Panikattacken, was hilft wirklich?

    Guten Morgen an alle :)

    Ich habe seit ein paar Jahren mit PA zu kämpfen. Habe dadurch schon 2 Arbeitsplätze verloren und bin dabei meine 3. Arbeitsstelle auch zu verlieren. :(

    Ich möchte arbeiten und das Leben genießen,aber die Angst ist ein ständiger Begleiter. Sie ist wie ein Betonklotz an meinem Bein der mich hindert, das zu machen was ich möchte.

    Ich habe zwei stationäre Aufenthalte in einer Klinik hinter mir, mache meine zweite Psychotherapie,aber nichts hilft. Auch nehme ich Medikamente (Antidepressiva,welche bisher null Wirkung gezeigt haben.

    Ich habe das Gefühl,dass das alles nichts bringt solange man nicht weiß woher die PA kommen bzw woraus sie entstanden sind.

    Ich fühle mich so,als wenn man die Symptome in den Griff bekommen will,aber die Ursache nicht gefunden wurde. So kommen die Symptome immer wieder.

    Ich weiß nicht mehr weiter und was ich noch machen soll. Langsam aber sicher bin ich nur noch verzweifelt und denke, dass ich sie wohl nie wieder los werde. :(

    Ich würde mich sehr freuen, wenn es Menschen gibt die es geschafft haben die PA loszuwerden und mir vielleicht noch den ein oder anderen Tipp geben können.


    Hoffnungsvolle Grüße :)

  • 81 Antworten

    hallo, inwiefern wirken sich deine PA auf deine arbeit aus?


    hast du angst etwas falsches zu machen?


    wie lange dauert es bis du dich wieder beruhigst?


    welche AD nimmst du ein und in welcher dosis?


    persönlich würde ich bei bedarf benzos nehmen als dauerhaft AD, das ist jetzt aber meine laienhafte vorstellung.


    wer hat dir die AD verschrieben?


    alles gute für dich @:)

    Ich glaube, Du bist auf der völlig falshcen Fährte. Du scheinst dagegen anzukämpfen und die PA unbedingt loswerden zu wollen. Du hasst sie, sie sind ein Feind. Dadurch wirst Du natürlich sehr unentspannt, was die PA begünstigt.


    Ich denke, Heilung entsteht eher durch Resignation und Akzeptanz. Die größten Chancen, dass die PA verschwinden, dürftest Du haben, wenn es Dir egal wird, ob Du welche bekommst. Nicht gegenan kämpfen, einfach passieren lassen, nicht verkrampfen, keinen Widerstand leisten. Leb Dein Leben und denk über die PA gar nicht mehr nach.


    Wenn ihc mal sowas hab, dann halte ich inne, verharre und stelle mich mir vor wie einen Fels in der Brandung, und die PA wie eine Welle, die über mich drüber schwappt. Dabei versuche ich zu entspannen (tief ausatmen) und einfach in gelsasener Körperhaltung, keine Gegenwehr leistend, auszuharren.

    Hallo Tim,


    sie wirken sich so aus,dass ich morgens mehrere Stunden vor meinem Wecker wach werde und innerlich unruhig und ängstlich bin. Das geht so weit,dass ich gar nicht erst zur Arbeit hingehe,aus Angst, auf dem weg dahin oder bei der Arbeit eine PA zu bekommen. Zudem wäre ich "nicht zu Hause" was es mich noch schlechter fühlen lässt.


    Beruhigen tue ich mich erst wieder wenn ich zu Hause bin. Unterwegs kann ich mich gar nicht beruhigen und habe nur noch den Fluchtgedanken.


    Ich nehme jetzt seit vier Wochen Sertralin 50mg,die mir mein Psychiater verschrieben hat.

    Vorher habe ich 3,5 Jahre Paroxetin genommen,welches bei mir aber eher gegenteilig gewirkt hat. Statt antriebs steigernd hat es mich total müde gemacht etc.

    Du benennst es ja eigentllich klar selber. Die Angst vor einer PA hält Dich so im Anspannungszustand. Genau die musst Du loswerden. Wie ich geschrieben hab. akzeptiere es, höre auf dagegen anzukämpfen, lass es Dir einfach egal sein.

    verstehe, hatte ich auch mal, allerdings waren die kollegen arschig, bei uns herrschte neid und mißgunst, es war mir ein graus in die arbeit zu gehen.


    ist es nur deine angst vor PA das die zu schaffen macht oder auch das arbeitsumfeld?

    Hast du es schon mal mit Bedarfsmedikation versucht? Also Benzo in der Tasche, damit du weißt, im schlimmsten Fall kannst du es nehmen. Meistens hilft allein schon die Sicherheit, dass man nicht machtlos ist, um nicht in den Anspannungszustand zu kommen, der die Panikattacken dann begünstigt.

    Was ich auch nicht ganz verstehe: wieso willst du ein antriebssteigerndes AD, wenn du ein Thema mit Unruhezuständen hast? Wäre dann nicht eigentlich was beruhigendes angebrachter?

    Naja, was ist denn schlimm an einer PA? Objektiv gesehen sind sie nicht gefährlich, nur unangenehm.


    Und man kann letztlich fast alles im Leben akzeptieren. Akzeptanz ist ein leider zu wenig beleuchteter, aber sehr sinnvoller therapeutischer Weg. Du hast nunmal PAs, freunde Dich damit an bzw. akzeptiere es. Du kämpfst irgendwie verbissen dagegen an, und dann bist Du angespannt, und dann treten sie halt auf.

    Hallo,

    Ich habe zusätzlich -Für den Notfall- noch Prometazin bekommen. Das Problem sind allerdings nicht die Attacken selbst, sondern die Angst davor. Die lähmt mich schon enorm :(

    Das Medikament habe ich bekommen,weil ich durch das alte Medikament richtig träge geworden bin. Ich brauchte min 10 Stunden Schlaf und bin auch sonst kaum aus dem Knick gekommen. Seitdem ich das alte Medikament aber nicht mehr nehme,ist das viel besser. Max. 8 Stunden und ich bin hellwach und fühle mich ausgeschlafen und fit.


    rr2017 :

    Hattest du schon mal eine PA? In diesen Momenten kann man Todesangst verspüren,soweit das teilweise nur ein Notarzt helfen kann.

    So schlimm ist es bei mir zum Glück nicht. Ich kann auch nicht benennen wovor ich Angst habe. Ich hab dann einfach immer nur den Drang zur Flucht und das ich die Situation sofort verlassen will/muss.

    Deshalb verlasse ich auch mein zu Hause ungern. Da fühle ich mich sicher. Das macht es aber nur noch schwerer wenn ich zur Arbeit muss.

    Hilft das Prometazin denn schnell? Hast du schon die Erfahrung gemacht, dass es damit besser wird? Wenn du mehrmals die Erfahrung machst, dass du in der Situation nicht ausgeliefert bist, könnte das die Angst vor der Angst ein wenig nehmen....durch die schaffst du nämlich die besten Vorraussetzungen dafür, dass die tatsächliche Angst kommt (und bist eben auch immer gelähmt und nicht nur wenn die PAs kommen)

    Was rr2017 schreibt klingt erstmal total komisch, aber tatsächlich ist es gar nicht so falsch. Wenn man oft die Erfahrung macht, dass die Angst kommt aber eben auch irgendwann wieder geht und sich sozusagen "reinentspannt", dann werden die Panikattacken etwas weniger schlimm. Als mein Therapeut mir das als Aufgabe gegeben hat dachte ich auch er spinnt, aber er hatte tatsächlich recht. Ist aber natürlich leichter gesagt als getan. Ich kriege das bei den nächtlichen sehr gut hin inzwischen, unterwegs finde ich es auch mehr als schwierig...

    Hallo,


    Ich hatte auch sehr stark mit PAs zu kämpfen.

    Ich war sehr nah dran, dass mein Leben von ihnen bestimmt wurden und dann wusste ich: ich muss handeln.


    Genau wie du war ich der Meinung, ich MUSS die Ursache dafür finden, damit sie verschwinden.

    Aber ich wurde eines besseren belehrt. Ich suchte und suchte... aber so richtig erklären konnte ich es mir nie. Bis heute nicht. Muss ich aber auch nicht mehr.

    Seit dem Tag, an dem ich akzeptiert habe, dass es von nun an so sein wird und dass ich damit Leben muss, wurde es besser.

    Die PAs sind nicht weg, sie sind immer noch da, aber sie beeinträchtigen mich nicht mehr.


    Wen du dich mit mir darüber unterhalten möchtest, kannst du mir gerne eine PN machen.

    Ps:


    Ich weiss, wie sich diese Todesangst anfühlt. Weil ich solche Angst hatte zu sterben, habe ich oft bei der Notrufnummer vom KH angerufen, weil ich dachte, dann hab ich schon mal ein Arzt am Telefon, falls ich jetzt wirklich sterben muss.

    Du siehst, bei mir war es übel und ich habs trotzdem geschafft: ohne Medikamente.

    Gluecksbaerchii


    Ja, ich leide selber sowas, was ich geschrieben habe, basiert auf eigener Erfahrung.


    Was Du bei den PAs verspürst ist nur ein Gefühl (halt Angst) sowie körperliche Symptome, die auf Adrenalinausschüttung basieren, aber normal und harmlos sind.


    Ich befürchte, wenn es bei Dir nicht "klick" macht und Du erkennst, dass der einzig richtige Weg ist, aufzuhören, die PA unbedingt loswerden zu wollen und zu bekämpfen, wird sich bei Dir nie was besser. Die relativ lange Liste Deiner bisherigen Therapien spricht da auch für. Ebenso nimmst Du Medikamte, die durchaus auch Nebenwirkungen haben, gegen etwas, was an sich vollkommen harmlos ist.


    Die Therapie besteht darin, die Angst vor den PAs zu verlieren, sie zuzulassen, ihnen den Schrecken zu nehmen.


    Bei PAs wird Adrenalin ausgeschüttet, mein Therapeut hat mir damals erklärt, dass der Körper nach 3 Minuten das Adrenalin wieder abbaut sprich; nach 3 Minuten KANN der ganze Spuk vorbei sein. Nur die Angst lässt wieder Adrenalin kommen und daher dauert es wieder 3min bis der Körper das Adrenalin abbaut.


    Das heisst, wenn Adrenalin ausgeschüttet wird habe ich mir immer gesagt: ruhig bleiben, dann ist das Ganze nach 3min überstanden. In dieser Zeit habe ich lustige Videos geschaut oder mich bewegt, un mich abzulenken.

    Und siehe da: es war wirklich so!

    Gibst du deinem Körper das Signal: hey, ich brauch kein Adrenalin, ich bin nicht auf der Flucht, schau ich sehe mir lustige Videos an, alles ist okay! dann wird dein Körper das von alleine wieder regulieren!