft.

    Vermutlich hat es mich schon innerlich zerfressen, so fühlt es sich zumindest an. Da ich momentan nicht reden kann, gerade auch über die Suizidgedanken, schreibe ich immer jeden Tag bisschen in mein Handy. So meine Gedanken, ab und zu auch Gefühle wenn die da sind. Es ist nicht nur ein innerlicher Verbot und eine Sperre zu reden. Ich hab auch einfach Angst das ich auf der geschlossenen lande wenn ich offen und ehrlich rede. Ich bin ja nicht mehr weit davon entfernt. Ich bin meinen Helfern sehr dankbar(auch wenn ich das nicht so zeigen kann) das sie so große Rücksicht aufgrund meiner Vergangenheit nehmen, ansonsten wäre ich schon längst zwangsweise in der Klinik.

    Ich weiß nicht wie ich es erklären soll ich habe einen kleinen aber dafür ein sehr vertrauten Freundeskreis. Und natürlich meine jetzige Freundin. Sie hat mir auch sehr geholfen. An dem Punkt wo sie jetzt sind ( ich weiß nicht ob sie Mann oder Frau sind deshalb sie) war ich auch. Ich war 10 Jahre verheiratet und diese Ehe was einfach die Hölle. Dann der Verlust meiner Tochter und meiner zwei Geschwister habe ich trotzt gesucht im Alkohol. Und stand schon davor vor einen Brückenpfeiler zufahren. Aber so schnell wollte ich nun auch nicht aufgeben. Da habe ich meine jetzige Freundin kennen gelernt. Und das war mein Anker. Dafür bin ich sehr dankbar.

    Nur so ein Gedanke... (ob er dir hilft musst du selbst rausfinden):


    Wenn du so viel Schlimmes erlebt hast, warum fängst du dann nicht mal an, deinen eigenen Körper respektvoll zu behandeln und wahrzunehmen? Also genau das Gegenteil von dem zu tun, was die ganzen anderen Menschen in deinem Leben mit dir getan haben?


    Das könnte ein erster Schritt sein, dich von dieser Vergangenheit zu lösen... nicht durch Weglaufen, nicht durch blindes kämpfen. Sondern durch bewusstes Handeln...


    Noch ein kleiner Tipp: Nimm niemals die Pille oder andere hormonelle Verhütungsmittel. Die sind Gift für deine Psyche. (Die Pille kann psychische Probleme auslösen und verstärken, bis hin zu Selbstmordgedanken.)

    Bei traumatisierten Menschen sind SVV und Suizidgedanken häufig Wegbegleiter. Man beginnt, sich und andere zu kontrollieren, um sich dem Ohnmachtsgefühl zu entziehen. Meine Fragen an Dich wären:


    1. Was erwartest Du von anderen Menschen vom Verhalten Dir gegenüber?


    2. Hast Du Dir bereits ein Ziel gesetzt, das Du erreichen willst?


    3. bist Du regelmäßig in Therapie?


    4. Könntest Du Dir vorstellen, Dich in eine stationäre Therapie zu begeben?


    Gruß Andi

    Zitat

    Ich wünsche mir für dich auf jeden Fall das es dir bald wieder besser geht.

    Danke dir. Und danke für deine Offenheit. Tut mir leid dass du deine Tochter und Geschwister verloren hast. So ein Verlust ist nur schwer zu ertragen. Freut mich aber dass es dir heute besser geht.

    Zitat

    Wenn du so viel Schlimmes erlebt hast, warum fängst du dann nicht mal an, deinen eigenen Körper respektvoll zu behandeln und wahrzunehmen? Also genau das Gegenteil von dem zu tun, was die ganzen anderen Menschen in deinem Leben mit dir getan haben?

    Das hab ich schon oft versucht und versuche ich immer noch. Bei mir löst es aber eine paradoxe Reaktion aus. Wenn ich mir gutes tue, dann wird der Selbsthass schlimmer und ich werde noch destruktiver. Ich hab mich nicht so gut unter Kontrolle. Möchte jetzt nicht alles auf meine Anteile schieben, aber ich kann öfters mein Verhalten sowie meine Denkweiße nicht kontrollieren. Wie gesagt soll das jetzt nur als Erklärung dienen, weiß selbst das ich trotzdem Verantwortung für mich habe und mit den Anteilen arbeiten muss. An den Anteilen arbeite ich jetzt auch intensiver in der amb. Therapie.


    Nur momentan kann ich selbst auch keine Verantwortung mehr für mich übernehmen. Ich bin es so leid dieser tägliche Kampf und ich verabscheue mich so sehr, ich ertrage mich gerade selbst nicht. Da schaffe ich es einfach auch nicht gut zu mir zu sein und ja Verantwortung für mich und mein Leben zu übernehmen. Mir ist alles gerade so egal und ich lass die destruktiven Anteile einfach machen, weil ich keine Kraft mehr hab dagegen anzukämpfen.


    Ach und ich nehme keine hormonellen Verhütungsmittel, die wirken bei mir sowieso nicht aufgrund der Psychopharmaka.

    Ja das ist auch so ein Grund vom SVV, aber ich Kontrolle nur mich, nicht andere.


    1. Weiß ich nicht, ist immer unterschiedlich. Mal möchte ich in Ruhe gelassen werde, dann wiederum möchte ich Hilfe, nur wie die aussieht weiß ich selbst nicht. Ich weiß nicht was ich brauchen könnte damit es mir besser geht.


    2. Ja mehr Stabilität im Alltag, das ich erst mal ein Ziel das ich erreichen möchte.


    3. Ja momentan wieder einmal wöchentlich. In amb. psychiatrischer Behandlung bin ich auch.


    4. Nein ist für mich nicht vorstellbar. Versuche in eine Klinik zu gehen oder dort zu bleiben sind gescheitert, also in letzter Zeit.

    Hallo liebe vamp28

    Zitat

    Ich weiß selbst nicht was ich jetzt hier an Hilfe erwarte, es tut auch manchmal ganz gut einfach nur drüber zu schreiben. Wenn reden nicht funktioniert.

    Ganz klar, es tut wirklich gut, das, was im Inneren so stark wirkt, ob es nun Gedanken oder Gefühle sind, heraus zu lassen. :)^


    Ein weiteres Plus ist, damit auch "gehört" - oder wie hier: gelesen zu werden.


    Zusätzlich dazu finde ich, ist auch "Resonanz" zu dem, was mich beschäftigt, zu finden, zu erhalten - und nicht unwesentlich - auch annehmen zu können.


    Ich kann auch von mir ausgehend sagen, dass es manchmal durchaus vorkommt, sich selbst im Wege zu stehen, wenn es um Veränderungen oder auch Erkenntnisse geht. Keine Sorge, es wird immer bessser damit. Damit möchte ich sagen, es ist wichtig, auf Verbesserungen - oder auch Erweiterung meiner bisherigen Handlungen zu gelangen, weniger, sich durch Neu-Entscheidungen immer mehr einzuschränken. Mittlerweile finde ich es leichter, eine scheinbar drängende Entscheidung/Problem/Angstquelle einfach einmal beiseite zu "legen" und das, was da gerade in mir wirkt, auszuhalten, sacken zu lassen, auch wenn es mich gerade noch so drängt, etwas tun zu müssen.


    Nur lässt sich dies nicht auf alle Menschen übertragen, diese Option(en) gelten erst einmal für mich allein. Es kann durchaus sein, dass die eine oder der andere da zu unterschiedlichen Zeitpunkten auch verschiedene Stimmungen verspüren, die dann wieder verschwinden und aus dem Bewusstsein geraten. Zuvor noch so bewusst und bestimmt im Vordergrund dominant, erscheinen sie zu einem späteren Zeitpunkt fast unkenntlich, als wären sie nie so dringend erschienen wie eben gerade.


    Noch weiter hilfreich ist auch, verstanden zu werden und mich darin verstanden zu fühlen.


    Das sind jetzt bereits sieben Punkte, die mir spontan einfallen. Diese Punkte sind manchmal von nur einer Person gar nicht zu bekommen, aber vielleicht von mehreren (verschiedenen) Menschen, da jeder Mensch zwar Mensch ist, aber auch sich von den anderen (Mit-)Menschen unterscheidet. Sicherlich gibt es da positive wie negative Variationen, dennoch sind "wir" (Menschen) soziale Wesen, die auch durch sozale Kontakte beeinflusst werden. Ich denke, da erzähle ich Dir nichts wirklich Neues oder Unbekanntes ;-)


    Auch haben sich ehrenamtlich Menschen organisiert, um anderen Menschen zu helfen oder helfen zu wollen.


    Nummer gegen Kummer


    www.nummergegenkummer.de/cms/website.php


    Telefonseelsorge


    www.telefonseelsorge.de

    Zitat

    Möchte jetzt nicht alles auf meine Anteile schieben, aber ich kann öfters mein Verhalten sowie meine Denkweiße nicht kontrollieren.

    Wie sieht es dann mit Entschleunigung aus, also etwa einem Heraustreten aus dem momentanen Gefühlszustand, sozusagen das Tempo herauszunehmen, Ruhe einkehren zu lassen, andere "Gedanken" einzulassen oder auch die innere Mitte zu finden - oder anders gesagt "Ruhe mit und in sich selbst" in den Vordergrund zu rücken?

    Zitat

    ...weiß selbst das ich trotzdem Verantwortung für mich habe und mit den Anteilen arbeiten muss. An den Anteilen arbeite ich jetzt auch intensiver in der amb. Therapie.


    Nur momentan kann ich selbst auch keine Verantwortung mehr für mich übernehmen.

    Ja das verstehe ich sehr gut. Hast Du schon einmal überlegt, ob die Verantwortung, die Du für Dich hast und von der Du sagst, Du könnest sie momentan nicht mehr für Dich übernehmen, eine Folge von "Erziehung" oder vielleicht auch Prägung aus der Vergangenheit ist?


    Möglich scheint mir auch, dass etwa zudem in letzter Zeit sehr viel von "außen" hinzu kam, dass das wirklich eine permanente Überlastung darstellt, von der eine Erholung auch der psychischen Kraft wichtig wäre?


    Eine Erweiterung der eigenen Handlungsmöglichkeiten liegt vielleicht irgendwo still verborgen, wo sie im Moment gar nicht so einfach zu entdecken ist. Gerade in einem emotional erhöhten Zustand mag da etwas, das in Passivität wartet, übersehen werden, weil die Gedanken so sehr mit der belastenden Wahrnehmung gefordert sind, dass sie in ihrer Geschwindigkeit auf der "Gefühlsachterbahn" zur Suche nach einer Lösung einfach nicht auf "unbewegliche Objekte" (Ausgänge, Ausfahrten, Stopps, Auszeiten) reagieren (oder: zu wollen scheinen).

    Zitat

    Versuche in eine Klinik zu gehen oder dort zu bleiben sind gescheitert, also in letzter Zeit.

    Klar, "in letzter Zeit", das heißt, es war auch schon einmal anders. Was könnte sich da geändert haben, was ist vorgefallen, dass es so gekommen ist?


    So weit einmal meine Gedanken bis hier. Ist das in Ordnung für Dich?


    Ganz liebe Grüße an Dich!


    Fanti

    @Fantik3

    Danke dir für deine Antwort. Irgendwie bin ich die letzten Tage so matschig im Kopf das es mir gerade schwer fällt einen klaren Gedanken zu fassen. Ich wollte dir trotzdem danke für deine Mühe. Ich werde mir die nächste Zeit deinen Beitrag nochmal genauer durchlesen.


    Was die Telefonnummern betrifft, die werden mir nicht wirklich helfen. Die wären doch ziemlich überfordert und ich gehe da doch lieber kein Risiko ein. Außerdem fällt es mir sehr schwer zu tel. weil ich da auch reden müsste. Wenn dann lieber eine Mail schreiben oder so. Ich kann mich beim Krisen und Notfalldienst melden. Meine Betreuerin war mit mir erst vor kurzem dort um die Beraterin kennenzulernen. Und damit die auch einbisschen was über mich erfährt, Krankheitsbild, Ängste etc.


    Bei Wildwasser kann ich mich auch jederzeit melden. Also ist nicht so das ich gar keine Hilfe hätte...nur es ist momentan sehr schwer diese Hilfe anzunehmen, bzw. fast unmöglich.


    Schlechte Klinikerfahrungen, außerdem hab ich schon immer Kliniken gehasst und Angst davor gehabt.

    Heute ist ein ziemlich beschissener Tag wieder. Ich weiß nicht ob ich froh sein soll das mein Freund da ist oder nicht. Eigentlich will ich nur alleine sein, aber wenn ich alleine bin dann würde ich den Tag nicht unverletzt überstehen. Oder überhaupt überstehen. Ich versuche noch einbisschen Haushalt zu erledigen und dann nur schlafen. Zu mehr bin ich heute nicht in der Lage. :-(