• Positives Verhältnis zur Menschheit bewahren

    Oder wenigstens neutral. Fällt mir manchmal etwas schwer, manchmal geht's und manchmal ist's wirklich positiv. Momentan ist es arg schwer, geht schon ne Weile so und kann nicht mal sicher sagen warum. Gestern hab ich mich mit jemand unterhalten der schon langsam die Grenze zum Hass überschreitet und konnt anläßlich meiner eigenen diesbezüglichen Phase…
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    Ich persoenlich stelle fest, dass "nicht bewerten" sowas wie ein Grundzustand bei mir ist; also, das passiert mir so, nicht weil ich das irgendwie bewusst versuche. Insofern kann ich im Grunde keine Werbung dafuer machen, dass jeder das so sehen sollte... ich kann es im Grunde nicht bewerten. Aber grundsaetzlich sehe ich es auch so wie anscheinend Kleio, dass Bewertungen "konstruiert" sind und nicht "eigentlich" oder "objektiv" da oder gueltig. Bzw. sie sind da in den eigenen Gefuehlen, und es geht dann um die Auseinandersetzung mit den eigenen Gefuehlen eher als mit der Welt "an sich".

    Ist das nicht der Weg in den (Kultur) Relativismus mit den man Diskriminierung, Rassismus etc. gutheißt, weil man ja nicht bewerten könne/wollte?

    Zitat

    Ist das nicht der Weg in den (Kultur) Relativismus mit den man Diskriminierung, Rassismus etc. gutheißt, weil man ja nicht bewerten könne/wollte?

    "Gut heissen" ist das Gegenteil von nicht werten.


    Aber du hast recht, dass das ein wichtiges Thema ist.


    Um das noch mal klar zu machen, ich moechte nicht dafuer Werbung machen, nicht zu werten; was mich persoenlich betrifft, habe ich eher eine "Selbstdiagnose" abgegeben als sagen zu wollen, "so sehe ich das, so sollen es alle sehen". Abgesehen davon werte ich auch oft, nur anscheinend nach meiner Erfahrung weniger als viele andere.


    Ich finde Werte im Prinzip wichtig. Gleichzeitig glaube ich aber auch, dass sie konstruiert und nicht "absolut" sind. Ich glaube aber, dass jeder in seinen Gefuehlen eine Basis fuer Wertentscheidungen hat. Man fuehlt sich wohl, oder man fuehlt sich weniger wohl. Man hat Mitgefuehl mit anderen Menschen (mehr oder weniger). Man hat ein Bewusstsein dafuer, dass Menschen grundsaetzlich nicht voneinander abgetrennt und unabhaengig sind. Ich glaube nicht, dass man seine Gefuehle ignorieren sollte, und deswegen glaube ich auch, dass man Wertentscheidungen treffen kann. Und sich aber wiederum bewusst sein, dass diese ihre Basis zuerst einmal in den eigenen Gefuehlen haben (welche wiederum, wenigstens zum Teil, entstanden sind aus Erfahrungen, Konditionierungen...).

    Cleeni

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    dass "nicht bewerten" sowas wie ein Grundzustand bei mir ist;

    Passiert dies wirklich überall? Ich kann mir das schlecht vorstellen. Würde doch auch heißen, dass mich dann auch positiv nichts vom Hocker reißen kann, oder eben wenn etwas schreckliches passiert, kalt lässt. Wo ist denn da die Grenze dieses Grundzustandes? Was ist mit den Gebieten im Grenzbereich?

    Nein, es passiert nicht ueberall. Es gibt vieles, das mich nicht kalt laesst. Andererseits laesst mich so einiges ziemlich kalt (und auch gedanklich neutral), was viele andere Menschen stark werten. Das ist erstmal einfach eine Erfahrung, die ich mir mir selber und anderen habe.

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    denn ein Teil von mir sagt auch, es sollte dafuer etwas getan werden, die Welt zu verbessern (oder wenigstens ihre Verschlechterung aufzuhalten), und zwar mehr als bloss bei der inneren Arbeit mit den eigenen Gefuehlen festzuhaengen.

    Meinst du, dass wir Menschen so viel Einfluss haben (wobei ich noch nicht mal glaube, dass dies was mit Einfluss zu tun hat). Ich bin froh, dass ich für mich auf dieser Welt mein Plätzchen gefunden habe, auf dem auch Menschen sind, die so in etwa so ticken wie ich und ich denke, so viel mehr können wir doch gar nicht erreichen und wenn sich jeder genau dieses "bisschen" machen würde (also die von dir angesprochene innere Arbeit) könnten wir bestimmt auch sehr viel erreichen. Also könnten die Menschen sehr viel für sich erreichen.

    Das ist immer wieder schwierig. Man probiert halt aus, gewisse Dinge zu erreichen und manchmal klappt es, manchmal nicht, oder manchmal kommt noch eine ganz andere Veraenderung dabei heraus, als man sich vorgestellt hat. Und dann kann man sich fragen, liegt es daran, dass es nicht moeglich war, oder dass es moeglich gewesen waere und man hat's aber falsch versucht? Worauf man oft keine Antwort finden kann, im Nachhinein.

    Lewian

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    "Gut heissen" ist das Gegenteil von nicht werten.

    ":/ ":/ Sagt wer? Wieso ist dies das Gegenteil?


    Heißt du dies jetzt gut, oder wertest du das jetzt nicht?

    Lewian


    Jetzt bin ich doch nochmal neugierig: was hältst du von S.wallisiis "Idee", wenn er das Verhältnis nicht ins positive umwandeln kann, es zumindest neutral sehen möchte. Ich setze jetzt mal "neutral" mit "wertfrei" gleich. Mich interessiert da deine persönliche Meinung, hege jetzt da keinen Anspruch, etwas verallgemeinern zu müssen/ zu wollen.

    Hallo Lewian! Freut mich dich hier zu sehen! @:)

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    Also, mein erster Gedanke beim Eingangsbeitrag war, dass die Menschheit ist, wie sie ist, nicht "gut" oder "schlecht" oder sowas.

    Ja das ist ein Gedanke, und wie ist dein Verhältnis zur Menschheit auf emotionaler Ebene? Dementsprechend neutral oder so?

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    Was ich allerdings glaube, ist, dass da auch ein Konflikt mit mir selber drinsteckt, denn ein Teil von mir sagt auch, es sollte dafuer etwas getan werden, die Welt zu verbessern (oder wenigstens ihre Verschlechterung aufzuhalten), und zwar mehr als bloss bei der inneren Arbeit mit den eigenen Gefuehlen festzuhaengen.

    Vllt bräuchtest du dafür ein positives Verhältnis zur Menschheit? ;-D Ich frag mich jedenfalls warum ich mit jedem anderen Verhältnis (negativ wäre natürlich am unmotivierendsten) als dem positiven denn überhaupt dazu beitragen wollen sollte dass die Welt bzw die Menschheit sich verbessert. "wenigstens ihre Verschlechterung aufhalten" klingt auch total motiviert ;-D Warum sollte man das tun? Das hieße ja die Aussichtslosigkeit von vornherein zu akzeptieren und warum tut man es dann, als äh.. Hobby?^^ Für's Ego? Selbstverpflichtung und es wenigstens versucht zu haben? Letztendlich doch einer von den "Guten" sein zu wollen? ...


    Manchmal hab ich Angst davor dass persönliche Weiterentwicklung hieße dass letztendlich alles egal (unbewertet) wird, das wär jedenfalls ne Erklärung warum wir als Menschheit geistig noch nicht weiter sind als vor ewigen Zeiten vorher. Da hat man dann seinen persönlichen Frieden und der Rest der Welt kann machen was er will.


    (wie "die Zeit, die Zeit" es erlaubt :-) (@med1luftraus, (geht mir auch immer wieder und wieder so und ne Pause hier und da muss wohl sein), wenn du ganz verschwändest fänd ich es aber wirklich sehr schade! So ein bißchen, und ein bißchen vielleicht, was bewegen kann man hier im Forum ja auch, so im Sinne der Weltverbesserung o:) ]:D ;-D )

    @ Cleeni

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    Also für mich ist es die Frage: was erhoffe ich mir von dem positiven Verhältnis? Wie viel hat dies mit meinem eigenen inneren Gemütszustand zutun? Beeinflusst sich das gegenseitig.

    ja also das frage ich mich jetzt aber auch was du dir davon erhoffst oder ist das ne konstruierte Ich-Botschaft?^^ (Ja, @all: ihr dürft ruhig auch gern ein bißchen die Hosen runterlassen wie es z.B. a.fish ganz vorbildlich gemacht hat, das fände ich nämlich durchaus auch interessant und potentiell hilfreich)

    Kleio und Lewian

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    Aber grundsaetzlich sehe ich es auch so wie anscheinend Kleio, dass Bewertungen "konstruiert" sind und nicht "eigentlich" oder "objektiv" da oder gueltig. Bzw. sie sind da in den eigenen Gefuehlen, und es geht dann um die Auseinandersetzung mit den eigenen Gefuehlen eher als mit der Welt "an sich".

    Wisst ihr was ich mich da frage? Macht dies wirklich (??was für ein Wort?? ;-)) einen Unterschied aus in Bezug auf die Welt?


    Ich für mich merke da nämlich keinen Unterschied, ob ich werte oder nicht. Es heißt für mich noch lange nicht, dass, wenn ich werte, gleich handeln muss. Ich überprüfe es ja trotzdem. Ich stelle es jedoch für mich selbst eher schwieriger vor, gar kein Gefühl des Werten-wollens zu spüren. Denn ein bisschen hilft es mir ja schon - auch wenn ich nicht den Drang habe, komplett danach handeln zu wollen. Heißt für mich jetzt: ich bin mir dessen bewusst, dass ich nicht danach handeln muss, oder dass es gar ein Freifahrtschein für Kurzschlusshandlungen ist.


    Oder heißt es für euch nicht, dass weil ihr euch bewusst seid, dass Bewertungen "konstruiert" sind, deshalb nicht wertet/ bewertet?

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    ja also das frage ich mich jetzt aber auch was du dir davon erhoffst oder ist das ne konstruierte Ich-Botschaft?^^

    ;-) hä? Wer ist jetzt ich? ;-D


    Ich erhoffe mir gar nichts mehr von anderen ;-) . Ich möchte mein Ding machen ;-D ;-D .

    was heißt "jetzt", das war doch schon ziemlich früh dabei

    Zitat

    ;-) hä? Wer ist jetzt ich? ;-D


    Ich erhoffe mir gar nichts mehr von anderen ;-) . Ich möchte mein Ding machen ;-D ;-D .

    :-p :-p :-p ;-D

    @ mond+sterne

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    Also, letztlich verteidigst Du die goldene Regel.

    ach nicht wirklich, ich mag sie derzeit jedenfalls ganz und gar nicht ;-D schwarzweißdenken muss deshalb trotzdem net sein, ich hab halt auch mal ein unproblematisches Bedürfnis ihr nachzukommen, und nachkommen muss ich ja deshalb sagen weil die Regel vor mir da war, wäre sie nicht da würde ich in solchen Fällen ja trotzdem so handeln. Aber so oder so:

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    Deshalb sehe ich keine Möglichkeit, da weiter zu kommen. Schade eigentlich.

    Dein weiterkommen ist doch von mir nicht abhängig. ( :-o ;-) )

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    Aber die Idee, einen Zusammenhang zwischen goldener Regel und Prokrastination zu sehen, war mir neu und sehr inspirierend.


    Danke dafür!

    gerne! Letztendlich können wir hier im besten Fall ja nur das: inspirieren, das Denken und die inneren Vorgänge die vllt zu Veränderung führen muss jeder selbst tun.

    @ NotMichaelCaine

    Zitat

    Aus meiner Sicht kommt dazu die Möglichkeit sich darüber auszutauschen auf welche unterschiedlichen Arten jeder der das mitteilen will Boden / eine gewisse Sicherheit gewinnen kann, wenn er oder sie sich ob der oben genannten Fragen in einem Zustand der Fragilität befindet.

    sehr schön ausgedrückt! Das war jedenfalls definitiv eine Motivion (also dass ich irgendwie irgendeine Sicherheit gewinne ;-D (oder Akzeptanz der Unsicherheit) wenn das auch für andere was bewirkt, sei es Sicherheit oder Unsicherheit (incl nachdenken was wohin führt) ist mir das wirklich eine Freude (war aber natürlich keine ursprüngliche Absicht von mir altem Egotripper^^))

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    Nebenbei versuchen wir natürlich die Grundprobleme der Menschheit an sich zu lösen, klar ]:D ;-)

    ;-D ;-D ja das ist natürlich die wahre Absicht! ;-D ;-)

    S.wallisii

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    Aussichtslosigkeit von vornherein zu akzeptieren und warum tut man es dann, als äh.. Hobby?^^ Für's Ego? Selbstverpflichtung und es wenigstens versucht zu haben? Letztendlich doch einer von den "Guten" sein zu wollen? ...

    Aussichtslosigkeit bezogen auf wen?


    Fragst du dich das jetzt, weil es interessant ist, das jetzt dich zu fragen? Ablenkung vom eigentlichen Thema? Was ist das eigentliche Thema?


    Was soll den auswegslos sein? Das eigene Leben? Nö. Das Leben hat tolle Seiten - und inwieweit dies was mit der Menschheit zu tun hat, kann ich gar nicht sagen. Komplett unmenscheitlich geht es ja gar nicht, zumindest für mich nicht. Doch wer ist es denn, der das alles kontruiert/ die Zügel in der Hand hat?

    Zitat

    Manchmal hab ich Angst davor dass persönliche Weiterentwicklung hieße dass letztendlich alles egal (unbewertet) wird

    Was heißt denn für dich persönliche Weiterentwicklung?


    Also ich (;-D ;-D, ist grad niemand anders da;-)) sehe es ganz und gar nicht so. Es wird vielschichtiger und dadurch mehrwertiger (wieder ein tolles Wort) - und für mich entscheidungsfindungsstärkend. (deshalb ja meine Frage oben an Kleio und an Lewian inwieweit sich das unwertende "anfühlt".

    Zitat

    das wär jedenfalls ne Erklärung warum wir als Menschheit geistig noch nicht weiter sind als vor ewigen Zeiten vorher. Da hat man dann seinen persönlichen Frieden und der Rest der Welt kann machen was er will.

    hä? ":/ weshalb?


    Vielleicht ist es ja auch so, dass unsere geistigen Vordenker schon sehr viel erreicht haben und wir mit deren Wissen (weil sie ihr Leben lang brauchten um das zu denken und dann zu alt waren, um das zu leben) jetzt handeln können besser gesagt, könnten. Wieso muss denn das Fahrrad nochmal neu erfunden werden? Warum muss es denn geistig noch weiter gehen, wenn wir das noch nicht mal anwenden, was wir schon wissen?

    Zitat

    was heißt "jetzt", das war doch schon ziemlich früh dabei

    jetzt kommt es mir so geballt vor ;-). Davor empfand ich es noch nicht so eng zusammenhängend.

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    Was soll den auswegslos sein? Das eigene Leben? Nö.

    ne, die Besserung der Menschheit, ihre geistige Weiterentwicklung, ihr Umgang miteinander, usw

    Zitat

    Vielleicht ist es ja auch so, dass unsere geistigen Vordenker schon sehr viel erreicht haben

    ja haben sie, für sich, immer wieder und wieder mal jmd vermutlich, und was hat es deiner Meinung nach denn gewandelt? Zwischenmenschliche Besserungen! Ich denke wenn man ne Zeitreise in die Vergangenheit machen würde dass man vllt (wenn überhaupt) erstmal blöd schauen würde aber nach der Eingewöhnung dann doch wieder diesselben Häßlichkeiten erkennen würde die es heute gibt und vllt leider immer geben wird.

    @ NotMichaelCaine

    Zitat

    Sollen wir ein heisses Beispiel einführen? Und es anhand dessen mal "durchexerzieren"?


    Ein Klassiker wäre in dem Zusammenhang: A verliebt sich in B - B aber nicht in A. Was passiert seitens B, wenn Du Deine Sichtweise der goldenen Regel anwendest und ich meine "Regelprüfung" durchführe? Würdest Du sie in dieser Situation überhaupt anwenden, ja nein? Wenn ja, wo ist der Unterschied? Wenn nein warum nicht und was ist ein besseres Beispiel?

    ne, da würde ich erstmal nicht an die Regel denken (wüsste nicht mal wo anzusetzen, da ist ja noch nix passiert, keine Interaktion), erst dann in dem Umgang mit dem A mit B oder B mit A anschließend umgeht. Aber das ist totale Rumdenkerei, Fallunterscheidung und so^^ .. und warum interessiert da jetzt B mehr als A, es können sich da doch beide "ungut" verhalten oder "gut", und in manchen Fällen ist dann "gut" für den anderen möglicherweise nicht "gut" für denjenigen selbst. Hm, ich denk vllt nochmal drüber nach wenn ich den Wust oben vllt verstanden hab (das wär nicht erste Beitrag von dir mit dem ich erst einen Tag später was anfangen kann ;-D (aber natürlich kann sein ich versteh ihn auch morgen nicht)

    Zitat

    ne, die Besserung der Menschheit, ihre geistige Weiterentwicklung, ihr Umgang miteinander, usw

    Das ist eben die Frage, ob sich die Menschheit bessert, wenn es eine geistige Weiterentwicklung geben würde. Hat es denn bis jetzt eine Besserung gegeben, obwohl es schon so viele kluge Gedanken, Ideen, Richtungen gibt? Was machen wir denn mit der Weiterentwicklung?


    Der Umgang miteinander hat doch nichts mit Weiterentwicklung zu tun (oder besser gefragt: was ist für dich Weiterentwicklung? Hängt geistige Weiterentwicklung mit der Entwicklung der Zivilisation zusammen?)