Holla, die Diskussion hat ganz schön an Fahrt gewonnen. Aber ehrlich gesagt, blicke ich an einigen Stellen nicht mehr richtig durch, weil mir einfach zu viele Akteure vorkommen, die glaube ich nicht wirklich wichtig sind.


    Dann, liebe Najoma21, schreibst Du sehr widersprüchlich über die Geschichte. Einerseits heißt es in Deinem Text:

    Zitat

    Ich denke, ich halte an ihr fest, weil sie einfach beim letzten Treffen, als sie die Freundschaft beendete, so kalt war. Ich habe sowieso mit einem Ende gerechnet und hätte besser damit abschließen können, wenn sie gelitten hätte.

    Wenig später schreibst Du:

    Zitat

    Ich wurde dadurch irgendwie in eine Opferrolle gedrängt. ICH war diejenige, die es sichtlich überrascht hat. ICH war die Last; diejenige, die zurückgelassen wurde. ICH war diejenige, die von als Bemitleidenswerte dastand.

    Du hast mit einem Ende gerechnet und trotzdem hat es Dich überrascht.


    Ich könnte weitere Beispiele aufzählen. Zum Beispiel schreibst Du mehrfach über ihre Empathie, aber auch wie Rücksichtslos sie sich Dir gegenüber verhalten hat. Da könnte man glatt glauben, sie wäre auch Borderlinerin.


    Wer drängt Dich denn in diese Opferrolle? Was ist so schlimm daran, bemitleidet zu werden? Und vor allem: Warum hast Du das alles mit Dir machen lassen? Das hier:

    Zitat

    Auf jeden Fall erzählte ich meiner Freundin davon und bat sie auch darum, sie zu ignorieren aus Loyalität, da sie auch mir Schlimmes damals angetan hat. Sie sagte, dass das gar nicht nötig sei und ich dies als selbstverständlich betrachten soll. Tja, ein paar Tage später waren sie auf einmal dicken Freundinnen, unternahmen alles zusammen, und meine ehemalige beste Freundin meldete sich überhaupt nicht mehr und ignorierte mich in der Schule fast nur noch, lästerte hörbar mit ihr über mich und andere. Ich fand das unglaublich.

    sagt doch eigentlich alles. Selbst wenn man annimmt, dass sie bzw. ihr in der Pubertät wart und Jugendliche sich manchmal fies verhalten, war das sehr gemein und passt einfach nicht so recht zu der einfühlsamen Freundin.


    Menschen behandeln Dich nicht gut und Du verzeihst ihnen und schließt bereitwillig wieder Freundschaft, während Du andere - wie z. B. das Mädchen aus dem Biologie Unterricht - vor den Kopf stößt, obwohl sie nett zu Dir war. Vermutlich werden sie das:

    Zitat

    aber ich fand diese Menschen einfach so uninteressant (nicht mal böse gemeint), und mir fiel einfach nichts ein, was ich zu der Konversation hätte beitragen können. Das ist immer so, wenn mich Menschen einfach nicht interessieren, dann ist mein Kopf auf einmal leer. Irgendwie brauche ich immer einen inspirierenden, für mich besonderen Menschen, der mich intellektuell stimuliert.

    gespürt haben. Wie wäre es denn, wenn Du einfach mal anerkennst, dass Du neu in der Klasse warst, vielleicht ein wenig aufgeregt und deshalb nichts gesagt hast? Muss es denn immer gleich inspirierend und intellektuell stimulierend sein? Dein Anspruch in Ehren, aber das ist eine unglaublich hohe Erwartungshaltung.


    Auch Deine Haltung gegenüber Männern hat bei mir Irritation ausgelöst.

    Zitat

    Ich fühle mich auch hauptsächlich zu Männern hingezogen, die vom Alter her mein Vater/ Opa sein könnten und selber als rationale Autoritätspersonen angesehen werde. Welche, die einfühlsam, fürsorglich sind. Ich habe irgendwie das Bedürfnis danach, eine Tochter-Vater Beziehung zu einem älteren Mann zu führen, die auch Sexuelles beinhaltet. Nein, ich stehe nicht auf meinen Vater, aber ich möchte einfach von solch einer älteren, sehr reifen und erwachsenen Person beschützt, vereinnahmt, geliebt und begehrt werden.

    Als rationale Autoritätsperson im Vateralter sag ich Dir jetzt mal, dass da die nächste Abhängigkeit lauert. Einerseits wäre es nicht mal schlecht, wenn Du an so jemanden gerätst, denn er würde Dir zeigen, wo - salopp gesagt, der Frosch die Locken hat. Andererseits wäre es ein Risiko. Wenn Du ihm als Mensch zu anstrengend würdest, oder er keine Lust mehr hätte, Dich zu führen und zu lenken, könnte er Dich einfach "in die Wüste schicken". Was wäre denn, wenn eure Erwartungen vom Leben auseinandergingen. Er sitzt zu Hause, hört Opern und pflegt seine arthritischen Gelenke, während Du das Leben noch vor Dir hast. Wäre das wirklich eine Option?


    Ich komme mehr und mehr zu der Schlussfolgerung, dass ich es mit einem sehr ängstlichen Menschen zu tun habe, der seine Angst hinter Unnahbarkeit versteckt.

    Das Beispiel mit den Opern war übrigens schlecht gewählt; vermutlich würdest Du einfach nur die Arien mitsingen.


    Was ich übrigens bewundere. Würde ich Arien singen, müsste man das Haus, in dem ich lebe evakuieren und ich könnte höchstens hoffen, dass ein mitfühlender Nachbar den nationalen Katastrophenschutz informieren würde......... ]:D

    @ Baldurhh

    Ja, ich glaube, dass ich so widersprüchlich schreibe, weil ich mich derweil noch in einem Gedankenstrudel befinde und keine ganz so klaren Gedanken fassen kann. Außerdem habe ich öfters Stimmungsschwankungen, und da passen sich meine Gedanken meinen Gefühlserlebnissen an... Ich habe vieles noch nicht verarbeitet... Früher konnte ich vieles gut und schnell verarbeiten, da ich jemanden zum Reden für gute Gespräche da hatte; jetzt nicht mehr... Jetzt muss ich alles alleine machen (okay, 1 Stunde pro Woche habe ich bei meiner Therapeutin - haben beschlossen, die Therapie doch noch weiterlaufen zu lassen. Ich wollte sie beenden, da ich dachte, sie würde die Therapie ihrerseits beenden, weil ich es in letzter Zeit fast nie vor die Tür geschafft hatte). Ich finde es schwer, mit allem alleine umgehen zu müssen, wenn ich nicht gerade eine Stunde zum Reden habe. Ich habe zwar Menschen um mich herum, die darauf brennen, was in mir vorgeht, aber die Gespräche mit ihnen bringen mir einfach nichts. Da geht es denen nur um das Sammeln von Informationen, um ihre Neugierde zu befriedigen, und verstehen tun sie mich sowieso nie, da wir uns einfach nicht auf Augenhöhe unterhalten können... Ich verarbeite meine Gefühle zwar durch das Singen und durch Sport etwas, aber so wirklich klare Gedanken kann ich dadurch nicht fassen. Mir fehlt jemand, der mir auch mal andere Sichtweisen aufzeigt, der mir produktives Feedback gibt, der mich intellektuell stimuliert und inspiriert. Ich habe das Gefühl, mich alleine nicht weiterzuentwickeln, obwohl ich das gerne würde...

    Zitat

    Ich könnte weitere Beispiele aufzählen. Zum Beispiel schreibst Du mehrfach über ihre Empathie, aber auch wie Rücksichtslos sie sich Dir gegenüber verhalten hat. Da könnte man glatt glauben, sie wäre auch Borderlinerin.


    Wer drängt Dich denn in diese Opferrolle? Was ist so schlimm daran, bemitleidet zu werden? Und vor allem: Warum hast Du das alles mit Dir machen lassen? Das hier:

    Hm, ob sie auch Borderlinerin ist, kann ich ehrlich gesagt nicht einschätzen... Aber manchmal, einfach so aus dem nichts, obwohl sich nichts verändert hatte, ging sie total auf Abstand. Sie hatte vielleicht die Nase voll davon, die meiste Zeit nur mit einem Menschen zu verbringen. Sie gehört zu den sehr extrovertierten Menschen, die sich gerne in Gruppen befinden. Es war auch so, dass richtige Unternehmungen (außer shoppen, Kaffe trinken) zu zweit immer komisch waren. Gingen wir gemeinsam ins Kino, war es unangenehm; fuhren wir 4 Tage gemeinsam in den Urlaub, war es zwar meist lustig, aber auch irgendwie komisch. Als wir alleine feiern waren (auch, wenn sich jeder dann mit einem Typen letzendlich zurückgezogen hatte), wurde es irgendwie merkwürdig, was sich deutlich in der Atmosphäre zeigte. Unsere Freundschaft verlief am besten, wenn wir einfach nur irgendwo dasaßen und redeten. Mit ihren anderen Freunden konnte sie Sachen unternehmen, alleine feiern gehen, ins Kino, schwimmen etc. Wir sagten irgendwann, dass das ganze etwas inzestuös angehaucht wurde, weil unsere Freundschaft zu tief ging. Naja, das verlief dann oft so, dass ich mich einsam fühlte und mein Leben sich langweilig anfühlte, weil sie so viel Spaß haben konnte und ich nicht, da ich ja niemanden hatte, der mit mir was unternehmen wollte. Also doch, hatte ich schon, aber ich wollte nicht - da hatte ich leider nur meine Cousinen zur Auswahl gehabt. Ich würde auch so gerne mal Unternehmungen machen, aber auf Dauer immer alleine zu sein, dabei hätte ich auch keinen Spaß... Alleine in die Oper, ins Theater, in Museen, in den Urlaub... MAL, okay. Aber immer?

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    Menschen behandeln Dich nicht gut und Du verzeihst ihnen

    Ja, das hatte ich auch mal in meiner Therapie analysiert... Es ging darum, dass ich niemanden hatte, in der Zeit fast starb vor Einsamkeit. Seitdem ich wusste, wie mein Leben, wie ich sein kann, wenn sie in meinem Leben ist, wollte ich nicht mehr ohne sie und habe es mir dann einfach gefallen lassen. Es ging also um Abhängigkeit....

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    schließt bereitwillig wieder Freundschaft, während Du andere - wie z. B. das Mädchen aus dem Biologie Unterricht - vor den Kopf stößt, obwohl sie nett zu Dir war. Vermutlich werden sie das gespürt haben

    Ja, es ist wirklich so, dass ich meine Gefühle einfach nicht verbergen kann, und selbst, wenn ich das vehement versuche, funktioniert das einfach nicht. Ich handle zwar selten aus dem Affekt heraus, aber wenn ich mich bei anderen Menschen so oder so fühle, kann ich das nicht ändern, und auch wenn ich das immer wieder versuche, so scheint es doch ein Ding der Unmöglichkeit zu sein, mich anders zu verhalten, als meine Gefühle es in diesem Moment vorgeben...

    Zitat

    Dein Anspruch in Ehren, aber das ist eine unglaublich hohe Erwartungshaltung.

    Ich weiß, aber es passiert automatisch, dass dann direkt starkes Desinteresse aufkommt und mein Gehirn wie bei einem Blackout, einfach leergefegt wird und ich auf einmal nichts zum Antworten bzw. Darauf-eingehen zur Verfügung habe. Es ist wirklich so, dass ich dann leer im Kopf bin. :-| Ich grüble dann nach einer Antwort - selbst, wenn es um die trivialsten Themen geht. Es ist manchmal schon ermüdent, was für eine Wirkung (Desinteresse, Langeweile) andere Menschen auf mich haben. Ich wünschte, ich könnte es ändern, damit mir der Umgang mit der Gesellschaft leichter fällt und ich endlich mal an Sozialkompetenz gewinne, aber WIE, das ist die große Frage... Meine Psychologin kann mir da auch nicht bei helfen... Sie hat keine Ahnung, wie ich das ändern könnte...

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    Wäre das wirklich eine Option?

    Ich glaube nicht... Gerade die Männer, zu denen ich mich hingezogen fühle, gehören einfach nicht dem Typ an, der auf so jemand anstrengendem, aufmerksamkeitsbedürftigen dauerhaft Lust hätten...

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    Ich komme mehr und mehr zu der Schlussfolgerung, dass ich es mit einem sehr ängstlichen Menschen zu tun habe, der seine Angst hinter Unnahbarkeit versteckt.

    Ja, das stimmt schon... Ich merke auch, dass ich mich im Wesen verändert habe. Bin manchmal verhasst, hege düstere Rachegedanken, schlimme Suizidgedanken, um Rache auszuüben. Ich kam mit einem wirklich sehr guten Kern auf die Welt und muss gestehen, dass ich nicht aufhören kann, in Gedanken meiner Familie und einigen anderen Leuten, bei denen mir schlechtes widerfahren ist, den Tod zu wünschen, damit sie endlich aus der Welt sind... Ich würde natürlich nie jemandem wirklich etwas antun, aber die Gedanken und diese ganze Wut belastet mich sehr, und ich weiß nicht, wie ich mich davon freimachen könnte. Klar, ich könnte mein Umfeld wechseln, aber dafür müsste ich erstmal mein Abitur schaffen und Geld verdienen. Dafür allerdings muss ich erstmal den Kopf freibekommen, da ich einen nahezu perfekten Abi-Schnitt brauche, um meinen Traum erfüllen zu können. Ein Teufelskreis... Und ja, ängstlich bin ich sehr. Ich habe sogar den Gedanken an eine Beziehung und Kinder aufgegeben, da ich sowieso davon ausgehe, entweder verlassen, und wenn nicht, dann betrogen zu werden. Davor habe ich sehr große Angst. Auch weiß ich nicht, ob ich mich jemals wieder so intensiv auf einen Menschen einlassen kann. Ich bin mittlerweile auch ziemlich verbittert und weiß nicht so recht, wieder zu dem Menschen werden kann, der ich war - nur in verbesserter Form, um in meinen Zukünftigen Jahren das Optimum meines Mensch-Seins zu erreichen.

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    Das Beispiel mit den Opern war übrigens schlecht gewählt; vermutlich würdest Du einfach nur die Arien mitsingen.


    Was ich übrigens bewundere. Würde ich Arien singen, müsste man das Haus, in dem ich lebe evakuieren und ich könnte höchstens hoffen, dass ein mitfühlender Nachbar den nationalen Katastrophenschutz informieren würde.........

    Ja, das war es; das würde ich tatsächlich liebend gerne machen ;-D :=o


    Vielleicht schlummert ja doch in dir ein bisher nicht bemerktes Talent o:)

    Ok, hinter Deinen Überlegungen steckt durchaus Logik. Um von A nach C zu kommen, muss man über B gehen, schon richtig. Allerdings klingt Deine Strecke recht lang und die Energie, die Du brauchst, um die Strecke zu bewältigen fehlt Dir. Zumindest im Augenblick.


    Du schreibst, Du wärst vor Einsamkeit fast gestorben, weil Du niemanden zum Reden hattest und die die da waren, wolltest Du aus verständlichen Gründen nicht.


    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Reden zwar hilfreich ist, weil es dazu beiträgt, dass man sich über Dinge klar wird, aber der Schmerz (oder Zorn, Verwirrung, bzw. irgendein anderes Gefühl) bleibt zunächst bestehen. Das gipfelte in der Erkenntnis, dass Gefühle langsamer verarbeitet werden. Nimm zum Beispiel den Tod eines Menschen. Du kannst zwar rational längst begriffen haben, dass er bzw. sie tot ist, aber die Trauer darüber wird Dich lange begleiten.


    Wobei hätte das Reden also genau geholfen? Ich hatte das (zweifelhafte) Vergnügen, Menschen kennen zu lernen, die in ihrer Trauer über etwas erstarrt waren, egal ob es der Tod eines Partners, die Trennung von einem Partner, oder eine traumatische Kindheit war und habe mich manchmal auch von Menschen losgesagt, weil sie sich einfach nicht weiter entwickelt haben. Wenn das Gesagte nicht bei den Menschen ankommt, ist das zwar tragisch, aber ich kann die Person ja nicht zwingen, sich anders zu verhalten. Und irgendwann kann auch der empatischste und treueste Freund nicht mehr hören, dass die damalige Partnerin den Freund betrogen hat, bevor sie ihn verließ und er jetzt deshalb nie wieder einer Frau vertrauen kann. Soll heißen, dass Menschen sich immer in eine Richtung entwickeln können, aber das bedeutet ja nicht zwangsläufig, dass uns die Richtung auch gefällt. Du bist als Borderlinerin immer in der Gefahr die Welt in extremen Ausprägungen zu sehen. Menschen sind entweder gut oder böse, schwarz oder weiß, aber dazwischen gibt es jede Menge anderer Farben und auch die haben Schattierungen.


    So, ich bekomme gleich Besuch, aber wenn Du willst, überhäufe ich Dich später mit weiteren Erkenntnissen über die Welt und mein Verhältnis zu ihr.....


    Bis dahin.

    Zitat

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Reden zwar hilfreich ist, weil es dazu beiträgt, dass man sich über Dinge klar wird, aber der Schmerz (oder Zorn, Verwirrung, bzw. irgendein anderes Gefühl) bleibt zunächst bestehen. Das gipfelte in der Erkenntnis, dass Gefühle langsamer verarbeitet werden. Nimm zum Beispiel den Tod eines Menschen. Du kannst zwar rational längst begriffen haben, dass er bzw. sie tot ist, aber die Trauer darüber wird Dich lange begleiten.

    Ja, aber mir fehlte/ fehlt es z.B., über meinen Alltag, mir meine Gedanken von der Seele zu reden... Ratschläge zu bekommen, andere Sichtweisen aufgezeigt zu bekommen (von denen sie immer genügend parat hatte), auf Fehler aufmerksam gemacht zu werden.. Außerdem gehöre ich generell zu den Menschen, die sich viel besser und eloquenter schriftlich äußern können als beim Reden. Durch sie konnte ich das Reden deutlich verbessern, da ich ja fast nur mit ihr wirklich redete - stundenlang. Ich merke, wie ich mittlerweile Worte vergesse, mich beim Sprechen nicht wirklich auszudrücken weiß. Durch das Sprechen mit ihr habe ich auch gelernt, sehr schnell zu denken, und durch ihre Inspiration war ich damals sehr sehr gut im Analysieren von Dingen, was mir heute manchmal schwer fällt. Insgesamt bin ich durch meine Depression unkreativer, dümmer, beschränkter, einfallsloser geworden, was mich sehr belastet. Ich hätte gerne mehr Input. Vor einigen Monaten habe ich mir eine lange Buchliste, bestehend aus Klassikern, bestellt. Davon habe ich es bisher geschafft, erst zwei Bücher zu lesen, welche ich heute nicht mehr so gut wiedergeben kann. Möchte ich mal mit etwas neuem anfangen, vergesse ich meist, was auf der vorigen Seite stand. Das ist echt zum Verzweifeln... Ich hoffe, dass ich durch meine Tabletten wieder richtig Denken können werde und meine schnelle Auffassungsgabe zurück erlange... :-/

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    Wenn das Gesagte nicht bei den Menschen ankommt, ist das zwar tragisch, aber ich kann die Person ja nicht zwingen, sich anders zu verhalten. Und irgendwann kann auch der empatischste und treueste Freund nicht mehr hören, dass die damalige Partnerin den Freund betrogen hat, bevor sie ihn verließ und er jetzt deshalb nie wieder einer Frau vertrauen kann.

    Das ist schon verständlich, dass Menschen sich irgendwann von solchen Menschen distanzieren oder es auch vielleicht zu einem Kontaktabbruch kommt, aber irgendwie ist es wirklich traurig... Wahrscheinlich müssen manche aber erstmal viel verlieren, bis sie bereit sind, wirkich aufstehen zu wollen - so wie bei mir... Im ersten Moment ist es wie ein Schlag ins Gesicht, aber letzendlich womöglich sogar sehr konstruktiv.

    Zitat

    Soll heißen, dass Menschen sich immer in eine Richtung entwickeln können, aber das bedeutet ja nicht zwangsläufig, dass uns die Richtung auch gefällt.

    Stimmt, aber immer wieder auf's Neue Verluste zu erleiden und wieder aufzustehen ist einfach nur traurig. Immer damit rechnen zu müssen, dass sich alles doch anders entwickelt, wie es erwünscht war und sich nichts und niemandem sicher sein zu können...Naja, das Leben ist hart.......

    Zitat

    Du bist als Borderlinerin immer in der Gefahr die Welt in extremen Ausprägungen zu sehen. Menschen sind entweder gut oder böse, schwarz oder weiß, aber dazwischen gibt es jede Menge anderer Farben und auch die haben Schattierungen.

    Naja, also so stark ausgeprägt ich das bei mir nicht. Ich sehe die Welt selten in schwarz/ weiß und gebe mir immer Mühe, alles aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

    Zitat

    So, ich bekomme gleich Besuch, aber wenn Du willst, überhäufe ich Dich später mit weiteren Erkenntnissen über die Welt und mein Verhältnis zu ihr.....

    Gerne, immer her damit!

    @ Najona21

    Ich finde das was Du schreibst übrigens überhaupt nicht widersprüchlich.


    Zu spüren, dass das Ende einer freundschaftlichen Beziehung nah ist und zu leiden, wenn der andere (und nicht man selbst) sie beendet, schließen sich nicht aus. Obwohl Du unfähig warst, die Entscheidung zu treffen die Freundschaft selbst zu beenden, fühlst Du Dich um eben jene Entscheidungsmöglichkeit betrogen, wenn der andere die Entscheidung trifft. Finde ich schlüssig.


    Als jemand, der selbst nicht ganz frei vom Hang zur Abhängigkeit ist (obwohl es andere in meiner Familie schlimmer getroffen hat), empfinde ich es als Schicksal. Als etwas, womit man leben muss. Etwas, das man nicht abstellen kann. Allenfalls lindern. Den Verstand schärfen. Sich selbst warnen, wenn man in eine Abhängigkeit zu geraten droht. (Viel weiter bin ich selbst auch noch nicht.)

    @ LichtAmHorizont

    Ja, ich glaube, es ging nicht primär darum, dass sie nicht mehr in meinem Leben ist, sondern darum, dass aus mir ein passives Opfer, eine Verlassene gemacht wurde. Ich muss dazu sagen, dass ich mich monatelang davor kaum bei ihr gemeldet habe, weil mir mehr und mehr auffiel, wie unglücklich ich mit der Zeit (neben all den glücklichen Momenten) geworden bin und dass die Freundschaft einfach keine Zukunft haben kann. Auch wenn es sich jetzt für manch Außenstehenden völlig lächerlich anhören wird, aber mir hat es wirklich fast jedes Mal auf's Neue einen Stich ins Herz versetzt, wenn sie ihre Zeit mit jemand anderem verbracht hatte. Und je länger die Abstände wurden, in denen ich mich zurückzog, umso öfter traf sie sich dann mit anderen und entfernte sich emotional auch von mir - aus den Augen, aus dem Sinn. Dementsprechend musste ich mir dann auch ihre Erzählungen der Erlebnisse anhören und jedes Mal ein weinen unterdrücken. Ich wurde immer wütender und merkte, dass wir in diesem Punkt einfach zu inkompatibel waren und das so nicht weitergehen kann, dass immer derselbe Grund unsere Freundschaft belastet - mal mehr, mal weniger. In der letzten Zeit dann einfach zu sehr. Dann zog ich mich noch mehr von ihr zurück und ging auch nicht zu ihrem Geburtstag. Zum einen, um die Distanz zu bewahren und sie zu verletzen, zum anderen, um mich zu verletzen (lege hin und wieder masochistisches Verhalten an den Tag; wieso, weiß ich nicht). Abgesehen davon wollte ich mir auch nicht vor Augen halten lassen, wie toll sie sich jetzt doch mit anderen Menschen versteht und als fünftes Rad am Wagen da rumsitzen (war schon einmal so, was zwar meiner Eifersucht verschuldet war, aber es hat jeder meine Traurigkeit bemerkt und wie ich damit teilweise etwas die Stimmung runterzog). Da war sie sehr enttäuscht nach meiner Absage. Habe mich dann nicht gemeldet. 10 Tage später hatte ich Geburtstag, und eigentlich wollte sie mit mir zusammen feiern. Ich habe sie auf ihrer Arbeit besucht, und sie hat mir ihr Geschenk gegeben. Ich habe abgesagt und sie angelogen von wegen ich würde mit meiner Schwester feiern, die mich später besucht und da sie nur so kurz da wäre, müsste ich das heute so machen. Da war sie auch enttäuscht. Erstmal hat sich keiner von uns gemeldet und dann ich oder sie, weiß nicht mehr genau, wer... Nach 1, 2 Wochen haben wir uns dann getroffen, was anfangs nicht so toll verlief, sich aber später wieder wie früher anfühlte. Am Ende sagte sie, sie würde sich am nächsten Tag melden, was sie aber 1 1/2 Wochen nicht tat - Instagram und Facebook passte aber zeitlich noch. Das hat mich alles sehr irritiert und meine ohnehin vorhandene Wut gesteigert. Dann musste ich später zufällig an ihrer Arbeitsstelle vorbeilaufen in der Stadt, und sie sah mich und winkte mir lächelnd. Abweisend und kühlt zog ich kurz die Mundwinkel hoch und ging weiter. Am nächsten Tag meldete sie sich, und ich antwortete ihr nicht mehr für 2 Wochen. In der Zeit hat sie ihre Nummer wechseln müssen, und ich musste ihre Nummer bei einer ehemaligen gemeinsamen Freundin anfragen. Ich entschuldigte mich für mein Verhalten (schon wieder war ich eigentlich nicht Schuld, mein anfängliches Verhalten bzw. meine Wut resultierte aus vielen Vertrauensbrüchen ihrerseits - okay, dass ich mir das habe bieten lassen, war meine eigene Schuld und völlig unnötig) und wir trafen uns nach meiner Bitte, noch einmal miteinander zu reden. Tja, und so kam dann das letzte Treffen zustande... Ich kann mit dieser Wut auf sie einfach nicht abschließen... Ich hasse mich dafür, dass ich mich so abhängig von ihr machte und sie, weil sie mich oft wie einen Fußabtreter benutzte und mich als selbstverständlich betrachtete und sich selbst so gut wie nie im Unrecht sah. Ich hasse ihre rationale, kühle Denkweise und die Tatsache, dass sie so gut ihre Emotionen abschalten kann, wenn sie es darauf anlegt. Ich hasse es, dass sie mich durch jemand anderen ausgetauscht hat, weil dieser jemand gerade besser in ihr Leben passte und ich überflüssig, für sie nicht mehr von Nutzen war. Ich hasse es, dass sie genervt davon war, mich wie ein rohes Ei zu behandeln, obwohl ich weiß, wie nervig es auf Dauer sein kann. Ich hasse es, dass sie sich nicht so verhalten hat, wie es für mich am besten gewesen wäre - ich weiß, ein hochgradiger, selbstsüchtiger Wunsch... Ich hasse es, dass ich ich bin und immer und überall auffallen muss - positiv oder negativ. Und ich hasse vieles, was meine Krankheit mit sich bringt. Ich hasse die Tatsache, dass ich jetzt mehr oder weniger wieder an den Punkt angelangt bin, an dem ich mich mit 11 Jahren befand - alleine. Ich hasse es, dass mir manchmal gesagt wird, dass ich jetzt nicht mehr meine Eltern als Schuldige betrachten soll, da ich mich in einem erwachsenen Alter befinde und jetzt lernen muss, auf eigene Füße zu stehen. Ich hasse es, dass ich das ohnehin schon immer musste und ich aus dem Alter raus bin, in dem ich so etwas von Erwachsenen problemlos einfordern könnte. Ein großer Teil fühlt sich immer wie ein verlassenes, verletztes, zerbrochenes Kind, das einfach nur aufgefangen, in die Arme genommen, getröstet, beschützt und endlos geliebt werden will. Nicht von meinen derzeitigen Mitmenschen, sondern von einem tollen Mann. Dass man einen tollen, älteren Mann findet, der sich das passende Gegenstück sein möchte, ist natürlich kaum möglich. Ich hasse es, dass ich schon den Überblick über meine Baustellen verloren habe und gar nicht weiß, wo ich anfangen soll, aufzuräumen - vor allem wie, wenn ich alles alleine anpacken muss. Tut mir leid für den zu langen Text, die Emotionen sind gerade übergekocht...

    Mein Gott, bist Du romantisch..... ;-D


    Genau das meine ich mit den Polaritäten von schwarz und weiß. In Deinem letzten Absatz lese ich, dass Du es hasst so und so zu sein, dies oder das nicht mehr zu können. Alles ist schwarz. Und dann soll der rettende alternde kultivierte Prinz auf seinem gebrechlichen Pferd kommen und zu Dir sagen: "Spring auf, meine ewigblühende Rose, wir reiten gemeinsam dem Sonnenuntergang entgegen". Dann wird plötzlich alles weiß. Entschuldige meinen Sarkasmus, aber so einfach ist es doch nicht.


    Klar sind wir uns darin einig, dass in einem Menschenleben mehr scheisse passieren kann, als fairerweise da rein gehört. Ich möchte genau wie Du nicht in einer verlogenen Welt leben; es tut mir im Herzen weh, dass Kinder geschlagen, Frauen vergewaltigt werden, oder Menschen hungern müssen, damit ich satt werde. Ich kann aber schwer 24 Stunden damit leben und mein Schuldgefühl pflegen. Wenn ich vor Mitleid zerfließe und 365 Tage durchweine helfe ich niemandem. Es ist auch in Ordnung wütend zu sein. Ich habe mir auch schon vorgestellt, jemandem Schaden zuzufügen, weil er mich verletzt hat.


    Wenn Du aber all diese Wünsche auf den "Einen" projizierst, musst Du Nonne werden. Das hält keine menschliche Beziehung aus. Du auch nicht, weil jedes Mal, wenn diese von Erwartungen und Hoffnungen überladene Beziehung zusammenbricht, wirst Du einsamer und verbitterter.


    Dieses existentielle Gefühl von Verlassenheit verstehe ich durchaus und ich kenne es auch, aber es schadet mir, weil es mein Fundament ins Wanken bringt.


    Ihr habt euch gegenseitig verletzt und es geschah aus Trotz. Nicht nur, aber auch.


    Du kannst viel aus Deinem Leben machen und es liegt auch an Dir, ob die dramatischen, komischen oder lyrischen Elemente überwiegen. Aber Du musst mit dem Leben anfangen und dazu gehört nicht nur erwachsen zu werden im Sinne einer Pflichterfüllung. Erwachsen werden heißt auch einen Plan B zu haben. Erwachsen werden heißt auch anzuerkennen, dass man nicht mehr weiß, was auf Seite 22 von Goethes Faust steht und dann eben nochmal nachzulesen. Nicht nur nach Höherem ist zu streben, nein auch mit Mängeln muss man leben.


    Du musst das zwar alleine anpacken, aber Du bekommst Trost und Zuspruch.


    Bevor ich jetzt weiteren Blödsinn schreibe, geh ich mal schlafen. Aber in Deinem Fundament sollte auch ein wenig gesunder Trotz stecken und der sollte lauten: Ich lass mir mein Leben nicht Erinnerung an vergangenes Leid kaputt machen!

    Zitat

    aber so einfach ist es doch nicht.

    Ja, das weiß ich eigentlich auch... Auch, was Abhängigkeit so impliziert und dass es letzendlich sowieso nicht gut ausgehen kann, und ich will ja auch nicht mehr abhängig sein! Ich würde wirklich gerne lernen, unabhängig zu leben, aber durch den Verlust (welcher vorher absehbar war, woraus die Depression dann größtenteils resultierte) bin ich so dermaßen antriebslos und leblos geworden. Ich möchte das nicht, aber ich BRAUCHE jemanden, der mir so viel bedeutet, dass ich wieder für ihn, durch ihn leben kann. Mein Leben fing erst wieder an als meine beste Freundin eingetreten ist. Als der Verlust drohte, schlich sich so langsam die Depression ein, und als mir klar wurde, dass es keine Zukunft für uns beide mehr geben kann, hörte das letzte Fünkchen an Lebenslust auf zu existieren. Versteh' mich nicht falsch, ich will das alles nicht. Ich hasse es, jemand anderen so sehr zu brauchen und generell verabscheue ich Abhängigkeit. Wie soll ich lernen, anders zu funktionieren? Ich weiß, das wird mir niemand beantworten und dabei auch nicht helfen können, das muss ich irgendwie selbst versuchenl.. Ich habe mir also mal aufgeschrieben, was ich in meinem Leben erreichen möchte und erreichen KANN. Ich hatte und habe wirklich alles vor Augen, aber nichts davon motiviert mich im geringsten! Es ist zum Verzweifeln. Ich will nicht für einen Menschen leben wollen. Ich will nicht das Gefühl haben, aufhören zu existieren, weil ich gerade von dem wichtigsten Menschen verlassen werde. Noch einmal kann ich das einfach nicht und will es auch nicht. Sie hat alles wieder mitgenommen, was sie mir gegeben hat, und jetzt bleibt dieses Gefühl, nichts zu haben, weil sie für mich leider alles war, was mir Lebenskraft spendete. Es ist schrecklich, einen Menschen zu seiner wichtigsten, obersten Priorität zu machen und ohne ihn das Gefühl haben, nichts zu sein. Ich hasse das und hätte gerne einen anderen Lebensinhalt, den ich zurzeit leider nicht habe und weiß auch nicht, wieso es mir einfach nichts gibt, auf eine vielversprechende Zukunft hinzuarbeiten. Ich weiß, was ich möchte, wozu ich in der Lage bin, wie ich es bekommen kann und es motiviert mich null.


    Ich weiß nicht mal mehr, wieso ich hier überhaupt noch schreibe, es scheint alles ausweglos zu sein. Ich bringe alle Prämissen mit, um mich selbst glücklich zu machen, bis auf eine - den Willen dazu..

    Jetzt hatte ich bereits einen längeren Text als Ergänzung zu meinem letzten gestrigen Beitrag geschrieben und dann gesehen, dass Du soeben darauf geantwortet hast. Das nehme ich jetzt mal zum Anlass, auch etwas persönlicher zu werden:


    Ich schreibe nur noch selten in diesem Forum. Beiträge wie: "Wie fühlt ihr euch gerade"? haben ihre Berechtigung und mögen für viele Menschen sinnvoll und nützlich sein; mir bringen sie nichts und mich interessieren sie auch nicht. Andere Beiträge wiederum sind aus großer Not heraus entstanden, aber ich kann dazu wenig beitragen, oder bilde mir nach recht kurzer Zeit das Urteil, dass es mir zu banal ist, darauf zu antworten.


    Dein Beitrag war nach längerer Zeit der erste, bei dem ich dachte: "Wow, das berührt mich und es könnte die Mühe wert sein". Das Motiv war also erstmal ein ganz egoistisches. Deine Erwiderungen auf meine Beiträge waren klug durchdacht und ich empfinde Sympathie für Menschen, die kluge und durchdachte Beiträge schreiben und auf Dinge eingehen. Man merkt Dir an, dass Du Anteil nimmst und Dich mit Dingen auseinandersetzt.


    Du befindest Dich in einer Spirale. Du bist in einer Umgebung aufgewachsen, die Dir nicht das bieten konnte und wollte, was Du eigentlich brauchtest. Intellektuelle Anregung, aber vor allem Rückhalt und emotionale Zuwendung. Dieser gute Kern von dem Du schreibst ist immer noch da; das spürt man, wenn man sich mit Deiner Geschichte auseinandersetzt und gäbe ich allen meinen Gefühlen nach, würde ich Dich jetzt an mich drücken, Dir über den Rücken streichen und Dir sagen, das Du Dich ruhig ausweinen kannst und bestimmt bald alles wieder gut wird.


    In Real kann ich das leider nicht tun und wenn ich es könnte, wüsste ich nicht, ob das wirklich gut wäre (Abhängigkeit usw.) und ob Du das überhaupt wolltest.


    Ich verstehe Deinen Konflikt glaube ich sehr gut und korrigiere mich ruhig, wenn ich es falsch sehe, aber das faktische Wissen, darüber wie man etwas erreicht, ersetzt natürlich keineswegs die emotionale Zufriedenheit. Warum soll ich um etwas kämpfen, wenn sich sowieso niemand dafür interessiert, bzw. sich daran freut, dass ich es geschafft habe? Was bringt es mir, wenn niemand da ist, der mich nach bestandenem Abitur an sich drückt, mir einen Kuss gibt und sagt, dass er soooo unglaublich stolz auf mich ist?


    Selbstliebe?!? Wie soll die funktionieren? Das ist ja, als würde man versuchen, aus einem leeren Brunnen Wasser zu schöpfen.


    Ich glaube, Deine Freundin war letztlich nur eine Art Stellvertreter für Deine eigentlichen Bedürfnisse nach Akzeptanz und Liebe. Und dadurch dass Du durch sie das erste Mal erfahren hast, woran es Dir eigentlich mangelt, hast Du das erste Mal gespürt, wie emotional ausgehungert Du eigentlich wirklich bist.


    Ich bin zwar ein alter Spötter, aber ich finde es schön, mit Dir zu schreiben. Auch mir verschafft das Anregung und ich freue mich aufrichtig, wenn Du mich weiter an Deiner Entwicklung teilhaben lässt. Es liegt nicht am Willen zum Glück, den hast Du durchaus. Du schreibst mehr als einmal, dass Du nicht weißt, wie es geht.


    Ich auch nicht, dazu kenne ich Dich einfach zu wenig, aber ich würde Dich gern dabei unterstützen, es herauszufinden.

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    Dein Beitrag war nach längerer Zeit der erste, bei dem ich dachte: "Wow, das berührt mich und es könnte die Mühe wert sein". Das Motiv war also erstmal ein ganz egoistisches.

    Aus welchem Grund auch immer, deine Beiträge haben mir wirklich geholfen, und in nur wenigen Tagen kam ich ein deutliches Stück weiter, da du anscheinend die richtigen Fragen und generell die richtigen Worte fandest. Natürlich auch durch andere Beiträge, aber du hast am meisten dazu beigetragen, und die Qualität der Beiträge waren für mich wirklich wertvoll. Danke!

    Zitat

    Deine Erwiderungen auf meine Beiträge waren klug durchdacht und ich empfinde Sympathie für Menschen, die kluge und durchdachte Beiträge schreiben und auf Dinge eingehen. Man merkt Dir an, dass Du Anteil nimmst und Dich mit Dingen auseinandersetzt.

    So hatte ich das gar nicht gesehen, da ich öfters der Meinung bin, nicht ausreichend auf Dinge einzugehen, da ich manchmal Wichtiges übersehe, vergesse...


    Ja, ich nehme viel Anteil, weil ich wirklich an dem Punkt angekommen bin, an dem ich zu 100% sagen kann, dass ich an mir arbeiten will und auch muss und mich nicht mehr in dieser Grauzone zwischen Tod und Leben befinden möchte. (Außerdem mag ich es selber nicht, wenn man halbherzig auf meine Beiträge antwortet, wenn ich viel Zeit und Mühe darin investiert habe). Ich will leben und habe eine ganz genaue Vorstellung davon, wie ich mich weiterentwickeln und mein Leben gestalten muss, um wirklich glücklich zu werden und nicht mehr immer mal wieder von Suizidgedanken bescherrt zu werden. Ich habe meiner dunklen Seite in den letzten Monaten zu sehr nachgegeben - auch, wenn nichts Schlimmes passiert ist. Ich bin nicht durch und durch gut, jedoch müssen meine positiven Eigenschaften, positive Gedanken und Taten wieder überwiegen und so viel Negatives wie es nur möglich ist, verdrängen.

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    In Real kann ich das leider nicht tun und wenn ich es könnte, wüsste ich nicht, ob das wirklich gut wäre (Abhängigkeit usw.) und ob Du das überhaupt wolltest.

    Ich muss anmerken, dass ich mich im Moment absolut nicht imstande sehe, Nähe zuzulassen. Ich habe endgültig mein Vertrauen in Beziehungen verloren und werde wohl viele positive Erfahrungen brauchen, um wieder aus meiner Kälte aufzutauen. Ich habe zurzeit nicht einmal die Hoffnung auf eine feste Beziehung, welche ich mir immer gewünscht hatte. Irgendwie kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, dass jemals wieder eine so tiefe Bindung zu einem Menschen möglich ist für mich. Ich hoffe, der Spruch ''Die Zeit heilt alle Wundern'' (inklusive Tabletten und Therapie) wird sich bewähren.

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    Ich verstehe Deinen Konflikt glaube ich sehr gut und korrigiere mich ruhig, wenn ich es falsch sehe, aber das faktische Wissen, darüber wie man etwas erreicht, ersetzt natürlich keineswegs die emotionale Zufriedenheit. Warum soll ich um etwas kämpfen, wenn sich sowieso niemand dafür interessiert, bzw. sich daran freut, dass ich es geschafft habe? Was bringt es mir, wenn niemand da ist, der mich nach bestandenem Abitur an sich drückt, mir einen Kuss gibt und sagt, dass er soooo unglaublich stolz auf mich ist?

    Jein... Das trifft es nicht so ganz. Ich brauche aktuell noch jemanden, für und durch den ich leben kann und will, woraus ich dann meine Lebenskraft-/ Freude kannalisiere. Ich werde aber in meiner Therapie weiterhin daran arbeiten, meine Bedürfnisse zu verändern.

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    Selbstliebe?!? Wie soll die funktionieren? Das ist ja, als würde man versuchen, aus einem leeren Brunnen Wasser zu schöpfen.

    Ich muss sagen, dass ich das auch für mich nicht wirklich nachvollziehen kann. Was brauche ich denn, um mich selbst zu lieben? Das einzige, was mir dazu einfällt, ist folgendes: Ein gutes Abitur, mein Wunschstudium möglichst in Hamburg erfolgreich absolviert zu haben, dort eine Arbeitsstelle als Chirugin in einem Krankenhaus zu bekommen. Lernen, unabhängig zu sein und normale zwischenmenschliche Kontakte zu knüpfen, ohne gleich eine Seelenverwandtschaft oder komplettes Desinteresse zu verspüren, beziehungsfähig zu werden, ohne das mir zu viel Nähe und die Abwesenheit meines Partners ein graus sind. Routine in mein Leben aufzubauen, disziplinierter zu werden und mich in meinen Hobbys (singen, malen) enorm zu steigern und stets mich verbessern. Ist das der wahre Weg zur Selbstliebe? Sich immer wieder neue Ziele zu stecken und sie zu erreichen? So werde ich Selbstzufriedenheit erlangen, aber resultiert dadurch auch gleich SelbstLIEBE? Wenn ich mein Leben liebe?

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    Ich glaube, Deine Freundin war letztlich nur eine Art Stellvertreter für Deine eigentlichen Bedürfnisse nach Akzeptanz und Liebe. Und dadurch dass Du durch sie das erste Mal erfahren hast, woran es Dir eigentlich mangelt, hast Du das erste Mal gespürt, wie emotional ausgehungert Du eigentlich wirklich bist.

    Ja, so ähnlich hat es mir meine Psychologin heute auch geschildert, als wir heute Mobbing, Grundschulzeit, Cousine, beste Freundin thematisierten.

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    Ich bin zwar ein alter Spötter, aber ich finde es schön, mit Dir zu schreiben. Auch mir verschafft das Anregung und ich freue mich aufrichtig, wenn Du mich weiter an Deiner Entwicklung teilhaben lässt. Es liegt nicht am Willen zum Glück, den hast Du durchaus. Du schreibst mehr als einmal, dass Du nicht weißt, wie es geht.


    Ich auch nicht, dazu kenne ich Dich einfach zu wenig, aber ich würde Dich gern dabei unterstützen, es herauszufinden.

    Ich werde auch jeden Fall weiterhin hier reinschreiben. Das hilft wirklich enorm, sich alles schriftlich vor Augen zu halten und sich nicht mehr in einem Gedankenstrudel zu verlieren, aus dem noch mehr Verwirrtheit resultiert. Das Feedback von kompetenten Menschen verschafft mir viel Klarheit und lässt mich wieder Dinge, Gedanken hinterfragen; das ebnet mir den richtigen Weg, um mich positiv weiterzuentwickeln und durch die Hilfe werde ich etwas in die richtige Richtung gelenkt. Danke für die Unterstützung, ich weiß sie durchaus zu schätzen. @:)

    Bonjour Najona21


    Um die zweite Frage zuerst zu beantworten: Nein, Psychologe bin ich nicht, aber sowas ähnliches.


    Jedenfalls freut es mich, dass Du Dich entschlossen hast, weiter zu schreiben und es freut mich, dazu beigetragen zu haben, dass Dinge für Dich klarer werden. Vielen Dank für das Lob.


    Und keine Sorge: Ich würde Dich nicht mit Zärtlichkeiten überhäufen. Mir hat Deine Verzweiflung nur so leid getan. Du schriebst ja, dass Du gar nicht wüsstest, warum Du noch hier reinschreibst und ich wollte auf jeden Fall verhindern, dass Du damit aufhörst, weil "das alles keinen Sinn mehr hat".


    Wie gesagt: Ich kenne Dich kaum und kann wirklich schwer nachvollziehen, ob Du diesen dunklen Gedanken vielleicht nicht doch irgendwann nachgibst. Damit meine ich nicht mal den Suizid, sondern das Aufgeben an sich.


    Heute klingst Du jedenfalls schon ein wenig stabiler, wenngleich das sicher nur eine "Momentaufnahme" ist.

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    Was brauche ich denn, um mich selbst zu lieben? Das einzige, was mir dazu einfällt, ist folgendes: Ein gutes Abitur, mein Wunschstudium möglichst in Hamburg erfolgreich absolviert zu haben, dort eine Arbeitsstelle als Chirugin in einem Krankenhaus zu bekommen. Lernen, unabhängig zu sein und normale zwischenmenschliche Kontakte zu knüpfen, ohne gleich eine Seelenverwandtschaft oder komplettes Desinteresse zu verspüren, beziehungsfähig zu werden, ohne das mir zu viel Nähe und die Abwesenheit meines Partners ein graus sind. Routine in mein Leben aufzubauen, disziplinierter zu werden und mich in meinen Hobbys (singen, malen) enorm zu steigern und stets mich verbessern. Ist das der wahre Weg zur Selbstliebe? Sich immer wieder neue Ziele zu stecken und sie zu erreichen?

    Das ist alles Bestandteil auf dem Weg zur Selbstliebe, aber dennoch ist es das nicht allein. Ich habe Ärzte kennengelernt, die Alkohol oder kokainabhängig bzw. Medikamentenabhängig waren. Durchaus Koryphäen in ihrem Beruf und daher war Erfolg ihr Motor und Streß ihr ständiger Begleiter. Wären die so zufrieden, bräuchten sie nicht den ständigen Kick des Erfolgs. Ohne den fühlten sie sich wertlos. Hervorragende Diagnostiker, aber menschliche Wracks; dreifach geschieden, kein Kontakt zu den Kindern. Ihr Privatleben ein großes schwarzes Loch mit irrsinniger Sogkraft. Und genau deshalb immer auf der Arbeit.


    Ich will Dir auf keinen Fall die Lust am Traumberuf nehmen, aber sagen, dass berufliches und privates immer in Balance sein müssen. Du musst Dich herausfordern, aber auch abschalten können.

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    Jein... Das trifft es nicht so ganz. Ich brauche aktuell noch jemanden, für und durch den ich leben kann und will, woraus ich dann meine Lebenskraft-/ Freude kannalisiere.

    Mit der Deiner Erwiderung vorausgegangenen Anmerkung wollte ich eigentlich sagen, dass Du in deiner Familie niemanden hattest, der Dich förderte und Dir Respekt und Liebe entgegenbrachte. Das ist für Kinder ein existentiell bedrohlicher Mangel. Entweder sie geben auf und resignieren, werden abhängig oder/und kriminell, oder sie werden zu Kämpfern, die sich und ihrer Umgebung beweisen, dass sie es schaffen, zu etwas bringen können.


    Ich habe das jetzt grob vereinfacht, aber ich hoffe, das klarer wird, was ich sagen wollte.


    Unter normalen Umständen, also in einem wertschätzenden und liebevollen Umfeld, gewinnen sie "Bindungssicherheit".


    Diese Sicherheit konntest Du nie entwickeln. Dein Vater war oder ist Choleriker; Deine Mutter interessiert Dich nicht und sie interessiert sich wahrscheinlich auch nicht für Dich, oder kann Deinen intellektuellen Ansprüchen nicht im geringsten Folgen. Du befriedigst Deinen Intellekt, liest Klassiker, hörst Opern; fütterst im übertragenen Sinn Dein Gehirn, aber Deine Seele verhungert. Ziemlich pathetisch formuliert, ich weiß, aber ich mache trotzdem mal weiter. Ich sehe in Dir eine Suchende. Du brauchst als Orientierung eine Person, zu der Du aufblicken kannst und die Dir Rückendeckung gibt, indem sie signalisiert: Egal was Du tust, ich stehe hinter Dir und bin Dir ein Fels in der Brandung. Die kleine Najoma21 hat eine diffuse Sehnsucht danach gehabt und wusste intuitiv, dass es diesen Fels gibt. Die Große sucht immer noch danach. Ältere Männer können theoretisch dieser Fels sein; sie sind häufig souverän, lebenserfahren usw. Insofern kann ich auch diesen Wunsch nachvollziehen, aber er hat auch Schattenseiten, die man sich zumindest mal vor Augen führen muss.


    Deine Freundin war jedenfalls niemals dieser Fels und ich denke, am Ende hat Dir diese Freundschaft mehr geschadet als genützt. Für die Zukunft ist nix verloren. Du hast aus diesen Erfahrungen wohl oder übel gelernt. Es wäre eine falsche Schlussfolgerung jetzt zu sagen: Ich vertraue niemandem mehr, oder ich bin nicht beziehungsfähig. Unsere Sehnsüchte verlangen nun mal danach gestillt zu werden und wir können uns nicht in eine Hütte im Wald zurückziehen und ein Eremitendasein führen. Wenn es zu Deinen Sehnsüchten gehört, einen Partner zu finden, wirst Du weiter suchen müssen; Du wirst mit Enttäuschungen leben und Rückschläge einkalkulieren müssen, aber Du wirst sehr wahrscheinlich auch Glück erfahren und Zärtlichkeit spüren.

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    Und keine Sorge: Ich würde Dich nicht mit Zärtlichkeiten überhäufen. Mir hat Deine Verzweiflung nur so leid getan. Du schriebst ja, dass Du gar nicht wüsstest, warum Du noch hier reinschreibst und ich wollte auf jeden Fall verhindern, dass Du damit aufhörst, weil "das alles keinen Sinn mehr hat".

    Das, was ich dazu geschrieben hatte, war auch eigentlich nicht persönlich gemeint. Ich hatte eigentlich nur aufgeschrieben, was mir bezüglich dessen durch den Kopf ging.

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    Wie gesagt: Ich kenne Dich kaum und kann wirklich schwer nachvollziehen, ob Du diesen dunklen Gedanken vielleicht nicht doch irgendwann nachgibst. Damit meine ich nicht mal den Suizid, sondern das Aufgeben an sich.


    Heute klingst Du jedenfalls schon ein wenig stabiler, wenngleich das sicher nur eine "Momentaufnahme" ist.

    Naja, zumindest scheint es bis jetzt noch so, dass es langsam aber sicher Bergauf geht; was ich primär der Anteilnahme anderer Menschen an meinen Problemen verdanke, durch die das Gefühl der Einsamkeit verschwunden ist. Auch, dass ich einfach an den 6 Tagen Hilfe bekomme, in denen ich nicht mit meiner Therapeutin sprechen kann.

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    Ich will Dir auf keinen Fall die Lust am Traumberuf nehmen, aber sagen, dass berufliches und privates immer in Balance sein müssen. Du musst Dich herausfordern, aber auch abschalten können.

    Ich werde auf jeden Fall mein Bestes geben, um mich in jeder Hinsicht positiv weiterzuentwickeln. Das mit den Ärzten überrascht mich aber; ich meine, gerade die müssten sich doch im Klaren über die Auswirkungen von Abhängigkeit in Bezug auf Substanzmitteln sein. Wieso konsumiert man diese dann überhaupt? Gerade das ist der Grund, weshalb ich nie mit solch einem Mist angefangen habe, obwohl ich immer davon umgeben war - die negativen Folgen sind doch einfach abzusehen und man überlegt sich doch dreimal, ob man der Abhängigkeit und dem Kontrollverlust erliegen will, wenn man sich darüber im Bilde ist. Auch, dass das Zeug auf Dauer zerstört...

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    Die kleine Najoma21 hat eine diffuse Sehnsucht danach gehabt und wusste intuitiv, dass es diesen Fels gibt. Die Große sucht immer noch danach. Ältere Männer können theoretisch dieser Fels sein; sie sind häufig souverän, lebenserfahren usw. Insofern kann ich auch diesen Wunsch nachvollziehen, aber er hat auch Schattenseiten, die man sich zumindest mal vor Augen führen muss.

    Ja, das weiß ich. Vor allem weiß ich auch, dass dadurch eine weitere Abhängigkeit gegeben ist. Ich muss irgendwie so umprogrammiert werden, dass ich nicht mehr danach suche, wobei ich manchmal überlege, ob ich es nicht einfach mal richtig erleben muss, mit einem älteren Mann zusammen zu sein und das bekommen, was ich brauche, um dann letzendlich loslassen zu können? Oder werde ich wohl immer danach suchen und verlangen, beschützt, geliebt, umsorgt und betütelt zu werden? Eigentlich habe ich jemanden in Aussicht, der in mein so gewünschtes Schema passt und meinen Erwartungen mehr als gerecht wird; allerdings ist derjenige verheiratet mit 6 Kinder, also lass ich lieber die Finger davon. :-/ Ja, das Problem ist auch oft, dass gerade ältere Männer meistens vergeben und nur offen für eine Affäre sind, was dann für mich total kontraproduktiv wäre...

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    Deine Freundin war jedenfalls niemals dieser Fels und ich denke, am Ende hat Dir diese Freundschaft mehr geschadet als genützt.

    Das kann ich selber nicht so richtig einschätzen, da ich im Moment irgendwie keinen richtigen Überblick über die Freundschaft habe und die ganzen Geschehenisse... Genützt hat sie mir auf jeden Fall insofern, dass ich mich selber durch sie, durch die Möglichkeit, mich mit ihrer Hilfe zu reflektieren und vielem mehr selber kennengelernt habe und erfahren habe, dass zwischenmenschliche Kontakte nicht nur ausschließlich negativ sein müssen.

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    Es wäre eine falsche Schlussfolgerung jetzt zu sagen: Ich vertraue niemandem mehr, oder ich bin nicht beziehungsfähig.

    Naja, vertrauen werde ich schon jemandem, wenn ich spüre, dass ich es wirklich kann, und sobald ich wieder unter ''vernünftige'' Menschen kommen und aktiv draußen am Leben teilnehme, wird sich die Vertrauensangelegenheit schon irgendwie legen. Beziehungsunfähig bin ich aber leider wirklich. Ich hatte noch nie eine Beziehung. Habe schon etliche Männer getroffen, darunter 3 wirklich tolle, die eine Beziehung mit mir anstrebten und die zu mir passten, und weißt du was? Je mehr sie ihr ernsthaftes Interesse bekundeten, umso eingeengter und überforderter habe ich mich gefühlt... Das lief jedes Mal so ab... Wurde ich mir einem Mann/ Jungen sicher, wäre ich am liebsten weggerannt... Ich habe mich gegenüber diesen tollen Menschen wirklich scheiße verhalten, was sie absolut nicht verdienten, aber ich konnte damals nicht anders. Ich wusste, dass mein Verhalten ihnen gegenüber unfair war und ich es versauen würde, aber dieser Ekel vor dieser tiefen emotionalen Nähe, die sie zu mir suchten, war einfach zu groß. Dann, nach Wochen der Verschollenheit meinerseits, vermisste ich sie plötzlich sehr und meldete mich. Das habe ich so zwei-, dreimal bei jedem durchgezogen, bis sie wütend waren und mich nicht mehr mochten... Die einzige emotionale Nähe, die ich wirklich hegte, waren immer für die Männer, von denen ich wusste, dass sie absolut nichts für mich empfinden würden. Bei einem war es einmal so intensiv, dass ich ab der ersten Begegnung von ihm abhängig war, und dieser Mann war das intellektuell niveauloseste, primitivste, respektloseste, kühlste, was mir je unter die Augen getreten ist. Bei ihm hatte ich auch immer wieder eine narzisstische Persönlichkeitsstörung vermutet, aber sicher kann ich mir durch eine Selbstdiagnose natürlich nicht sein. Hatte meinerseits vielleicht auch etwas Masochistisches, keine Ahnung...

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    Wenn es zu Deinen Sehnsüchten gehört, einen Partner zu finden, wirst Du weiter suchen müssen; Du wirst mit Enttäuschungen leben und Rückschläge einkalkulieren müssen, aber Du wirst sehr wahrscheinlich auch Glück erfahren und Zärtlichkeit spüren.

    Genau das ist es ja, ich weiß nicht so Recht, ob ich einen Partner im klassischen Sinne suche; ich glaube, wirklich jemanden, durch und für den ich leben kann. Diese Suche werde ich demnach nicht fortsetzen, sondern mich darauf fokussieren, mich auch in dieser Hinsicht zu verändern, mich sozusagen ''umprogrammieren''. Enttäuschungen und Rückschläge in Beziehungen wirken sich ja so auf mich aus, dass diese unmittelbar mein ganzes Leben erschüttern, weshalb ich erstmal eigenständig etwas Positives unabhängig von anderen Mitmenschen erleben, erreichen und für mich aufbauen muss in meinem Leben, um in meiner Person gefestigt zu sein, und erst dann werde ich wieder intensive Nähe zulassen. Falls ich dann verlassen werde, werde ich immer noch mich, meine Erfolge in beruflicher Hinsicht, meine Hobbies und vielleicht sogar ein paar Freunde haben. So sieht das zumindest in der Theorie aus. ;-D

    Guten morgen singende Chirurgin,

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    gerade die müssten sich doch im Klaren über die Auswirkungen von Abhängigkeit in Bezug auf Substanzmitteln sein. Wieso konsumiert man diese dann überhaupt?

    Du wirst verstehen, dass ich auf diese Frage nur ganz allgemein eingehen werde. Ich kann und will keine Details aus meiner beruflichen Praxis preisgeben.


    Als erfolgreicher Mediziner bist Du einem erhöhten Stresslevel ausgesetzt. Kollegen des Fachs fragen Dich um Rat, holen Deine Meinung ein. Privatpatienten genießen eine bevorzugte Behandlung und können sich den Arzt ihres Vertrauens wählen. Du bist verheiratet, aber Frau und Kinder sehen dich selten. Neben dem normalen Klinikalltag gibt es noch das Ganze drumherum. Kongresse, Fortbildungen etc. Es ist schwer, diesen ganzen Ansprüchen und Erwartungen standzuhalten. Dadurch dass dir ziemlich viele Menschen auf die Schulter klopfen und Dir sagen, was für ein toller Hecht du bist, verändert sich Dein Selbstbild. Du wirst überheblich, arrogant....und unvorsichtig. Gerade weil Du Dich mit der Wirkung von Substanzen auskennst und den Leistungsdruck und die Folgeerscheinungen (Schlafmangel etc.) irgendwie kompensieren musst, greifst Du zu aufputschenden Medikamenten. Du kennst Dich ja mit Risiken und Nebenwirkungen aus; Dir kann ja nix passieren. So nehmen die Dinge ihren Lauf. Deine Risikobereitschaft steigt, weil Du durch die Medikamente längst ein Stück von der Realität weg bist. Dazu kommt Dein beruflicher Erfolg und die Cocktailpartys und Empfänge zu denen Du gelegentlich eingeladen wirst. Gehobene Gesellschaftsschichten, wo noch andere Substanzen angeboten werden, die man ja einfach mal probieren kann. Was soll schon groß passieren?


    Ist schwer da wieder rauszukommen, wenn so eine Abwärtsbewegung erstmal in Gang gekommen ist.


    Ich ziehe jetzt mal eine Parallele zu Dir und dem verheirateten Vater von sechs Kindern. Du schriebst - wahrscheinlich nicht explizit auf ihn bezogen:

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    ...wobei ich manchmal überlege, ob ich es nicht einfach mal richtig erleben muss, mit einem älteren Mann zusammen zu sein und das bekommen, was ich brauche, um dann letzendlich loslassen zu können?

    Treiben wir den Gedanken mal auf die Spitze und nehmen wir an, Du lässt Dich mit einem älteren, verheirateten Mann ein. Es hat die Aura von etwas verbotenem. Ihr trefft euch heimlich in Hotels. Er täuscht Dienstreisen vor, um sich mit Dir treffen zu können. Solange das Geheimnis gewahrt bleibt, ist alles gut. Du lebst allerdings in Gesellschaft einer Horde tratschsüchtiger Cousinen und bald schon redet man: "Was ist bloß mit der los? Vor zwei Monaten war sie noch depressiv und jetzt; aufgebrezelt, schicke Klamotten und dann das Ticket der Mailänder Scala, das man neulich ganz zufällig gefunden hat. Oha, ein fauxpas, der hätte eigentlich nicht passieren dürfen. Ist der Erste passiert, folgt bald der Zweite. Der Reiz des Aufregenden ist inzwischen auch schon nicht mehr so groß. Du bist zwischenzeitlich sehr genervt davon, dass er Dich immer wieder versetzt, weil er mit seiner Frau dies oder jenes unternehmen muss.


    Wenn die Sache am Ende auffliegt, wird er vermutlich nicht sagen: "Ja, tut mir leid. Ich bin der Versuchung erlegen; sie war so jung, da konnte ich nicht widerstehen". Sondern eher: "Die kleine Hure hat es drauf angelegt, mich zu verführen. Das Biest hat alle Register gezogen und mich in ihr Lotterbett gezerrt.


    Du bist die Schuldige und hast am Ende den Ruf eines Flittchens. Menschen versuchen immer ihre Haut zu retten und wenn man viel zu verlieren hat, ist es naheliegend dass man die Verantwortung auf andere abwälzt.


    Für mich bleibt am Ende eine Frage: Warum stößt Du Menschen, die Dir wohlgesonnen sind, Deine Nähe suchen etc. vor den Kopf und fühlst Dich von niveaulosen Kotzbrocken angezogen?


    Und das Krankheitsbild Borderline als Erklärung reicht mir da nicht aus.


    Und Frage zwei: Woher weißt Du denn eigentlich, ob Du bei einem älteren Mann wirklich das bekommst, was Du brauchst? Das scheint mir bloß Wunschdenken zu sein.

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    Du kennst Dich ja mit Risiken und Nebenwirkungen aus; Dir kann ja nix passieren. So nehmen die Dinge ihren Lauf. Deine Risikobereitschaft steigt, weil Du durch die Medikamente längst ein Stück von der Realität weg bist.

    Naja, ich finde einfach, dass vermeintlich intelligente Menschen doch den zukünftigen Verlauf einschätzen können müssten.. Ich meine, egal, wie schlimm etwas in meinem Leben war, ich hatte immer die Möglichkeit, mich mit solchen Mittelchen zu betäuben, habe mich aber nicht mal im Kindesalter getraut, das Zeug anzurühren, da ich mir den möglichen Verlauf schon denken konnte. Als Arzt sollte man nunmal einschätzen können, wie solche Medikamente/ Drogen sich auswirken werden mit der Zeit und dass die Substanzen irgendwann die Kontrolle über dich erlangen werden... Naja, ist ja auch egal...


    Bezüglich des verheirateten Mannes hätte ich natürlich gerne meinem Verlangen nachgegeben. Er ist beruflich erfolgreich, für mich sehr attraktiv, hat eine wirklich tolle Art an sich und die schönste Männerstimme, die ich je gehört habe. Er ist sehr intelligent, einfühlsam und wir befinden uns auf einer Wellenlänge. Ich würde gerne so viel über ihn erfahren, stelle mir andauernd vor, wie es wäre, wenn wir miteinander schlafen würden, wie er riecht, wie er aussieht, wenn er schläft und vieles über sein Leben. Ich kann wirklich einfach nicht aufhören an ihn zu denken. Allerdings habe ich mir auch ausgemalt, wie das ganze ablaufen könnte, da ich gerne voraus denke und es in diesem Fall doch sehr nötig war, um mich selbst zu schützen.


    Er übt einen Beruf aus, in dem er viel Verantwortung übernehmen muss und von morgens bis abends zu tun hat. Seine Familie sieht er auch nur abends und muss früh morgens auch wieder schnell los. Er ist sehr lange verheiratet und wird sich mit 60 wohl kaum von seiner langjährigen Frau trennen, um etwas Festes mit einer 21-jährigen einzugehen. Ich würde mich einfach so oder so sehr in ihn verlieben, da ich generell bisher nur Sex mit Männern hatte, die das gewisse etwas hatten. Er hat es - und wie... Eine Beziehung wäre also ausgeschlossen, höchstens alle paar Tage/ Wochen ein paar Stunden im Bett. Für alles andere hat er ja seine Frau. Ich allerdings würde in ihm einen potenziellen Partner sehen und für die Stunden mit ihm leben. Auch würde ich wieder depressiver werden und in ein tiefes Loch fallen und wegen der Verliebtheit nicht frei für Single-Männer sein. Außerdem hätte ich generell den Kopf nicht frei, um meine Baustellen anzugehen und würde mir nur noch ein weiteres Problem schaffen, was sich total kontraproduktiv auf eine Verbesserung meines Selbst und meiner Lebensumstände wäre. Der Heilungsprozess meines Erlebten würde sich drastisch verzögern und ich ätte wahrscheinlich nicht mal mit Mitte 20 mit meinem Abitur angefangen, welches die Basis für meinen Berufswunsch ist, für den ich nunmal 12/ 13 Jahre studieren müsste. Außerdem habe ich mir mal geschworen, mich niemals auf vergebene Männer einzulassen, da ich Fremdgehen verabscheue, es selbst niemals tun würde und könnte, würde es durch mein eigenes Verhalten aber unterstützen und teilweise eine Verursacherin eines eventuellen gebrochenen Frauenherzens werden. Abgesehen davon würde mein ach so tolles Bild von ihm durch seine eigenen Handlungen zerstört werden, dann wäre er für mich genauso ein Arschloch wie alle anderen fremdgehenden Menschen. Ich sollte dazu beitragen, dass die Welt sich ein kleines Stück verbessert und mich nicht von egoistischen Bedürfnissen und meinen Trieben leiten lassen. Zudem würde ich mir vor allem Unternehmungen wie klassische Konzerte/ Opernbesuche/ Reisen/ Kurztripps/ Theaterbesuche/ Poetry-Slams/ spazieren, essen gehen/ vielleicht einen Tanzkurs/ Museumsbesuche wünschen, die ich mit sonst niemandem momentan machen kann. In meinem Alter ist es sowieso schwer, jemanden zu finden, der als Freizeitbeschäftigung etwas Anderes als Discotheken/ Bars etc. im Kopf hat, zumindest scheint es mir so. Da dieser Mann einen sehr guten Ruf zu verlieren hätte, würde es auch immer nur bei ein paar Stündchen in einem abgelegenen Hotel bleiben, was mich schnell unzufrieden werden lassen würde. Ich würde jemanden zu meinem Lebensinhalt machen, den ich nie ganz haben kann und dessen Herz einem anderen Menschen gehört und für ihn nur als junges, attraktives Sexspielzeug fungieren. Nein, danke.

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    Für mich bleibt am Ende eine Frage: Warum stößt Du Menschen, die Dir wohlgesonnen sind, Deine Nähe suchen etc. vor den Kopf und fühlst Dich von niveaulosen Kotzbrocken angezogen?

    Hmm.. Ich fühle mich einfach schnell eingeengt und die Aufmerksamkeit, das Nähesuchen, das auf ''Händen getragen werden'' mir schnell zu viel wird, so leid es mir für mich selber tut... Es steht für die Jungs dann schnell fest, dass das etwas Ernsthaftes wird. Wobei ich es auch absolut nicht mag, etwas langsam anzugehen und nicht zu wissen, woran man genau ist bzw. ob es denn was wird oder nicht. Treffe ich einen tollen Kerl, der sich direkt nach dem ersten Treffen was Festes vorstellen kann und dies auch sehr eindeutig kommuniziert, fühle ich mich sofort bedrängt. Es war die drei Male immer so, dass ich mich kurz nach der Verabschiedung gegen Ende des Treffens gefragt habe, ob er das Treffen auch so umwerfend fand ich ich und schon so etwas wie ein Verlustgefühl empfinde, was sie auch durch schnelles Herzrasen dann äußert, und sobald eine Nachricht wie z.B. ''Es hat mir heute sehr gut mit dir gefallen'' kommt und noch am selben Abend nach einem nächsten Treffen gefragt wird, fühle ich mich schon überrumpelt. Es ist auch so, dass diese 3 mich direkt in ihrem Leben, sprich Familie, einbinden wollten etc. Das ganze Gesamtpaket wurde mir also dreimal auf einem silbernen Tablett serviert und sie entsprachen auch ganz meinem Typ. Ich kann mir dieses Gefühl nicht erklären... Das Verlangen danach, schnell also hinzuschmeißen, und sobald sie sich distanzieren, eine unheimliche Sehnsucht nach dem Ganzen wieder zu verspüren. Das Ganze wiederholt sich dann aber nur, und ein Ende ist vorprogrammiert.


    Bei dem Mann, der mich im wahrsten Sinne des Wortes wie Dreck behandelt, mich gedemütigt und beleidigt hat, um sein Selbstwertgefühl aufzuwerten indem er mich massiv abwertete, kann ich es mir nicht so genau erklären. Ich wusste direkt von Anfang an, dass er nur auf Sex hinauswollte und ein Arschloch war; man hatte es ihm direkt angemerkt. In meiner Therapie lief es mal darauf hinaus, dass es wohl daran liegt, dass ich somit die Sicherheit habe, immer wenn ich jemanden brauche, auf ihn zurückgreifen zu können, da er ja nie nein zu Sex sagte und gleichzeitig die Sicherheit, dass er mich nie eingengen würde, da er generell (nach Aussage seines Bruders, den ich unabhängig von ihm kennenlernte) kein Beziehungstyp war und in Frauen nur Sexobjekte sieht. Er hatte mit 30 noch nie eine Beziehung, immer nur so viel Sex wie es möglich ist, und das war's.


    Allerdings weiß ich einfach nicht, wie ich etwas verändern kann in dieser Hinsicht, um beziehungsfähig zu werden.

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    Und Frage zwei: Woher weißt Du denn eigentlich, ob Du bei einem älteren Mann wirklich das bekommst, was Du brauchst? Das scheint mir bloß Wunschdenken zu sein.

    Naja, mehr ältere als jüngere Männer können Lebenserfahrung, beschützendes Verhalten, Fürsorglichkeit, Respekt, etwas ''Väterliches'', meine Interessen, Tiefgründigkeit, Reife, Ernsthaftigkeit, Ehrlichkeit, Autorität und Weisheit bieten. Natürlich gibt es solche Exemplare auch in anderen Altersklassen, und ich weiß auch, dass es Erwachsene gibt, die nie wirklich erwachsen geworden sind, aber die Chance, so jemanden zu finden, wie ich ihn mir wünsche, ist einfach höher bei Älteren Männern. Zudem kann man von einigen einfach mehr lernen. Außerdem wollen Männer in meinem Alter sich in der Regel erstmal richtig ''austoben'', manche auch noch, bis sie 30 oder so sind, manche auch ihr ganzes Leben lang. Viele ältere Männer haben das schon hinter sich und sind sozusagen zur Ruhe gekommen und würden dauernden Partnerwechsel wohl als anstrengend finden. Ich muss auch gestehen, dass ich davon ausgehe, mir seiner sicherer sein zu können als wenn es bei einem in meinem Alter der Fall wäre, da es ja nicht ganz so häufig passiert, dass ein sehr junges, attraktives Mädchen sich auf einen älteren Mann mit 30, 40 Jahre Altersunterschied einlässt. Die, die auf sehr junge Mädchen stehen und gerne mal die Väterliche Rolle einnehmen, werden sich dann womöglich eher auf sie fokussieren und kaum Interesse an anderen Frauen haben... Ich mag aber auch falsch liegen, eventuell ist ja wirklich nur Wunschdenken.

    Auf geht's in die nächste Runde unseres mittlerweile - ähh exklusiven - Zweierfadens. Wo sind eigentlich die Anderen? Hab ich die vergrault? Wär schade!!


    Naja, kurz nochmal zur Drogensucht: Ich stell mal die These auf, dass Drogenabhängigkeit nichts per se mit mangelnder Intelligenz zu tun hat. Sonst müssten ja alle Raucher verblödet sein, denn sie werden bei jedem Griff zur Schachtel daran erinnert, dass Rauchen 9 von 10 Lungenkarzinome verursacht. Oder Extremsportler. Free Climbing dürfte es dann nicht mehr geben, man kann ja abstürzen. Der Drogenabhängige kann die harte Realität schwer ertragen; er sieht was passiert, verzweifelt und betäubt dieses Gefühl.


    Als ich Deinen Text las, dachte ich öfter mal (und denke es auch jetzt noch....) Das sind die Worte einer Süchtigen.


    Du hast immer mal wieder darauf hingewiesen: Ich BRAUCHE Diesen Einen, der mich inspiriert und stimuliert. Für alles andere interessiere ich mich nicht.


    Gefühl und Verstand sind nicht in Balance. Es hat fast etwas schwärmerisches wenn Du beschreibst, wie Du Dir vorstellst, wie der Mann, den Du begehrst riecht oder aussieht, wenn er schläft. Sehr romantisch.


    Neben all den moralischen Bedenken, solltest Du natürlich auch einkalkulieren, dass es gesundheitliche Risiken gibt, die bei älteren Männern höher sind. Nimm an, er erleidet einen Schlaganfall. Er kann den rechten Arm nicht mehr bewegen, muss das Sprechen neu erlernen, macht sich am Anfang in die Hose etc.


    Würdest Du bleiben; ihn pflegen......?


    Es kommt mir vor, als tobe in Dir ein Krieg zwischen Gefühl und Verstand. Glücklicherweise lässt Du den Verstand immer siegen, bisher. Ich hoffe, das bleibt so. Denn Du hast mit allen Argumenten recht. Wenn Du viel Zeit allein verbringst, ist die Verlockung, sich in eine Traumwelt zu flüchten natürlich groß. Zumal die äußeren Bedingungen nicht rosig sind. So einer Realität möchte man sich nicht aussetzen.


    Sie hat so gar nichts romantisches. Sex mit einem Arschloch wollte ich auf gar keinen Fall haben.


    Ich finde es jetzt nicht sonderlich pathologisch, dass Du es bei der dreifach Silbertablett Aktion mit der Angst zu tun bekommen hast. Überspitzt formuliert würden bei mir auch die Alarmglocken klingeln, wenn mich eine begehrenswerte Frau beim zweiten Treffen mit den Worten: "Das ist übrigens euer Schwiegersohn Baldurhh, und die beiden h's am Ende spricht man stumm", bei ihren Eltern vorstellt.


    Das war jetzt natürlich sehr polemisch formuliert und Du schreibst selber, das Du die Treffen eigentlich umwerfend fandest und Herzklopfen hattest. Hättest Du sagen können, dass es Dir zu schnell geht, als sie Dich um ein zweites Treffen baten? Wenn das ganze mehr Zeit gehabt hätte, wäre es Dir möglich gewesen, zu offenbaren, dass es Dir schwerfällt, Menschen zu vertrauen und Du Zeit brauchst? Du hast ja eigentlich schon bestimmt, in welche Richtung die Beziehungen sich entwickeln. Nämlich in keine. Und Du hast die Jungs hingehalten. War das Rache an Ihnen, stellvertretend für alle Männer?


    Hast Du eigentlich auch schon einmal über eine stationäre Therapie nachgedacht? Die hätte ja den Vorteil, dass Du zu Hause mal rauskämst. Möglicherweise ist das natürlich zu viel und Du willst es langsam angehen; könnte ich verstehen.


    Übrigens: Viele Fragen sind sehr persönlich und Du musst sie nicht beantworten. Wenn Du das trotzdem willst, kannst Du mir auch eine PN schicken. Ich fände aber schön, wenn das ein öffentliches Forum bleibt und auch andere hier schreiben würden. Du kannst von einer Vielzahl von Meinungen profitieren.

    Zitat

    Wo sind eigentlich die Anderen?

    Ich lese noch mit.


    (Und würde mich bei Dir, Najona21, über mehr Absätze in den Texten freuen… ;-))


    Baldurhh, ich glaube Du hast keine Ahnung, wie Najona21 sich fühlt, oder täusche ich mich?


    Ich für meinen Teil weiß genau, was sie meint… Kenne diese Sucht, dieses Brauchen eines anderen… Und die unvorstellbare Vorstellung, dass es Menschen gibt, bei denen das nicht so ist. Und einerseits auch so sein zu wollen, andererseits auch wieder nicht - da einem dann ja etwas fehlt (was einem allerdings dann ja gar nicht mehr fehlen würde…).


    Es ist, als müsste man etwas anstreben, das dem Gegenteil dessen entspricht, was man will. Ich will Schokolade, soll aber in Zukunft nur noch trocken Brot essen und das auch noch gut finden. Ich soll werden wie jemand, der Schokolade gar nicht kennt… Und zeitlebens ohne ausgekommen ist… Dem sie gar nicht fehlt. Ich kenne sie aber.

    @ LichtAmHorizont

    Es wäre am ehrlichsten, wenn ich die Frage mit:Ja, ich habe keine Ahnung wie Najona21 sich fühlt, aber Du täuscht Dich trotzdem, beantworte.


    Ich bin in der Position desjenigen, der jemanden braucht. Nicht immer, aber immer mehr. Bei mir geht es mehr um körperliche Dinge. Durch eine Behinderung bin ich mehr und mehr darauf angewiesen, dass andere mich in Alltagsangelegenheiten unterstützen. Ich hasse es auch auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein. Das ist natürlich nicht 1:1 übertragbar, aber vielleicht könnte man so sagen: Ich möchte die Unabhängigkeit zurück, die Najona21 noch nicht erreicht hat. Ich habe keinen Herrschsüchtigen cholerischen Vater gehabt und konnte sagen, was und wann ich es wollte. Meine Eltern haben sich in das, was ihnen Ärzte und Therapeuten sagten gefügt. Ich habe immer gewusst, was ich will. Meine Eltern haben mir keine Steine in den Weg gelegt; aber wirklich bestärkt haben sie mich auch nicht. Ich bin kein Mädchen und habe es auch deshalb sicher in vielem leichter gehabt. Deinen letzten Absatz kann ich auch gut nachvollziehen, wäre ich disziplinierter und würde mich im übertragenen Sinn öfter für Brot statt Schokolade entscheiden, wäre das besser, aber ich kenne Schokolade eben auch sehr gut und finde, sie versüßt das Leben.

    @ Baldurhh

    Zitat

    Ich bin kein Mädchen und habe es auch deshalb sicher in vielem leichter gehabt.

    Ich glaube nicht, dass das etwas mit dem Geschlecht zu tun hat. Kenne auch Männer mit diesem Problem. Da äußert es sich im Verhalten etwas anders, teilweise wesentlich aggressiver; die Abhängigkeit/Sucht ist aber dieselbe.


    Ob man eine körperliche Abhängigkeit (durch Behinderung) mit einer seelischen Abhängigkeit vergleichen kann, kann ich nicht beurteilen. Auch ein körperlich nicht behinderter Mensch braucht im praktischen Leben bestimmte andere Leute, weil er nicht alles können kann. Aber dieses "brauchen" fühlt sich für mich nicht so furchtbar an wie das Gefühl innerer Leere, die unabhängig von äußeren Umständen (krank/gesund, arm/reich…) wie ein Vakuum in einem wirkt.