Nie wirklich Liebe erfahren

    Hallo

    Ich bin nun 32 w und möchte mal was loswerden, worüber ich nie spreche.

    Ich habe noch nie in meinem Leben eine Bezugsperson gehabt, mit der ich über Probleme sprechen konnte. Mein Vater ist gestorben, als ich 20 war. Meine Mutter hat meine Probleme meistens nie ernst genommen (Mobbing in der Schulzeit) und es eher als "Ausrede" abgetan. Ich wurde nie sonderlich ernst genommen, weder von meinen Eltern auch nicht vom Stiefvater. Exfreunde und mein Mann verstanden mich aber es wurde nie wirklich thematisiert. Bis heute spüre ich ein Gefühl der Ablehnung "Ach die muss man nicht ernst nehmen" "ist doch bescheuert" oder das faule stück scheiße elterlicherseits. Ich denke das sie mich akzeptieren müssen, da ich zur Familie gehöre aber mögen mich nicht. Als Kind habe ich auch nie Liebe erfahren, wurde nur verbal angegriffen, angeschrien und bestraft. Umarmungen oder Zuspruch gab es nie. Man wurde immer mit anderen Kindern verglichen, wie gut sie doch in der Schule waren und auf dem Gymnasium usw. Meine Kindheit bestand aus heftigem Mobbing in der Schule und das 10 Jahre seit der Grundschule bis hin zur Verachtung zuhause. Ich hab mich teilweise nie nach Hause getraut nach einer schlechten Note, manchmal habe ich mich auch nicht getraut zur Schule zu gehen, konnte das aber wiederum meinen Eltern nicht sagen. Das zieht sich irgendwie so durchs Leben mittlerweile bin ich ü30 aber habe immer noch bestimmte Ängste in meinem Leben & niemand zeigt Verständnis bzw keiner hält was von mir aus der Familie

  • 21 Antworten

    Ich glaube wenn ich studiert hätte und aufs Gymnasium gegangen wäre, wäre ich jetzt etwas besonderes, jemand den man wirklich liebt. Finde es auch schade, das ich nie so schlau war so etwas zu erreichen

    Zitat

    persönlich so offen erzählen kann


    reden, verarbeiten, die richtigen schlüsse ziehen, ist der einzige Weg.


    gerade bei mobbing erfahrung. du brauchst jemanden an deiner Seite (nicht partner, er ist kein therapeuten-ersatz), der mit dir an deiner selbstsicherheit arbeitet.


    aus eigener Erfahrung weiß ich, das dauert jahre :-(

    du musst dir immer vor Augen führen, an dir ist nicht verkehrt. bloß die äußeren einflüsse haben bewirkt, dass du dich abwertest.


    Kinder können grausam sein und Eltern völlig ungeeignet. leider hast du beides erlebt.


    nimm die therapie in angriff und lebe. da ist noch so viel mehr als selbstzweifel

    danke für die schönen Worte 😳

    Ohja das stimmt.. Kinder können richtig gemein sein, ich bin auch froh das diese Zeit vorbei ist

    bei uns in der City gibt es eine mobbing-selbsthilfegruppe.


    dort gibt es Hilfe und Verständnis. guck mal ob es bei dir in erreichbahrer Nähe ebenfalls ein entsprechendes Angebot gibt


    auch Kurse zur persönlichkeitsentwicklung bei der VHS sind ein guter anfang

    Ich kenne das auch so wie Du.

    Ich habe mich irgendwann zurückgezogen, da Therapien auch nichts brachten. Mehr oder weniger machte man da dieselben Erfahrungen wie im normalen Leben, mehr Ärger als Nutzen. Es ist auch schwer, eine gute hilfreiche Therapie zu finden. Es gibt viel, viel Schrott dahingehend auf dem Markt.

    Und die wirklich guten Therapeuten sind auf Jahre ausgebucht.


    Ich habe mich irgendwann Stück für Stück immer mehr zurückgezogen. Aber mir macht das nichts aus. Dieses Nichtgeliebtwerdengefühl habe ich auch, mal mehr mal weniger. Wenn ich hoffnungsvollere Tage habe, finde ich das gar nicht so wichtig und sage mir, dass ich das nicht brauche. Und Du hast doch zumindest einen Ehemann. Du hast doch Liebe erlebt. Bei mir war nichtmal das. Ok, Dir fehlt die Elternliebe, aber Du bist erwachsen, davon kannst Du Dich eh verabschieden.