• Nicht nachvollziehbare Angstzustände seit 10 Jahren

    Hi, ich bin 27 und meine Geschichte beginnt 2009. Es fing mit leichter Übelkeit an, die jeden Tag etwas stärker wurde bis dahingehend, dass ich mich täglich erbrechen musste. Später kamen zum Erbrechen dann auch noch Angstzustände und Panikattacken dazu. Nach geraumer Zeit des Leidens einen Psychiater aufgesucht, der zuerst verschiedene AD und…
  • 43 Antworten

    Ganz einfach, es passiert nichts. Ich fürchte in diesen Momenten nichts, was ich sagen kann. Ich weiß, egal was passiert, mein Umfeld hat Verständnis. Auch unterwegs. Trotzdem, der Körper reagiert einfach immer so. Diese Fragestellung begleitet mich seit 10 Jahren und ich kann sie einfach nicht beantworten, weil ich die Antwort nicht kenne.

    Deshalb, auf die Frage "Was passiert denn deiner Meinung nach" kann ich nur mit "nichts" antworten. Deshalb suche ich nach Ursachen, ob es vielleicht auch etwas körperliches sein kann, einfach weil ich keinen einzigen Gedanken nennen kann, den ich fürchte. So blöd das auch klingt, die meisten werden mind. 1 Grund nennen können was ihnen Angst macht, ich nicht, leider, no way, ich denk während solchen Angstsymptomen z.B. gelegentlich daran was ich heute noch so vorhabe oder sonstiges, aber nicht den Hauch von Angstgedanken.

    Du willst es einfach nicht wahrhaben, dass da der Auslöser nie gefunden werden könnte. Wer eine Blinddarmentzündung bekommt, weiß auch nicht woher die kommt.


    Deine Lebensqualität kannst du aber nur erhöhen, wenn du Strategien erlernst, die man in Therapien erlernen kann. Und du dann nicht mehr über ein Jahrzehnt zwanghaft nach dem Grund suchen mußt, verliert sich vermutlich auch die Angst.


    Du hast dich nie reingekniet in Angsttherapien, wie man Angst bewältigen kann, du willst nur wissen, warum und wie ein trotziges Kind stampfst du da mit den Füßen auf. In der vermutlich fälschlichen Annahme, dann sei der Spuk vorbei.


    So arbeitet aber keine Klinik. Da hört man sich an, was du hast und zusammen mit dir wird ein Konzept erarbeitet, mit dir selbst wird quasi ein Vertrag abgeschlossen, diese Strategien auch anzuwenden. Und daran scheinst du nicht im mindesten interessiert zu sein, das ignorierst du,


    Ist auch tatsächlich einfacher, auf so etwas zu setzen, das andere setzt ja voraus, von solchen Dingen Abschied zu nehmen, vollwertiger in die Gesellschaft integriert zu werden, die Familie nicht mehr mit mit Angstattacken zu gängeln, diese dürfte endlich mal befreit aufatmen, wenn sie nicht dauernd Rücksicht nehmen muss.


    Arbeitest du überhaupt oder legt sich da auch die Familie krumm?

    BenitaB. du hast ja echt eine, gelinde formuliert, "eigene Art" an dir.

    Auf Therapien eingelassen habe ich mich schon lange und auch intensiv viel Zeit damit verbracht. Und ja du hast Recht, ich möchte mich nicht einfach mit dem Gedanken abfinden, mein restliches Leben als Pflegefall mit Betreuung zu leben. Vielleicht hast du ja kein Interesse am Leben, aber ich finde es zu schön als dass ich es einfach unter den Teppich kehre und aufgebe, deshalb versuche ich bestmöglich damit zu leben. Erst wenn körperlich alles ausgeschlossen ist, kann ich mich gänzlich nur auf die Psyche konzentrieren, wie es jeder normale Mensch auch tun würde.

    Der Klinikchef einer psychosomatischen Klinik erklärt, dass 98 % der Patienten über 10 Jahre vergehen lassen mit unzähligen Untersuchungen, die kein Ergebnis bringen, die viel Geld kosten, wo nie was raus kommt -

    und dann doch einsehen müssen, es ist ist psychosomatisch.


    Die sich dann, indem sie ihre gepflegten und gehätschelten Ursprungsgedanken sterben lassen müssen. Wer das nicht will dort in der Klinik, nämlich sich auf wirksame Therapien einzulassen, der darf gehen. Sofort. Weil nur geöffnet ist für Patienten, die bereit sind, ihre


    ERFOLGLOSIGKEIT IM HERAUSFINDEN WOLLEN


    hinter sich zu lassen. Die fortan ihren Fokus verschieben.


    Du hast auch bereits 10 Jahre Erfolglosigkeit hinter dir, bist ein junger Mann. Wie lange möchtest du das noch weiter "leben"?

    philipp100 schrieb:

    Erst wenn körperlich alles ausgeschlossen ist, kann ich mich gänzlich nur auf die Psyche konzentrieren, wie es jeder normale Mensch auch tun würde.

    Du warst doch jetzt 10 Jahre beim Psychater in Behandlung, oder nicht? Hat er festgestellt, dass sich im Kopf eine veränderte Struktur ergeben hat, wurde eine Diagnose erstellt, ja oder nein? Dann könnte ich es jedenfalls nachvollziehen und Du müsstest evtl dein Leben lang Medikamente nehmen.


    Mir fehlt hier der richtige Begriff und wer es besser weiss, darf und sollte diese Info gerne geben. Ich bin schließlich auch nur Laie.


    Ich hatte zwischenzeitlich meine wöchentliche Therapiestunde und kann dir deshalb auch sagen, das niemals erst alles körperlich abgeklärt sein muss und auch nicht abgeklärt sein kann, bevor man sich in Therapie begibt. Als ich vor Jahrzehnten in meine erste Therapie ging, hatte niemand meine bis dahin und zu dieser Zeit tödlich verlaufenden Erkrankung auch nur den leistesten Verdacht geäussert.


    Diese Erkrankung war rein körperlich und auch nicht der Auslöser für meine psychische Erkrankung.


    Wenn Du etwas in dieser Richtung vermutest, kann ich nur vermuten - Du willst nicht wirklich an dir arbeiten. Sorry, nur bis jetzt hast Du zumindest für mich keinen trifftigen Grund geliefert, wo ich wenigstens im Ansatz erkennen könnte, dir auch helfen zu können oder Impulse zu vermitteln.


    Wie sollte ich das auch schaffen, was Fachleute schon nicht vermochten.

    Also hast du deine Einstellung von 2015 durchaus revidiert, wo du dir den Konsum doch noch ein wenig schöngeredet hast und nach Monaten ohne wohl doch wieder was eingenommen hast. Es ist eben doch keine gute Lebensqualität, wenn man abhängig ist.


    Dir dürfte in den Jahren durchaus das Wort Sucht öfter begegnet sein, das ist dein aktuelles Problem. Du bist süchtig/abhängig von den Benzos.

    Das grundlegende Problem der Angststörung wurde offenbar nie therapeutisch, sondern immer nur medikamentös angegangen, was natürlich nur Symptome angeht und nicht das Problem selbst.

    Mich wunder und ärgert, dass es Ärzte gibt, die bereit dazu sind einen Menschen in eine Sucht gleiten zu lassen ohne anderweitige Angebote zu machen oder eben auch einen Riegel vorzuschieben, wenn das Zeug nach mehr als 14 Tagen noch eingenommen werden soll/will.


    Mein Rat:

    Klinik. Entzug, Suchttherapie. Das wird schon lange dauern

    Danach, auch meinetwegen ineinander übergehend: Therapie (medikamentös evtl. durch Antidepressiva begleitend) der Angststörung. Wenn es im Alltag zu schwierig ist auch hier: Klinik.


    Aus dem anderen Faden von mir rüberkopiert. Leider lief hier wohl mal wieder etwas parallel. Es mag sein, das daher ein eventueller Bezug zu anderen Beiträgen fehlt.

    Evoluzzer schrieb:

    Hast du schon mal deine Hormone checken lassen? Testosteron und all die üblichen Verdächtigen. Ich habe den Eindruck, dass deine Stressregulierung nicht gut funktioniert.

    Danke dir für deine Nachricht. Ja, das mit den Hormonen hab ich auch schon gedacht, habe diese Woche auch schon einen Arzttermin um das abzuklären, bin echt einmal gespannt.

    Darf ich einmal fragen, wie lange und in welcher Dosierung, du die Benzodiazepine genommen hast? Welches Benzo,Tavor - Lorazepam?! Lorazepam hat eine sehr hohe Anxiolyse,d.h. das Medikament ist angstlösend. Verschlimmerten sich deine Beschwerden,nach dem Absetzen? Du weißt sicher,wie hoch die Abhängigkeitspotenziale, bei regelmäßiger Einnahme ist?

    Ich habe Rivotril genommen, Wirkstoff Clonazepam, zum Schluss bis zu 12x0,5mg.

    Über Abhängigkeit etc. weiß ich Bescheid, habe sie ja in einer Klinik abgesetzt und nehme seit 3 Monaten keine Benzodiazepine mehr.

    Hallo Philipp! Hat man dir denn in den Kliniken keine Strategien angeboten, die du zu Hause, weiter führen kannst? Autogenes Training oder Muskelentspannung nach Jacobsen? Hast du eventuell ein Trauma aus deiner Kindheit nicht verarbeitet? Es ist möglich, daß du dich nicht daran erinnerst. So war es bei mir. Das ganze hat fast 20 Jahre gedauert, bis die Ursache gefunden wurde, meine Beschwerden kamen allerdings in Schüben, extremes Herzrasen usw. Ich litt unter Klaustrophobie in Fahrstühlen, Zügen, Flugzeug... Ein sehr guter Therapeut hat dann die Ursache gefunden, die Therapie ging über 2 Jahre. Eine Nonne im Kindergarten, hatte mich als 4 jähriges Kind, in einen dunklen, fensterlosen, engen Verschlag eingesperrt. Jetzt habe ich das längst verarbeitet und niemals mehr Symptome gehabt. Ich wünsche dir alles Gute!

    Ich habe mittlerweile den passenden Begriff zu meinem Zustand gefunden, nämlich Reizüberflutung. Daher auch die unspezifischen Symptome in so gut wie jeder Situation.

    Ich habe ja viele Jahre sehr viele Benzodiazepine eingenommen, sodass meine Psyche und Angst-Zentrum nie gelernt haben, ohne Tabletten damit umzugehen, das holt mich nun ein.

    Doch ich merke durch tägliches Exponieren und mit viel Zeit schon deutliche Fortschritte, wenn man bedenkt, dass ich zwischenzeitlich das Haus nicht einmal mehr verlassen konnte.

    Es wird eben noch ein langer und steiniger Weg, doch ich bleibe optimistisch, Blick nach vorne und kämpfen.