• Positives Verhältnis zur Menschheit bewahren

    Oder wenigstens neutral. Fällt mir manchmal etwas schwer, manchmal geht's und manchmal ist's wirklich positiv. Momentan ist es arg schwer, geht schon ne Weile so und kann nicht mal sicher sagen warum. Gestern hab ich mich mit jemand unterhalten der schon langsam die Grenze zum Hass überschreitet und konnt anläßlich meiner eigenen diesbezüglichen Phase…
  • 339 Antworten

    @ sensibelman(n99)

    Was meinst du mit "ein Teil der Probleme"? Dass die Menschheit gagga ist? Oder so als Problem im Problem: dass der so flächendeckende gesamtgesellschaftliche Narzissmus auch im Einzelnen verhindert die Menschheit zu nehmen wie sie ist? Kam mir dabei gestern so weil das ja näher am Faden dran wäre... das lange Video kann ich übrigens net so empfehlen, da steckt auch net viel mehr drin als in deinen kürzeren Links, dafür viele viele "ähs" und Reinquaschter am laufenden Band vom anderen^^ Ein Frage fand ich aber nett, nämlich wie es denn zu einer Besserung kommen könnte, wie die 2/3-Mehrheit an Schafen dazu bewegt werden könnte selbst zu denken (so in der Art).


    Ich mein solche Videos und das Wissen um unseren ungesunden gesellschaftlichen Weg ist ja schon immer verbreiteter und auch beim betteln ist das öfter mal Thema mit Passanten, aber ändern tut es absolut nichts, ich find das sehr behaderungswürdig^^ Da glotzt man sich sowas in der Glotze, dem PC oder der Zeitschrift an und denkt "jajaja genau, schlimm das alles" und am nächsten morgen geht man wieder zur Arbeit und lässt sich stressen, stress sich selbst, oder sowas halt, das ist doch albern irgendwie und schon wieder auch nur ne Kompensation, da fühlt man sich kurz besser und nutzt diese Kurzfristkompensation um langfristig eben nicht mal für sich alleine was zu bessern ":/ Noch dazu wird die ganze Schiene ja ätzenderweise auch wieder kommerzialisiert, pervers ist das! Nä, das macht's mir auch nicht leichter mein Verhältnis zur Menschheit versönlicher zu gestalten dass das Bewusstsein um diese Problematiken der modernen Welt größer wird wenn kaum was daraus entsteht ... oder bin ich zu ungeduldig?

    Lewian

    Zitat

    das wuerde mich so sehr anstrengen, dann wuerde ich schon gar nicht mit Schreiben anfangen. (Ich bin ja nicht Cleeni ;-) *:) )

    Ich bin dir echt dankbar dafür, dass ich meinen inneren Drängen nachgehen konnte mit Fragen und Fragen zu den Fragen, wenn es mal Fragen zu Fragen gab ;-). Was habe ich gelernt? Dass ich so wie ich dachte mit den Antworten nicht sicherer wurde, sondern anfänglich eher unsicher, weil so bodenlos frei, denn mein inneres vermutet ja so viele Haken hinter irgendwelchen Haken, dass dies wohl nicht die Lösung war und für mich auch nicht ist. Interessant ist es, gar keine Frage. Ich sehe es für mich mittlerweile als Luxus, diesen Fragen extrem nachgehen zu können und ich genieße diese Momente auch, dennoch sind es für mich keine Lösungsfinder mehr. Ich weiß, dass ich innerlich sehr extrem sein kann und irgendwie tut es grad gut zu lesen, dass du dies auch in dir hast und frage mich kurz, wie ich denn immer davon ausgehen konnte, dass es nicht so ist ;-) :-). Weil ich wohl glaubte, innerlich so unzulänglich zu sein, dass ich est dies und jenes für und mit mir geschafft haben müsste, um mal krass gesagt: gesellschafts- und lebensfähiger zu sein: stärker zu sein, selbstsicherer zu sein. Es war ein Versuch. Das Verschlingen diverser Literatur war genauso interessant und ich will mal gar nicht abstreiten, dass Bruchstücke mich auch färbten, doch sah ich nie, dass meine eigentliche Farbe schon da war und dass beim Lesen sich meine eigene Farbe immer stärker meldete (ich kanns nicht anders ausdrücken, dieses Bild kommt gerade: hmpf.. also will ich es auch nicht anders ausdrücken). Ich vertraute mir zu wenig. Die Diskrepanz in mir wuchs immer mehr, je mehr Rezepte ich für mich übernehmen oder anpassen wollte und keine Ahnung, ob sich wann sich das wieder wandelt: jetzt ist es jedenfalls schon eine längere Phase so, dass ich mir da noch mehr vertrauen will, meine Regeln für mich finden will und meine "Endprüfung" mein Gefühl ist, ob es mir gut tut oder nicht.


    Das heißt nicht, wie schonmal hier geschrieben, dass ich jetzt nur noch nach Gefühl agiere (oder? mal überleg) Also eigentlich will ich ausdrücken, dass es nicht so wankemütig ist, wie es vielleicht grad klingt, oder ich mir einbilde, dass es auf andere so wirken könnte. Eher nicht, es wird ausgewogener, auch wenn die Ausreißer dennoch da sind (nach oben, wie nach unten).


    Je mehr ich da ichiger werde (zumindest fühlt es sich so an), desto weniger wankt mein inneres Bild über die "Menschheit". Oder mal noch komischer ausgedrückt: nehmen wir mal ein paar Schuhe (;-)). Der eine Schuh bin ich Mensch, der andere Schuh sind die Menschen um mich drumrum. Der Ich-Schuh fühlt sich nicht weniger ichig an, auch wenn der andere Schuh mal etwas ins Wanken gerät (sei es durch unschöne persönliche Erlebnisse, oder generell, wenn man so einige Menschen betrachtet). Das war sonst immer anders, sonst rüttelte das auch an und in mir, doch dies geschieht jetzt schon eine Weile nicht mehr so extrem und wenn ich in mich reinfühle, ist es auch nicht so, als ob ich da was verdränge (wie ich eine Weile vermutete). Ich habe dennoch nicht mehr so ein großes Bedürfnis, die Welt verändern zu müssen. Resignation? Nein, vorher vielleicht Selbstüberschätzung. Heißt ja nicht, dass ich jetzt arschig zur Welt sein möchte, weil es eben viele Ungerechtheiten gibt. Ich für mich agiere für mich so, wie es mir gut tut (womit ich nicht sagen möchte, dass ich ein toller Gutmensch bin). Ich bin wie ich bin und ich will immer mehr sein, wie ich bin. Sonst fühlte ich mich immer noch so, wie in einer Produktionsfirma: wartend auf Teile für mich, damit ich doch endlich besser funktionieren kann. Wartend, dass die anderen Menschen dies doch sehen wollen oder gar, dass ich sehe, dass sich die Welt bessert und die inneren Kämpfe dadurch weniger werden.


    Naja, das innere Kampffeld wird irgendwie breiter, wodurch mehr Platz ist: nicht unbedingt für mehr Kämpfe, aber auch nicht für weniger. Das ist irgendwie stärker und so wie ich es mal dachte, dass je weiter ich komme, es ausgewogener ist, das passiert irgendwie nicht so. Das unausgewogene ist da, aber eben auch mehr Platz für ausgewogene Momente.


    Tja und mehr kann ich nicht und momentan will ich auch nicht mehr. Also ich für mich merke, dass wenn ich jetzt anfangen würde, vorhandene Theorie zu durchforsten, ein Stopp in mir kommt und meine Energie dort auch nicht hinwandern will, mich dies nicht reizt (ist natürlich die Frage, warum und ob es überhaupt reizen "muss").

    @ LovHus

    also ich hab ein bißchen über diese Systeme nachgedacht und hm... also erstmal ist sehr versönlich dem hemmenden Teil seine Berechtigung zuzugestehen, das gefällt mir und werd ich versuchen es zu integrieren. Denn bisher war ich immer sehr drauf fixiert das "einfach wir selbst sein" anzustreben und das gehemmte als schlecht anzusehn (hab jetzt net vor ins Gegenextrem umzudriften, ich denke es gibt noch genug Grund das (mein persönliches) gehemmte kritisch zu sehn, aber ein bißchen mehr Versönlichkeit ist immer gut und wenn ich da was rationales als zusätzlich nützliche Unterstützung hat ist das ja gut). Ich bin im Zusammenspiel mit Mitmenschen im RL leider überwiegend gehemmt, meist erst dann wenn ich Leute besser kenne (Zeiträume von regelmäßigem sehen über ein Jahr und mehr hinweg) legt sich das mehr oder weniger. Dass ich mich da sozusagen vorher beständig in Gefahr fühle ist jetzt nicht neu für mich aber ich frage mich jetzt mal wie man das aktiv beseitigen könnte bzw die latente und langsame Besserung die stattfindet irgendwie unterstützen könnte.


    Was ich net check ist die Erfahrung dass "einfach man selbst sein" hin und wieder ja auch in unschönen Zusammenhängen vorkommen kann (was ich immer als besonderen Erfolg ansehe), auch intuitives reagieren in Gefahrensituationen passt für mich da erstmal nicht ins Bild...?


    zum Menschheits-Verhältnisthema:

    Zitat

    Was bedeutet es, sich ein positives Verhältnis zur Menschheit zu wünschen?** Ich wünsche mir ein solches Verhältnis, weil ich es als notwendige Voraussetzung empfinde, mich als Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Ohne ein solches Verhältnis würde ich mich von mir selber abgeschnitten fühlen. Also eigentlich vom Rest der Menschheit - hier ich, dort die Menschheit, vor der ich mich in Acht nehmen muss - aber im Grunde bedeutet es, dass ich mir selber nicht über den Weg traue. Das fühlt sich giftig an.

    ja, das sehe ich sehr ähnlich, gleichzeitig habe ich aber im Laufe des Fadens beschlossen das positive Verhältnis nicht mehr so ausdrücklich zu wollen weil ich in diesem Wollen mehrere Vermeidungen sehe. Z.B. das ausbelenden wollen dessen dass es in mir schon immer auch den Teil gibt der die Menschen nicht mag, dem sie Angst machen und der natürlich auch regelmäßig bestätigt wird. Ich häng da jetzt quasi etwas in der Schwebe weil es (das Verhältnis) offen zu lassen derartigen Vermeidungen stark entgegenwirkt aber ich gleichzeitig das positive Verhältnis schon erstrebenswert und auf intuitiver und logischer Ebene als am gesündesten empfinde. Loslassen ohne Orientierung zu verlieren würde ich gern formulieren um diesen Zwischenstand zu beschreiben, aber ich fürchte das ist sehr optimistisch ausgedrückt^^ Ich weiß nämlich nicht wie groß der Anteil "negatives Verhältnis" genau ist, wenn ich feststelle er ist riesig und durch Bewusstheit und Auslebung nicht merklich verringerbar ist kann ich das positive Verhältnis unterm Strich eh nicht erreichen und seine Proklamation vor mir/an mich selbst wäre bloße Selbsttäuschung, zumindest solange ich die beiden nicht unabhängig nebeneinander lassen kann und im Moment kann ich das jedenfalls nicht. Hm.. das hab ich jetzt mal so geschrieben ich weiß aber nicht ob es so stimmt^^

    S. wallisii, danke für deine Beschäftigung mit meinem langen Text. Ich schreibe gerne noch etwas dazu. Nur bin ich selber gerade ziemlich gehemmt - eine Gürtelrose quält mich. Am liebsten würde ich schreiben, um mich abzulenken, nur die Gedanken reißen immer wieder ab.


    Aber folgenden Aspekt möchte ich kurz einwerfen: Die Menschheit besteht aus über 8 Milliarden Einzelmenschen. Niemand kann erfassen, was da alles getan und erlebt wird. Um etwas bewusst zu erfassen, muss die Aufmerksamkeit darauf fokussiert werden. Ohne jegliche Selbstregulationsfähigkeit wäre das das Einfallstor für alle Negativität. Und das ist nicht falsch: Ich kann und muss 8 Milliarden gute Menschen vergessen, wenn einer gerade sein Messer gegen mich richtet.


    Ich finde die Erkenntnis bemerkenswert, dass wir als bewusste Ichs einen Bias in Richtung Negativität haben. Das ist die komplementäre Achse zur "positives Verhältnis zur Menschheit"-Achse (die aus aktivem positiven und gedämpftem negativen Affekt besteht): gedämpfter positiver Affekt und aktiver negativer Affekt. Gerade, weil diese Achse dem Bewusstsein viel näher liegt, ist es so wichtig, sich darin zu üben, sich klar zu machen, dass es sich dabei nur um einen winzigen Ausschnitt des Ganzen handelt. In der Welt genauso wie in uns drin. Das gilt auch für meine Gürtelrose. Es hilft, mir vorzustellen, dass zugleich mit den Schmerzen aber auch das Herz schlägt, mein Stoffwechsel funktioniert, ich heute morgen einen fantastischen Sonnenaufgang erlebt habe...

    Zitat

    am nächsten morgen geht man wieder zur Arbeit und lässt sich stressen, stress sich selbst, oder sowas halt, das ist doch albern irgendwie und schon wieder auch nur ne Kompensation, da fühlt man sich kurz besser und nutzt diese Kurzfristkompensation um langfristig eben nicht mal für sich alleine was zu bessern

    Wenn ich mit Menschen ins Gespräch komme (dabei ist es eigentlich egal, ob virtuell mittels Computer oder real) dann spreche ich mit den Menschen darüber. Ich glaube, nein besser ich weiß, dass sich gesellschaftlich mit den Menschen historisch gesehen relativ viel geändert hat- wenn auch mit zwischenzeitlichen Rückfällen. Hauptursache dafür sehe ich in verbesserter Bildung und in Aufklärung. Jeder Mensch kann zur Aufklärung beitragen- das beginnt auch schon in guter Bildung und kontrovers geführten Auseinandersetzungen.


    Und ich denke, dass Lessing ja nicht der erste Aufklärer ist und keinesfalls der Letzte und ich denke, dass man kluge Ideen verbreiten kann (ich denke da vor allem aus der Geschichte an Karl Marx/Friedrich Engels- auch wenn sie verständlicherweise stark gescholten werden, ich denke an Rudolf Diesel, ich denke an Rosa Luxemburg, ..., und aktuell halte ich auch die Gedanken von Hans Joachim Maaz- dessen Buch "Gefühlsstau" mir um die Wendezeit auffiel, genauso wie die Gedanken von Richard David Precht) , es hilft schon, wenn man Menschen dazu bringt. über ihr Leben und über ihr Lebensumfeld stärker nachzudenken und im Lebensalltag so manche Entscheidung neu zu bewerten und eventuell zu ändern.


    Ich halte es für wenig sinnvoll, darüber zu wehklagen, dass das ja nicht sofort passiert und es nicht alle tun. Alles muss klein beginnen und man muss keine Perfektion anstreben und man kann durchaus kleine Veränderungen wertschätzen- und die gibt es. Und ich glaube, es gehört eine große Portion Optimismus dazu (Pessimismus wirkt oft lähmend- nach dem Motto der selbsterfüllenden Prognose: "Das wird sich soundso nicht ändern"). Auch wenn man Rückschläge wahrnehmen muss, kann das entmutigend wirken- muss es aber nicht.


    Auf viele Dinge kann man schon im kleinen Lebensumfeld einwirken- auf Verwandte (dazu zähle ich an erster Stelle die eigenen Kinder), Bekannte, Arbeitskollegen oder auch Menschen in Foren oder Chats. Ich erwarte im Übrigen nie, dass jetzt jeder, der mein Geschreibsel wahrnimmt: "Oh ja, der sensibelmann hat ja vollkommen recht"- ich finde es schon wichtig, wenn sich Menschen geistig damit auseinandersetzen. Mitunter hilft es übrigens auch mir selbst, manche Haltung neu zu prüfen und zu überdenken. Ich vertraue dabei auf evolutionäre Prozesse- die zwar unendlich träge erscheinen, aber offenbar funktionieren. Mein Hauptdenkansatz ist dabei die Analyse, wie sich die Dinge verhalten und dann kausal zu fragen: Was können Ursachen und Folgen von Denk- und Handlungsweisen von Menschen sein- und dabei nicht nur monokausal zu denken und die Folgen auch übergreifend zu erfassen. Ich weiß, manchmal ist das schwer, oft aber auch ziemlich leicht- ich bin ja nicht alleine der nachdenkt und das Nachgedachte kritisch überprüft.

    Zitat

    ich heute morgen einen fantastischen Sonnenaufgang erlebt habe...

    Ich freue mich auch auf jeden neuen Tag, den ich erleben kann- zusätzlich habe ich immerhin eine super Frau und liebe Kinder, sogar gute Freunde und Arbeitskollegen- kleinere Mängel nehme ich da nicht so wichtig (nothing is perfect)- das ist doch schon mal ein Anfang- und wenn etwas nicht so wie gewünscht funktioniert, dann versuche ich meistens zu denken: Naja, ist eben passiert, nächstes Mal mache ich es eben anders und versuche besser zu überlegen und anders zu machen: Das Ergebnis getreu dem Ingenieurmotto: "Kaum macht man's richtig, funktioniert's". Und meistens überlege ich mir eine Aufgabe für den Tag- ok- manchmal sage ich mir auch: Heute wird entspannt und abgegammelt ...

    S. Wallisii

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    Danke für deinen Beitrag, voll abgefahrene Herangehensweise! ;-D Also vermutlich wohl nicht sondern ist bestimmt sehr logisch, nur ein mir völlig fremdes Modell oder so, trotzdem interessant und ich freu mich über jede neue Darstellung eigener Erfahrungen und wie andere mit dem Thema umgehen. (vllt kann ich später auch noch mehr damit anfangen als mir erstmal bewusst ist).

    So ging es vor über hundert Jahren den Zeitgenossen sicher auch mit Sigmund Freud :-D . Inzwischen ist die Wissenschaft vom Zusammenspiel von Bewusstem und Unbewusstem weit vorangeschritten und das Unbewusste ist nicht mehr das archaische Tier, das von einem gebildeten Bewusstsein kontrolliert wird.


    Wenn dich mehr dazu interessiert und du nicht gleich ein ganzes Lehrbuch der Psychologie studieren möchtest, empfehle ich "Die Kraft aus dem Selbst" von Maja Storch und Julius Kuhl. Auch kannst du mal nach den Büchern von Timothy Gallwey googlen. Ich glaube inzwischen liegt sein ganzes Werk auch auf deutsch vor. Unter dem Schlagwort "inner game" beschreibt der Sportcoach, wie man sich neue Fähigkeiten aneignet, indem man aufhört, dem Unbewussten zu sagen, was es zu tun hat, sondern seine enorme Lernfähigkeit ausnutzt (und wie man dabei das rumkommandierende Bewusstsein sinnvoll beschäftigt).


    Wenn es philosophisch sein darf, empfehle ich "Die Eroberung des Glücks" von Bertrand Russell. Oder aktuell aus Deutschland die Bücher von Wilhelm Schmid, dem Lebenskunstphilosophen.

    Zitat

    Hab ich richtig rausgelesen dass du sozusagen ein Vertreter des ausdrücklich positiven Menschenbilds bist? Wie stellt sich das emotional dar? Und hast du auch Haderungen (oder gehabt) die da mal dran rütteln?

    Mich beeindrucken Menschen, die Schreckliches durchmachen und daran nicht zerbrechen. Das ist auch der Ansatz der Salutogenese: Anstatt zu fragen, wie Krankheit entsteht, wird dort gefragt, wie Gesundheit erhalten werden kann. Die Methoden, die dabei herauskommen, reichen wie überall von quacksalberisch, kritisch, gefährlich (diverse Ansätze des "positiven Denkens") bis hin zu erstaunlich valide (wissenschaftlich fundierte Coachingansätze, MBSR von Jon Kabat Zinn). Die Methodik der Systemaufstellungen überspannt wohl das ganze Spektrum, je nachdem, wer es wie und warum ausführt.


    Wie sich das emotional darstellt. Hmm. Also ich bin nicht besondern gut darin. Ich musste zwar noch kein KZ überleben, aber einen Viktor Frankl gäbe ich dort wohl nicht ab. Auch bin ich ziemlich sicher, dass ich Opportunist wäre, wenn ich andernfalls Märtyrer würde. Also werde ich wohl nicht als Menschheitsretter oder auch nur großer Führer in die Geschichte eingehen.


    Haderungen. Ja. Im Alter von 11 Jahren war ich im Museum von Hiroshima. War für unseren Wohnort damals näher als Auschwitz. Aber insgesamt hadere ich weniger damit, dass die Menschheit nicht meinen Ansprüchen gerecht wird, sondern, dass ich nicht den berechtigten Ansprüchen der Menscheit (so als Ganzes) genüge. Wüsste aber auch nicht zu sagen, welche Ansprüche das sein könnten und wie ihnen zu genügen wäre. Also verlege ich mich darauf, den Zipfel vom Glück zu genießen, den ich zu fassen bekommen habe. Auch wenn dieser Zipfel, so auf alle gesehen, unverschämt groß ist. Trotz Gürtelrose ;-D .

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    oder bin ich zu ungeduldig?

    Ja, auch Rom wurde nicht an einem Tag erbaut. Ich habe dieses Mutmachlied für mich..


    Und nie von temporären Rückschlägen entmutigen lassen. Die Menschenrechtskonvention brauchte sehr lange (das fing nicht erst mit der Bibel an), damit sie entstehen konnte- noch länger braucht es für deren Umsetzung- auch in kleinen Schritten ...- und der Opportunisten, der Schlechtmacher, der Pessimisten, der Feinde, der Bremser gibt es ja nicht wenige- es kommt darauf an, die Anteile zu verschieben- und das passiert überall im Alltag: bei der Kinderbetreuung, bei der Bildung, bei der Arbeit, bei Umgang mit Bekannten und Freunden, es beginnt mit Rücksichtnahme und Hilfe für diejenigen, die wirklich der Hilfe bedürfen, das geht weiter über Friedfertigkeit ... Und erwarte nie, dass das irgendein Kanzler oder irgendein Chef so von ganz allein oder für dich erledigt. Letzendlich hat jeder Bürger diesbezüglich eine eigene Verantwortung- auch wenn diese nicht grenzenlos ist, so ist schon äußerst viel getan, wenn man bei sich im Lebensalltag damit beginnt. Manchmal ist es sehr sehr schwer, oft aber auch ziemlich leicht, manchmal muss Mensch sich nur trauen ...

    Zitat

    bei der Bildung, bei der Arbeit

    :)z :)z :)z


    Mein momentaner mich bewegender Lieblingssatz eines Schülers "Ich liebe chulle." x:)

    Danke schon mal (außer für, hier nur für die Absicht, das Lied, wuah! ;-D;-D), mal wirken lassen & Gute Besserung LovHus :)*

    Ich habe noch eine Idee zu dem Thema. Ich formuliere sie einmal als Frage.


    Bin ich ein Misanthrop oder ist der Misanthrop etwas in mir?


    Wobei ich mit Misanthrop in diesem Zusammenhang jemanden meine, der ein insgesamt negatives Verhältnis zur Menschheit hat.


    Meiner Ansicht nach könntest Du Dir ein positives Verhältnis zur Menschheit bewahren, wenn Du Dich für die zweite Möglichkeit entscheidest.


    Deine Meinung zu dieser Idee?




    Oder?


    Hat sich das Thema erledigt? Hast Du bereits eine Möglichkeit gefunden, Dir Dein positives Verhältnis zur Menschheit zu bewahren?

    s.wallisii


    Einen Gedanken, den ich auch noch zu deinem Faden habe: Da ich ja Konstruktivist bin, glaube ich, dass wir uns unsere Sichtweise der Dinge selber konstruieren (auch wenn das groesstenteils nicht bewusst und kontrolliert passiert und wir nicht beliebige Moeglichkeiten haben, dieses zu tun). Und dann denke ich, dass deine Sichtweise von "den Menschen" oder bestimmten anderen Menschen, auch "Aerschen", in erster Linie deine von dir hergestellte Sichtweise ist und also irgendwas ueber dich aussagt und bedeutet. Und da kommen mir gewisse Fragen. Zum Beispiel: Inwiefern fuehlst du dich, wenn du allgemeine Vorstellungen (positive wie negative) von der Menschheit hast, zu dieser Menschheit zugehoerig oder mit ihr verbunden? Also, inwiefern sind deine Vorstellungen ueber die Menschheit Vorstellungen ueber dich selber (schliesslich bist du der Teil der Menschheit, den du am besten kennst)?


    Und:

    Zitat

    Mal ganz abgesehn dass es falsch ist dass die Menschenheit im Gesamten schlecht ist

    Woher weisst du das? Was an der Menschheit findest du gut? Und inwiefern ist das mit dir persoenlich verbunden?

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    Was an der Menschheit findest du gut?

    Sie ist noch nicht ausgestorben.

    Zitat

    Und inwiefern ist das mit dir persoenlich verbunden?

    Ich habe drei Kinder ;-D .

    Zitat

    Hat sich das Thema erledigt? Hast Du bereits eine Möglichkeit gefunden, Dir Dein positives Verhältnis zur Menschheit zu bewahren?

    haha, schön wär's ;-D Im Gegenteil, ich bin ziemlich angepisst und mein Verhältnis zur Menschheit ist momentan und anscheinend wohl auch unabsehbarlang absolut rein negativ. Ich bin zwischenzeitlich auch mal deinem Rat gefolgt auch mal die postiven Dinge zu vergegenwärtigen, da gibt's ja (sonst) durchaus einiges was ich schön oder einfach nur cool finde, aber das ist derzeit scheinbar reine Rationalität die nichts bewirkt, es berührt mich emotional nicht im geringsten oder verpufft im Gegensatz völlig wirkungslos.


    Alles was ich zum Thema grad zu schreiben hätte würde unkonstruktiv und frustrierend für mich sein, daher tue ich es nicht. Vllt wenn die Nummer sich wieder beruhigt, aber keine Ahnung, wie gesagt unabsehbar, kein Ende in Sicht, zum Verdrängen bin ich in der verblödeten Hoffnung es könnte doch ein Ende haben aber noch weiterhin zu stur. :)D (haha, was für ein beschissen unpassender Smilie grad^^ (äh, ja, ansonsten geht's mir weiterhin ganz ok^^ ich bin nur sehr sehr grimmig, manchmal sogar neben guter Laune nebenher und ansonsten halt nur grimmig und aggro und angepisst, yeah, let's rock & mach kaputt was dich kaputt macht (ach ich hätt grad so Bock bißchen radikal zu werden, aber alles in­s­ti­tu­ti­o­na­li­sie­rte pervertiert sich ja eh bloß wieder selbst also fuck auch das :°( )))

    S. wallisii

    Meine Haltung ist sehr linear: Habe ich mir gegenüber eine akzeptierende und respektierende Haltung, ist sie auch anderen gegenüber so. Habe ich eine kritisierende Haltung mir gegenüber, so habe ich sie auch anderen gegenüber.