• Normaler Sex nach Vergewaltigung irgendwann möglich?

    Hi. Ich habe mich hier neu angemeldet, weil mich ein Thema beschäftigt. Um die Problematik zu verstehen, muss ich wohl erstmal mein Umfeld beschreiben. Ich bin 26 Jahre alt, habe zwei Kinder und bin verheiratet. Das als solches ist erstmal kein Problem. Ich bin als Kind über einen längeren Zeitraum vergewaltigt worden. Als ich die Beziehung mit meinem…
  • 52 Antworten

    Ich glaube du hast recht. Er kommt mir fremd vor und ich geniere mich mehr vor ihm, als jemals zuvor. Ich habe immer ein Problem mit dem "nackt sein". Inzwischen halte ich es im Bett nicht mehr neben ihm aus, ohne nervös zu werden. Vor einigen Monaten begann es damit, dass ich ein ähnliches Gefühl bekam, wie bei einer Panikattake, wenn er mich Abends im Bett umarmte. Also ließen wir das. Nach und nach wurde mir alles zu viel und heute sind wir an einem Punkt, wo ich seine Berührungen nicht ertrage und kaum aushalten kann. Die Anspannung in mir wird zu groß. Er wurde in den letzten Monaten immer bestimmter darin, seinen Wunsch nach Intimität durchzusetzen und in der Vergangenheit habe ich versucht, diesen auch umzusetzen. Ich kann es einfach nicht mehr.

    Zitat

    Sprichst du aus Erfahrung, danae?

    Ja. Mir hat meine Therapie schon sehr geholfen. Ich habe gelernt meine Wünsche erstmal überhaupt zu erspüren und dann auch ernst zu nehmen. Und als nächstes habe ich mir erlaubt mit jemanden nicht zu schlafen, weil ich es nicht wollte. Vorher hab ich öfter mitgemacht weil der andere ja nicht enttäuscht sein sollte, weil ach, Lust einfach eh für mich nicht fest dazu gehörte und soweiter.


    Ich an deiner Stelle wüsste gerade auch nicht was Sache ist und ich wäre vorsichtig dabei, da mich nun gleich auf "Man lebt sich auseinander" zurückzuziehen. So eine Traumabeweltigung vor Augen kann einem Angst machen, besonders wenn das Selbstbild bisher sagte man komme super klar, dass stellt alles auf den Kopf. Da greift man nach jedem Strohhalm, um nicht sich selbst in Frage stellen zu müssen und sich nicht diesem mist nochmal nähern zu müssen.


    Das eure Ehe sich verändert, dass es Probleme gibt wenn du als Mensch dich veränderst, ist vollkommen klar. Dein Mann erlebt gerade ganz neue Seiten an dir, Seiten die er nicht kannte und natürlich irritiert ihn das. Die wenigsten Menschen schätzen es besonders wenn ihre Partner sich innerhalb kurzer Zeit sehr stark verändern, selbst wenn das für den sich verändernden Partner vielleicht positive Schritte sein mögen. Verunsichert, ist unbequem und die Dinge werden unvorhersehbar, sowas mag eigentlich kaum jemand. Dein Mann reagiert offensichtlich nicht sonderlich souverän, aber in gewisser Hinsicht genauso, wie bisher in der Beziehung. Woher soll er gerade auch wissen, dass die Kommunikation da grundsätzlich einer Neujustierung bedarf, wenn du das nicht ganz deutlich sagst. Immerhin hat er deinen Wunsch danach nicht mehr umarmt zu werden respektiert, wenn ich dich richtig verstehe.


    Die Frage ist ob ihr gemeinsam einen Weg findet oder nicht und da traue ich mich nicht hier irgendwelche Prognosen abzugeben. Ja, er benimmt sich gerade sicherlich nicht super sensibel, aber nach vielen Jahren in denen Sex soweit kein Problem war, nach gemeinsamen Kindern, da finde ich es nachvollziehbar wenn man dann irritiert ist weil etwas scheinbar aus dem Nichts zum Problem wird. Vielleicht wäre er im Grunde bereit mit dir zu gehen, wenn er Hilfestellungen bekäme wie denn. Vielleicht aber ist er auch einfach jemand der deinem missbräuchlichen Muster entspricht, der Liebe gegen Leistung verteilt, dann wird es verdammt schwer. Aber nun alles hinzuschmeißen, von jetzt auf gleich, ohne genau zu wissen was da eigentlich Phase ist, ich würde es nach einer langen Beziehung und ohne weitere Probleme wohl nicht wollen.

    Ich habe ihm deutlich gesagt, was in mir vorgeht und dass ich verstehe, wenn es ihn verunsichert. Am Anfang zeigte er Verständnis. Zumindest sagte er es so. Am nächsten Tag kam er wieder näher, bedrängte mich, fasste mich sogar im Schlaf so an, dass er Anstalten machte, mit mir zu schlafen. Wir haben auch noch andere Probleme in der Beziehung, diese sind gerade aber vorrangig. Das Verständnis scheint weg zu sein und nun ist nur noch der pure Trieb und die Lust auf Sex da. Er wird immer drängender und deutlicher dabei.

    Aber im Grunde ist es nicht seine Schuld. Er kann es wahrscheinlich nicht besser. Was verlange ich dort auch? Dass er ein Leben lang sich auf das intime Minimum niederlässt, was ich vorgebe? Das kann ich nicht.

    Vielleicht solltet ihr in getrennten Räumen schlafen. ... Alles in allem finde cih es äußerst unglücklich, mit den Vorbedingungen in einer Beziehung mit einem sexuellen Menschen zu sein, der sein Bedürfnis so schlecht zurückstellen mag und bereit ist, deine Grenzen anzutasten ... wenn nicht mehr. ... Aber ok, wenn du es jahrelang so gehalten hast, versteht er vielleicht nicht, warum du dich nicht einfach weiter zur Verfügung stellst. Ob du selbst Bock hast oder nicht, hat so wie du es beschreibst ja nie eine Rolle für euch beide gespielt.


    Ich denke du solltest vorsichtig sein. Es hört sich schlecht an, wie er reagiert.

    Hi, danke für deine Antwort.


    Wir schlafen bereits getrennt. Das ist natürlich alles nicht optimal, um eine Beziehung aufrecht zu erhalten. Aber ich kann nur schwer dagegen ankommen, weswegen ich den Spielraum einfach verlasse und mich dem nicht anbiete. Auf lange Sicht sehe ich nicht, dass wir die Beziehung aufrecht erhalten können. Wie gesagt, da spielen noch einige Faktoren eine Rolle.

    Kann mich den anderen nur anschließen...


    Wenn du es von DIR aus möchtest, dass du es genießen kannst, dann wird es mit Zeit, Geduld, evtl einer unterstützenden Therapie klappen. Allerdings muss auch dein Mann da eine rücksichtsvollere Rolle annehmen - gerade wenn der Sex mit ihm schön sein soll.


    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Geduld für deinen Weg! @:)

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    Aber im Grunde ist es nicht seine Schuld. Er kann es wahrscheinlich nicht besser.

    Klar kann er. Er ist ja kein wildes Tier sondern ein erwachsener Mann und der kann sich sehr wohl selbst beherrschen.


    Vielleicht wäre es Zeit für Gespräch in dem du klar machst, dass du gerade keine Perspektive siehst, Sex also auf absehbare Zeit für dich kein Thema mehr ist.


    Ich weiß ja nicht was ihr schon alles durchhabt, also in Sachen Beziehungsarbeit. Deswegen schreib ich dazu einfach nichts.

    Eigentlich empfanden wir unsere Beziehung bislang auf beiden Seiten harmonisch. Klar, mit Kindern kommt Stress, den man nicht kennt und dazu dann eben auch eine neue Ebene der Beziehung. Aber nie so, dass ich sagen würde, es kracht und ich will nicht mehr. Das kam erst in den letzten Monaten, wo ich wirklich mit seiner fordernden Haltung in der intimen Ebene nicht mehr zurecht kam. So lange, bis es dann vor einigen Wochen dazu kam, dass ich nicht mehr konnte und es bis heute anhält.

    Dann seh ich keinen Grund schon den Abgesang auf die Ehe anzustimmen. Es ist ohne Zweifel eine richtig harte Sache, für euch beide, wenn so ein Trauma hochkommt und das Selbstbild und das Bild vom Partner komplett durchschüttelt. Fraglos kracht es dann im Gebälk und ächzt, aber ob das Gebäude es aushält, hängt ganz stark davon ab wie bereit beide sind den anderen zu sehen, auszuhalten, ernst zu nehmen und sich auf ein gemeinsames Abenteuer einzulassen.


    Wenn ansonsten Respekt, Rücksicht, Kommunikation da war und ist, dann denke ich, dass zumindest eine Chance besteht. Sollte natürlich die Harmonie vorher darauf beruht haben, dass du all deine Wünsche hinter seinen zurückstellst, dass du vielleicht auch dich gar nicht wahr- oder ernst genommen hast, dann wird es verdammt schwierig, weil dann jede Basis für ein so sensibles Thema fehlt.


    Ich würde wohl, wenn mir was an der Ehe liegt, mit einem Mediator reden. Da kann klar und neutral auf den Tisch, was brauchst du, was braucht er im Moment, wie kann man da einen Umgang finden und wie sieht der gemeinsame Fahrplan aus.


    Wie geht es denn mit den Kindern? Wenn du gerade so belastet bist, kommst du an der Front zu recht? Hast du da Hilfe?

    Schwierig. Ich habe tatsächlich meine Wünsche immer hinten angestellt. Bislang gab es keinen Grund, es nicht zu tun. So langsam merke ich, dass ich das so nicht mehr möchte und selbst mehr für mich wünsche. Dazu gehört eben der Sex, der auch für mich erfüllend sein soll. Zumindest soll es sich nicht mehr "ekelig" anfühlen.


    Mit den Kindern komme ich gut zurecht.

    Ich glaube nicht. Er glaubt mir da nicht, dass es "nur" daran liegt. So denke ich zumindest, nachdem wie er sich gibt.

    Klar kannst du das lernen, keine Flashbacks mehr zu haben, aber dazu musst du eine Traumatherapie machen. Das ist eine psychische Erkrankung, die ohne Behandlung halt nicht besser wird. Und dafür sollte dein Mann Verständnis haben, sonst ist das nicht grade feinfühlig von ihm. :|N