• Positives Verhältnis zur Menschheit bewahren

    Oder wenigstens neutral. Fällt mir manchmal etwas schwer, manchmal geht's und manchmal ist's wirklich positiv. Momentan ist es arg schwer, geht schon ne Weile so und kann nicht mal sicher sagen warum. Gestern hab ich mich mit jemand unterhalten der schon langsam die Grenze zum Hass überschreitet und konnt anläßlich meiner eigenen diesbezüglichen Phase…
  • 339 Antworten

    @ Cleeni

    Zitat

    wie hast du denn die Kerze durch den Kopierer bekommen? Die stand doch gar nicht da :-o . Die brannte gleich im Auge ;-) .

    ja seltsam, hab wirklich nur kopiert^^

    Zitat

    Interessant, wie du das wertest. Vielleicht passt du dich "einfach" dieser Sehschärfe an und wertest es für dich als "fast perfekt".

    naja, erst kam es mir total perfekt vor, jetzt nimmer so. Vermutlich war sie nie perfekt, ich war es nur nicht gewohnt so ziemlich scharf zu sehn und in den letzten Monaten hat vllt die Hirnkonditionierung aus dem sonst so verschwommenen Bild was deutbares zu machen (also so arg schlimm war's nicht, musste halt augenzukneifen um z.B. was entfernteres zu lesen) nachgelassen. Jmd meinte interessanterweise sowas, also das nachinterpretieren des unscharfen Bilds, würde das Hirn voll Energie kosten, merk ich aber nix davon dass ich jetzt irgendwie mehr Energie hätte^^

    Zitat

    keine Ahnung, ob ich die Macht hätte, oder ob mein Gehirn es auch von sich aus wollte.

    weiß ich auch nicht, ich glaub jedenfalls da ist viel Krampf im Umlauf was die Verquickung von Psyche und Augen betrifft wenn man danach geht müsste ja jeder bloß ordentlich wollen und die Augen würden wieder besser werden, ich halte das für Schmarrn. Trotzdem:

    Zitat

    Ich werte es anders. Ich will auch nicht mehr sehen, doch ich sehe es nicht als Vermeidung, denn ich könnte ja näher kommen, sondern ich sehe es als "meinen" Bereich an und bewusste Entscheidung, dass ich nicht mehr sehen will, doch nicht als Vermeidung.

    ja das "sehen"(^^) wir wirklich sehr sehr anders, ich finde das ist Vermeidung in Reinform (aber ich glaub halt nicht dass man die auflösen könnte und dann plötzlich wieder normal sieht, ich glaub nicht mal dass es psychisch induziert wurde, es ergänzt sich nur einfach gut und die Fehlsichtigkeit bedient dann sozusagen praktischerweise die Psyche.)

    Zitat

    das Gefühl des Maßes an Verkorkstheit kann ich gar nicht so richtig festmachen

    ne, ich natürlich auch nicht in Absolutheit, gibt ja auch auffälligeres und unaufälliges wenn man mal andere betrachtet, das sagt ja noch nix über die Abgründigkeit (ja das könnte man auch zur Definitionssache machen) aus. Wenn ich mich selbst betrachte ist die Einschätzung natürlich immer schlimmer als die eines Beobachters, das liegt ja in der Natur der Sache. Vor einiger Zeit zu nem Freund: "ich bin halt auch net ganz normal" er: :-o "hä, du bist doch total normal!" hihi, ja na klar^^ (und ne, das ist keine Selbstabwertung oder Festhaltenwollung an vermeintlicher Unnormalität. Es ist letzendlich auch nur Definiererei sich zu "normal" zu erklären, Augenwischerei mit Selbsttäuschungspotential. Es kann schon mal Sinn machen wenn da halt große Ausmaße an Selbstabwertung drin stecken in dem selbst-nicht-normal-finden oder wenn man sich in Selbstwertkompensativerweise für ja sooo besonders hält, aber ansonsten...)

    Zitat

    Letztens saß ich in einem Bahnhof auf dem Boden: aber nur weil es dort keine Bänke gab, ich nicht mehr stehen wollte und konnte und eben mein Essen genießen wollte. Joah, da saß ich dann auf dem Boden und dachte mir kurz: was ist, wenn jetzt ein Kollege/ der Chef vorbei kommt (unwahrscheinlich, weil es ein ganz anderer Ort war, aber trotzdem). Ich merke, dass ich mir da sonst immer innere Ketten anlegte: was darf ich, was muss ich bla bla bla. Das löste sich dort auf dem Fußweg und es war schön!!!

    :)z ja es ist witzig in welche banalen Bereiche die Norm so alles übergriffig greift und wie leicht man ihr den Stinkefinger zeigen kann wenn man will

    Zitat

    Ich frage mich grad, was mich verkorkstiger machen würde: das nicht auf mich hören, oder das auf mich hören.

    vllt beides, aber das eine macht unschöner verkorkst als das andere @:)

    Zitat

    ;-D :-D ... na dann noch einen tollen Resturlaub ;-) ;-D :-D

    hihi, danke, hab ich :-D (ja, der Smilie ist der Hit! ;-D er und der weihnachtsmützige sind mir mit Abstand die liebsten Specials)

    Zitat

    Hast du wirklich eine Uhr? Wenn ja, warum?

    jein^^ Hab mir doch mal nen Foto zugelegt und da ist natürlich die Uhrzeit rausfindbar (ich war dann ohne Witz total entsetzt dass ich somit dann Uhrzeitbesitzer war), mit ach und krach hab ich mich dann damit angefreundet wobei natürlich hilfreich war dass das ein Heidenumstand ist da auf die Uhr zuschauen (entweder Foto machen oder im Menu rumfummeln), tja und dann kam ich in den Besitz einer Wetterstation ( 8-) ;-D), nur son Weckergroßes Ding mit nem Außersensor, da steht natürlich auch fett und breit die Uhrzeit drauf. Nachdem das in Tateinheit damit passiert ist dass ich nach 4 Jahren total abwegigerweise mal die Beziehung mit einem Gaskocher einging, steht das WetterUHRDing jetzt immer neben mir am Pennplatz, um die Teeziehzeit zu bestimmen. Eigentlich war das ganze nur ein Witz mit der Wetterstation so nach dem Motto "yeah, kann ich direkt die neuen Kälterekorde ablesen" und halt spaßhalber einfach mal zu wissen wieviel Grad dann und wann mal sind, ist aber irgendwie voll ausgeartet das Ganze^^ Und ich weiß noch nicht ob mir das alles so gefällt, ist mindestens ein neuer achundkrachiger Anfreundungsprozess oder ich entscheide irgendwann dass mir das alles auf den Sack geht, denn brauchen tue ich nichts davon (außer den Foto ( x:) )), aber nutzen tue ich es halt dennoch und das hat schlicht und einfach Folgen von Konditionierung und Entkonditionierung (schätzen/Gefühl/ohne klarkommen). Keine Ahnung, für Normalwohnende klingt das vermutlich ziemlich ziemlich seltsam, aber ihr wisst gar nicht wieviel an diesen ganzen Luxuriösitäten die normal und selbstverständlich sind eigentlich alles so dran hängt und was man mit der bedenkenlosen Nutzung des allen alles verliert. (ich auch nicht, das checke ich nur so nach und nach wenn wieder was dazu kommt, und jedes Mal ist es ein Theater von knirschiger Anfreundung mit den Dingen die irgendein Besitz automatisch so mit sich bringt, z.B. mp3player -> Kopfhörer und ihre Verkabelung (aufpassen müssen, einschränkung), Batterienkauf und -Entsorgung und v.a. die Sucht der Verwendung des Geräts)

    sehr nettes Video :)z


    bleibt die dringende Frage ob sie da windmühlenbekämpfende Gedanken ausgetauscht haben oder ob solche Erkenntnisse irgendwann mal Relevanz bekommen ":/

    @ NotMichaelCaine

    Zitat

    @a.fish (falls Du hier noch mitliest)

    Tu ich, Danke! *:) Ich schau, dass ich die Tage mal zum Antworten komme.

    Hallo S. wallisii,


    mich beschäftigt dieses Thema weiterhin, auch wenn ich es nicht schaffe, Euren Gedanken zu folgen. Einzig eine Frage habe ich aufgeschnappt, die mir zentral erscheint.


    Warum brauchst Du ein positives Verhältnis zur Menschheit?


    Ich weiß nicht, ob Du diese Frage für Dich bereits beantwortet hast. (Wenn ja, wäre ich für einen kleinen Hinweis dankbar.)


    Ich für mich habe mir diese Frage noch nicht beantwortet. Ich weiß nur aus meinem "präfaktischen" Bauchgefühl heraus, mir ist die Antwort wichtig.


    Rein theoretisch wäre es natürlich möglich, dass ich beim Versuch, diese Frage zu beantworten, zu dem Ergebnis käme, ich brauche keine Meinung zur Menschheit im Allgemeinen. Auch wenn mir das sehr unwahrscheinlich vorkommt, wäre es eine Antwort, die mir hielfe, weil das Thema sich damit für mich erledigt hätte.




    soweit erstmal.


    :)D

    Hallo mond+sterne

    Zitat

    Ich weiß nicht, ob Du diese Frage für Dich bereits beantwortet hast.

    Nicht so wirklich, ich stell sie mir auch weiterhin, und jetzt auch zusätzlich mal in anderer Variante (zumindest gehe ich davon aus dass das eng zusammenhängt oder verwandt ist), nämlich dahingehend ob ich Hoffnung für die Zukunft der Menschheit als Ganzes brauche (weil ich am 31. nach dem sehen des Videos das Wort "dringend" benutzt habe, warum ist es denn dringend zu wissen - offensichtlich weil ich es irgendwie wohl in der Tat bräuchte Hoffnung für die Menschheit zu haben, ansonsten könnte es mir ja wurscht sein).

    Zitat

    Rein theoretisch wäre es natürlich möglich, dass ich beim Versuch, diese Frage zu beantworten, zu dem Ergebnis käme, ich brauche keine Meinung zur Menschheit im Allgemeinen. Auch wenn mir das sehr unwahrscheinlich vorkommt, wäre es eine Antwort, die mir hielfe, weil das Thema sich damit für mich erledigt hätte.

    sehe ich zwar rational ähnlich, aber mir macht diese Möglichkeit Angst glaub ich

    Zitat

    Ich weiß nur aus meinem "präfaktischen" Bauchgefühl heraus, mir ist die Antwort wichtig.

    ja das verstehe ich, und ich finde das ist eine gute Motivation um zu versuchen auf Fragen Antworten zu finden.


    Ich weiß nicht ob dir bei der Beantwortung deiner eigenen Frage meine Antwortsuche weiterhilft aber trotzdem kann ich es ja zusammenfassend schreiben warum ich ein positives Menschheitsbild haben wollte. Ich will das Bild jetzt nicht mehr wollen, aber das ist nur ein rationaler Beschluss und auf emotionaler Ebene ist so ein Wunsch natürlich nicht so schnell Geschichte. (es nicht mehr zu wollen heißt für mich lediglich den ausdrücklichen Wunsch danach aufzugeben, ich fände es trotzdem nett wenn sich irgendwann mal ein gefestigtes positives Verhältnis ergibt, neutral sollte aber eigentlich auch ok sein (meine ich so rational, meine emotionale Seite protestiert^^). Mit dem nachdenken mithilfe des Faden kam mir es dann nur irgendwie falsch rum vor es so sehr zu wollen, so als würde ich da vorgreifen wollen um die Entwicklung dahin nicht machen zu müssen, außerdem scheinen mir die Gründe warum ich das positive Bild wollte sehr angstorientiert zu sein was wohl selten eine gute Motivation ist)


    potentielle Gründe es gewollt zu haben/es unterbewusst wohl immer noch zu wollen sind:


    - berechtigte Angst vor dem negativen Menschheitsbild (berechtigt weil ich meiner Einschätzung nach dafür generell gefährdet bin und weil ich denke dass es ungesund ist ein negatives Verhältnis zu den Menschen zu haben)


    - nutzlose Angst vor dem negativen Bild (z.B. Angst davor dass es negativ werden könnte weil mir schlimme Sachen passieren könnten ("nutzlos" weil Zukunftsangst, weil ich nicht weiß ob schlimmes passieren wird und weil ich nicht weiß ob es wirklich zu einem negativen Abdrift führen würde, zusätzlich ist es sekundäre Angst, die eigentliche Angst ist hierbei natürlich die vor schlimmen Sachen, also nochmal irgendwas regelrecht traumatisches oder ein Sammelsurium von nur-bißchen-Schlimmem was in der Summe ausreichend schlimm Schlimm wäre)


    - Angst vor Opfertum und Verantwortungsverweigerung (kann ich leider immernoch nicht besser erklären als bisher)


    - Hoffnung dass mit dem positiven Bild einhergeht dass es mir selbst eben dauerhaft so gut geht dass es ein gutes Bild überhaupt sein kann. Oder dass schlimme Dinge so weit von mir weg sind dass sie mein Verhältnis zur Menschheit nicht negativ beeinflussen


    - Angst vor bestimmten Entwicklungen die für ein positives Bild vermutlich vorher notwendig wären und Loslassschwierigkeiten bestimmter Wertigkeiten (könnte ich mit den Fingern schnippen und mein Verhältnis zur Menschheit wär positiv müsste ich sowas nimmer machen, das meinte ich oben mit "vorgreifen", so wie Fahrradfahren können, von jetzt auf gleich, und eben ohne auf die Fresse zu fliegen^^)


    - Motivation: Jeder Mensch hat mehr oder weniger Einfluss auf die Menschheit, automatisch - aber man kann natürlich auch versuchen absichtlich mehr oder weniger Einfluss zu haben und man kann versuchen die Art des Einflusses zu bestimmen. Ich hätte gerne einen guten Einfluss, mindestens auf mir näherstehende Menschen aber vllt sogar auch auf den ganzen spinnerten Rest^^ Aber wenn das Verhältnis zur Menschheit nicht gut ist ist natürlich die Frage ob ich das weiterhin wollen würde/sollte ":/


    naja... gäb mehr, aber ich bin leider sehr blockiert was das betrifft, insofern weiß ich leider auch nicht die jeweiligen Gewichtungen der einzelnen Gründe. Die Motivation für die Zusammenfassung ist an dieser Blockade ein wenig zu rütteln also wenn du nichts damit anfangen ist das schon allein deswegen kein Problem (es wäre aber so oder so keins :-) und so oder so: viel Erfolg beim selbstergründen, wenn du zu keinem Ergebnis kommen solltest ist das Ergebnis vllt nicht wichtig, vllt war dann nur wichtig es einfach mal zu bedenken was du dann daran merken wirst dass das präfaktische Bauchgefühl von Wichtigkeit nachlässt)

    @ all

    Wie ist das bei euch so mit der zukunftsgerichteten Hoffnung für die Menschheit? Habt ihr welche und wenn ja sind eure Hoffnung noch auf Zeiträume während eurer Lebensspanne gerichtet? (bei mir ist das sehr schwankend von hoffend bis lieber-nicht-drüber-nachdenkend^^ (postapokalyptische Romane lese/höre ich (aber/deswegen?) sehr gern) und wenn hoffend dann oft in sehr ferne Zukunft projeziert was mir ein bißchen selbstveralbernd vorkommt ;-D)

    Welche Hoffnungen meinst Du? Dass wir noch existieren? Oder was erreicht werden könnte etc.? Also, im Bereich wissenschaftlicher Entwicklungen und Erfindungen bin ich eigentlich sehr positiv eingestellt. Es gibt so unendlich viele spannende Themen und so viele kluge Menschen, die an diesen forschen und entwickeln. KI ist ein Thema, wo ich tatsächlich noch innerhalb meiner Lebensspanne mit weiteren tollen Fortschritten rechne. Die medizinische Entwicklung, was gezielte DNA-Manipulation und sowas angeht, bringt schon richtige science-fictionmäßige Ergebnisse, das wird auch noch spannend. Aber so konkrete Hoffnungen a lá "Bis dann und dann ist Krebs besiegt" oder "In so und so viel Jahren siedeln wir auf dem Mars", nee, das kann ich nicht sagen, einfach, weil ich das nicht einschätzen und überblicken kann.


    Gesellschaftlich/sozial/politisch bin ich weniger positiv eingestellt, da herrscht eher lieber-nicht-drüber-nachdenken. Was die Umwelt angeht, denke ich, der Klimawandel ist nicht mehr aufzuhalten und wir stellen uns besser darauf ein. Das wird Teilen der Welt gut gelingen, wie üblich auf massive Kosten der restlichen. An ein grundsätzliches Umdenken in Richtung Nachhaltigkeit und Umweltschutz glaube ich, trotz aller positiver Entwicklungen in diese Richtung, nicht.

    Zitat

    und wenn hoffend dann oft in sehr ferne Zukunft projeziert was mir ein bißchen selbstveralbernd vorkommt ;-D

    ;-D Ach, ich liebe Science Fiction. Also, so richtige Science Fiction, wo der technische Fortschritt die Gesellschaft und die Menschen an sich elementar verändert hat. Nicht nur heutige Themen und Bla mit Lasern und im Weltall. Kennst Du die Culture-Bücher von Iain M. Banks? Was liest Du da gerne?



    @ NotMichaelCaine

    Also, ich glaube, ich konnte Deinem Beitrag soweit folgen, aber ich sehe nicht so ganz den Bezug zu meiner Frage. Ich habe mich gefragt, warum (oder vielleicht auch - ob) ein schlechter/negativer Umgang mit sich selber in einem schlechten/negativen Umgang mit anderen Menschen münden sollte oder ob ein unterschiedlicher Umgang mit sich selber ggü. anderen einem zu einem Heuchler macht. Soweit ich das verstanden hab, hast Du jetzt eher dargelegt, wie eine soziale Regel entstehen kann und warum man ggf. innere Spannungen im Umgang damit erfährt.

    Zitat

    Deine Erfahrung scheint ja zu sein (korrigier mich wenn ich falsch liege): innerlich was negatives, drückt sich äußerlich in was positivem aus.

    Sicherlich nicht als Automatismus für jeden und in jedem Fall, und mein Punkt ist eher, dass das in meinen Augen nicht zwingend viel miteinander zu tun haben muss. Zum Beispiel verzeihe ich mir selber Fehler nur sehr schwer, anderen Menschen verzeihe ich Fehler aber oft leicht. Mir selber gegenüber bin ich also nachtragend, anderen Menschen gegenüber kaum. Ist das nu problematisch, weil ich mich und andere da nicht gleich behandele? Ich find nicht. ":/


    Fälle, in denen etwas innerlich negatives sich äußerlich positiv ausdrückt, sind all die Gelegenheiten, in denen ich meine Bequemlichkeit, Miesepeterigkeit, meinen Egoismus oder meinen Neid bekämpfe und stattdessen Aufwand für andere betreibe, ein Lächeln aufsetze, teile oder mich zurücknehme. Das fühlt sich für mich nicht immer toll an, aber im Ergebnis halte ich es für das richtige. Nicht, dass ich dem Utilitarismus in jedem Fall zugeneigt wäre, hier aber dann wohl doch.


    Mh, bessere oder andere Beispiele fallen mir gerade nicht ein.

    Zitat

    wie auch immer diese Regeln entstanden sind, sie, und selbst wenn sie sie explizit nicht so gesagt haben, tragen schon gewise Verantwortung dafür dass diese Regel existieren..

    Aufgrund dessen was ich a.fish gegenüber ausgeführt habe würde ich das in Frage stellen: Wenn die goldene Regel - nicht ihre Interpretation sondern das was sie tatsächlich erfahrbar ausmacht - ein Naturgesetz ähnlich der Schwerkraft ist, ist jemand wie Kant für ihre Existenz genauso wenig verantwortlich wie Newton das für die Schwerkraft sein könnte. Es wäre dann einfach so.


    And Dich wäre dann die Frage: Wärst Du ein Verfechter davon den Bewusstseinsprozess aufzuhalten? ( denn nichts anderes war Newtons Regelfindung ja: ein Bewusstwerden und niederschreiben von Zusammenhängen).


    Und wie wir eben physikalische Gesetze nutzen (z.b. auch in der Atmokraft) produziert dann eben destruktive oder konstruktive Ergebnisse. Das ändert ja nichts daran, dass diese Gesetze oder vielleicht besser relationalen Zusammenhänge tatsächlich real exisitieren?! Wovor Menschen - zurecht - einerseits eine gewisse Angst und wonach sie andererseits eine gewisse Sehnucht haben ist diese Grundregeln tatsächlich zu erkennen und zu erkennen, dass sie tatsächlich wertneutral sind bis wir Menschen sie entweder konstruktiv oder destruktiv einsetzen. Trotzdem wissen wir natürlich das das wahr ist. Bislang wurde das vielen wohl hauptsächlich über die physikalische Welt bewusst - jetzt wird allmählich bewusster und unignorier bar klarer, das das auch für die innere psychologische (Gedanken)Welt gilt, die einiges komplexer ist als die physikalische, sich aber früher oder später unterschiedlich in der physikalischen Welt ausdrückt.

    Zitat

    Interessant, das ist mir neu. (Meine Güte! Selbst Uwe Kling oder wie er heißt hat das begriffen^^ oder zumindest sein Känguru weiß dass man selber denken muss! ;-D) Aber es ändert nicht wirklich was, eigentlich ist es offensichtlich sogar total nutzlos, oder eine Selbstabsicherung, Verantwortungsabschiebung? ":/

    Hier wäre die interessante Frage: Wer schiebt denn Verantwortung ab? Die "Regel"? Oder derjenige der sie selbst nicht prüfen will sondern einfach von einem Dritten übernehmen möchte?

    Zitat

    %-| Das ist mir leider wirklich sehr sehr vertraut und es nervt mich inzwischen schon desöfteren^^ Dabei geht's da ja net mal um allgemeine Erkenntnisse oder so. "Warum sitzt du hier?" %-| Zum Pfannkuchenbacken natürlich! %-| 20min krieg ich aber net (sehr selten, aber das ist dann fast immer nett), am liebsten nur 5s, pfft, Fastfood oder so.

    An dieser Aussage finde ich spannend, dass es Dein Dilemma (oder besser unser aller Dilemma ;-) ) so gut illustriert: Einerseits hast Du eine große Aversion gegen "Informationen von außen" und andererseits brauchst Du Input. Irgendwie möchtest Du vielleicht bestimmen welchen Input Du brauchst, aber Du weisst es noch nicht wirklich oder? Erst wenn der Input da ist weisst Du: das war jetzt aber so gar nicht. oder jo das war jetzt ganz klasse. Was passiert also?

    Zitat

    tja, eigentlich nur zu gern :-D wo finde ich die denn im RL, wie erkenne ich sie?

    Mh - spannend. Auch das ist doch eine "relationale" Entscheidung und hat die Basis in Dir selbst: Wo auch immer Du Dich im Erkenntnisprozess befindest wirst Du vermutlich andere Menschen als erkenntnisreich wahrnehmen oder? Wie Du sagst: Du kannst mit den Nachbarn anfangen ;-).


    Meine Erfahrung ist eher: Ich fing mit geschichtlichen Vorbildern a la Gandhi an und bin mittlerweile bei den täglichen Begegnungen. Da übe ich aber noch schwer ;-). Was aber bei mir angekommen ist, ist das ich diese Wahl treffe und sie etwas mit mir und meinem aktuellen Sosein zu tun hat. Solange ich als Vorbild jemanden brauche der - ich nenn es mal - erleuchteter ist als ich selbst ist klar, dass ich noch in der Versuchung bin Verantwortung abzuschieben, Thesen ungeprüft zu übernehmen und ich noch etwas von außen brauche was auch von innen kommen könnte. Ich kann das von außen nur dazu verwenden im innen etwas zu finden - sozusagen als Spotlight auf einen bestimmten inneren Bereich um dann zu schaun. Mit Handlung muss ich das selbst füllen und mit Erfahrungserkenntnis bzw Überprüfungen der Thesen von außen.


    Psychologisch gesprochen ist eine Folge z.b. : Je solider und verlässlicher meine Empathie wird desto mehr bin ich auf dem richtigen Weg. Um mich dorthin zu begeben mache ich Fehler und fall ordentlich auf die Nase was eben häufig aus den Überprüfungesprozessen kommt, die übrigens in hohem Umfang verbal sind ( was den Bogen zu meiner Ausgangsbeitrag schliesst).

    Zitat

    Ich treff (bzw sie mich) sogar beim betteln immer wieder Mal Menschen die sich Gedanken machen, das freut mich immer sehr, aber inspiriert wurde ich da auch noch nicht (kann ja an mir liegen, aber trotzdem...) Bücher religiöser oder philosophischer Natur zu lesen mag ich bisher nicht, da hindert mich wohl mehreres daran.

    Mh - kann es sein dass es daher kommt, dass Du deutlich spürst, dass Erkenntnis aus Dir selbst kommen muss und Deine Erfahrung mit "aufoktruierter" Erkenntis (eben z.b. durch Umfeld in der Kindheit) sehr negativ waren Du aber erst spät gelernt hast Dich gegen letzteres zu wehren?

    Zitat

    Das Problem ist ja dass das was mir zu weit vorraus ist ich nicht verstehe ;-D Und das was man selbst verstanden hat braucht man eigentlich nimmer lesen. ":/

    Mh. Meine Erfahrung damit ist, dass ich das zwar nicht mehr zu lesen brauche ;-) - aber das das Unterbewusstsein das "zur Prüfung" vorrätig hält. Das eine oder andere von dem was ich vor 5 Jahren beim lesen nicht verstanden oder eigentlich abgelehnt habe ist mittlerweile erfahrbarer geworden und war - als es dazu kam - leichter erkennbar und damit auch leichter aus mir heraus für meine Zwecke (re)interpretierbar. Das ist auch der Grund warum ich es (real aber auch in Foren wie hier z.B.) nicht immer für sinnvoll halte mein Argumentationsniveau nach unten anzupassen. Meiner Erfahrung nach verstehen viele Menschen denen man das auf den ersten Blick vielleicht selbst nicht unbedingt zutraut instinktiv sehr einiges mehr als es erst den Anschein hat und es hilft ihnen mittelfristig mehr sie möglicherweise kurzfristig zu überfordern, auch wenn es einem selbst manchmal natürlich auch mal negativ angekreidet wird. Das gehört einfach dazu.

    Zitat

    wie meinst du das? *fasziniert schau* ;-D Ich seh nämlich wenig was wirklich anders ist als es immer schon ist, die Ebenen und Mittel ändern sich, aber ansonsten bleiben die Mechanismen doch gleich, in 500 Jahren werden die Menschen entsetzt sein wie ekelhaft wir zueinander waren und selbst Ekligkeiten begehen die wiederrum nur von einem Bruchteil der Menschen überhaupt hinterfragt werden.

    Mh. Ich meinte das nicht positiv wertend- fürchte ich ;-).


    Wieder der Verweis auf a.fish und die Grundthese: Wenn es - ich nenne es mal - psychische Naturgesetze neben den physikalischen geben sollte gegen die wir als Menschheit mittlerweile organisiert unterschiedlich stark anleben wäre die Destruktivität die wir täglich sehen, die logische Folge daraus. Das wäre aus meiner Sicht das was Du wiederholbar in der Geschichte wahrnimmst.


    Meine Arbeitshypothese ist, dass Erkenntnis, deren Existenz in den früheren Jahrhunderten nur einer gewissen Schicht überhaupt bewusst war jetzt leichter zugänglich ist um nicht zu sagen weniger durch die Masse verdrängbar ist - weltweit - als sie es jemals war.


    Das bedeutet noch nicht, dass Menschen sie tatsächlich aktiv angehen - aber es fällt schwerer zu ignorieren, dass der Erkenntnisprozess praktizierbar ist. Er bleibt ja weiterhin eine Wahl, die jeder einzelne treffen kann oder auch nicht.


    Gesellschaftlich passieren mittlerweile natürlich auch heftige Fall-backs, weil Menschen Angst vor der Bodenlosigkeit des Prozesses haben und sich an das klammern was sie bisher dazu kennen oder wenn da nichts ist in psychische Störungen verfallen. Jeder Therapeut der täglich Einzelpersonen bei solchen Schritten begleitet erfährt wie tief sitzend dieses Angst ist und das es keine Garantie zum Verlauf gibt. Es ist allerdings auch schwierig wieder in Ignoranz zu vefallen, wenn man den Prozess tatsächlich mal in Gang gesetzt hat. Man kann sich zeitweise ablenken, alles schön verdrängen, Ängste ignorieren, aber früher oder später im Leben holt einen das ungelöste wieder ein. Das passiert uns eben mittlerweile auch auf der gesamtgesellschaftlichen Ebene was auch dort den Ruf nach Fall-backs auslöst.

    Zitat

    Sicherlich nicht als Automatismus für jeden und in jedem Fall, und mein Punkt ist eher, dass das in meinen Augen nicht zwingend viel miteinander zu tun haben muss. Zum Beispiel verzeihe ich mir selber Fehler nur sehr schwer, anderen Menschen verzeihe ich Fehler aber oft leicht. Mir selber gegenüber bin ich also nachtragend, anderen Menschen gegenüber kaum. Ist das nu problematisch, weil ich mich und andere da nicht gleich behandele? Ich find nicht. ":/

    Ok - ja - das erlebe ich z.B. mittlerweile anders. Praktiziert habe ich das natürlich selber früher ganz massiv. Auch jetzt passiert es unter Stress und in unachtsamen Momenten natürlich noch! Ich habe nur für mich irgendwann festgestellt, dass die innerliche Verurteilung von Fehlern die ich an anderen verzeihe nicht dazu führt, dass ich diese Fehler nicht mehr mache sondern im Gegenteil, dass ich manchmal regelrechte Fehlerfixierungen zemtentiert habe und die Wiederholung fast unumgänglich war - frei nach dem Motto: Denken Sie nicht an einen rosa Elefanten.


    Für mich kam dazu, dass ich mich innerlich getrennt von denen gefühlt habe denen ich aktiv verziehen habe und das fühlte sich ab einem bestimmten Punkt meiner Selbstwahrnehmung einfach nur noch völlig falsch an. Das sind natürlich persönliche Erfahrungen und die sind einfach wie sie sind...


    Meine Erfahrung mit mir ist auf jeden fall: je mehr ich es schaffe mein äußeres Verzeihverhalten in meiner inneren Welt anzuwenden desto leichter fiel es mir mich von Fehlerfixierungen zu lösen und das hatte stellenweise in der Vergangenheit eben auch den Effekt das meine eigene Fehlerhäufigkeit geringer wurde - allerdings nicht immer. Es gibt natürlich Fehler an denen ich aktiv arbeiten will um sie zu beseitigen. Aber auch da hilft mir das nicht im "ich bestrafe mich selbst " Modus zu machen, weil ich ausgeglichener bleibe. Vorher war ich dann ständig mit innerer Schadensbegrenzung beschäftigt plus habe den Fehler ja auch nicht beseitigt. Sonst wäre er ja nicht mehr da. Kann bei mir natürlich aus der co-abhängigen Suchtdynamik gekommen sein und deshalb für Dich wieder ganz anders sein.


    Vielleicht funktioniert die innere Unverzeihlichkeit bei Dir ja als eine Art Wecker und hilft Dir Dinge zu ändern? Fühlst Du Dich in so einer Situation in der Du Menschen verzeihst, die etwas tun was Du Dir selbst nicht verzeihst, diesen Menschen verbunden?


    Wenn Du Dich gut damit fühlst und Du auch merkst das es im Umgang mit anderen für Dich ein positives Feedback, würde ich es an Deiner Stelle auch dabei belassen. Die Selbstprüfung und Dein eigenes Erleben sind das was zählt. (dafür der lange sermon vorher ;-) )


    Wenn es sich richtig anfühlt hast Du ja auch eher das Flow Gefühl - also das Gefühl mit dem "Naturgesetz" zu laufen als dagegen.

    Zitat

    Vorher war ich dann ständig mit innerer Schadensbegrenzung beschäftigt plus habe den Fehler ja auch nicht beseitigt. Sonst wäre er ja nicht mehr da. Kann bei mir natürlich aus der co-abhängigen Suchtdynamik gekommen sein und deshalb für Dich wieder ganz anders sein.

    Doch, das liest sich alles durchaus vertraut. Wenn man von den kognitiven Lerntheorien darauf schaut, ergibt das auch Sinn, denn Untersuchungen haben ja gezeigt, dass ein Gehirn unter Stress sehr schlecht lernen/Informationen aufnehmen und speichern kann. Dass ein entspannteres Mit-Sich-im-Reinen-Sein für mich selber vorteilhaft wäre, kommt mir ganz schlüssig vor und deckt sich mit meinen Erfahrungen und Erlebnissen, mir ging es hier ja nur speziell um den Umgang mit anderen Menschen.

    Zitat

    Fühlst Du Dich in so einer Situation in der Du Menschen verzeihst, die etwas tun was Du Dir selbst nicht verzeihst, diesen Menschen verbunden?

    Verbunden fühlen, hui, das ist ein großer Begriff und ein eher seltenes Gefühl für mich. Also nein, ich würde nicht sagen, dass solche Situationen mich mit Menschen verbunden fühlen lassen, aber sie haben auch keine spürbar negativen/unangenehmen Auswirkungen auf mich. Manchmal fühle ich mich dabei sehr gütig, das ist natürlich angenehm ;-), meist ist es aber keine große Sache. Manchmal fühle ich mich, als würde ich meine eigenen Werte verraten, aber oft auch ... nicht. Öhm. Das kütt wie es kütt.

    Zitat

    Vielleicht funktioniert die innere Unverzeihlichkeit bei Dir ja als eine Art Wecker und hilft Dir Dinge zu ändern?

    Teils, teils würde ich sagen. Da ist auch ein ordentlicher Anteil, der Selbstzweifel und -ablehnung zementiert und der zu innerem Kreiseln und der von Dir beschriebenen Fehlerfixierung führt. Aber wiederum - Auswirkungen auf meine Außenwirkung hat das, denke ich, in den hier im Thread behandelten Themen und Situationen weniger.

    Zitat

    Die Selbstprüfung und Dein eigenes Erleben sind das was zählt.

    :-D Da muss ich lachen, denn: nein, es fühlt sich überhaupt nicht im Flow oder irgendwie passend an. Kaum irgendeine Interaktion mit anderen Menschen ist für mich intuitiv zu meistern. Das Ergebnis meiner Selbstpüfung ist, dass ich mich häufig im Konflikt mit mir selber befinde und kaum Ahnung oder Anhaltspunkte finde, was das "richtige" Verhalten und die richtige Haltung ist. Zum Beispiel zur Menschheit allgemein, bin da immer noch nicht weiter. ;-D Oder mit mir selber - ist es besser/authentischer/ehrlicher meinen anti-sozialen Impulsen nachzugeben oder doch mehr im Einklang mit meinem "wahren Ich" diese im Zaum zu halten und ist so ein Einklang überhaupt wichtig. Bzw. natürlich habe ich mir offenbar recht strikte Regeln auferlegt, so ganz "keine Ahnung" habe ich also offenbar nicht und von irgendwoher kommen die ja auch, aber ich befinde mich da mehr im Zweifel als dass ich mir irgendwomit sicher wäre und meine Gefühle, mein Erleben geben keine aufschlussreiche Auskunft.

    @ a.fish

    Zitat

    Gesellschaftlich/sozial/politisch bin ich weniger positiv eingestellt, da herrscht eher lieber-nicht-drüber-nachdenken.

    ja ich meinte natürlich hauptsächlich sowas, Optimismus in der Hinsicht wär wahrscheinlich recht hilfreich irgendwie (nur warum, weiß nicht ob ich das gut finden soll dass es hilfreich wäre, schließlich lebe ich jetzt und was in ferner Zukunft sein könnte müsste doch regelrecht irrelevant sein ":/ )


    Das technische finde ich auch spannend, aber da hab ich keinen Hoffnungsbedarf weil ich mir sicher bin dass aus heutigem Verständnis betrachtet noch verdammt unglaubliche Sachen kommen. Klar hätten da mache Sachen vllt Potential auch gesellschaftlich positiv zu wirken, aber vermutlich auch das Gegenteil. Gib den Menschen jetzt unendlich an materiellen Möglichkeiten und es würde sich nichts verbessern. Z.B. ganz banal Standesdünkel, da würden andere Kriterien als Reichtum und dergleichen gefunden werden.. müssen vermutlich - ich denke die Menschen brauchen derartiges .. (noch? *schiefgrins*).

    Zitat

    Nicht nur heutige Themen und Bla mit Lasern und im Weltall.

    da frag ich mich halt wirklich ob "heutige Themen" nicht beständig weiter verbleiben und höchsten ihre Gewänder wechseln. Ich mag Romane in denen da was gesellschaftsfortschrittliches oder auch nur einfach gesellschaftsanderes versucht wird auch sehr gerne, aber auch die haben i.d.R. immer heute-Themen drin. Wahrscheinlich wären sie sonst auch wirklich seltsam zu lesen. (hab mal ein Fantasy-Buch gelesen in dem es keinerlei auch nur ansatzweise gute Personen gab, das war sehr interessant aber nur weil: höllisch unbefriedigend und beständig sehnsüchtig nach Identifikationsmöglichkeit^^ Möglicherweise wäre es ebenso wenn alles konsequent utopisch wäre oder einfach nur weit weg von uns-heute)

    Zitat

    Kennst Du die Culture-Bücher von Iain M. Banks? Was liest Du da gerne?

    Glaub ich hab noch nichts von ihm gelesen. Ich les (überwiegend höre) da aber fast wahllos alles was ich in die Finger kriege ;-D und so viel dass ich teilweise gar nimmer weiß was alles^^ Werd mal die Augen nach ihm offen halten, der Culture-Zyklus klingt jedenfalls sehr nett.

    @ NotMichaelCaine

    ich hab da ein grundsätzliches Verständnisproblem, ich kann in der Goldenen Regel und ihren Varianten keine Gesetzmäßigkeit sehen die analog zu einem Naturgesetz funktionieren würde. Es ist in meinen Augen eine Verhaltensvorschrift und sonst nichts. Wie gesagt, ich glaube nicht an Karma oder dass da magische Ausgleiche oder ausgleichende Gerechtigkeit passieren würden, das halte ich für einen Wunschtraum mancher. Und ich denke eben auch nicht dass ein unausgesprochene Zusatz zu der Regel "wenn goldene Regel dann netter auf der Welt" zutrifft, nur Fassade und jede Menge Prokrastinationspotential das sich explosiv anstaut.

    Zitat

    And Dich wäre dann die Frage: Wärst Du ein Verfechter davon den Bewusstseinsprozess aufzuhalten?

    (wie kommst du denn da drauf?^^) Ich fände es außerst nett wenn eine solche Weiterentwicklung breitmassig überhaupt stattfinden würde!! ;-D Es sind und waren schon immer nur einzelne Menschen die sich entwickeln, die sich hinterfragen und selbstergründen und noch nie hatten sie Einfluss auf die breite Masse. Meine Güte wo wir da inzwischen wären wenn es anders wäre! Soviel an selbstergründerischen Erkenntnissen sind recht banal, die wären in der Schule vermittel- und erlernbar, aber das interessiert ja keine Sau die an der Macht sitzt. Wahrscheinlich wird sich überhaupt nie was ändern solange es Konzepte von Macht überhaupt gibt :-(

    Zitat

    Hier wäre die interessante Frage: Wer schiebt denn Verantwortung ab?

    Na diejenigen die mit klarem Bewusstsein des Missverständnispotentials was verbreiten (was auch immer es gewesen sein mag) und vllt die die es derartig zu einer Verhaltensvorschrift verkommen haben lassen (wenn in guter Absicht, wenn nicht war es natürlich keine Abschiebung sondern Absicht, z.B. Machterhalt, bequem regierbares Volk und sowas).

    Zitat

    Oder derjenige der sie selbst nicht prüfen will sondern einfach von einem Dritten übernehmen möchte?

    Er nimmt seine Selbstverantwortung nicht wahr aber er schiebt die Verantwortung für die Regel nicht ab, wie soll er sie denn haben, er hat die Regel nicht gemacht. (hier wieder Verständnisproblem: es ist eben kein Naturgesetz was da ist ob man drum weiß oder nicht, es ist ein menschgemachtes Gebla)

    Zitat

    jetzt wird allmählich bewusster und unignorier bar klarer, das das auch für die innere psychologische (Gedanken)Welt gilt, die einiges komplexer ist als die physikalische, sich aber früher oder später unterschiedlich in der physikalischen Welt ausdrückt.

    weiter unter schreibst du meintest es nicht positiv-wertend aber das klingt doch positiv? Ich kann das aber leider nicht erkennen, klar es gibt jetzt Internet und zig geistige Strömungen und Ideen, vorher gabs Bücher und Religionen. Die Autoren haben früher sogar Bezug aufeinander genommen und wurden viel gelesen, aber was änderten sie? Religionen betrachte ich als gescheiterte Experimente Ordnung ins Chaos zu bringen die vermutlich aussterben werden. Naheliegend wäre danach das Chaos einfach Chaos sein zu lassen, aber nö, immer nur immer wieder lieber Regeln und Gesetze die ihrerseits wieder soviel Scheiße verursachen.

    Zitat

    Meine Arbeitshypothese ist, dass Erkenntnis, deren Existenz in den früheren Jahrhunderten nur einer gewissen Schicht überhaupt bewusst war jetzt leichter zugänglich ist um nicht zu sagen weniger durch die Masse verdrängbar ist - weltweit - als sie es jemals war.

    mag ja sein, aber ich hab Zweifel daran dass es trotz dessen wirklich etwas ändert, Selbsterkenntnis ist nicht selten unangenehm, die meisten Menschen wollen das aber nicht, auch unter Menschen die z.B. der Esoterik oder ähnlichem zugeneigt sind kann ich das durchgehend beobachten. Ich bin auch noch nie jmd begegnet dem das leicht fällt und ich denke irgendwie nicht dass das in unserer Genetik drin steckt sondern in unserer Gesellschaft, da geht's immer um Bilder, um darstellen und vorgeben so und so zu sein und die meisten halten es gar für real, das steht breitmassiger weiterentwicklung einfach sehr sehr hart entgegen.

    Zitat

    An dieser Aussage finde ich spannend, dass es Dein Dilemma (oder besser unser aller Dilemma ;-) ) so gut illustriert: Einerseits hast Du eine große Aversion gegen "Informationen von außen" und andererseits brauchst Du Input. Irgendwie möchtest Du vielleicht bestimmen welchen Input Du brauchst, aber Du weisst es noch nicht wirklich oder?

    ja, ich würd michbetreffend nur "ein Dilemma" sagen sonst klängs ja als hätt ich sonst keine Probleme ;-D ein anderes ist der große Zweifel daran dass es "diesen" Input überhaupt gibt ":/ oder vllt wirklich nur sowas:

    Zitat

    bin mittlerweile bei den täglichen Begegnungen. Da übe ich aber noch schwer ;-).

    klar, da ist u.U. einiges rauszuholen. Und ja, das ist einerseits Entscheidung (für die jeweilige Offenheit) und andererseits abhängig davon was man gerade aufnehmen kann, wo man steht, was einen beschäftigt und so weiter.

    Zitat

    Solange ich als Vorbild jemanden brauche der - ich nenn es mal - erleuchteter ist als ich selbst ist klar, dass ich noch in der Versuchung bin Verantwortung abzuschieben, Thesen ungeprüft zu übernehmen und ich noch etwas von außen brauche was auch von innen kommen könnte.

    auch das sehe ich genauso, bin da aber mal recht unstreng zu mir was dieses Bedürfnis angeht. Aber vllt ist das ja einfach hier mal unstreng zu sein wenn man eh das meiste ablehnt ;-D

    Zitat

    und Deine Erfahrung mit "aufoktruierter" Erkenntis (eben z.b. durch Umfeld in der Kindheit) sehr negativ waren Du aber erst spät gelernt hast Dich gegen letzteres zu wehren?

    weiß nicht, kann sein, später in der Jugendzeit (ca ab 15) hatte ich paar Jahre lang meine Esoterikphase mit der ich mich immer noch nicht sehr weit versöhnt habe. (da hab ich witzigerweise gestern drüber nachgedacht^^ aber nicht in dem interessanten Zusammenhang sondern nur dass mal Zeit wäre diesbzgl wieder ein Stück versöhnlicher zu sein)

    Zitat

    ich hab da ein grundsätzliches Verständnisproblem, ich kann in der Goldenen Regel und ihren Varianten keine Gesetzmäßigkeit sehen die analog zu einem Naturgesetz funktionieren würde.

    Aus meiner Sicht gibts da nicht wirklich etwas zu verstehen sondern nur selbständig zu prüfen: Die goldene Regel (nicht in der religiösen Ausprägung sondern in der ursprünglichen) als Arbeithypothese zu nutzen und sie dann selber aktiv an der Realität zu testen ist ja eine aktive Handlung, die jeder für sich selbst ausführen kann. Wenn Du dabei für Dich feststellst: Nö die gilt nicht. ist sie falsifiziert.


    Mal ganz einfach: Wann hast Du das letzte Mal jemandem etwas getan was Du nicht möchtest was andere mit Dir machen. Irgendetwas. Eine Lüge in irgendeinem Zusammenhang z.B. die Du, wenn jemand anderer Dich im gleichen Zusammenhang anlügen würde als sehr unangehm empfinden würdest. Wie hast Du Dich dabei oder danach gefühlt? Fühlt sich das positiv oder negativ an - kehrt die Situation im Kopf oft wieder? Oder ist das wurscht und gleich vergessen?


    Vielleicht siehst Du worauf ich raus will: Die goldene Regel als natürliche Authentizitätsregel.


    Wohlbemerkt rede ich hier nicht von dem was Du hier:

    Zitat

    Wie gesagt, ich glaube nicht an Karma oder dass da magische Ausgleiche oder ausgleichende Gerechtigkeit passieren würden, das halte ich für einen Wunschtraum mancher. Und ich denke eben auch nicht dass ein unausgesprochene Zusatz zu der Regel "wenn goldene Regel dann netter auf der Welt" zutrifft, nur Fassade und jede Menge Prokrastinationspotential das sich explosiv anstaut.

    schreibst, sondern nur ganz pur von der Goldenen Regel ohne "wenn Du dich daran hälst bekommst Du automatisch von anderen auch nur dasselbe zurück" Auslegung:


    "Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst."


    Von ausgleichender Gerechtigkeit ist hier nicht die Rede. Es geht einzig und allein um eine Person in diesem mix - die ausführende. Macht die Regel für Dich da Sinn? Oder willst Du sie losgelöst von dem was andere tun gar nicht betrachten? Wenn nein, warum nicht?

    Zitat

    mir ging es hier ja nur speziell um den Umgang mit anderen Menschen.

    ja.

    Zitat

    Also nein, ich würde nicht sagen, dass solche Situationen mich mit Menschen verbunden fühlen lassen, aber sie haben auch keine spürbar negativen/unangenehmen Auswirkungen auf mich. Manchmal fühle ich mich dabei sehr gütig, das ist natürlich angenehm ;-), meist ist es aber keine große Sache. Manchmal fühle ich mich, als würde ich meine eigenen Werte verraten, aber oft auch ... nicht. Öhm. Das kütt wie es kütt.

    Ok - Dein Grundgefühl ist in dieser Situation mit anderen also häufig positiv - manchmal negativ ( eigene Werte verraten). Wie reagieren denn die anderen drauf? Überwiegend positiv? Überwiegend neutral? Nehmen sies als selbstverständlich? Erwarten sie vielleicht sogar von Dir eine gewisse Toleranz? Es geht Dir ja um den Interaktionsteil mit anderen Menschen....

    Zitat

    Aber wiederum - Auswirkungen auf meine Außenwirkung hat das, denke ich, in den hier im Thread behandelten Themen und Situationen weniger.

    ok. Bekommst Du das von anderen auch so "rückgemeldet"?

    Zitat

    Kaum irgendeine Interaktion mit anderen Menschen ist für mich intuitiv zu meistern. Das Ergebnis meiner Selbstpüfung ist, dass ich mich häufig im Konflikt mit mir selber befinde und kaum Ahnung oder Anhaltspunkte finde, was das "richtige" Verhalten und die richtige Haltung ist. Zum Beispiel zur Menschheit allgemein, bin da immer noch nicht weiter. ;-D Oder mit mir selber - ist es besser/authentischer/ehrlicher meinen anti-sozialen Impulsen nachzugeben oder doch mehr im Einklang mit meinem "wahren Ich" diese im Zaum zu halten und ist so ein Einklang überhaupt wichtig. Bzw. natürlich habe ich mir offenbar recht strikte Regeln auferlegt, so ganz "keine Ahnung" habe ich also offenbar nicht und von irgendwoher kommen die ja auch, aber ich befinde mich da mehr im Zweifel als dass ich mir irgendwomit sicher wäre und meine Gefühle, mein Erleben geben keine aufschlussreiche Auskunft.

    Mh - ok - ich bin jetzt unsicher ob ich dazu was schreiben soll, weil es hier wieder mehr um Dich zu gehen scheint und ich nicht so ganz erfasse wo Du da die Grenze ziehst wozu Du gern ein Feedback hättest und wozu nicht. Deshalb würde ich das momentan einfach mal so stehen lassen und biete Dir an dazu was zu schreiben wie das bei mir mittlerweile ist, aber nur wenn Du das möchtest. Sonst würd ichs dabei aus meiner Perspektive mal belassen.

    Zitat

    Mal ganz einfach: Wann hast Du das letzte Mal jemandem etwas getan was Du nicht möchtest was andere mit Dir machen.

    hm.. das kommt leider immer wieder mal vor und ich würde jmd der anderes behauptet entweder nicht im geringsten glauben oder selbstschädigendes Verhalten unterstellen. (= sich so verhalten obwohl einem nicht danach ist, und dass irgendwem immer und selbst auf unterbewusstesten Ebenen danach ist sich 100%ig richtig zu verhalten glaube ich nicht)

    Zitat

    Wie hast Du Dich dabei oder danach gefühlt?

    unterschiedlich, mögen tue ich es natürlich nicht, manchmal seh ich es zusätzlich als sehr kritisch und manchmal eben nicht. Das ist eben das Moralproblem, gilt die liebe Moral nur für den Umgang mit anderen oder auch für mich selbst. Mich da mit einzubeziehen lerne ich eben erst, vorher hab ich die a.fish-Variante praktiziert (und die hat natürlich trotzdem nicht dazu geführt mich anderen gegenüber immer korrekt zu verhalten). Es ist im Leben nun mal leider so dass es Situationen gibt in denen man entscheiden muss, gibt man dem anderen den Arschtritt oder sich selbst^^ Und ein Arschtritt an sich selbst kann nunmal einfach sein einem anderen gegenüber korrekt oder sogar noch nett zu sein wenn man z.B. aber bräuchte eine Grenze zu ziehen, sich zu verteidigen, von demjenigen getriggerten Frust loszulassen, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen/notfalls energisch gegen Interessen anderer durchzudrücken. Vllt denkst du z.B. bei Grenzsetzung "ach aber das kann man doch korrekt tun" Kann man das? Kann man nicht wenn man es eben nicht kann, also muss man es lernen und dabei macht man Fehler. Tja und wie gern hat man denn dass ein anderer seine Fehler an einem begeht? Also ich ganz und gar nicht gern, der goldenen Regel nach heißt das dass man in Falle von Ungeübtheiten bzgl verschiedenster und vielfältigster Sachen in diesen verbleiben muss.


    Es ist wie das Vegetarierproblem, es geht um Raum den man braucht und dessen permanente Verteidigung oder auch nur erstmalige Ausdehnung tritt anderen automatisch auf die Füße - und verhält man sich dauerkorrekt wird er kleiner und kleiner weil die anderen nämlich diese Hemmungen oft nicht haben.


    Natürlich gibt es ein Ideal den eigenen Raum auf geringstschädliche Weise zu behaupten, das ist ja ok, aber das Ideal darf nicht dazu führen dass man in seine Richtung keinen einzigen Schritt mehr macht. Und selbst wenn man seinem subjektiven Ideal näher kommt und man für sich selbst sagt, ich verhalte mich jetzt überwiegend korrekt wird sich immer noch jemand auf die Füße getreten fühlen und zwar öfter als der Rest von überwiegend. Wessen "was ich nicht will das man mir tut" zählt denn dann?


    ??Natürlich kann meine Ansicht hierzu missbraucht werden um sich hemmungslos arschig aufzuführen, das habe ich natürlich nicht vor und dafür könnte ich mir die ganze Denkerei doch auch völlig sparen.??

    Zitat

    Vielleicht siehst Du worauf ich raus will: Die goldene Regel als natürliche Authentizitätsregel.

    ne tut mir leid, das verstehe ich nicht, sie führt nicht zur Authentizität wenn man ihr krampfhaft nachgeht, eben gerade dann nicht! Auch du führst Beispiele an die ihr eben nicht entsprechen, warum wohl?^^

    Zitat

    Oder willst Du sie losgelöst von dem was andere tun gar nicht betrachten?

    doch, tue ich das nicht? :-D