• Positives Verhältnis zur Menschheit bewahren

    Oder wenigstens neutral. Fällt mir manchmal etwas schwer, manchmal geht's und manchmal ist's wirklich positiv. Momentan ist es arg schwer, geht schon ne Weile so und kann nicht mal sicher sagen warum. Gestern hab ich mich mit jemand unterhalten der schon langsam die Grenze zum Hass überschreitet und konnt anläßlich meiner eigenen diesbezüglichen Phase…
  • 339 Antworten

    Vielleicht ist mein Beispiel mit dem Töten auch nicht so geeignet; es ging mir darum ein Beispiel zu wählen, bei dem viele Menschen per se erstmal sagen, dass sie Töten ablehnen.

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    In Deinem Fall wäre ja garantiert zweiteres der Fall, da überlebensnötig. Die Folge daraus könnte sein, dass jemand der ursprünglich Tötung prinzipiell abgelehnt hat jetzt anfängt zu differenzieren und zukünft Mitgefühl für Täter aufbringt, oder nicht?

    Meinst du Mitgefühl im Sinne von Verständnis für den anderen? ... Na ja jedenfalls kann es so sein, z.B. wenn die Ausgangssituationen für die jeweilige Tötung ähnlich gewesen sind, muss aber nicht.


    Weil ich weiß, wie ich mich in Situation X gefühlt habe, weiß ich gleichwohl nicht, wie sich Person B in Situation X' fühlt. Zumal die Situationen nie völlig identisch sein dürften, deshalb X und X'.

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    Meinst du Mitgefühl im Sinne von Verständnis für den anderen? ... Na ja jedenfalls kann es so sein, z.B. wenn die Ausgangssituationen für die jeweilige Tötung ähnlich gewesen sind, muss aber nicht.

    Mitgefühl ist kein Automatismus - ja. Aber es fällt sicher leichter es zu entwickeln wenn man ähnlichere Situationen erlebt hat.

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    Weil ich weiß, wie ich mich in Situation X gefühlt habe, weiß ich gleichwohl nicht, wie sich Person B in Situation X' fühlt. Zumal die Situationen nie völlig identisch sein dürften, deshalb X und X'.

    Ja - seh ich auch so.


    Mitgefühl ist komplex - das will ich grad eigentlich nicht zusätzlich aufmachen das Thema ,) . Mal soviel: Mitgefühl in einer Situation (beispielsweise Du sitzt im Flieger und es gibt üble Turbulenzen - Du schaust zu Deinem Nachbarn und der guckt ähnlich ängstlich wie Du Dich fühlst) unterscheidet sich ja auch von Mitgefühl beim über eine Vergangene Situation reden (Beispiel: 2 Fremde unterhalten sich über ihre Jahre zurückliegende Kriegserfahrung in unterschiedlichen Staaten). Macht das für Dich Sinn?

    Zitat

    Macht das für Dich Sinn?

    Ja, das ergibt Sinn.


    #das eigene Selbst


    Ich weiß, dass der Erhalt des eigenen Selbstbildes für jeden Menschen psychologisch sehr wichtig ist. Das würde ich auch nicht generell anzweifeln wollen. Nur besteht das eigene Selbst ja aus vielen ganz verschiedenen Facetten, die sich auch vermeintlich widersprechen bzw. im Gegensatz zueinander stehen (können). Deshalb sehe ich das Selbst nicht so starr und fest. Für mich persönlich habe ich ganz normal im Alltag schon den Eindruck, dass bei mir je nachdem ganz unterschiedliche Seiten aufleuchten und gegenüber anderen präsent sind, je nachdem auch mal mehr der eine, mal mehr der andere Persönlichkeitsstil *da ist*/aktiv ist, auch wenn das sehr widersprüchlich sein kann und sich ggf. auch so anfühlt, und ich denke, dass man womöglich nie alle Seiten an sich kennenlernen wird. Evtl. kann man sich das Selbst sehr vereinfacht wie ein Kaleidoskop vorstellen, das aus festen Bausteinen besteht, die sich aber (mit jeder Erschütterung) zu einem anderen Muster anordnen. ... Man ist mit 5 Jahren z.B. auch jemand anderes, als mit 30 oder mit 40 Jahren.

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    Für mich persönlich habe ich ganz normal im Alltag schon den Eindruck, dass bei mir je nachdem ganz unterschiedliche Seiten aufleuchten und gegenüber anderen präsent sind, je nachdem auch mal mehr der eine, mal mehr der andere Persönlichkeitsstil *da ist*/aktiv ist, auch wenn das sehr widersprüchlich sein kann und sich ggf. auch so anfühlt, und ich denke, dass man womöglich nie alle Seiten an sich kennenlernen wird. Evtl. kann man sich das Selbst sehr vereinfacht wie ein Kaleidoskop vorstellen, das aus festen Bausteinen besteht, die sich aber (mit jeder Erschütterung) zu einem anderen Muster anordnen. ... Man ist mit 5 Jahren z.B. auch jemand anderes, als mit 30 oder mit 40 Jahren.

    So erlebe ich das auch, will sagen das scheint mir momentan die beste Erklärung dazu wie wir Menschen z.B. auch Anpassungen an äußere Umstände schneller hinbekommen können. Es gibt ja momentan auch psychologische Forschung, die sehr stark in diese Richtung deutet und z.B. einen automatisch hierarchischen Aufbau des Selbst in Frage stellt, was ich sehr spannend finde, weil das Thema Hierarchie eben auch in der Gesellschaft immer wieder präsent ist und aktuell viel hinterfragt wird (betriebliche Hierachien, gesellschaftliche Hierarchien und so weiter).


    Dennoch scheint es ja nach wie vor viele Menschen zu geben, die ihr Selbst (bewusst oder unbewusst) hierarchisch sehen oder das zumindest so ausdrücken und in Krisen verfallen, wenn ihnen ein zentraler Aspekt - warum auch immer - genommen wird. Der Klassiker wäre z.b. jemand der in Rente geht und die Krise durchlebt sich nicht mehr über seinen Beruf definieren zu können. Menschen die sich hier nicht (bewusst oder unbewusst) hierarchisch aufgebaut haben haben es leichter diesen Übergang zu vollziehen.


    Andererseits scheinen Menschen manchmal auch überfordert zu sein, wenn sie ihr Selbst auf eine zu breite Basis stellen. Und da ist meine Beobachtung, dass z.B. die goldene Regel eine Flexibilität besitzt diesen inneren Prozess von " Welcher Aspekt der Persönlichkeit ist gerade dran sich auszudrücken und seine Interessen zu verfolgen" mit steuert. Sozusagen als Basisprogramm. Ich betone nochmal das ist eine Hypothese - nicht ein Fakt - die eben an der Realität geprüft werden kann. Die goldene Regel ist dabei so flexibel wie eine persönliche Entwicklung und der stärkste Teil einer Persönlichkeit (Selbstdefinition). Hier würde sich die sexuelle Entwicklung als Beispiel anbieten (falls man das weiter durchdenken und Diskutieren will).


    Um den Bogen zum Ausgangspunkt des Exkurses zu bekommen:


    Für mich sieht es bisher so aus als hätten wir ein "Basis Set" an Grundnormen (möglicherweise biologisch angeboren) die keine Details regeln, aber das "gröbste" (überleben, Grundverständnis der Spezies (Verhaltensbasisinterpretationen, Empahie), eine Art Gerechtigkeitsgrundverständnis und so weiter). Der Rest scheint für mich flexibel und an sich verändernde Umweltbedingungen anpassbar und deshalb eben auch abhängig vom Kulturellen und nicht zuletzt familiären Umfeld. Die Grundnormen wären für mich dann quasi die Entsprechungen zu physikalischen Naturgesetzen und mich würde interessieren inwieweit wir die durch so Dinge wie die goldene Regel sprachlich auszudrücken versuchen. Die goldene Regel ist z.B. eigentlich sehr individuell auch wenn sie auf viele so allgemein regide wirkt, weil sie sprachlich z.b. auch von Eltern gern so verwendet wird. Das finde ich spannend und "beforschungswürdig" anhand von eigener Erfahrung.

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    Andererseits scheinen Menschen manchmal auch überfordert zu sein, wenn sie ihr Selbst auf eine zu breite Basis stellen.

    Ja, die Gefahr besteht.

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    Und da ist meine Beobachtung, dass z.B. die goldene Regel eine Flexibilität besitzt diesen inneren Prozess von " Welcher Aspekt der Persönlichkeit ist gerade dran sich auszudrücken und seine Interessen zu verfolgen" mit steuert. Sozusagen als Basisprogramm. Ich betone nochmal das ist eine Hypothese - nicht ein Fakt - die eben an der Realität geprüft werden kann. Die goldene Regel ist dabei so flexibel wie eine persönliche Entwicklung und der stärkste Teil einer Persönlichkeit (Selbstdefinition).

    Das klingt für mich soweit einleuchtend, nur über deinen letzten Satz bin ich gestolpert:

    Zitat

    Hier würde sich die sexuelle Entwicklung als Beispiel anbieten (falls man das weiter durchdenken und Diskutieren will).

    Bezieht sich das auf die sexuelle Orientierung (heterosexuell, homosexuell, bisexuell, asexuell usw.) oder mehr auf das Intimleben als solches, z.B. Zahl der Geschlechtspartner, Vorlieben wie BDSM, Umgang mit den Intimpartnern etc. ... ?


    Und was wäre der Maßstab dabei für die "Beurteilung" der sexuellen Entwicklung?


    Den Satz von dir habe ich nicht verstanden, schätze ich. ;-)

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    Für mich sieht es bisher so aus als hätten wir ein "Basis Set" an Grundnormen (möglicherweise biologisch angeboren) die keine Details regeln, aber das "gröbste" (überleben, Grundverständnis der Spezies (Verhaltensbasisinterpretationen, Empahie), eine Art Gerechtigkeitsgrundverständnis und so weiter). Der Rest scheint für mich flexibel und an sich verändernde Umweltbedingungen anpassbar und deshalb eben auch abhängig vom Kulturellen und nicht zuletzt familiären Umfeld. Die Grundnormen wären für mich dann quasi die Entsprechungen zu physikalischen Naturgesetzen

    Das ist sehr anschaulich dargestellt und sehe ich im Prinzip auch so.

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    und mich würde interessieren inwieweit wir die durch so Dinge wie die goldene Regel sprachlich auszudrücken versuchen. Die goldene Regel ist z.B. eigentlich sehr individuell auch wenn sie auf viele so allgemein regide wirkt, weil sie sprachlich z.b. auch von Eltern gern so verwendet wird.

    Die m. E. gängigste Regel (ob es eine goldene Regel ist, stell ich mal dahin) ist die "man macht das nicht"-Regel. ;-D ;-) Aber warum man das nicht macht, wäre eigentlich das Spannende.

    stimmt absolut, "macht man nicht"/"gehört sich nicht" und "was du nicht willst dass man dir tut..." schlägt in die gleiche Bresche ist nur noch perfider. Fakt ist das kein Mensch perfekt ist, tut er aber so als ob und versucht vergeblich (->automatisch Selbstabwertung) so zu handeln vergewaltigt er sich selbst, schränkt sich ein und manovriert sich in moralische Sackgassen aus denen es keinerlei Ausweg mehr gibt als "böse" zu sein, je selbstvergewaltigter man da Jahre mit sich umgegangen ist desto größer die Notwendigkeit. Das entstehen solcher Notwendigkeiten und die automatische Selbstabwertung (falls man dann immer noch nicht loslassen kann) könnte man einfach vermeiden indem man dieser fucking Regel von vornherein den Arschtritt gibt den sie verdient. *rülps* (;-D)

    @ Lewian

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    Mein Motto ist, "das Gegenteil ist auch wahr", und ich koennte das "positive Selbstwertgefuehl" auch problematisieren; sogar als ich das geschrieben habe, fiel mir schon ein, was man dagegen einwaenden koennte, wenn man wollte. Aber ich hab's dann so stehen gelassen, weil es fuer den Moment mal mein Punkt war.

    ok, kann ich verstehen aber so rein rhetorisch betrachtet ist dann "ich kann da kein Problem sehn" mehr oder weniger ein Lüge^^

    Zitat

    Wenn ich versuchen wuerde, alles aufzuschreiben, inklusive aller gegenlaeufiger Gedanken, die ich fast immer habe... das wuerde mich so sehr anstrengen, dann wuerde ich schon gar nicht mit Schreiben anfangen.

    ja, versteh ich auch sehr gut, ich schreib ganz viel nicht mehr aus diesem Grund, gefällt mir aber nicht sehr.

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    Findest du entscheidend, ob die Empfaenger seiner Hilfe das merken?

    Für den Empänger natürlich, aber um den geht es hier ja nicht sondern um den Helfenden oder "Helfenden" und was es mit ihm macht. Du sagt es wäre gut für den Selbstwert zu helfen, es klingt als meintest du "unabhängig von seiner Intension" und das kann ich nicht so sehn. Ich denke wenn eine explizite Mitintension die Selbstaufwertung ist ist die positive Wirkung auf den Helfenden umso geringer je größer dieser Anteil ist. Ist er gerade zu riesig bleibt da nichts positives mehr über und es ist "hohl" und unerfüllend/schwarzlöchrig unfüllbar.

    Zitat

    Das laeuft bei dir auf so eine komische Vorstellung von "Gefuehlsreinheit" hinaus - entweder ich bin total rein und heilig, aber wenn auch nur ein Funken "an mich selber denken" hinzukommt, bin ich unrettbar schmutziger Egoist?

    ein bißchen, aber ganz so krass nicht ;-) an so eine Gefühlsreinheit glaube ich nämlich nicht (und Egoismus find ich net schlecht^^), dennoch denke ich es gibt viele helfende Gutestuer bei denen ich ihr Helfen nicht als komprimittiert ansehen würde. Und der Unterschied liegt z.B. eben im Ausmaß von Selbstaufwertung und Kompensation.


    Kann Selbstwertbesserung durch Kompensationsversuche eines Selbstwertmangels denn grundsätzlich überhaupt funktionieren? Weiß nicht...

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    Diese Vorstellung kann man so weiterspinnen, dass du hier moeglicherweise den buddhistischeren Punkt vertrittst.

    ups ;-D verdammt! ;-D (egal^^ Ihr seid trotzdem die Buddhisten und ich der unrettbar gottlose Anarchist 8-) ;-D ( |-o |-o ) ;-D ;-) )

    @ NotMichaelCaine

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    Dich in Deiner Entwicklung behindern, wenn Du sie nicht in Frage stellst und mal versuchst was passiert wenn Du sie nicht einhälst.

    dann kann man sie auch gleich sein lassen, warum braucht es sie? Im Grunde ist sie bei strikter Befolgung net nur ne Selbstschädigung und Denkverbieterei sondern auch ne Bankrotterklärung an Verantwortung, Vertrauen und die guten Anteilen in den Einzelmenschen bzw der Menschheit im Ganzen.

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    Die Frage ist jetzt eigentlich nur noch welche Schaden für A langfristig der gravierendere ist: Den B ungestraft davon kommen zu lassen oder den das eigene Selbstbild zu demontieren.

    Das Beispiel ist schön so variabel, aber es ist ein bißchen praxisfern denn es geht doch auch um kleine Dinge die sich anhäufen und auf die man nicht reagiert statt um riesige Frechheiten. Der Honk rempelt einen an (es stört einen) und statt das irgendwie empört emotional auszudrücken: "ach kein Problem" Mach das lange genug und die psychologische Befreiung sähe so aus dem Anrempler gehörig die Fresse zu polieren, hast du dich dagegen nie an z.B. "ich bin nie unhöflich" gebunden wird eine solche Befreiungsnotwendigkeit gar nicht erst entstehen. Ich mein du hast mir jetzt tausend mal die Autarkie von der Regel erzählt und ich sag einfach sie (die Regel) ist scheiße. Auch wenn dich und vllt Kleio überraschen mag: die meisten Menschen incl mir sind nicht so autark, die werden sozialisiert und das ist dann erstmal Fakt, da muss/müsste man sich dann rauskämpfen und das sieht halt u.U. erstmal net so schön aus, aber so durchgängig schönes aussehen gibt es nur mit euerer (angeblichen) Autarkie von derlei Dingen. Es ist so höllisch realtitätsfremd anzunehmen dass es ja soo einfach ist (habt ihr nicht gesagt aber verstehst du/ihr nicht warum es so rüberkommt??), für mich ist es nicht so einfach. Für manche wenige vllt schon und manch andere eben nicht, und noch viel mehr kommen da bis an ihr Lebensende NICHT raus! Wegen verschissener Sozialisierung! (*Verantwortung abschieb*^^ ;-) das entkräftigt nichts :-p ^^)


    Noch was will ich sagen weil du "Integrität" und "Selbstbild" sagst - hält man die fest wie ein Ertrinkender sind sie der Wahrheit und der Selbsterkenntnis vermutlich ein höllisches Gift.

    Zitat

    Fakt bleibt: er hats getan.


    Die Frage ist jetzt eigentlich nur noch welche Schaden für A langfristig der gravierendere ist: Den B ungestraft davon kommen zu lassen oder den das eigene Selbstbild zu demontieren.

    die Standardvariante ist doch: man tut unbewusst und oder sogar bewusst (aber vllt selbstverleugnend/verdrängend) Handlung X die gegen das eigene Selbstbild verstößt und hält dennoch krampfhaft daran fest :-D Und es gibt ja noch weitere Optionen, z.B. die Trennung von Moral und Selbstbild oder was weiß ich net alles. Die davonkommenlass-Variante halte ich jedenfalls für die mit dem selbstdestruktivsten Potential. Ich mein klar, zig Leute, massenweise sozusagen, wählen die Option und reden sich dann ein dass sie da ja drüber stehen, auf dieses Niveau gehen sie nicht und lauter so Gebla, selten mal glaube ich sowas (kommt vor aber echt nur sehr sehr selten und wer weiß vllt sind das dann einfach supergute Schauspieler auch vor sich selbst ???), i.d.R. findest da einfach massive Selbsttäuschung statt, lasche Ehrenrettungsversuche und so, Versteckung hinter Moral und Sozialisierung, sowas merkt sich das Unterbewusstsein und häuft an und häuft an...

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    Das wollte ich nicht vorschlagen, sondern einfach nur andeuten, dass das ein Phänomen ist was viele Menschen betrifft und das es eben oft unter dem Begriff Dark night of Soul diskutiert wird.

    ja ist mir bewusst wie du es meinstest, keine Sorge

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    Ich würde auch nie jemanden bekehren wollen, sondern bin der Überzeugung, dass jeder seinen Weg selbst aussucht

    unausweichlich? Warum schreibst du hier, doch trotzdem mit der Mitintension potentielle Beeinflussung, oder nicht? Wie siehst du das generell so mit dem Einfluss auf Mitmenschen?

    @ LovHus

    Danke für deinen Beitrag, voll abgefahrene Herangehensweise! ;-D Also vermutlich wohl nicht sondern ist bestimmt sehr logisch, nur ein mir völlig fremdes Modell oder so, trotzdem interessant und ich freu mich über jede neue Darstellung eigener Erfahrungen und wie andere mit dem Thema umgehen. (vllt kann ich später auch noch mehr damit anfangen als mir erstmal bewusst ist).


    Hab ich richtig rausgelesen dass du sozusagen ein Vertreter des ausdrücklich positiven Menschenbilds bist? Wie stellt sich das emotional dar? Und hast du auch Haderungen (oder gehabt) die da mal dran rütteln?

    Zitat

    Ich mein du hast mir jetzt tausend mal die Autarkie von der Regel erzählt und ich sag einfach sie (die Regel) ist scheiße.

    Wenn die Regel scheisse ist - warum befolgst Du sie dann?

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    Auch wenn dich und vllt Kleio überraschen mag: die meisten Menschen incl mir sind nicht so autark, die werden sozialisiert und das ist dann erstmal Fakt, da muss/müsste man sich dann rauskämpfen und das sieht halt u.U. erstmal net so schön aus, aber so durchgängig schönes aussehen gibt es nur mit euerer (angeblichen) Autarkie von derlei Dingen.

    Das siehst nur Du so. Ich sehe mich nicht als autark. Ich sehe mich als verantwortlich für den Mist den ich mache und ich mache für mich die Erfahrung, dass ich weniger in unangenehme Situationen komme, wenn ich der Regel folge, als wie wenn ich gegen sie handle. Auch das kommt vor und meistens bekomm ich dann früher oder später die Quittung dafür. Daran glaubst Du nicht - für mich ist das eben eine Erfahrung, die ich wiederkehrend mache. Das ist vermutlich der Unterschied.


    Autarkie ist ja etwas völlig anderes.

    Zitat

    Autarkie (altgr. αὐτάρκεια autárkeia ‚Selbstgenügsamkeit‘, ‚Selbstständigkeit‘)[1] im allgemeinen Sinne bedeutet, dass Organisationseinheiten oder Ökosysteme alles, was sie ver- oder gebrauchen, aus eigenen Ressourcen selbst erzeugen oder herstellen. Selbstversorgung muss im Gegensatz zur Autarkie nicht alles zur Lebenserhaltung aus eigenen Ressourcen bereitstellen.


    Wikipedia

    Ich lebe in einer Beziehung, ich gehe einer Arbeit nach und so weiter. Ich kann gar nicht autark im Wortsinn sein. Was meinst Du denn mit Autarkie in diesem Zusammenhang?

    Zitat

    unausweichlich? Warum schreibst du hier, doch trotzdem mit der Mitintension potentielle Beeinflussung, oder nicht? Wie siehst du das generell so mit dem Einfluss auf Mitmenschen?

    Sollte es so etwas wie psychische Naturgesetze (was ja meine genannte Grundthese ist?) geben, werden wir sie nur durch nebeneinanderstellen von subjektiven Realitäten herausarbeiten können oder? Wo sind Grundmuster wie sehen die aus und so weiter.


    Oder wie soll das anders gehn? Meine bewusste Intention hier im Faden ist, dass ich meine Sichtweise teile, lese wie andere Sichtweisen zu diesem Themenkomplex sind und schaue ob ich etwas daraus für mich mitnehmen kann und anderen vielleicht etwas mitgeben kann was sie noch nicht kannten. Ich gehe davon aus, das andere hier im Faden das auch tun. Nicht jeder liest dabei alles - auch das entscheiden wir ja individuell.


    Anfangs habe ich versucht Dich mehr in den Fokus zu rücken und Dir etwas anzubieten was Du vielleicht noch nicht 1:1 kanntest. Hat nicht so geklappt ;-). Als Du dann mehrfach betont hast dass Du das Thema nicht so auf dich fixierst siehst hab ich mich von diesem Fokus gelöst. Solltest Du das jetzt anders sehn - gibt kurz Bescheid - dann geh ich wieder in den Lesemodus.


    Ich habe auf meine Mitmenschen den Einfluss, den sie selbst mir geben. Sonst habe ich keinen. Du?


    Gehts Dir um den Unterschied anonymer Einfluss (wie z.b. hier) und direkter persönlicher Einfluss auf Menschen im eigenen Umfeld?

    Danke, werd ich mir heut nacht vom mp3player reinziehen und sein "Woran krankt unsere Gesellschaft"-Video auch, klingt ja passend^^

    @ NotMichaelCaine

    Zitat

    Wenn die Regel scheisse ist - warum befolgst Du sie dann?

    magst mich net verstehen wollen, hm?^^ Egal, falls andere am Thema Goldene Regel noch Interesse haben ist hier Platz dafür, ich selber glaub ich hab erstmal kein Bock mehr drauf die Regel weiter zu diskutieren.

    Zitat

    Autarkie ist ja etwas völlig anderes.

    ja, aber hierbei bin ich mir jetzt eigentlich sicher dass du dich dumm stellst, warum?

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    Anfangs habe ich versucht Dich mehr in den Fokus zu rücken und Dir etwas anzubieten was Du vielleicht noch nicht 1:1 kanntest. Hat nicht so geklappt ;-).

    die Formulierung ärgert mich, aber ja, ich seh's noch genauso: Der Faden steht jedem offen und auch jeder Themenausschweifung.

    Zitat

    Ich habe auf meine Mitmenschen den Einfluss, den sie selbst mir geben. Sonst habe ich keinen. Du?

    irgendwie kann ich damit nichts anfangen, das klingt schwarzweiß und sogar potentiell verantwortungsabschiebig und von letzterem kann ich echt net noch mehr brauchen. (Beispiel, man kann da in nen Aliasfaden reingehen dem TE auf der Nase rumtanzen und wenn dem das nicht gefällt selbsterfüllendprophezeiungsmäßig entspannt zurücklehnen und sagen "ach sein Ding", "er war nicht bereit" oder was auch immer, oder man überlegt halt vorher welchen Einfluss man unabhängig von Aufnahmebereitschaften man so haben könnte, was vom eigenen Handeln einer Aufnahmebereitschaft förderlich wäre und was ihr abträglich ist. Mei, einerseits seid ihr so ultraSprachwichtigkeitsvertreter und andererseits installiert ihr euch da ne Ansicht mit der ihr theoretisch voll die Sau rauslassen könnt weil's ja immer dem anderem sein Ding ist wie er auf euch reagiert, ihr selber habt da ja üüüberhaupt keinen Einflus drauf) Ja, gut, mir geht's bei der Frage aber natürlich mehr um positiven Einfluss, ja am Rande auch hier im Forum z.B. aber auch z.B. im RL auf Freunde oder Fremde. Ich hätte eben gerne einen guten Einfluss.

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    Ich hätte eben gerne einen guten Einfluss.

    Den hätte ich auch gerne - aber ich kann nicht entscheiden ob ich den habe oder nicht. Und ich akzeptiere und kann nachvollziehen, wenn ich ihn in Deinen Augen in diesem Fall nicht hatte. Ich kann nur Entscheidungen treffen was mir in einer Situation wichig ist, danach handlen und dann die Konsequenzen daraus tragen. Und mir war bewusst dass das eine Entscheidung war die sehr kontrovers gesehen werden kann. Ich stehe zu dem was ich kopiert habe, weil die Dynamik eines solchen Dialoges sich tatsächlich ändern könnte, wenn nur Menschen wie Du, der Du damit gut umgehen kannst, sich an solchen Fäden beteilligen. Du wirst mich in einem Faden wo das der Fall ist auch sicher nicht lesen.


    Wenn das nicht der Fall ist (wie in dem von Dir angesprochenen Faden), weil eben auch anderweitig betroffene Menschen durch die Art und Weise getriggert werden und für sie negative Erfahrungen wiederholen und in der Dynamik dann ihrerseits alte Verletzungen angerissen bekommen oder bekommen können, weil sie die Dynamik noch nicht erkennen, und meiden können, sondern nur Schlagwörter dazu, fällt die schwarz-weiss Linie und das ganze gerät in eine Art Verletzungsstrudel bei der Du eine nachvollziehbare positive geprägte Position für den Hauptbeteilligten vertrittst (aber indirekt eben sagst: die anderen können schon auf sich selbst aufpassen und wenn nicht - selbst "schuld" - gehn sie halt wieder) und ich für mich versucht habe beide Parteien, die eben den Strudel gemeinsam bilden im Blick zu haben incl. der Verletzungen auf beiden Seiten. Das ist in einem offenen Psychologie Forum wie hier zwangsläufig schwierig und es treffen zwangsläufig Dynamiken aufeinander, die besser getrennt voneinander wären.


    Wenn das folgende von Interesse ist: Ich hatte am Anfang eine ganz andere Vermutung wer hinter dem Alias steckte die nicht zutraf. Es war ganz sicher mein Fehler mich auf diesen starken Eindruck zu verlassen, weil er sich dann als falsch herausstellte und da bin ich völlig bei Dir: da hätte ich besser meine Tastatur halten sollen. Fehler. Ich hätte auch im Verlauf nichts mehr geschrieben, wenn die Dynamik zwischen den Teilnehmern sich nicht so entwickelt hätte das keiner mehr mit derselben Dynamik angekommen wäre. Natürlich hätte ich die Klappe halten können in der Hoffnung dass sich die Dynamik von selber schnell tot läuft. Ob sie das tatsächlich getan hätte wissen wir nicht.


    Aber genau wie Du gute Gründe dafür hast, Deinen Fokus auf dem einen Teilnehmer zu haben, vermutlich weil es aus Deiner Sicht für den Teilnehmer gut gewesen wäre, wenn es für ihn "störungsfreier" verlaufen wäre (ich kann Deine mitfühlende Haltung dahinter verstehen), gibt es gute Gründe zumindest zu versuchen diesen Teil der Dynamik aufzuhalten. Einmal für diejenigen die getriggert werden und unbewusst darauf in die Schleife einlaufen, damit dann zur Verfestigung bei sich und beim Betroffenen beitragen, aber genau aus diesem Grund nicht zuletzt auch für den Betroffenen selbst, der eben weiter feststeckt. Wenn Du meinst das wäre an den Haaren herbei gezogen, schau Dir Informationen aus der Hirnforschung zum Thema Bildung neuronaler Netze an gerade auch bezüglich ständiger innerer Widerholung von negativen Glaubenssätzen an. Gerald Hüther oder Manfred Spitzer erklären das ganz gut.


    Du hast Du sicher recht: Schriftlich anonym hat das eine spezielle - und eben in Wiederholung - extra üble Komponente, die in einem realen Kontakt so sicher nicht entstehen würde, weil im realen Kontakt die Wort für Wort Sprache zugunsten einer Wort/Gestik/Mimik Sprache in den Hintergrund tritt. Das ist virtuell nicht so. Und deshalb wäre realer Kontakt zu Personen, die nicht in die Dynamiken verfallen, wie wir sie hier sehen, aber auf alles reagieren können was sie sehen sicher die wesentlich bessere Variante, die jemandem wie dem Teilnehmer hier im Moment nicht zur Verfügung steht. Solange er die nicht hat wärs sicher hilfreich, wenn er nur Kontakte hätte mit denen er nicht in die im Faden entstandene Dynamik tritt. Das ist wohl in einem öffentlichen Forum ein frommer Wunsch. Nicht weils diese Sorte Menschen hier nicht gäbe - sondern weils ein öffentliches Forum ist in dem es immer auch sehr viel "Laufkundschaft" gibt, die dem natürlich nicht alle entsprechen können und die Dynamik immer wieder mitauslösen und unterstützen.


    Ich habe auf alle Fälle für mich gelernt: Mich bei einem Alias zu diesem Thema künftig ganz sicher nicht mehr auf meinen Instinkt zu verlassen was die Identität betrifft.


    Ich respektiere Dich und Deine Haltung in dieser Sache und auch zur hiesigen Thematik und weil mir momentan nichts anderes einfällt um diesen Respekt auszudrücken verlasse ich den Faden. Er war auf alle Fälle für mich lehrreich.

    @ LovHus

    Mich hat selten ein Text so beeindruckt, wie dein Beitrag vom 24.01.2017 gegen 12.00 h


    Ich habe diesen Thread angeklickt, weil ich selber grad an Mitmenschen verzweifel und ich das absolut nicht übertragen möchte auf andere (in der Überzahl) nette Menschen.


    Habe viel gelernt in der letzte Woche, was wohl für immer und ewig im Erkenntnisgedächtnis (EG oder vielleicht vertue ich mich gerade mit der Ausschreibung der Abkürzung).


    Vielen vielen Dank @:) @:) @:)

    @ LovHus

    Aufgrund der Werbung von heute_hier habe ich Deinen Beitrag vom 24. gelesen (ohne den psychologischen Teil).


    Eigentlich wollte ich auch noch was dazu schreiben. Aber dann bin ich an der "modernen Kunst" von NotMichaelCaine hängen geblieben.

    @ NotMichaelCaine

    Ich greife Deine Vorlage vom 24.01.17 11:42 einmal auf, und ersetze A durch Mond+Sterne, B durch LovHus und iwwueieujrrij durch das Erteilen von Ratschlägen.


    Just for the sake of the fun - der größere Sinnzusammenhang ist mir nicht klar.

    (Daran sieht man, wie brüchig die goldene Regel ist, weil andere das Erteilen von Ratschlägen nicht so schlimm finden.)


    Vom Demontieren des Selbstbildes zu sprechen, finde ich etwas übertrieben. Ich würde sagen, ich nehme es zum Anlass, um mein Selbstbild zu differenzieren.


    Ich könnte mein Verhalten auch rechtfertigen, indem ich behaupte, ich fände es in dem Zusammenhang ok, Gleiches mit Gleichem zu vergelten. Und darum ging es mir eigentlich, nicht um das Erteilen von (unerwünschten) Ratschlägen.

    @ NotMichaelCaine

    Zitat

    weil mir momentan nichts anderes einfällt um diesen Respekt auszudrücken verlasse ich den Faden

    hm, das ist natürlich deine Sache aber verstehen tue ich das nicht und leg auch keinen Wert drauf dass du den Faden verlässt ":/ Wenn das irgendwelche Selbstschutzgründe hat, ok das könnte ich verstehen, ich bin ja derzeit nicht grad der bequemste Zeitgenosse (aber ich hab's halt eben satt bequem zu sein :-) ), aber fall's das kein Grund ist verstehe ich es nicht.


    Über die Goldene Regel will ich halt nimmer quatschen, ist doch kein Problem (und wer da noch Bedarf hat kann das auch weiter hier tun), ich danke dir sogar für den Austausch darüber, ab einem gewissen Punkt ging's mir da auf bestimmter Ebene aber halt nimmer sehr um mich und die Vergeblichkeit frustriert mich also lasse ich es. Und dass mich deine Formulierung geärgert hat ist doch auch kein Weltuntergang ;-D Vllt kommst von selber drauf warum, vllt auch nicht, egal, ich hab's gesagt und gut. Meine Güte, Kleio und Lewian schaffen es seit Jahren mich immer wieder mal auf die Palme zu bringen wenn ich nur irgendwo irgendwelche ihrer Beiträge lese (sie wissen das aber nicht, also pssst!^^) und trotzdem bin ich regelrecht froh dass sie hier seit Jahren schreiben und schreiben und schreiben :-D Ich lern ja viel dabei und sie machen das ja absolut nicht mit Absicht, mein Problem sozusagen (bei dir bin ich mir da ehrlich gesagt nicht so sicher und das fände ich schon unerhört, sowas wär höchstens Therapeutensache und selbst bei solchen fände ich es unschön).


    (und Respekt ist eh so ne Sache die ich nie so recht verstanden hab, ich finde es sollte ihn (wie ich ihn wie so vieles wieder mal ganz sicher falsch verstehe ;-D) keiner nötig haben weder gebend noch empfangend, Augenhöhengleichheit steht meiner Meinung nach vor Respekt und Respekt ist dann nur son krückiges Hilfsmittel wenn das nicht gegeben ist)


    Was den Aliasfaden betrifft: ach das war eh ein einziges Armutszeugnis für das Psychologieforum, ich mein ich hab die gelöschten Beiträge zwar net gelesen aber dass in so einem Faden überhaupt was geschrieben wurde was gelöscht wurde scheint mir wie ein seltsamer Film der ja fast net wahr sein können dürfte. Was dein agieren darin betrifft fand ich es halt ein gutes und vernichtendes Beispiel wider die "Einfluss liegt immer am anderen"-Theorie, du hättest da nämlich möglicherweise durchaus Zugang finden können wenn du von deinem hohen Ross runtergekommen wärst wenn ich es mal so arschig formulieren darf. ... Ach ihr (Buddhisten :-p ) seid immer soo pseudounpersönlich, das ist echt net auszuhalten mit euch *schimpf&lach*