Ich habe Angst vor einer Reinkarnation.


    Dass wir sterben, und wir weg sind und nichts mehr fühlen, ist das eine.


    Das andere aber, wenn es uns doch nochmal gibt (natürlich ohne Erinnerungen)....Und dann, ja als was? Als Mensch? Wir haben unendliches Glück, in reichen Nationen zu leben, und nicht mitten im Kriegsgebiet oder in Gebieten, in denen Hunger und Durst vorherrscht. Wenn ich die Berichte im Fernsehen sehe, merke ich, was für ein unendliches Glück ich habe.


    Als Tier? Auch nicht viel besser, fressen und gefressen werden, dazu kommt dann noch die schreckliche Massentierhaltung dazu, oder die Tiere, die für andere Lebewesen, wie für Menschen, dienen, um ihnen das Leben einfacher zu machen, weil an ihnen z.B. Medikamente getestet werden...


    Ich hoffe und wünsche mir, nach dem Tod sei das Nichts, so wie vor der Geburt. Ich möchte auf keinen Fall in anderer Gestalt auf diesem Planeten auftauchen, die mein neues Leben zum Leiden bringt...Es kann ja fast nur schlechter werden. Klar, ich habe keine Vergleichbarkeit, weil keine Erinnerungen, aber Schmerzen und Qual fühlt jedes Lebewesen. Vielleicht versteht jemand, was ich meine.


    Und die Chance, wieder irgendwo irgendwie als Zellhaufen aufzutauchen, ist groß...Der Planet Erde ist 5 Milliarden Jahr noch existent, bevor er von der Sonne verschluckt wird, das Universum hält auch noch 10 Milliarden Jahr durch, bis es zu Ende geht... Alleine wenn ich darüber nachdenke, wirkt alles so sinnlos und klein. Universum. Was ist das nur. Wahnsinn.

    Das ist ein guter Anfang und sicherlich der erste Schritt in die richtige Richtung.


    Wenn Du Dich vorbereiten willst auf den Termin, kannst Du ja mal Deine Gedanken aufschreiben, Deine Ängste, wovor Du Dich genau fürchtest. Und das dann mitnehmen. Für den Fall, dass Du nicht so gut darüber reden kannst, aber schreiben.

    achso.......Pillen soll ich schlucken und das soll mir dann die Angst vor dem Tod nehmen?


    Eben war bei uns im Hausgang eine Frau welche bitter geweint hat.Ihre Mutter ist gestern in der Wohnung gestorben....eben wurde die Leiche im Metallsarg abgeholt....dann lese ich dass Blacky Fuchsberger tot ist.....und wenn mir noch ein Christ erzählt dass da nur die sterbliche Hülle liegt.....da liegt alles...alles und es komt nie wieder....Neuronen tot , alles tot...das ganze Leben ausgelöscht und da geht nix weiter


    Und damit werde ich mich wahrscheinlich den rest meines Lebens beschäftigen....das Medikament was auch immer das sein wird , kann mir da auch nicht helfen....das *ich* ist unser gehirn, und wenn das Hirn tot ist , ist das *ich* weg...für alle Ewigkeit...die eiskalten Uneendlichkeit

    Du wirst sterben, egal ob du Angst hast oder nicht. Deine Angst ändert nichts am Unabwendbaren. Und da sollte man sich fragen, ob es nicht sinnvoller ist, alles in der Macht stehende zu tun, um das Leben genießen zu können das man hat, oder ob man sich einer imaginären Zukunft hingibt und das Hier und Jetzt total verhunzt ist?


    Und ja, die Psychologie ist keine Zauberwissenschaft, die Zukünftiges oder Vergangenes oder Aktuelles mit Sternenstaub zu hundert Prozent ummodeln kann. Es geht dabei immer darum, Dinge akzeptieren zu können und den Blick wieder nach vorne zu richten. Eine Therapie macht keinen Missbrauch ungeschehen, sie heilt keine unheilbare Krankheit. Aber sie gibt Hilfe dabei, ein normales, gesundes Leben führen zu können. Ich kann jeden Tag im Bett liegen bleiben und beweinen, was bei mir alles schief gelaufen ist. Oder ich tue was dagegen, damit ich mit dem jetzt-Zustand besser klar komme, sogar glücklich sein kann.


    Du suhlst dich in Selbstmitleid. Und ich verstehe nicht, wie du so impertinent sein kannst, wenn du doch täglich hunderte von Leuten siehst, die mit diesem Thema umgehen können, die trotzdem glücklich sind, Familien gründen. Gäbe es keinen Weg, dann gäbe es für niemanden einen Weg.

    Zitat

    achso.......Pillen soll ich schlucken und das soll mir dann die Angst vor dem Tod nehmen?

    Medikamente können Dir überhaupt erst mal den Kopf wieder frei machen, damit Du aus diesem Karussell aussteigen kannst. Das ist es doch, was Du möchtest - dass diese schlimmen Gedanken und Ängste an Macht verlieren, richtig?

    Zitat

    Und damit werde ich mich wahrscheinlich den rest meines Lebens beschäftigen....das Medikament was auch immer das sein wird , kann mir da auch nicht helfen....das *ich* ist unser gehirn, und wenn das Hirn tot ist , ist das *ich* weg...für alle Ewigkeit...die eiskalten Uneendlichkeit

    Ich glaube, dass es mehr als das Gehirn ist. Ich glaube auch nicht, dass die Lebensenergie, die einen Menschen ausmacht, ins Nichts verschwindet. Mehr aber kann ich nicht dazu sagen.


    Als erstes nimm einfach mal den Termin wahr und schaue, ob sich dadurch für Dich neue Türen öffnen.


    Ansonsten würde mich interessieren, was Du tagsüber so machst. Gehst Du zur Schule, zur Uni, arbeiten? Was machst Du in Deiner Freizeit? Hast Du Freunde? Was sagen Deine Eltern so zu diesem Thema?

    makitia

    Ich möchte dich gern verstehen. Warum glaubst du, dass dir nichts und niemand helfen kann? Dazu möchte ich ein bisschen konkreter werden.


    Du fürchtest dich vor dem Tod, dem nicht-mehr-Sein. Das ist sicher eine der ureigensten Menschheitsängste. Die Bewusstheit unseres endlichen Daseins und die daraus resultierenden Gefühle. Ist dir bewusst, dass die Gedanken der Menschen zum Tod äußerst unterschiedlich sind? Es gibt Menschen die haben eine gewisse Angst davor, es gibt Menschen die haben wie du sehr große Angst davor. Es gibt Menschen die stehen dem Tod vollkommen entspannt gegenüber. Und es gibt leider auch Menschen die sehnen sich ihren Tod herbei. Glaubst du, dass du den Tod richtig siehst und alle anderen Menschen falsch?


    Der Tod ist ein Fakt. Das nicht-mehr-Sein jedoch nicht beweisbar. Nennen wir es mal eine verbreitete Annahme. Die Annahme, dass man nach dem Tod nicht mehr ist, die ist nachvollziehbar. Aber nicht die einzig mögliche Sichtweise, wie dir sicher klar ist. Die Sichtweise auf den Tod und das Danach wird individuell geprägt durch Relgionen, Philosophien usw. Jeder Mensch hat also die Möglichkeit sich für einen Weg zu entscheiden, wie er/sie den Tod und das Danach sieht und empfindet.


    Und genau da seh ich bei dir den Knackpunkt. Du meinst offenbar der Tod und das Nicht-Sein wären Fakten – unveränderbar, somit könne dir niemand helfen. Aber es geht gar nicht um diese Fakten, sondern was jeder Mensch für sich daraus macht. Dich begleitet womöglich eine Tanatophobie, eine Angsterkrankung. Und Krankheiten – auch Angsterkrankungen – sind oft heilbar. Wenn man der Heilung denn eine Chance geben möchte.


    Du könntest also z.B. mit Hilfe eines fähigen Psychologen lernen, den Tod anders zu sehen. Der Tod bleibt ein Fakt, er bleibt unausweichlich. Und wenn du willst, kannst du auch den Glauben behalten dass nach dem Tod nichts mehr ist. Eiskalte Unendlichkeit. Aber du kannst lernen, diese eiskalte Unendlichkeit anders zu sehen. Wie andere Menschen.


    Egal ob Angst vor Spinnen, Angst vor Krebs, ... diese Ängste können geheilt werden. Das ändert nichts daran dass Spinnen keine hübschen Tiere sind und Krebs ein schlimmes langes Leiden. Aber es ändert etwas daran, wie man mit diesen Fakten umgeht.


    Und jetzt möchte ich von dir wissen: warum glaubst du, dass weder Tabletten noch Psychologen in deinem Kopf Veränderungen erreichen können? Denn es geht eben nicht darum den Tod oder das nicht-Sein danach zu verändern, sondern um die Einstellung dazu.