Ich bin sozusagen angst- und medikamentenerprobt. Seit vielen Jahren.


    Paroxetin hatte ich auch mal. Allerdings vom Hausarzt, der nicht wirklich viel Ahnung hatte.


    Ich bekam gleich 20mg als Einstiegsdosis. Die Folge war ein starkes, brennendes Gefühl im ganzen Körper; Zuckungen (brain zaps und auch Muskelzuckungen); starker Schwindel mit Ohnmachtsanfällen usw. usf. Ich konnte mich nicht mehr auf den Beinen halten und war kaum noch ansprechbar, woraufhin meine Familie den Notarzt rief. Die sagten dann: das wären nur die Symptome meiner Angsterkrankung. Ah ja. Is klar.


    Nach einigen Stunden wurde es besser. Die Tabletten habe ich nie wieder genommen. Ich bekam dann (diesmal niedrig dosiert) Citalopram.


    Im Allgemeinen reagiert der Körper sehr sensibel auf ADs. Diese brain zaps, Zuckungen, das Kribbeln etc. kenne ich bisher von fast allen ADs, die ich so ausprobiert habe. Sowohl beim Ein- als auch beim Ausschleichen. Oder wenn ich die Tabs mal vergesse ^^


    Die Nebenwirkungen können Wochen oder Monate anhalten. Das Wichtige ist: durchhalten und nicht vorzeitig abbrechen. Nicht immer sind das Symptome der Erkrankung selbst (ich hasse diese These).

    Wie gesagt, mein Freund nimmt Paroxetin schon seit Jahren. Allerdings hat er es zwischendrin auch mal 1-2 Jahre nicht mehr genommen und dann wieder. Und dann auch zwischendrin noch 2-3 mal abgesetzt für einige Wochen oder Monate. Aber seit Frühling/Sommer nimmt er es nun wieder täglich, nachdem er es davor wieder einige Monate nicht mehr genommen hatte, aber merkte, dass seine Zwangserkrankung dann wieder schlimmer wurde. Also er nimmt es jetzt nicht erst seit ein paar Tagen oder Wochen... es kam halt jetzt nur noch dazu, dass er eben allgemein kränklich is und dazu noch sehr wenig getrunken hatte am Samstag und Sonntag. Er war Sonntag aufgestanden, weil er etwas Durchfall bekommen hatte. Hinterher hatte er sein Paroxetin genommen (trocken oder maximal mit einem Schluck Tee) und sich dann aufs Sofa gelegt, wo dann vielleicht so geschätzt eine Stunde später das ganze Chaos anfing.

    Kaffee oder andere koffeinhaltige Sachen trinkt er eigentlich nicht. Das einzige, was er an dem Tag noch genommen hatte, waren eben diese 3 Tabletten Bullrich Salz, die er auch noch trocken ohne Flüssigkeit runter gewürgt hat ( ich könnte das gar nicht, da würde ich kotzen {:( )... später nahm er dann noch das Paroxetin drauf, ebenfalls entweder ohne Flüssigkeit oder maximal mit einem Schluck Tee... so genau weiß er das nicht mehr, da er das Zeug schon so routinemäßig nimmt, dass er sich nicht wirklich merkt, wann und wie er es eingenommen hatte

    Ja, er trinkt generell immer eher zu wenig. Aber an diesen beiden Tagen hatte er eben besonders wenig getrunken, noch dazu, dass er da grad erkältet war... grad da sollte er eigentlich mehr trinken. Und dann hat er noch dieses Salz trocken geschluckt... Salz entzieht ja auch nochmal dem Körper Flüssigkeit? {:(

    Hoffe mal es war eine einmalige Sache und er achtet in Zukunft drauf, dass er mehr trinkt zur Tabletteneinnahme... v.a. wenn er eh grad krank is. War schon etwas erschreckend, auch wenns ihm selbst nicht so viel ausgemacht zu haben scheint... er empfand diesen "Rauchzustand" ja eher als angenehm %:| zumindest als das Augenflimmern weg war, das empfand er schon eher als störend.

    So ein Medikament beeinflusst halt den Hirnstoffwechsel und tatsächlich reagieren die Betroffenen individuell sehr verschieden - da lässt sich schwer festmachen, was jetzt Wirkung, Nebenwirkung oder Ursprungserkrankung ist.


    Wegen welcher Diagnose nimmt er das AD denn schon so lange ?


    Hm und nur so nebenbei ;-)


    Handy zocken, Online-Spiel, Film nebenher schauen, längere Texte lesen, währenddessen etwas essen und sich noch unterhalten, da bekäme ich auch das "Flimmern" ;-D

    Handy zocken, Online-Spiel, Film nebenher schauen, längere Texte lesen, währenddessen etwas essen und sich noch unterhalten... da war das "Flimmern" ja schon weg. Aber da befand er sich dann in diesem "beschwippsten" Zustand, wo er sich einbildete, dass plötzlich irgendwas in seinem Spiel anders ist als sonst, obwohl es offenbar nicht so war... bzw. gab es zwar schon optischere Änderungen im Spiel - aber eben nicht in dem Ausmaß, wie er am Sonntag davon überzeugt war, also das die ganzen Bilder auf den Karten anders aussehen würden und so. Die Karten wurden zwar tatsächlich teilweise optisch verändert mit Glitzereffekten, neuem Rahmen, teilweise andere Farben und Co., aber eben nicht die Kartenbilder an sich, so wie er an dem Tag davon überzeugt war, dass die Bilder auf seinen Karten anders ausschauen würden als sonst. Er hat ja auch am nächsten Tag noch 100% drauf geschworen, dass er sich das NICHT eingebildet hat... erst als er dann wieder online ging und gesehen hat, dass die Kartenbilder doch so ausschauen wie eh und je, war er selbst dann etwas irritiert.


    Er war während dieser "Phase" am Sonntag aber wie gesagt die ganze Zeit ansprechbar und bei vollem Bewusstein, konnte noch was essen und sich normal unterhalten/lesen... und war halt irgendwie auffällig "gut drauf", wie er sonst immer in der Anfangszeit von Paroxetin drauf war oder wenn er mal ausnahmsweise Alk getrunken hat, was nur sehr selten mal vorkommt, er vertrrägt dann auch nicht viel und ist nach ein paar Schlucken schon "drauf".


    Also er nimmt das Paroxetin in erster Linie wegen seiner Neurose (Zwangserkrankung/Zwangsgedanken). Das jetzt hier im Detail zu erläutern würde den Rahmen sprengen.

    Waren gestern mal bei seinem Hausarzt und haben dort dieses Phänomen angesprochen, welches er am Sonntag hatte. Der meinte aber nicht viel dazu und ist der Ansicht, dass es nix Schlimmes war, wenn es nicht dauernd immer wieder vorkommt oder so.


    Ich habe nun aber mal wieder den Fehler gemacht viel zu viel zu googlen und bin über das "Jamais-vu"-Erlebnis gestoßen... also das Gegenteil vom Deja-vu. Beim Jamais-vu erscheinen einem alltäglich vertraute Dinge plötzlich fremd, neu, anders,... auch habe ich gelesen, dass solche Erlebnisse v.a. im Rahmen eines fokalen epileptischen Anfalls vorkommen und das solche fokalen Anfälle bei Erwachsenen wiederum oft durch Raumforderungen im Hirn verursacht werden. Nun schiebe ich wieder Kopfkino und Panik wegen Hirntumor und ähnlich Schlimmes... dass das bei ihm vielleicht so ein Jamais-vu war, dass er am Sonntag plötzlich die Kartenbilder als anders empfunden hat... allerdings würde ich mal vermuten, dass so ein Jamais-vu, genau wie ein Deja-vu, nur ein Gefühl von wenigen Sekunden ist und man hinterher selbst weiß, dass man sich da jetzt getäuscht hat...? ??? Bei ihm war das ja irgendwie nochmal etwas anders, aber eben schwer zu beschreiben. Es fing ja erst mit ca. 15-20 Minuten Augenflimmern und Schwächezittern in den Händen an... bis er dann diese "Halluzinationen" hatte... alles insgesamt dauerte vielleicht so 1 - 1,5 Stunden und auch hinterher und am nächsten Tag hat er ja noch drauf bestanden, dass die Bilder der Karten verändert wurden, nur das er da nicht mehr am PC saß, um sich davon zu vergewissern. Erst am nächsten Tag hat er dann mal nachgeschaut und selbst gemerkt, dass die Kartenbilder eben doch nicht verändert wurden.


    Es war halt alles echt konfus, aber der Arzt fand das offenbar erstmal nicht so sehr alarmierend und mein Freund ist auch langsam genervt, weil ich das Thema nicht abhaken kann... aber die Angst macht mich eben grad echt fertig. %:| :°(