• Positives Verhältnis zur Menschheit bewahren

    Oder wenigstens neutral. Fällt mir manchmal etwas schwer, manchmal geht's und manchmal ist's wirklich positiv. Momentan ist es arg schwer, geht schon ne Weile so und kann nicht mal sicher sagen warum. Gestern hab ich mich mit jemand unterhalten der schon langsam die Grenze zum Hass überschreitet und konnt anläßlich meiner eigenen diesbezüglichen Phase…
  • 339 Antworten

    Wasili


    Tut mir leid. :)_

    Zitat

    mir gefällt ja sehr der Spruch "denkt jeder an sich selbst ist an jeden gedacht"^^ Und da ist im Sinne des Selbstverantwortungsthemas druchaus einiges dran, aber über Mitverantwortung im gesellschaftlichen Sinne denke ich momentan auch ein bißchen nach (danae87 ist schuld^^)

    Ich mochte den Spruch auch, aber dann hab ich "Flug über Arras" von Exupery gelesen und seit dem fürchte ich, mag ich ihn nicht mehr sonderlich. Vielleicht auch ein Buch für dich gerade, da geht es um seine Reflektionen zum Thema sein, mehr sein, Verantwortung für sich und andere tragen, also unter anderem.


    Ich finde der Fokus ist der Punkt der Selbstverantwortung, denn was ich von der Welt wahrnehme liegt in meinem ermessen und in gewissem Rahmen auch in meiner Entscheidungsfreiheit. Konzentriere ich mich nur auf das Bombardement der Krankenhäuser in Aieppo oder sehe ich daneben den Must der Helfer, Weishelm Truppen, Zivilisten die sich bemühen Kindergarten für die Kleinen zu machen, damit die Normalität erleben und soweiter. Sehe ich nur die Eltern die es versauen oder gucke ich auch auf die vielen die sich bemühen und alles durchdenken und wirklich auch schon viel gut machen?


    Meine Schwester hatte eine eher rechte Phase, da hat sie immer nur die pöbelnden Migranten oder deutschen mit ausländischen Wurzeln gesehen. Als sie anfing in einem Geschäft neben einem Flüchtlingsheim zu arbeiten drehte sich die Wahrnehmung rasend schnell, denn die waren da höfflich, zurückhaltend und hilfbereit, anders als viele der deutschen Kunden. Aber auch schon vorher hätte sie ja mal all die, die sie nicht anpöbeln zählen können und dann auch noch die, die nett zu ihr waren.


    Die Verantwortung für andere geht dann meiner Meinung noch weiter und erfordert erstmal einige Standpunkte zu denen man stehen kann und will, aber erstmal finde ich, sollte man den Teil mit sich selbst sortieren. Sonst säuft man schnell emotional ab.

    Es ist auf eine Art "einfacher", in sich Ablehnung zu horten aufgrund wahrgenommenen Unrechts (oder auch nur schlechten Benehmens), als den Blick auf die wenigeren (oder nur unauffälligeren?) positiven Handlungen und Haltungen zu richten. Es bedeutet gewissermaßen, betrachte ich mein eigenes Erleben, mehr innere Arbeit, teilweise sogar mehr bewusste Anstrengung, sich vom Negativen nicht auffressen zu lassen, und zwar auf so, dass es eben nicht das Herz verhärtet.


    Ich denke hier als Vorbild z. B. an V. Frankl, der Auschwitz überlebte und nachher weder persönliche Ressentiments gegen seine Peiniger aufrechthielt, noch als überlebender Jude die Kollektivschuld befürwortete - letztere lehnte er vielmehr ab. Er hätte es leicht gehabt, den Blick voll und ganz auf das Negative im Menschen zu richten, hat sich jedoch dafür entschieden, dies nicht zu tun. Ja, es ist tatsächlich eine Entscheidung, die jeder für sich treffen muss. Und auch er machte in seinen Büchern und Vorträgen nochmal deutlich, wie viel innere Arbeit diese bedeuten kann.


    Beides steckt in uns, und wir entscheiden für uns selbst, wem wir den Vorrang geben - zunächst geben wollen. Dabei gibt es vor allem zwei Gründe, sich statt für den vermeintlichen Vorrang des Bösen für den des Guten zu entschließen. Aus der Warte des Positiven lässt sich besser dem anderen helfen, und es ist mit Sicherheit für Körper und Psyche gesünder, nicht selbst in Resignation, Bitterkeit und Vorwurf an die Menschheit zu verfallen.

    komm heut nicht so hinterher, macht aber nichts, wem was einfällt: nicht auf mich warten.

    @ LolaX5

    Zitat

    Außerdem finde ich manchmal den Gedanken gut, dass wir in der besten allermöglichen Welten leben. Besser schaffen wir es als Menschheit leider noch nicht. Aber ich bin und bleibe da irgendwie fortschrittsgläubig... :-)

    seh ich eigentlich ähnlich und ein Gedanke mit dem ich mich die letzten Tage öfter mal versucht hab auf Spur zu halten ist "ein Wunder dass es überhaupt "so gut" funktioniert" könnt ja alles noch um sovieles schlimmer sein, naja, glaub es war nicht sehr hilfreich muss ich zugeben^^ Dazu dass die jetztige Welt das bestmögliche wäre was die guten Anteile in den Menschen hergeben würden kann ich mich dann aber auch nicht durchringen.

    @ danae87

    Zitat

    Tut mir leid. :)_

    lol, ich hoffe das ist scherzhaft gemeint, müsste jedenfalls echt nicht leid tun. Dass du "schuld bist" fand ich nur witzig zu schreiben in so Verantwortungszeugs rein. (ging, wie du vermutlich schon denkst, um die Protestsache in Cinnamon4s Faden, das hat aber meine Phase bzgl des Themas hier absolut nicht ausgelöst, die geht schon ein paar Wochen)

    Zitat

    Ich finde der Fokus ist der Punkt der Selbstverantwortung, denn was ich von der Welt wahrnehme liegt in meinem ermessen und in gewissem Rahmen auch in meiner Entscheidungsfreiheit.

    weiß nicht, ich möchte die Dinge eigentlich wahrnehmen wie sie sind und wie sie kommen. Ich versteh das schon irgendwie mit dem Fokus, im kleinen, aber das auf größere Dinge anzuwenden wüsste ich grad nicht wie das gehen soll. Nachrichten geb ich mir z.B. gar nicht erst, es ist ganz schnödes Alltagsmiterleben was an mir kratzt.

    Zitat

    Die Verantwortung für andere geht dann meiner Meinung noch weiter und erfordert erstmal einige Standpunkte zu denen man stehen kann und will, aber erstmal finde ich, sollte man den Teil mit sich selbst sortieren. Sonst säuft man schnell emotional ab.

    was sind das für Standpunkte und was ist der Teil mit sich selbst? (also wenn das generelle Aufgeräumtheit heißen soll bin ich ja fein raus ;-D weil das kann ich mir abschminken, da müsst ich ja 200 Jahre alt werden). (gern mehr zum Thema Mitverantwortung wenn du magst, auch wenn das für mich am Fadenthema vllt auf den ersten Blick net so beteiligt sein mag, seh ich da zumindest Kompensationspotential, vllt hat man solche Krisen seltener wenn man das Gefühl hat man hat's nach Möglichkeit versucht (positiv auf die Gesellschaft einzuwirken und so))

    @ Audrey Tattoo

    ja so ungefähr stelle ich mir das vor, abzudriften ist der einfache Weg, es nicht zu tun ist der schwierigere, und ich bin durchaus auch gewillt da einige Energie reinzustecken. Meine Angst ist halt dass das vllt nicht reicht. Dass die Entscheidung nicht ins Negative abdriften zu wollen irgendwann bröckeln könnte. Die man ja auch nicht einfach mal eben beschließt sondern sozusagen immer wieder entscheiden muss.


    Ich weiß nicht ob meine Energie dafür reicht selbst dann wenn alles gut läuft und zusätzlich macht mich das abhängig davon dass mir keine allzu schlimmen Sachen passieren. Ich glaub nicht dass ich nochmal irgendwas traumatisches wegstecken könnte und die Energie hierfür aufbringen könnte. Aber gut, das ist eigentlich bloß Zukunftsgebla was nichts gutem dient.

    Zitat

    "Antrainierte Abstumpfung"? Eigenartig, wieso haben wir ein schlechtes Gewissen

    Wer? Wenn ich anderen gegenüber schlechtes Gewissen habe hab ich schon was falsch gemacht, ich find das ist vllt ein Werkzeug für Kinder zum lernen, als Erwachsener sollte man im Regelfall eigentlich vorher wissen was richtig und falsch ist. Hat man sich selbst gegenüber ein schlechtes Gewissen kommt meistens eh Mist dabei raus weil's meist ja doch nur beim schlechten Gewissen bleibt und die auslösende Handlung weitergeführt wird und die zugrundeliegende Ursache durch's schlechte Gewissen noch befeuert wird.


    Den Rest des Satzes verstehe ich irgendwie nicht so recht.

    Zitat

    Mitzuleiden kostet Kraft und kann sogar blockieren und Handeln verhindern und sich so der Veranwortung in den Weg stellen.

    absolut

    Zitat

    Wahrnehmen ist ja nicht zwingend auch Mitleiden.

    stimmt, meistens leide ich auch nicht mit. Wenn, dann ist das meiner Beobachtung nach oft nur ausgelagertes Selbstmitleid oder eben mangelhaftes Abgrenzgungsvermögen. Mitleiden im Selbstmitleidssinne kommt nicht mehr so oft vor aber ich kann mich an ein gutes Beispiel erinnern, vllt 1,5 Jahre her:


    Da saß ich mal an einer Kreuzung wo ich ab und an mal sitze und Verkehr und Menschen ansehe (ich mag den Platz manchmal weil er sehr hektisch ist und mir dadurch ein gutes Bild gibt wie sehr ich in mir ruhe), an dem Tag war's nicht so weit her mit der Gefestigtheit und ich sah ein altes Pärchen über die grünwerdende Ampel gehen, und wie Ampeln gern mal so sind sind die schon wieder rot kaum dass man einen Fuß auf die Straße setzt, sie hetzt rüber, er kann nur noch ganz langsam am Stock gehen und Autos warten schon. Sie keift dann irgendwie dass er sich beeilen soll. Klingt jetzt vllt banal, aber ich fand das in dem Moment schlimm und hätte fast geheult. Was natürlich Selbstmitleid war, die Art wie überall Stress gemacht wird und dann immer weitergegeben wird ist etwas womit ich ein Problem hab, ob's den alten Mann sonderlich berührt hat ist reine Spekulation.

    @ S. wallisii

    Deiner Schilderung ist zu entnehmen, dass du sehr gut unterscheiden kannst, was aus dir selbst kommt und was mehr eine Projektion ist. :)^ Ja, du warst in dem Moment der Beobachtung der alte Mann, und so hattest du Mit-Gefühl mit ihm, weil du dich in ihn hineinversetzt hast; das was du spürtest, war natürlich dein eigenes Gefühl. Aber es ist ein Hinweis darauf: Würden wir immer erfühlen, was der Mitmensch gerade leidet, würden vermutlich alle unsere Handlungen durch dieses Sieb gehen und vieles nicht ausgeführt werden, dafür dann viel mehr anderes, etwas "Liebendes" im weiteren Sinne, bestimmt umso mehr. Die wenigsten wollen anderen etwas Böses antun, denn wir fühlen uns im allgemeinen gut, wenn wir etwas für andere tun. Der, der sprichwörtlich oder wirklich über Leichen geht, befindet sich im Gier- oder Rachemodus (meist unbewusst, denke ich) oder jedenfalls nicht im psychischen Normalzustand. Der soziale Verbund hat für unser Überleben gesorgt, und das scheint der Normalzustand zu sein, mit allen Zickigkeiten, die trotzdem auch zur Spezies Mensch gehören.


    Ich meinte das mit dem schlechten Gewissen so: Wenn wir uns besorgt fragen, ob wir uns schon zu einer Abstumpfung erzogen haben könnten, ist die Sorge darüber nicht schon ein Zusammenzucken unseres Gewissens?

    @ Kleio

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    Heißt es, dass Du eine Idealvorstellung davon hast, wie jeder einzelne Verantwortung für sich übernehmen sollte? Und Du dieser Vorstellung auch nicht entsprichst?

    Wie gesagt denke ich nicht dass man Selbstverantwortung festlegt und natürlich ist meine Vorstellung davon was Selbstverantwortung ist subjektiv und kann im Einzelfall auch völlig fehlgehen, davon abgesehn kann ich die Frage wohl mit ja beantworten.

    Zitat

    Meinst Du wirklich? Welches Leid z. B. wäre denn vermeidbar?

    Na z.B. Leid durch Verantwortungsabschieberei ;-D Ich find da wär generell vieles denkbar. Leid durch Normierung, durch Ausgrenzung und nach-unten-Treterei, durch Bewahrungsversuche von Schein, durch die ganzen kompensativen neverending Innere-Leere-Füllversuchen... Ich mein da muss man ja net gleich mit den ganz offensichtlichen Nummer wie Kriegen und Gier kommen, kann man aber natürlich auch. Auch in deinen Augen läuft ziemlich sicher einiges unschön, ich frag mich also worauf du hinauswillst oder wo du mich mit der und anderen Fragen hinbringen willst. (Aber auch wenn ich die jeweilige Absicht stellenweise einigermaßen rätselhaft finde^^ vielen Dank für's fragen @:) )

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    Für mich wäre es auch wichtig zu wissen, ob Du Dich einfach mal mental auf den Weg machst, eine bessere Erkenntnis für Dich zu gewinnen und wo Deine jetzigen Gedanken herkommen. Mit dem Herkommen meine ich, ob Du sie Dir bewusst gebildet hast oder ob die aus einer Konditionierung stammen, die nicht wirklich an Deine restlichen Gedankenzusammenhänge anschließen.

    Hm, ich hab mich bewusst entschieden jetzt über das Thema forcierend nachzudenken und natürlich hoffe ich auf eine Erkenntnis die mich da weiterbringt oder irgendetwas was sich einfach richtig anfühlt. Das kann manchmal auch bloße Auseinandersetzung mit dem Thema sein ohne bestimmtes Ergebnis, aber nicht mal da komme ich diesmal hin wenn ich alleine drüber nachdenke also hab ich mich halt mal wieder ans Forum gewandt. Wenn du den Sog meinst und Gedanken der Marke Leute gedanklich zu beschimpfen die in Straßenbahnen an mir vorbeifahren.. keine Ahnung, vllt hat sich einiges aufgestaut an Menschenfrust. Machen will ich mir solche Gedanken ja ausdrücklich nicht (hab aber natürlich experimentiert^^ es befriedigt etwas, aber fühlt sich auf rein intuitiver Ebene (nicht gut)konsequenzig an).


    Mit Konditionierung und Phrasen kann ich momentan in dem Zusammenhang nicht viel anfangen. Ich denk aber drüber nach.

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    Sowas rein auf Gedanken-/Einstellungsbasis abzustellen halte ich leider für reine Selbstdiziplin mit gehörigen Prisen Selbsttäuschung, Augenverschluss (nicht vor dem Leid, vor dem eigenen Empfinden darüber) und vllt sogar antrainierter Abstumpfung.

    Wie meinst Du das?

    Naja, wenn es mir grad schwer fällt die ein oder andere Häßlichkeit anzusehen ohne dass das was negatives in mir auslöst, könnte ich natürlich hergehen und sagen ach ich werte das jetzt einfach mal nicht oder sowas, und sowas funktioniert auch in gewisser Hinsicht, weil es eine Verdrängung in Gang bringt - die aber auf lange Sicht gesehn die Kacke erst so richtig dampfend machen würde wenn diese Früste auslebungsbedürftig sein sollten, wenn sie eben nicht einfach durch mentale Bemühungen und Einstellung zu beseitigen sind. Vllt sind sie es irgendwann, da bin ich aber noch lange nicht und kann nicht einfach entscheiden jetzt dort zu sein.

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    Mit loslassen meine ich vorgefertigte und unrealistische Urteile und Erwartungen loszulassen. Damit verringere ich meine Enttäuschungsrate deutlich, denn dann werde ich nicht enttäuscht. Natürlich nicht gewaltsam. Dafür aber muss ich loslassen wollen und dass ich das will, muss ich für mich selbst die Erkentnis haben, dass solche Urteile und Erwartungen sinnlos sind.

    Der Schwarzseher würde wohl ganz ähnlich argumentieren^^ Der korrigiert seine Erwartung halt nach unten bis ins negative statt loszulassen aber die Argumentation ist die gleiche.


    Vorverurteilend negativ will ich ja nicht sein, aber ich weiß auch nicht ob ich da loslassen will. Und das geht dann vllt doch ein bißchen in die von _Zuschauer_ aufgebrachte Enttäuschungsrichtung. Und was heißt schon sinnlos, vllt braucht man ja manchmal die ein oder andere unrealistische Hoffnung.

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    hm, nicht nur. Und selbst wenn ich das im Gesamten so sehen würde würde ich da eine Formulierung dranhängen die die Verantwortung bei mir belässt. So wär der Sprung zu "die Menschen sind schuld wenn mir nicht gut geht" viel zu klein.

    Das verstehe ich nicht ganz. Kannst Du das noch näher erläutern?

    Falls schon "nicht nur" missverständlich ist: Sie tun mir auch gut, ich bin kein Eremit. Dass sie mir mal schwer zu ertragen sind kommt halt auch vor. Und "Mir tun Menschen schlecht" ist natürlich eigentlich verantwortungstechnisch gesehn keine Abschieberei sondern neutral. Aber dem Anteil der zum negativen Menschenbild hinzieht kümmern sprachliche Feinheiten nicht, für den ist das nah genug an der Verantwortungsabschiebung (die Menschen sind schuld) dran um das fast gleichzusetzen also würde ich im Idealfall (extrem fanatisch bin ich da (vllt leider) nicht hinterher) z.B. sagen "meine fehlende Agrenzung macht Menschen oft anstrengend für mich".

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    Das ist mir schon klar. Wie kommt es zu diesem Gefühl?

    Stand doch da, weil ich nicht glaube alle Selbstverantwortungen wahrnehmen zu können, vllt nicht mal erkennen.

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    Wer legt denn die Verantwortung sonst fest, wenn nicht Du?

    keiner, die sind einfach da. (Beispiele auch für deine nachfolgende Beispielsfrage:) Essen - Selbstverantwortung wahrnehmen - sattsein. Nichtwahrnehmung der Verantwortung - Hunger. Ganz einfach. Ich verstehe nicht wie man das anders sehen kann.


    Ein Themenspezifisch näheres Beispiel: Wenn ich lebe wie ich es tue und da sind einige Idioten die mir allein weil ich so lebe das Leben schwerer machen, kann ich trotzdem nicht mit einzelnen Verantwortungsabschiebungen oder dem generellen Abdrift ins Negative denen die Verantwortung für mein Wohlergehen übergeben. Ich muss entweder schaun wie ich damit klarkomme oder eben nicht. Komm ich klar damit weil ich noch dies und jenes lerne und dann wirklich und ohne jede Selbsttäuschung darüber stehe oder andere gesunde Umgänge damit finde ist alles gut und die Verantwortung wahrgenommen, komme ich nicht klar damit kann ich die Verantwortung wahrnehmen indem ich was anderes tue und mich dem schädlichen Einfluss entziehe, tue ich das im nicht-klar-kommen-Fall nicht nehme ich keine Verantwortung war und muss als Konsequenz Schädigung hinnehmen. Das könnte ich dann zumindest noch selbstverantwortlich einordnen indem ich sage ich schädige mich selbst anstatt zu sagen die machen mich kaputt. (Das ist nur ein Bespiel, in der Realtität bin ich da weit davon entfernt kaputt zu gehen und hoffe ich würde es auch nicht soweit kommen lassen, das Beispiel ist auch auf belastende Berufe oder auf Menschen anwendbar die ihren zumindest für sich als belastend empfinden (Schmeißt euer Scheißjobs hin Leute! (;-D sorry, Mitverantwortung und so :=o ;-D ))

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    Das könntest Du ja dann ändern, wenn es eine Selbsttäuschung ist, oder?

    ja, wenn ich sie erkenne. Es ist mir in weiten Teilen ein Bedürfnis ehrlich zu mir sein. Zu sagen ich bin immer ehrlich zu mir wäre aber Selbsttäuschung, ich entdecke ja immer wieder welche also wär's albern anzunehmen dass in einem Moment wo ich bloß grad keine aufdecke auch keine da ist.

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    Wieso musst Du Dir verzeihen? Es klingt, als müsstest Du Dir verzeihen so zu sein, wie Du bist?

    ach müssen tue ich nicht, ich fänd's aber nett und oft klappt's. Dass es überhaupt dazu kommt (also dass da verzeihpotential ist und es nicht gleich von anfang an nicht verurteilenswert war) ist/war (kA, Selbsttäuschungsgefahr) wohl eher nicht so gesund, aber eben grade drum ist das verzeihen dann ja gesund.

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    Seine Einstellung zu Erwartungen bwz. Erwartungen aufzustellen bewusst zu werden, bedeutet ja nicht unbedingt auf Null Erwartungen zu kommen. Ich denke, dass man sich dessen bewusst ist, dass man sie aufstellt bzw. wie realistisch diese Erwartungshaltung ist, macht es einem auch einfacher mit dem Ergebnis umzugehen.

    Ok, das gefällt mir. Was auch immer das heißen mag dass es mir gefällt^^ Hm, also ich finde das gut in genereller Hinsicht und werde mal speziell drauf achten. Was die besondere phasenweise Fragilität bzgl des Themas angeht weiß ich nicht ob es da nicht eher um andere Sachen geht.

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    bzw. auch zu merken, wenn man sich so ärgert und stresst, dass es einem anfängt nicht mehr gut zu tun.

    Ich fürchte halt schon auch wie bei anderen negativen Emotionen auch dass es so einfach nicht ist es einfach nicht zu tun. Es ist ja mehr oder weniger Entscheidung eine Emotion zuzulassen und wie man mit ihr umgeht. Die Umgänge gehen meiner Erfahrung nach aber in einander über. Reinsteigern (und das, für mich jedenfalls, damit näher rückende Abdriften) ist von einer rauslassenden Auslebung praktisch fast nicht entfernt, es liegt gleich direkt daneben.

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    Naja, das eine ist, sich über etwas aufzuregen, woran man selbst nichts tun kann

    ob man was ändern kann oder nicht kümmert die jeweilige Emotion aber nicht

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    Aber ich hole mich zurück auf die neutrale Ebene.

    hm, ich hab die Angst dass ich das absolut nicht beliebig (oft und wirksam) tun kann sondern dass es Kraft kostet und zwar nicht wenig.

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    Ich finde es zwar phantastisch, wenn so ein buddhistischer Mönch jeden und alles annehmen kann und viellecht kann ich das noch in meiner Pension auch praktizieren, aber so lange ich berufstätig bin, in einem sozialen westlichen Gefüge mit klassischen intersubjektiven Werten, kann ich mich nicht ausklinken.

    ja, da komm ich zu ähnlichen Schlüssen (auch wenn intersubjektiv jenseits meines Wortschatzes liegt^^)

    @ Audrey Tattoo

    Zitat

    Ich meinte das mit dem schlechten Gewissen so: Wenn wir uns besorgt fragen, ob wir uns schon zu einer Abstumpfung erzogen haben könnten, ist die Sorge darüber nicht schon ein Zusammenzucken unseres Gewissens?

    hm, ich schätze man könnte die Sorge auch anders erklären, z.B. mit dem rein selbstsüchtigen Bedürfnis gesund mit sich umzugehen und Abstumpfung ist vllt nicht so richtig gesund (weiß nicht genau, vllt ein Frage von Leidensdruck).

    Zitat

    Die wenigsten wollen anderen etwas Böses antun, denn wir fühlen uns im allgemeinen gut, wenn wir etwas für andere tun.

    ja, ist verhältnismäßig eher eine kleine Anzahl an so richtig bösartigen Menschen, aber unschönes das unbewusst hinter Unreflektiertheit augelebt wird kann ich auch net viel schöner finden. Gutes-tuer sind häufiger, aber jetzt auch wieder nicht so übermäßig häufig und manchmal aus zweifelhaften Gründen.

    @ a.fish

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    Das ist aber nicht so einfach, weil ich das in Wirklichkeit für Feig- und Bequemlichkeit halte, denn ich halte so alles in seiner Gesamtheit für wenig okay. Ich denke, authentischer wäre tatsächlich, Wut, Frustration und Traurigkeit zusammen auszuhalten.

    spielt da jetzt auch das Mitverantwortungsthema mit rein? (wegen wenig ok finden) Oder meinst wenig ok gegenüber sich selbst wegen nichtausleben, oder beides?^^


    Dass ein Ausleben stattfinden sollte, hm, ja, kann schon gut sein, das wäre ja auch nicht mal ein themenspeziefisches Problem, geht mir z.B. auch mit anderen Aggros so dass die generell problematisch sind und ich sie am liebsten einfach nicht haben wollen würde. Seh ich auch immer wieder mal ein, das es so net geht, der Effekt ist allerdings mäßig.


    Vllt geht's ein bißchen auch um Kontrolle, andere unter meinen Befindlichkeiten leiden zu lassen finde ich z.B. mehr als scheiße aber das ist natürlich schnell passiert wenn man einen gesunden Aggressionsfluss hat/zulässt {:( Dann geht's aber auch darum dass solche Emotionen auch wirklich irgendwie vermeidbar sind, nicht auf die verdrängende Art sondern durch innere Festigkeit und das ganze Zeugs. Das ist so toll und das möcht ich immer so haben, geht aber net :-( und sich um der Vermeidung willen da hinzubemühen geht fehl und endet in Selbsttäuschung. Mir macht's das aber noch schwerer weil ich weiß es geht Aggressionen auf unverdrängendem und gesundem Weg nicht zu haben, das macht den Aggroausrutscher wo man mal den falschen anpflaumt noch schlimmer irgendwie.


    Bei Traurigkeit und so ist's bei mir wohl hauptsächlicher weil ich halt nicht traurig sein will (also das ist bei Aggros schon auch beteiligt). Vllt bin ich deshalb nicht grad unwillig oft melancholisch zu sein, kompensativer Ausgleich oder so.


    Wie nur bringt man sich dazu Emotionen gesund auszuleben? Und wie dann wiederum dazu es nicht damit zu übertreiben?

    Zitat

    spielt da jetzt auch das Mitverantwortungsthema mit rein?

    Ich weiß nicht, ob ich bei dem Verantwortungsthema richtig mitkomme. |-o Ich bin mir nicht sicher, was Du mit Mitverantwortung meinst. Mitverantwortung für den Zustand der Welt im Großen und Kleinen? Das hab ich gemeint. Ich will ja auch, dass es mir gut geht. Aber ich habe ernsthafte Zweifel, ob es mir gut gehen sollte. Ich bleib immer wieder an diesem Satz hängen: es gibt kein richtiges Leben im falschen. Wenn so viel falsch/schlecht (natürlich in meinen Augen, aber selbstverständlich habe ich da auch ganz einfach den richtigen Blick drauf ;-) ) ist, warum sollte es mir dann gut gehen, mit welcher Berechtigung nehme ich dann an, dass mich-gut-fühlen ein Zustand ist, den ich anstreben sollte. Ist das an sich nicht schon eine ganz fundamentale Selbsttäuschung/Verdrängung?


    Ich hab keine Ahnung, wie ich mich zu halten habe - um mir selbst gegenüber ehrlich und gleichzeitig nicht selbstzerstörerisch zu sein, aber um auch meinen Ansprüchen an mich selbst gerecht zu werden, dabei auch noch ein verträglicher und für andere guter Mensch zu sein ... etc. etc. ":/


    Mal läuft es eine Weile wie von selbst und ich denke gar nicht darüber nach, aber dann stehe ich irgendwann doch wieder vor genau diesen Fragen und wie man mit seinen Emotionen denn nun umgehen soll/kann/darf und weiß es einfach nicht. Gerade bei Wut und Traurigkeit finde ich das so schwer. Ich kann nicht die ganze Zeit und nicht einmal längere Zeit wütend und/oder traurig sein, das halte ich nicht durch. Da fange ich automatisch an, gegenzuarbeiten. Aber bedeutet das dann, dass es für mich das richtige ist, diese Gefühle abzustellen (mir fällt gerade kein besseres Wort ein, ich mein das durchaus auch auf die gesunden Arten, die einem so empfohlen werden) oder ist DAS die Flucht und richtiger wäre es, das auszhalten zu lernen? Keine Ahnung! Ist Menschen hassen letztendlich das richtige und meine Versuche, mich dem zu verwehren, sind Fluchtversuche, die nur edel aussehen, aber eigentlich will ich nur den unangenehmeren, aber angebrachten Gefühlen entkommen? Ich weiß es nicht!

    S. wallisii

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    ja, ist verhältnismäßig eher eine kleine Anzahl an so richtig bösartigen Menschen, aber unschönes das unbewusst hinter Unreflektiertheit augelebt wird kann ich auch net viel schöner finden.

    Das habe ich mich die ganze Zeit gefragt - wovon Du hier ausgehst. Ich habe ja keinen Einfluss darauf, ob jemand nun etwas als verletztend empfindet oder nicht. Du hast ja das Beispiel mit dem älteren Ehepaar gebracht und auch erwähnt, dass Du nicht einmal weißt, ob der alte Mann die Situation für sich überhaupt so fühlt, wie Du es empfunden hast und es für Dich auch keine Rolle spielt, sondern wie Du das in dem Moment für Dich interpretierst. Ich lasse mal unbewusste Unreflektiertheit außen vor. Was ist wenn mir/Dir/Menschen bewusst ist, dass das, was ich tue, jemand anderer als verletzend oder böse auffasst, ich das aber als richtig empfinde und es sich für mich gut anfühlt. Was wäre denn Deiner Ansicht nach dann meine bwz. Deine Verantwortung? Mein Verhalten zu ändern? Es für schlecht erklären? Es tun und ein schlechtes Gewissen haben? Mich dafür verantwortlich zu fühlen, dass es dem jetzt schlecht geht? Oder etwas anderes? Wie sind da Deine Gedankengänge und Gefühle?

    Zitat
    Zitat

    hm, ich schätze man könnte die Sorge auch anders erklären, z.B. mit dem rein selbstsüchtigen Bedürfnis gesund mit sich umzugehen und Abstumpfung ist vllt nicht so richtig gesund (weiß nicht genau, vllt ein Frage von Leidensdruck).


    ja, ist verhältnismäßig eher eine kleine Anzahl an so richtig bösartigen Menschen, aber unschönes das unbewusst hinter Unreflektiertheit augelebt wird kann ich auch net viel schöner finden. Gutes-tuer sind häufiger, aber jetzt auch wieder nicht so übermäßig häufig und manchmal aus zweifelhaften Gründen.

    Hm, S., auch wenn das alles so sein kann, so merke ich daran schon, wie sehr du die Dinge jeweils zu relativieren bereit bist. ;-) Ich bin das zwar auch, aber nicht, wenn ich zu einer Einstellung gefunden habe, die mir positiv zu sehen (leben) hilft. Dann sage ich mir, dass ist jetzt in Ordnung, ich höre auf zu schwanken mit der Erwägung dieses oder jenes. Ich habe stelle solange infrage, wie es sein musste, um zu einer (vorläufigen?) Meinung, Ansicht, Überzeugung zu gelangen - nun ists (erstmal) gut und ich brauche Ruhe darüber.


    Sonst beunruhige ich mich in dem Maße, das mir das Leben ungemütlich macht: Die Dinge sind einfach zu ungewiss, kein guter Glaubenssatz, der lässt in mir eine unangenehme Unruhe zurück, die mich ständig irritiert und die weder mir noch anderen zugute kommt, sondern mich sogar blockieren kann.


    Kann sein, dass meine Umgehensweise ein Kunstgriff ist (andere mögen es Selbstbeschiss nennen ;-D ), aber ich komme damit heute zurecht.

    @ a.fish

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    Ich bin mir nicht sicher, was Du mit Mitverantwortung meinst. Mitverantwortung für den Zustand der Welt im Großen und Kleinen?

    ja

    Zitat

    Ist Menschen hassen letztendlich das richtige

    ne, glaube ich nicht und fühlt sich auch nicht so an. (ich fänd's aber toll wenn hier jemand so-denkendes mitschreiben würde^^)

    Zitat

    und meine Versuche, mich dem zu verwehren, sind Fluchtversuche, die nur edel aussehen, aber eigentlich will ich nur den unangenehmeren, aber angebrachten Gefühlen entkommen?

    Möglicherweise könnte das trotzdem so sein und es ginge nur um ein Maß, Verhältnismäßigkeit und so.

    Zitat

    es gibt kein richtiges Leben im falschen. Wenn so viel falsch/schlecht (natürlich in meinen Augen, aber selbstverständlich habe ich da auch ganz einfach den richtigen Blick drauf ;-) ) ist, warum sollte es mir dann gut gehen, mit welcher Berechtigung nehme ich dann an, dass mich-gut-fühlen ein Zustand ist, den ich anstreben sollte.

    na wenn man wöllte könnte man das ja als ziemlich solidarisch ansehen ;-D (muss da natürlich eher ans Selbstwertthema denken) Naja, ich fürchte das müsste man sich einfach rausnehmen, warum auch nicht? Ist ja nun nicht gerade so als würde diese Form der Solidarität irgendwas sinnvolles bewirken, eher im Gegenteil. Im Prinzip hat man ja schon allein dadurch einen guten Einfluss auf die Welt indem es einem gut geht, da hebt man nicht nur automatisch den Durchschnitt sondern geht ja auch automatisch besser mit seinen Mitmenschen um.


    Weil ich da immer wieder dran denken muss und wenn ich dich zu solchen Themen lese aus irgendeinem Grund noch öfter: Ich hab in einer etwas alberner Denkrumspielerei vor längerer Zeit mal das Vegetarierproblem formuliert: Leben bedeutet immer Leid für andere Lebewesen. Das ist nicht zu umgehen und nur minimierbar, was vermutlich die häufigste Motivation für Vegetariismus (oder so^^) ist. Das Problem hab ich leider aber auch, auch ohne Vegatarier zu sein. Musste ich so vor 4 Jahren erstmals drüber nachdenken als ich registiert hab wieviele Insekten und andere Tiere drunter zu leiden haben wenn ich immer wieder mal meine hier oder da direkt in der Natur pennen zu müssen, dann daran was diesbezüglich wohnen generell bedeutet und dann zu den Zwangsläufigkeiten von Ernähren, deshalb "Vegetarierproblem". Mir hilft da dass ich einfach leben will, ich will das so sehr dass ich mir einige Leidverursachungen durchgehen lassen kann.


    Irgendwie kann man das auch auf Menschen und auf emotionale Probleme anwenden. Irgendwie geht's um "Raum" den man sich zum Leben zugestehen muss, es ist aber, wenn man nicht der totale Arsch ist, nicht viel Raum, nicht zuviel finde ich. Ist für mich aber natürlich auch Theorie und Praxis und so...

    @ Kleio

    Zitat

    Was ist wenn mir/Dir/Menschen bewusst ist, dass das, was ich tue, jemand anderer als verletzend oder böse auffasst, ich das aber als richtig empfinde und es sich für mich gut anfühlt. Was wäre denn Deiner Ansicht nach dann meine bwz. Deine Verantwortung? Mein Verhalten zu ändern? Es für schlecht erklären? Es tun und ein schlechtes Gewissen haben? Mich dafür verantwortlich zu fühlen, dass es dem jetzt schlecht geht? Oder etwas anderes?

    Sehr sehr coole Frage!^^ So allgemein formuliert halte ich sie erstmal für unknackbar ohne im kniffligen Einzelfall dann doch ausschweifend subjektiv oder sogar doppelmoralisch zu sein. In anderen Einzelfällen ist sie aber für mein subjektives Verständnis schon klar, und zwar ohne doppelmoralisch zu sein wobei der Dreh- und Angelpunkt wohl mein, zwangsläufig ebenfalls subjektives, Verständnis von Verantwortung ist. Rahmengebend ist noch Verhältnismäßigkeit und die Dringlichkeit der jeweiligen Verantwortung und ob das Entstehen des jeweiligen Impules nicht noch x vorgelagerte Verantwortungen hat die man eben nicht wahrgenommen hat und nur deshalb jetzt so handeln musswillsolltekannundso. Soweit kam ich jedenfalls nach ner Nacht drüber nachdenkens, gut möglich dass ich andere Faktoren erstmal übersehe.


    In der Praxis komme ich da aber nicht oft hin und/oder verweigere mich meistens der Ausführung wenn ich es für unmoralisch halte. So steht z.B. eine kurzfriste Erleichterung meistens in keinem Verhältnis dazu unfreundlich zu jemand zu sein. Hab ich es wirklich nötig jemand anzublaffen der es nicht verdient hat damit es mir besser geht ist da schon vorher was falsch gelaufen.


    Ich bin auch der Meinung dass das Nachgehen der eigenen Verantwortungen solche Zwickmühlen eher seltener als häufiger machen dürfte und noch seltener wenn jeder Beteiligte seinen Verantwortungen nachkommt.


    Wenn ich z.B. für nötig halte jmd gegenüber eine Grenze zu ziehen, kann den das verletzen. Es widerspricht aber nicht meiner Moral es trotzdem zu tun, es geht um "meinen Raum" dessen Verteidigung immer ok ist, die Wahl der Mittel ist dabei idealerweise Verhältnismäßig. Zusätzlich: Jemand der durch ne Grenzsetzung eines anderen mehr als flüchtig verletzt wird kann seinen eigenen Verantwortungen überhaupt nicht nachgekommen sein. Nachdem mir das Grenzziehen schwerfiel/fällt hatte ich da schon Phasen in denen ich die Verhältnismäßigkeit bewusst großzügiger ausgelegt hab weil ich es sonst nicht lerne, das überschreitet aber leider die Grenzen meiner Moral. Ich "überlege" mir das alles i.d.R. aber natürlich nicht vorher sondern höre auf mein Gefühl.

    Zitat

    Das habe ich mich die ganze Zeit gefragt - wovon Du hier ausgehst.

    Ich glaub eigentlich nicht dass es mir um bestimmte Häßlichkeiten geht, da geht's eher um das Fass das hin und wieder so voll zu sein scheint dass es sich anfühlt als würden ein paar Tropfen reichen um's zum überzulaufen zu bringen.

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    Ich habe ja keinen Einfluss darauf, ob jemand nun etwas als verletztend empfindet oder nicht.

    Naja, der Einfluss ist sehr begrenzt und geht in Fällen großer Verletzlichkeit gegen Null, aber dass man ihn generell überhaupt nicht hat stimmt meiner Meinung nach nicht. In allzuvielen Fällen zwischenmenschlicher Häßlichkeit ist diese Betrachtungsweise aber eh abolut irrelevant weil es den Verursacher der Häßlichkeit nicht die Bohne interessiert ob etwas häßlich ist oder es steht sogar in seiner Absicht.

    Hi S. wallisii,


    ich habe lange überlegt, ob ich hier schreiben soll, weil ich irgendwie nicht wusste, was.


    Ich meine, ich könnte das jetzt mit meinem laienhaften Fachwissen oder fachlichen Laienwissen oder wie das heißt (^^) versuchen, aufzudröseln, aber das machen hier ja schon alle und ich weiß auch nicht, ob dir das hilft, wenn ich das jetzt auch mache und irgendwie fühle ich mich auch gerade nicht danach.


    Ich wollte dir eigentlich nur sagen, dass ich dich sehr, sehr nett und besonders finde, wenn ich von dir lese. Und ich finde nicht, dass du dir wegen so blöder Gedanken, die manchmal kommen, so viele Selbstvorwürfe machen solltest. Sei lieber nett zu dir selbst und schaue, woher so negative Gedanken über "die Menschheit" kommen, wenn sie kommen. Da gibt es ja sicherlich Auslöser. Und wenn sowas nur hin und wieder mal aufflammt, ist das - glaube ich - etwas, was jeder mal denkt. Schlimm und bedrohlich wird es für dich vermutlich erst, weil du es als "Oh Gott, wie kann ich sowas nur denken!" markierst. Jeder denkt doch mal "Heute sehe ich aber scheiße aus!" oder "Die Menschheit kann mich heute mal!". Die Frage ist halt, ob es vorbei geht. Und wenn es nicht vorbei geht, ist dann eben die Frage, warum nicht. Machst du nicht genug positive Erfahrungen? Was könntest du verändern (z.B. Umfeldwechsel), um bessere Erfahrungen zu machen? Hast du vielleicht Depressionen? Dann könnte eine Psychotherapie helfen. Vielleicht hast du sogar "einfach" ne Winterdepression, und siehst dich und die Menschen deshalb so negativ und bist so hart zu allen. Das musst du aber nicht sein @:) !


    Liebe Grüüüße,


    Cinnamon

    S. wallisii

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    Sehr sehr coole Frage!^^ So allgemein formuliert halte ich sie erstmal für unknackbar ohne im kniffligen Einzelfall dann doch ausschweifend subjektiv oder sogar doppelmoralisch zu sein.

    Das sind zumindest die Fragen, die ich mir gestellt habe und auch hier im Faden. Mit denen kannst Du etwas anfangen, mit anderen nicht, weil Du andere Denkzusammenhänge hast als ich.


    Meine Weltanschauung würde natürlich auch im Umkehrschluss funktionieren, soferm mein Gegenüber dieselbe Auffassung hätte, aber natürlich ist das bei vielen nicht so. Alleine darum macht es für mich schon keinen Sinn mich in jemanden hineinzufühlen, so lange ich dessen denkweise nicht kenne und nicht weiß, wann er sich nun verletzt fühlt - wie bei Deinem beispiel mit dem älteren Paar.

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    In anderen Einzelfällen ist sie aber für mein subjektives Verständnis schon klar, und zwar ohne doppelmoralisch zu sein wobei der Dreh- und Angelpunkt wohl mein, zwangsläufig ebenfalls subjektives, Verständnis von Verantwortung ist.

    Ja. Ich habe da eine ganz andere Definition von Verantwortung. Genauso ist gut/schlecht zeitweise gar nicht so elementar, wenn ich so bin wie ich bin, auch wenn ich etwas als schlecht bewerten würde. Die einen haben ein schlechtes Gewissen. Ich trachte danach einfach so zu sein, wie ich bin und mich nicht zu verstellen, nicht irgendwelchen Soll-Definitionen anzunehmen, die nicht meine sind. Also gar nicht gewaltsam mal meine Wertung ändern, damit es mir besser geht. Das funktioniert zwar sicher auch und ist sicher in bestimmten Situationen eine gute Methode, aber wenn es um die eigene Persönlichkeitsentwicklung geht ohne Leidensdruck, dann habe ich Zeit über z. B. Verantwortung nachzudenken und auch meine Antworten zu finden, die ich mir stelle und wenn ich die habe, ergeben sich automatisch andere Fragen, weil mir dann andere Dinge auffallen, die nicht zu dieser Logik passen. Irgendwann ist dann alles durch und eventuelle Lücken oder Doppelmoral nicht mehr vorhanden. Mit diesem Wort Verantwortung habe ich mich auch recht lange befasst.

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    Naja, der Einfluss ist sehr begrenzt und geht in Fällen großer Verletzlichkeit gegen Null, aber dass man ihn generell überhaupt nicht hat stimmt meiner Meinung nach nicht. In allzuvielen Fällen zwischenmenschlicher Häßlichkeit ist diese Betrachtungsweise aber eh abolut irrelevant weil es den Verursacher der Häßlichkeit nicht die Bohne interessiert ob etwas häßlich ist oder es steht sogar in seiner Absicht.

    Das ist natürlich meine Ansicht, dass ich nicht für die Verletzung oder Leid anderer verantwortlich bin. Der, der Verantwortung auf andere überträgt oder verschiebt, der fühlt sich natürlich von mir verletzt bzw. meint ich würde ihn verletzten. Ob mich jemand nun mit Absicht oder ohne verletzt, spielt meiner Ansicht nach keine Rolle. Ich bin diejenige, die zulässt wann und von wem ich mich verletzten lasse - meine Verantwortung. Wenn ich hungere - meine Verantwortung, wenn ich leide, meine Verantwortung. Ergo ist meiner Ansicht nach mein Gegenüber dafür verantwortlich, wenn er/sie sich von mir verletzen lässt. Ich habe ja auch die Frage gestellt, ob Du Dir quasi verzeihen musst, weil Du bist, wer Du bist. Die Frage habe ich mir auch irgendwann gestellt. Ich kann Fehler machen, die sich natürlich auf meine Weltanschauung bezieht, aber da gibt es nichts zu verzeihen und Fehler steht auf der gleichen Stufe wie richtig. Es spielt also kaum eine Rolle, denn wenn richtig/falsch gleichwertig sind, dann macht es nicht wirklich sinn zu bewerten. Ich bin richtig, wie ich bin.

    @ Audrey Tattoo

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    Hm, S., auch wenn das alles so sein kann, so merke ich daran schon, wie sehr du die Dinge jeweils zu relativieren bereit bist. ;-)

    Ja, kommt vor^^ Aber oft ist das halt auch ein anderes Hader-Thema von mir, die Relativität der Dinge und ihre unüberschaubare Vielfaktorigkeit und dass oft sogar totale Gegensätzlichkeiten gleichzeitig wahr sind wenn man nur von verschiedenen Seiten schaut. Macht alles so schwierig und schwer zu begreifen, manchmal sogar unmöglich, jedenfalls für mich. Aber ist auch interessant wenn man nicht grade dran verzweifelt (und grad stört mich das überhaupt nicht), und wenn man mag kann man da halt eben bzgl sovielem nach Herzenslust rumdenken weil man eh nie alles checkt und immer was nichtverstandenes übrig bleibt.


    Was die Guten und die Bösen betrifft, die Erkenntnis dass es doch immerhin soundsoviele von Ersteren gibt verhilft mir derzeit wirklich zu wenig. Ich mein das sind nur so Worte die ganz praktisch zu verwenden sind aber im Grunde sind sie natürlich wenig "echt". Ich hab aber ne gewisse Sehnsucht danach dass es doch am liebsten wirklich so einfach wäre^^. Und ich hatte eine Phase in der tat mir das gut zu sehn das es doch noch einige "Gute" gibt und ich bin wohl auch weiterhin direkt abhängig davon positives mitzukriegen, entweder mir gegenüber oder auch nur rein beobachtend, wär in der Bevölkerung und ihrem Umgang miteinander für mich gar nichts postives mehr zu entdecken hätte ich sehr sehr schwer zu kämpfen und würde vermutlich früher oder später in die Enthaltsamkeit (menschlicher gesellschaft) flüchten.

    Zitat

    Ich bin das zwar auch, aber nicht, wenn ich zu einer Einstellung gefunden habe, die mir positiv zu sehen (leben) hilft.

    ich denk auch nicht länger drüber nach als ich Bock dazu habe ;-) ganz unabhängig vom Ergebnis.

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    Kann sein, dass meine Umgehensweise ein Kunstgriff ist (andere mögen es Selbstbeschiss nennen ;-D ), aber ich komme damit heute zurecht.

    also meine überempfindliche Selbstbetrugsglocke bimmelt da jedenfalls erstmal nicht :-D

    @ Cinnamon4

    Hallo *:)

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    irgendwie fühle ich mich auch gerade nicht danach.

    das ist der beste Grund irgendwas und/oder irgendwo nicht zu schreiben, mach ich inzwischen immer so. Aber wenn sich das ändert schreib wonach immer dir der Sinn steht.

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    Ich wollte dir eigentlich nur sagen, dass ich dich sehr, sehr nett und besonders finde, wenn ich von dir lese.

    danke! :-D das ist schön zu hören! (ich meine wohl irgendwie glauben zu müssen dass mein generelles Antipathiepotential die letzten Jahre ziemlich gestiegen ist und es ist dann schon erleichternd wenn es dann doch nicht so groß ist bzw mich manche eben trotzdem mögen^^ |-o *(Der Smilie ist wohl auch ein Beispiel für, siehe unten letzter Absatz))

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    Und ich finde nicht, dass du dir wegen so blöder Gedanken, die manchmal kommen, so viele Selbstvorwürfe machen solltest.

    also ich zerfleische mich da nicht wirklich. Bei der Straßenbahnbeschimpfung weiß ich jetzt nimmer die exakten Gedanken aber das ging nach der gedachten Beschimpfung ungefähr so: "Sag mal was gehtn jetzt mit dir ab!?!" *kopfschüttel* und ..ich hab gegrinst. ;-) Danach etwas ernster halt der Gedanken das ich das eigentlich nicht möchte.

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    und schaue, woher so negative Gedanken über "die Menschheit" kommen, wenn sie kommen.

    Ja, es ist vermutlich nur mehreres. Hab auch noch etwas über Fokus, Wertung und Konditionierung nachgedacht und denke das lohnt sich (würde sich lohnen, halt mal sehn wie's um die Lust dazu bestellt ist) doch da noch weiter drüber nachzudenken.

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    Schlimm und bedrohlich wird es für dich vermutlich erst, weil du es als "Oh Gott, wie kann ich sowas nur denken!" markierst.

    Naja, das glaube ich eben nicht, also es stimmt schon, ich möchte das nicht und finde es falsch, vllt ist das nicht richtig es direkt falsch zu finden(^^), mal sehn. Aber die Gefahr von Abdrift, Verbitterung und Co die ich da spüre halte ich für real. Ich muss meiner Intuition da vertrauen und wenn nicht der dann der Beobachtung dass alle in meiner Familie mit zunehmendem Alter zunehmende Züge von Verbitterung in sich tragen, ich bin da leider nicht die große Ausnahme, mir das einzureden dass ja ausgerechnet ich dass dann anders hinkrieg wäre ungerechtfertigter Optimismus garniert mit großen Flocken Selbstbetrugs.

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    Machst du nicht genug positive Erfahrungen?

    doch, ich glaub schon. Aber woher weiß man das so genau? :-D

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    Hast du vielleicht Depressionen?

    uh, das wär schlimm^^ Ne, ich denke das kann ich ausschließen, kann mir auch nicht vorstellen dass ich mein Leben dann organisiert bekäme. Außer ich würde meinen Lebenstil an sich als Medikamentierung ansehen, dann wär ich vllt deprie aber echt gut eingestellt ;-D

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    Dann könnte eine Psychotherapie helfen.

    die könnte immer helfen, grad mir ;-D aber der Preis ist mir im Moment zu hoch, dafür müsste ich auf normal machen und das zieht ja einen Rattenschwanz anderer Probleme mit sich. (da muss ich mich eh korrigieren, ich schrieb anfangs irgendwo: würde ich auf normal machen würde dieses Problem erst später dringlicher werden, das würde nur für ein ich-versteck-mich-daheim-Leben gelten (ohne Internet) und das würd mich mit ziemlicher Sicherheit depri machen.

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    Vielleicht hast du sogar "einfach" ne Winterdepression

    Dass es scheint dass ich im Herbst/Winteranfang fragiler bin ist da zumindest verdächtig, aber dagegen spricht dass der mittlere und später Winter für mich immer ein reines Freudenfest ist (ich bin auch jetzt trotz Fragilität oft sehr gut drauf). Das könnte eine Konditionierung sein von früher weil ich in den letzten Arbeitsjahren Winter immer ausgestellt wurde und ich dann so 3 Monate lang immer ganz happy war, und die Monate vorher hab ich mich da immer zähnezambeissend so hingeschleppt. Aber keine Ahnung, wenn dem wirklich so ist wird sich das vermutlich nach und nach auflösen und ich werd dann sicher trotzdem noch fragile Phasen haben.

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    siehst dich und die Menschen deshalb so negativ und bist so hart zu allen.

    warum auch immer ich das tue, ich bin jedenfalls nicht grad nachsichtig (Ein Fadenthema dass mir schon seit Jahren vorschwebt aber natürlich nie umgesetzt wurde). Manchmal kann ich Nachsicht für krasse Sachen haben aber oft kann ich es nicht und bin regelrecht prinzipienreiterisch und streng. (* = sowas z.B., ich bin natürlich der Meinung im Idealfall wäre ich so unabhängig dass ich gar nicht extra brauche überhaupt gemocht zu werden, is ja total defizitlich und so^^ Und selbst wenn ich schaffe manche Dinge als vermutlich eh nicht erreichbare Ideale anzusehen ist's mit der jeweiligen Nachsicht oft trotzdem nicht weit her)

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    Das musst du aber nicht sein @:) !

    Danke @:) rührt mich auf eine Art die es äußerst wahrscheinlich scheinen lässt dass ich da auch was problematisches finden kann. a.fish meinte mal ich sei immer so streng, weiß ich ja eigentlich aber da musste ich auch kurz stocken, bin wohl nicht streng bzgl mancher Sachen und bin versönt damit und find's gut sondern ich bin's und bin net versönt damit oder wöllte es gar net sein ":/

    Hey *:) !


    Ich wollte nur kurz schreiben, dass Winterdepressionen gerade im November vermehrt zuschlagen, mit Ausläufen in den Oktober und Dezember. Manchen Menschen (mir ;-D ) geht es auch im Januar und Februar noch schlecht, anderen aber nicht.


    Und ich glaube, dass du wirklich zu streng mit dir bist. Es ist z.B. gar nicht defizitär, gemocht werden zu wollen. Ganz im Gegenteil ist das ein menschliches Grundbedürfnis. Babies sterben trotz Nahrung und Schlaf, erhalten sie keine Zuneigung. Das ist ganz essentiell. Menschen brauchen das Gefühl, sie selbst sein zu dürfen UND akzeptiert und gemocht zu werden. Aus einem Ungleichgewicht zwischen diesen beiden legitimen (und erfüllbaren!) Wünschen enstehen oft psychische Erkrankungen.


    Und woran du merkst, dass du zu wenige positive Erfahrungen machst... tja... vielleicht an Verbitterung ;-D !


    Ich finde es übrigens gut, dass du auf dein Bauchgefühl hören willst. Wenn du merkst, dass die negativen Gedanken ein Problem sind, das zur Verbitterung wird, dann solltest du halt schauen, woher sie kommen und die Ursachen verarbeiten und/oder auflösen. Vielleicht hast du aber auch einfach Angst, du könntest verbittert werden, und dich ereilen diese Gedanken deshalb überhaupt erst in gehäufter und intensiverer Form. Weil du es als gefährlich oder falsch markierst. Vielleicht war das ja auch bei all deinen Verwandten so.


    Warum du meinst, dass du für eine Psychotherapie normal werden müsstest, verstehe ich gerade nicht ganz. Aber ich kann dir sagen, dass Psychotherapeuten sehr viel zu sehen bekommen ^^. Wenn du Hilfe brauchst, findest du dort immer einen Platz - manchmal braucht es nur etwas Geduld aufgrund von Wartezeiten.

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    das ist der beste Grund irgendwas und/oder irgendwo nicht zu schreiben, mach ich inzwischen immer so. Aber wenn sich das ändert schreib wonach immer dir der Sinn steht.

    Danke für das positive Feedback! Das werde ich tun!


    LG :)*

    wasili

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    weiß nicht, ich möchte die Dinge eigentlich wahrnehmen wie sie sind und wie sie kommen. Ich versteh das schon irgendwie mit dem Fokus, im kleinen, aber das auf größere Dinge anzuwenden wüsste ich grad nicht wie das gehen soll. Nachrichten geb ich mir z.B. gar nicht erst, es ist ganz schnödes Alltagsmiterleben was an mir kratzt.

    Ich mein das auch und gerade im Kleinen obwohl ich bestimmte Radioformate höre die sich eher mit Lösungen beschäftigen um dem Müll im Großen auch etwas entgegen zusetzen.


    Nehmen wir den Beispiel mit der Ampel. Das fällt auf weil die Frau halt laut schnauzt, aber wenn jemand einfach seinen Schritt verlangsamt und neben dem Partner achtsam hergeht, dann fällt das einfach viel weniger auf, danach muss man gezielt gucken. Es ist aber nicht weniger da, es erfordert nur gezielte Aufmerksamkeit, während das doofe immer so vor sich hinplärrt, dass man es kaum übersehen kann.

    Zitat

    was sind das für Standpunkte und was ist der Teil mit sich selbst?

    Nun, man muss sich einigermaßen sicher sein wie man die Sache mit dem Männerbild sieht. Wenn man sich noch gar nicht sicher ist, ob nicht doch die meisten Mämmer so und so sind, kann man da ja kaum eine Verantwortung übernehmen.


    Und ich finde es schon sehr wichtig das man einigermaßen mit sich selbst arbeiten kann. Wenn man immer nur gegen das Unrecht ankämpft, dann sieht man ja sogar noch mehr davon und wie man da das Gute nicht aus dem Blick verliert sollte man idealerweise zumindet grundlegend schonmal erprobt haben. Denke ich.


    So als Kompensation finde ich das schwierig, weil nur weil ich mich da vernünftg verhalte (also nach meinen standards, schon klar), ändert das ja am Rest nichts. Ich glaube da rennt man gegen die Wand, weil man da ein Mittel wählt, dass am Ziel vorbeigeht. Helfen kann das Wahrnehmen solcher Verantwortung aber meiner Meinung nach gegen das brennende Gefühl der HIlflosikeit. Die kann ich persönlich nur sehr schlecht aushalten.

    Zitat

    Ich will ja auch, dass es mir gut geht. Aber ich habe ernsthafte Zweifel, ob es mir gut gehen sollte. Ich bleib immer wieder an diesem Satz hängen: es gibt kein richtiges Leben im falschen. Wenn so viel falsch/schlecht (natürlich in meinen Augen, aber selbstverständlich habe ich da auch ganz einfach den richtigen Blick drauf ;-) ) ist, warum sollte es mir dann gut gehen, mit welcher Berechtigung nehme ich dann an, dass mich-gut-fühlen ein Zustand ist, den ich anstreben sollte.

    Das ist aber ein aboslutistischer Anspruch oder? Also klar kann man in dieser Welt nicht Schuldlos bleiben. Geht gar nicht. Aber hat man gut-fühlen denn nur verdient wenn man schuldlos ist?