• Nicht nachvollziehbare Angstzustände seit 10 Jahren

    Hi, ich bin 27 und meine Geschichte beginnt 2009. Es fing mit leichter Übelkeit an, die jeden Tag etwas stärker wurde bis dahingehend, dass ich mich täglich erbrechen musste. Später kamen zum Erbrechen dann auch noch Angstzustände und Panikattacken dazu. Nach geraumer Zeit des Leidens einen Psychiater aufgesucht, der zuerst verschiedene AD und…
  • 43 Antworten

    Hallo! Ich liege auf Deiner Linie. Ich habe auch von meinen Ärzten erwartet, dass sie mir zeigen, meinen Zustand entscheidend besser zu können, wenn auch nur für 1 Tag. Dann hätte ich Ihnen geglaubt, dass sie wissen, was ich habe, das Medikament aber nict auf dauer geben können. Obwohl Du einen langen - ich möchte meinen vollständigen - Ärztemarathon hinter Dir hast, bin ich der Überzeugung, dass bestimmte Teile der medizin bei Dir noch nicht einmal ansatzweise untersucht wurden. Ich denke an Immunglobuline von einer Autoimmunkrankheit oder Hormone von einer Hormonkrankheit. Ich verstehe es nicht, wie es ein Psychologe schafft, einen ein halbes Jahr in Gespräche zu verwickeln, ohne solche Basics mal ins Labor zu schicken! Immerhin fing Dein Leiden mit einem ganz normalen, körperlichen Krankheitssymptom (der Übelkeit mit Erbrechen vor 9 Jahren) an, so wie bei mir auch. Ich nenne das Schwächeanfall. Aus einem anderen Faden kenne ich das Medikament "Opipramol", ich selbst nehme "Sulpirid" (Nicht Aminosulpirid oder Serotoninwiederaufnahmehemmer!). Bitte mal googeln und wenn etwas Dir nützlich erscheint mal mit dem Arzt drüber sprechen, denn beides ist rezeptpflichtig. Vielleicht schaffen die es nicht, Dich arbeitsfähig zu machen, aber zumindest daheim ist es wieder schön.

    Gute Besserung!

    Hi, Danke für deine Nachricht onodisep . Ja es ist wirklich ein Ärzte-Marathon den ich schon hinter mir habe. Da meine Symptome fast durchgängig präsent sind, also auch zu Hause, dachte ich auch schon an etwas körperliches, doch als ich das mit meinem Hausarzt besprochen habe, hat er mich nur mitleidig angeschaut und gesagt "So etwas haben Sie nicht, Sie sind ja auch noch jung" und "Sie suchen sich jetzt irgendwelche Krankheiten aus". Genau, weil junge Leute nicht krank werden können, so ein Unsinn.

    Das Medikament Opipramol kenne ich, habe es früher mal genommen und nehme es zurzeit auch, das macht alles zumindest ein wenig erträglicher.

    Ich weiß zurzeit nicht weiter, ob ich darauf bestehen soll mich körperlich noch weiter untersuchen zu lassen. Einerseits kann es vielleicht etwas zum Vorschein bringen, andererseits stehe ich, wenn nichts gefunden wird, wieder als Spinner da, sofern ich Ärzte überhaupt dazu bringen kann, mich zu untersuchen.

    Genau die Frage würde ich auch gerne stellen. Panikattacken äußern sich mit massiven körperlichen Symptomen und sind eine ernstzunehmende Erkrankung. Psychischer Natur. Klar zu diagnostizieren (Blick auf die Schilddrüse ist immer wichtig); gut zu behandeln.

    Aber KEIN Panikpatient ist ein "Spinner".


    Und sicher muss die Medizin weiter forschen und es laufen ja immer diverseste Studien weltweit. Tatsache ist aber auch, dass man in der Vergangenheit und Stand heute Panikattacken sehr gut mit Verhaltenstherapie behandeln kann. Wozu Konfrontationsübungen gehören, die leider zu selten durchgeführt werden, v.a. bei einer ambulanten Therapie.

    Warum also nicht erstmal DA anfangen, statt Dinge anzusprechen, die absolut NULL Hilfe bieten aktuell, weil unerforscht oder bestenfalls im Forschungsstadium, aber eben nicht ansatzweise praxistauglich?


    onodisep :

    Warum Psychologen nicht weiter untersuchen lassen? Weil sie nicht überweisen dürfen!!!

    Angstzustände sind übrigens - mit Ausnahmer einer klassischen Traumatisierung - NIE "nachvollziehbar". Das wesentliche Merkmal einer Panikerkrankung sind nicht erklärbare, irrationale Ängste.


    Warum ist in 10 Jahren psychotherapeutisch nichts passiert?

    BenitaB. schrieb:

    So arbeitet aber keine Klinik. Da hört man sich an, was du hast und zusammen mit dir wird ein Konzept erarbeitet, mit dir selbst wird quasi ein Vertrag abgeschlossen, diese Strategien auch anzuwenden.

    So sollte eine Klinik arbeiten, aber in der Realität klappt das höchstens bei privatversicherten. Normalerweise haben Kliniken doch chronischen Personalmangel, insbesondere Psychologen. Patienten sind erstmal 3-4 Wochen da und bekommen Medikamente bevor sie ihre erste Stunde beim Psychologen haben. Und ab dann fällt jeder zweite Termin aus und der Patient bekommt immer wieder Ersatztermine bei nem anderen Psychologen, sodass niemand ihn so genau kennt.


    So werden dann viele medikamentös Eingestellt, aber das mit der Psychotherapie klappt dann erst nach der Entlassung ambulant.

    Und ich als Psychologin auch nicht. Denn die Psychologen in Weiterbildung arbeiten meist umsonst oder für ein Taschengeld, so dass sie sehr gerne eingestellt werden.

    Man muss aber teilweise über den Rand der nächstgelegenen Wald- & Wiesenpsychiatrie schauen. In psychosomatischen Fachkliniken gibt es diese Missstände maximal Weihnachten/Silvester.


    Aber ja, die Privatpatienten erhalten dafür den Overkill. In Privatkliniken. In normalen Kliniken sind sie genauso Patient wie andere - und die Chefarztgespräche bringen inhaltlich eher wenig.

    Also ich war fast 3 Monate in einer Klinik und kann zumindest zum Teil bestätigen, je nach "Abteilung", dass Personalmangel recht häufig ist. Ebenso wechselnde Psychologen, sodass niemand einen wirklich genau kennt.

    In psychiatrischer Behandlung seit 11 Jahren, meine Psychiaterin sagt mir ganz trocken ins Gesicht dass sie nicht weiß was ich habe.

    Eine Psychotherapie mache ich jetzt wieder seit etwa 2 Monaten, habe ich aber auch schon in der Vergangenheit 2 gemacht. Mein Therapeut und ich haben aber immer noch nicht herausgefunden, was mir denn Angst macht. Aller Voraussicht nach sind es immer noch die Nachwirkungen meines 10-11 Jahre langen Benzodiazepin-Konsumes.

    In englischsprachigen Foren berichten ebenfalls einige Langzeit-Konsumenten von vielen Monaten bis Jahren die es benötigt, bis man sich davon wieder erhohlt hat.

    Also ich war fast 3 Monate in einer Klinik und kann zumindest zum Teil bestätigen, je nach "Abteilung", dass Personalmangel recht häufig ist. Ebenso wechselnde Psychologen, sodass niemand einen wirklich genau kennt.

    In psychiatrischer Behandlung seit 11 Jahren, meine Psychiaterin sagt mir ganz trocken ins Gesicht dass sie nicht weiß was ich habe.

    Eine Psychotherapie mache ich jetzt wieder seit etwa 2 Monaten, habe ich aber auch schon in der Vergangenheit 2 gemacht. Mein Therapeut und ich haben aber immer noch nicht herausgefunden, was mir denn Angst macht. Aller Voraussicht nach sind es immer noch die Nachwirkungen meines 10-11 Jahre langen Benzodiazepin-Konsumes.

    In englischsprachigen Foren berichten ebenfalls einige Langzeit-Konsumenten von vielen Monaten bis Jahren die es benötigt, bis man sich davon wieder erhohlt hat.

    Hallo wieder! Ich möchte Dich noch auf einen anderen Faden / Diskussion aufmerksam machen: Atemprobleme

    Wenn jemand Psychotherapie empfiehlt, dann sollte er auch drauf aufmerksam machen, dass dies ein sehr langer Weg ist, unter einem Jahr läuft gar nichts, und ein Heilungserfolg ist nicht garantiert.

    philipp100 schrieb:

    In englischsprachigen Foren berichten ebenfalls einige Langzeit-Konsumenten von vielen Monaten bis Jahren die es benötigt, bis man sich davon wieder erhohlt hat.

    Ja logisch.

    Du schreibst selbst von 10 bis 11 Jahre Benzokonsum, da kann man nicht erwarten, dass das einer innerhalb weniger Wochen "wegzaubert". Benzos ist eine der am schwersten zu behandelnden Abhängigkeiten, der Entzug ist sehr, sehr heftig.


    Ich frage mich welche Ärzte über einen so langen Zeitraum sowas verschreiben. DA liegt doch auch ein Problem. Nicht in den Kliniken.