• Positives Verhältnis zur Menschheit bewahren

    Oder wenigstens neutral. Fällt mir manchmal etwas schwer, manchmal geht's und manchmal ist's wirklich positiv. Momentan ist es arg schwer, geht schon ne Weile so und kann nicht mal sicher sagen warum. Gestern hab ich mich mit jemand unterhalten der schon langsam die Grenze zum Hass überschreitet und konnt anläßlich meiner eigenen diesbezüglichen Phase…
  • 339 Antworten
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    Das ist aber ein aboslutistischer Anspruch oder? Also klar kann man in dieser Welt nicht Schuldlos bleiben. Geht gar nicht. Aber hat man gut-fühlen denn nur verdient wenn man schuldlos ist?

    Noch einige Fragen: Was bringt es, dass man sich für schuldig erklärt und sich somit nicht gut fühlt? Wem bringt es etwas? Ändert es etwas an der Situation, die man für falsch hält bzw. als falsch gelaufen sieht? Ändern die subjektiven Schuldgefühle an dieser Situation etwas?

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    Das sind zumindest die Fragen, die ich mir gestellt habe und auch hier im Faden. Mit denen kannst Du etwas anfangen, mit anderen nicht, weil Du andere Denkzusammenhänge hast als ich.

    klar, logisch. Aber ich muss schon sagen dass mein Verständnis deiner Beiträge ganz allgemein recht speziell ist :-D Glaub nicht dass es sonst noch User gibt bei denen es so krass wechselt zwischen :)z :)^ und ??? ":/ (was auch immer sich mit der Info anfängen lässt^^)

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    Ergo ist meiner Ansicht nach mein Gegenüber dafür verantwortlich, wenn er/sie sich von mir verletzen lässt.

    Und was wäre deine Motivation schonend mit jemand umzugehen, oder tust du das grundsätzlich nicht?

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    Ich habe ja auch die Frage gestellt, ob Du Dir quasi verzeihen musst, weil Du bist, wer Du bist. Die Frage habe ich mir auch irgendwann gestellt. Ich kann Fehler machen, die sich natürlich auf meine Weltanschauung bezieht, aber da gibt es nichts zu verzeihen und Fehler steht auf der gleichen Stufe wie richtig. Es spielt also kaum eine Rolle, denn wenn richtig/falsch gleichwertig sind, dann macht es nicht wirklich sinn zu bewerten. Ich bin richtig, wie ich bin.

    Ich kann da bei mir Verbesserung feststellen aber könnte keine Aussage darüber treffen wie sehr ich mich wirklich annehme wie ich bin. Zu sagen "Ich bin richtig wie ich bin" und solche Sachen könnten in meiner Kommunikation und bewusst gedachten Glaubensätzen sogar Verwendung finden, aber bisher halt leider eher noch auf die "ich hätt gern dass es so wär"-Art.

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    Ich wollte nur kurz schreiben, dass Winterdepressionen gerade im November vermehrt zuschlagen, mit Ausläufen in den Oktober und Dezember.

    mal sehn, ich werd ja hoffentlich noch einige Jahre haben um ne anständige Statistik zu bekommen und ich bin da schon optimistisch dass es keine sind. (Z.B. war Sommer bisher immer die Zeit mit größerer Demotivationsgefahr, das war diesen Sommer anders, eigentlich war's der erste seit Ewigkeiten den ich irgendwie so richtig genossen habe, insofern mal sehn. Denk evtl Konditionierungen lösen sich da vllt auf und wird sich rausstellen was übrig bleibt, dass es da dann immernoch jahreszeitliche Schwankungen aufs Innenleben geben mag würde ich so prinzipiell erstmal gar nicht für unnatürlich oder gar besorgniserregend halten.)

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    Es ist z.B. gar nicht defizitär, gemocht werden zu wollen. Ganz im Gegenteil ist das ein menschliches Grundbedürfnis. Babies sterben trotz Nahrung und Schlaf, erhalten sie keine Zuneigung. Das ist ganz essentiell. Menschen brauchen das Gefühl, sie selbst sein zu dürfen UND akzeptiert und gemocht zu werden.

    Ein Kind bin ich halt auch nimmer (teilweise jedenfalls^^), aber ja, du hast wohl vermutlich schon recht. Das sind Dinge die ich inzwischen sogar schon etwas gelockert habe... etwas. Hatte da letztens auch im RL ein interessantes Gespräch zum Thema Selbstwert, da war ich gar nicht der der die Hardlineransicht (der Selbstwert muss ausschließlich von innen kommen und vollständig unabhängig vom Außen sein) propagiert hat, eher so den zweifelnden Part ob soviel Unabhängigkeit nicht vllt gar nicht natürlich ist.

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    Warum du meinst, dass du für eine Psychotherapie normal werden müsstest, verstehe ich gerade nicht ganz. Aber ich kann dir sagen, dass Psychotherapeuten sehr viel zu sehen bekommen ^^. Wenn du Hilfe brauchst, findest du dort immer einen Platz - manchmal braucht es nur etwas Geduld aufgrund von Wartezeiten.

    na ich bin nicht ins System integriert^^ und insofern auch nicht krankenversichert, aber das ist nicht der einzige Grund. Würde mir ein Therapeut eine kostenlose Behandlung anbieten weiß ich trotzdem nicht ob ich es machen würde.

    @ wallisii

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    (ich fänd's aber toll wenn hier jemand so-denkendes mitschreiben würde^^)

    Ich probier mal, in den dunklen Abendstunden online zu kommen oder wenn ich meine Tage hab, dann kann ich diese Rolle sicher würdig vertreten. ;-D

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    Irgendwie kann man das auch auf Menschen und auf emotionale Probleme anwenden. Irgendwie geht's um "Raum" den man sich zum Leben zugestehen muss, es ist aber, wenn man nicht der totale Arsch ist, nicht viel Raum, nicht zuviel finde ich. Ist für mich aber natürlich auch Theorie und Praxis und so...

    Ja, Raum zugestehen, Raum einnehmen ... das ist so ein Knackpunkt. Wieviel steht einem zu und so. Ich überprüfe in regelmäßigen Abständen mit so einem Onlinerechner meinen ökologischen Fußabdruck, der wird stetig kleiner, iiiirgendwann macht es Puff! und ich bin endlich unsichtbar. ;-D Naja, in meinen Träumen, real ist das natürlich nicht möglich.

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    Aber hat man gut-fühlen denn nur verdient wenn man schuldlos ist?

    danae, ich weiß es nicht. :-/ Das macht mich ganz kirre.

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    Und was wäre deine Motivation schonend mit jemand umzugehen, oder tust du das grundsätzlich nicht?

    Das würde mich auch interessieren!

    Oh, vergessen:

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    Was bringt es, dass man sich für schuldig erklärt und sich somit nicht gut fühlt?

    Es hilft mir zumindest konzentriert, motiviert und diszipliniert zu bleiben. Meistens. :-|

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    Aber hat man gut-fühlen denn nur verdient wenn man schuldlos ist?

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    danae, ich weiß es nicht. :-/ Das macht mich ganz kirre.

    Aber bist du dann, wenn du allen anderen Menschen, denn schuldlos ist ja niemand, ihr Recht auf Glück absprichst, nicht selbst Teil dessen was diese Welt schlecht macht?

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    Es hilft mir zumindest konzentriert, motiviert und diszipliniert zu bleiben. Meistens. :-|

    Aber diese Motivation kann man ja nicht nur aus dem negativen ziehen sondern auch aus dem positiven. Man kann das alles tun weil die "Schuld" über einem hängt oder man kann das tun, weil man etwas liebt oder? Also ich tue was ich tue um meinen ökologischen Fußabdruck zu verbessern nicht, weil ich sonst schlecht bin, nicht weil ich sonst ewig ein mieses Gewissen habe.


    Ich esse Schokolade nur von bestimmten Herrstellern, weil ich will das kinder überall auf der Welt Kinder sind und keine Kakaosklaven und weil ich will, dass andere Eltern das Glück erfahren ihre Kinder zum Arzt bringen zu können und gesund werden zu sehen. Weil ich will das es viele Tierarten weiterhin gibt, esse ich kein Nutella und weil ich die sibirische Taiga wunderschön finde, meide ich IKEA.


    Wenn ich sündige, dann bin ich am Ende traurig, aber nicht weil ich mich dann scheiße finde, sondern weil ich etwas unterstützt habe, dass jemand anderen der mir oder das mir am Herzen liegt verletzt. Das will ich nicht.


    Und wenn das so ist, dann kommt ganz viel von alleine, ohne große Disziplin sondern aus einem inneren Bedürfnis heraus.


    Zumindest bei mir war dieser Menschenhass vorallem eines: massive Überheblichkeit. So nachdem Motto:"Ich bin zwar nicht perfekt, aber immerhin weiß ich wie scheiße ich bin und ihr blöden Trottel seid so ignorant, euch geht das alles am Arsch vorbei."


    Das mag bei dem einen oder anderen richtig sein, aber vermutlich tut es auch vielen echt unrecht. Und selbst wenn nicht, ich habe mich in der Folge widerlich verhalten, damit sicherlich kein leuchtendes Beispiel für den Lebensstil gegeben, nichts besser gemacht nur der schlechten Stimmung und den negativen Aspekten noch ein winziges bisschen hinzugefügt.

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    Aber bist du dann, wenn du allen anderen Menschen, denn schuldlos ist ja niemand, ihr Recht auf Glück absprichst, nicht selbst Teil dessen was diese Welt schlecht macht?

    Spürst Du was? Ich habe Dir gerade zehn Sekunden lang ganz doll Dein Recht auf Glück abgesprochen und dann zehn Sekunden lang ganz feste wieder zugestanden. Ich hoffe, es hat nicht gekitzelt. ;-D Will sagen: ja, das sagt man immer so, die Frage habe ich mir auch schon tausendmal gestellt (wallisii hat auch so etwas geschrieben, in dem Sinne, dass man mit seinem persönlichen Glück das Glückslevel der Welt erhöht und sie damit besser macht). Aber ich frage mich, ob das im Alltag und im echten Zusammenleben wirklich eine Rolle spielt? Für meine Mitmenschen und das Gemeinwohl ist es nicht wichtig, wie ich mich fühle oder was ich denke, sondern wie ich mich verhalte. Solange ich mich benehme, können alle friedlich zusammenleben (also, zumindest bin ich dann kein Stein des Anstoßes).

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    Aber diese Motivation kann man ja nicht nur aus dem negativen ziehen sondern auch aus dem positiven. Man kann das alles tun weil die "Schuld" über einem hängt oder man kann das tun, weil man etwas liebt oder?

    Sollte so sein, ne? Alles, was Du aufgezählt hast, will ich auch, so sehr, dass ich doch schon ordentliche Einschränkungen in meinem Leben mache. Aber manchmal will ich auch andere Sachen, bequemere Sachen z.B. Und gerade in solchen Phasen wie jetzt, in denen es mir schwer fällt, positive Gefühle für irgendwen oder irgendwas aufzubringen, bin ich ganz froh, dass man Gewissen, mein treuer Schießhund, mich ordentlich beißt und triezt, damit ich auf Linie bleibe.

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    Aber ich frage mich, ob das im Alltag und im echten Zusammenleben wirklich eine Rolle spielt? Für meine Mitmenschen und das Gemeinwohl ist es nicht wichtig, wie ich mich fühle oder was ich denke, sondern wie ich mich verhalte. Solange ich mich benehme, können alle friedlich zusammenleben (also, zumindest bin ich dann kein Stein des Anstoßes).

    Nein, ich denke nicht, also wenn man sich wirklch immer entsprechend lieb verhält. Fällt meiner Erfahrung nach in so einer Phase aber fies schwer. ]:D ]:D


    Aber es geht ja nicht nur um die Anderen sondern auch und vor allem um einen selbst. Wer will ich sein? Will ich jemand sein der Leben in gutes und schlechtes Leben klassifiziert? Denn Kinder sollen ja schon glücklich sein, gut behandelt werden und Tiere auch. Die sind also noch schuldlos oder? Bei Kindern stellt sich die Frage wann sie dann ihre Unschuld und damit ihr Recht auf Glück verlieren.


    Bei Tieren stellt sich dann die Frage ob diese Trennung Mensch - Tier mit der Wertung "Schuld - Unschuld" und damit verbunden Glück nicht verdient - Glück verdient, nicht am Ende ein negativer Anthopozentrimus ist. Den Menschen wieder separiert, zu was besonderem macht, so ein Art negativer Narzismus.


    Will ich so jemand sein, der Leben in glückwertes und glückunwertes Leben unterteilt? Wer oder was bin ich dann und will ich so jemand sein?


    Für mich hat der Punkt gleich zwei Knackpunkte.


    Zum einen lehne ich duale System ab. Richtig - falsch, gut - schlecht wird der Wirklichkeit ja nun kaum gerecht. Dann ist der Autodiebstahl dem Mord gleichgesetzt und das findet vielleicht der Mörder ganz nett, weil es ihn irgendwie entlastet, aber ich finde das wenig sinnvoll. riecht für mich irgendwie danach, sich etwas leicht zu machen. So ala, "egal was ich tue, ich kann nicht wirklich was dafür, weil die Welt ja eh schlecht ist, so an sich".


    Und dann frage ich mich ob man Glück überhaupt verdienen kann oder muss. Die Beobachtungen sprechen dagegen. Glück kommt und geht, ohne jede Rücksicht auf Verdienste oder Fairness. Es ist halt ein Gefühl, wie Trauer, Wut und soweiter. Das gehört zum Leben einfach dazu.


    Jemandem etwas so Grundlegendes abzusprechen ist für mich wie ihm oder ihr das Leben selbst abzusprechen. Leben und alles was dranhängt ist für sich wertvoll, geschützt und einfach da. Das muss niemand verdienen.

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    Fällt meiner Erfahrung nach in so einer Phase aber fies schwer. ]:D ]:D

    Ich finds besonders leicht, ich muss mir ja Mühe geben, um nicht völlig im Selbsthass zu versinken. Wenn ich mich "zu" gut fühle, werd ich eher mal nachlässig, find ich.

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    Ich möchte aber den Faden nicht kapern, sorry wallisii! @:)

    hm, du dürftest aber :-p (Smilie wegen Ausredeentzugs^^)


    Der Faden hat mir jetzt schon einige Themenzusammenhänge geliefert auf die ich nur mit alleine nachdenken nicht so schnell gekommen wär, vllt gar nicht. Zusätzlich haben die sehr antwortenden (michbezüglichen) Antworten mir schon ein gutes Stück Thema-Konfrontationsgefühls geliefert.


    Ich hab ja aber auch nach eigenen Erfahrungen gefragt und bin immer noch interessiert. Die können auch thementechnisch sehr gern ausschweifender sein, an dem Thema hängt ja eben viel dran.

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    Ich probier mal, in den dunklen Abendstunden online zu kommen oder wenn ich meine Tage hab, dann kann ich diese Rolle sicher würdig vertreten. ;-D

    jederzeit, wenn du so mutig sein kannst/willst :-) Ich könnt's nur schwerlich, scheitert halt am Willen dahinzugehen und der Angst abzudriften. Es kann schon sein, bzw weiß ich das flüchtig ja selbst schon, dass Rauslassungen sich dann hinterher erstmal befreiend anfühlen, aber sie verstärken den Sog beim nächsten Mal, wie eine Droge die nach Dosissteigerung verlangt um zu wirken.

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    Zumindest bei mir war dieser Menschenhass vorallem eines: massive Überheblichkeit. So nachdem Motto:"Ich bin zwar nicht perfekt, aber immerhin weiß ich wie scheiße ich bin und ihr blöden Trottel seid so ignorant, euch geht das alles am Arsch vorbei."

    Ja, das ist z.B. auch etwas was sich definitiv falsch anfühlt an Frustrauslassungen, ob nun mit anderen oder nur selbst gedacht. Denn es geht doch immer damit einher dass man da einer Selbsterhöhungsfunktion frönt, die alte Abwertung anderer um sich selbst besser zu fühlen. (übrigens eine Sache die an anderen beobachtet sehr förderlich für meine Themenbezügliche Fragilität ist, wenn mich also mal wieder wie so oft ankotzt dass sich Menschen ständig so dermaßen durch Abwertung aufzuwerten versuchen kann ich doch nicht exakt genau das tun nur umgekehrt^^).


    Trotzdem ist was a.fish anfangs schrieb:

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    Ich denke, authentischer wäre tatsächlich, Wut, Frustration und Traurigkeit zusammen auszuhalten.

    für mich persönlich nicht von der Hand zu weisen. Nur wie geht's, wie lässt man derartige Emotionen eben diese Emotionen sein, wenn ich die zulasse ist mir vllt nach schimpfen, hassen und Verachtung, diese Emotionen drängen da hin. Oder ist das vllt gar nicht mehr Emotion Emotion sein lassen und ausleben sondern wieder nur ein Kompensationsversuch um sie eben nicht in klarer Weise leben zu müssen. (Wieviel Kompensationslosikeit ist aber eigentlich noch natürlich/gesund?)


    Zur Fokussache, eigentlich albern dass ich nicht gleich von anfang an an meinen Lieblingsfokus gedacht hab^^ Aber ich musste da wohl den Umweg gehen den mir die letzten Beiträge gebracht haben, eben der Selbstumgang in dem sich natürlich auch das Verhältnis zu anderen spiegelt. Ist für das Thema vermutlich generell eine Fundgrube, aber das beschäftigt mich erstmal am meisten: Es geht um Abgründe ]:D Ich seh die reichlich in mir, will ich auch so, das ist ein Fokus den ich so schnell nicht ändern werde. Aber ich kann den Blick für das Abgründige natürlich nicht plötzlich ausschalten wenn's um andere oder die Gesellschaft im Ganzen geht. Was sozusagen übergangslos zum Nicht-Werten-Thema führt:


    Wie äh, zur Hölle, geht das?!?!^^ Und will ich das überhaupt, selbst wenn ich das wüsste? ":/ ..echt keine Ahnung, mir das nur vorzustellen zu versuchen macht mir ähnliche Knoten im Hirn wie wenn ich mich in den Nihilismus einzufühlen versuche. Angst vor Entmenschlichung und sonstige Loslassschwierigkeiten sind da sicher involviert, aber es fühlt sich fast nach noch mehr an als nur sowas.


    Was mich noch beschäftigt sind Intensionen "gut" zu handeln. Ich denke die meisten finden das Ergebnis wichtiger, ich kann das irgendwie nicht so sehn. Ich finde Intension wichtiger, die für mein Empfinden z.B. ein an sich gutes Ergebnis quasi entwerten kann. Ich muss da fast so perverse Formulierungen wie "reine" Absicht und sowas denken^^ Ich mein aber nicht sowas wie Selbstlosigkeit, daran glaube ich grundsätzlich nicht, viel geht's mir um Bewusstheit, es muss dann nicht mal "rein" sein, aber Bewusstheit um nebenherlaufende abgründigere Intensionen ist Mindestvorraussetzung damit ich etwas nicht als zweifelhaft werte selbst wenn das Ergebnis gut ist.)


    Wenn da jemand Schreibimpulse dazu hat, sehr gern, aber wenn nicht ist das völlig unproblematisch weil das hauptsächlich meiner Sortierung gedient hat. (Irgendwas fehlt aber ich komm net drauf^^)

    @ danae87

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    aber wenn jemand einfach seinen Schritt verlangsamt und neben dem Partner achtsam hergeht, dann fällt das einfach viel weniger auf, danach muss man gezielt gucken. Es ist aber nicht weniger da, es erfordert nur gezielte Aufmerksamkeit, während das doofe immer so vor sich hinplärrt, dass man es kaum übersehen kann.

    Ja, interessanter Weise fallen mir positive Dinge in den letzten Jahren öfter auf als vorher, einfach so ohne das ich das forcieren würde. Außer Verbitterungsgefahr rückt mich das leider überhaupt nicht, vllt sollte ich es forcieren, aber weiß noch nicht, muss ich noch bedenken und befühlen.

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    Nun, man muss sich einigermaßen sicher sein wie man die Sache mit dem Männerbild sieht. Wenn man sich noch gar nicht sicher ist, ob nicht doch die meisten Mämmer so und so sind, kann man da ja kaum eine Verantwortung übernehmen

    Die meisten Männer sind so und so^^ Es entspricht vllt nicht wirklich dem ursprünglichen Wesen sovieler wie dann so und so sind, aber es bietet sich halt an sich so zu orientieren und sich was handfestes zu eigen zu machen. Die momentane Hauptstrategie ist: das alte Bild ist scheiße weil und weil und usw. Besser wäre Vorzüge an der freien Wahl und generell Individualität zu finden.

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    Wenn man immer nur gegen das Unrecht ankämpft, dann sieht man ja sogar noch mehr davon und wie man da das Gute nicht aus dem Blick verliert sollte man idealerweise zumindet grundlegend schonmal erprobt haben. Denke ich.

    Ein Gedanke dessen Begrübelung so manch professionellem Helfer gut zu Gesicht stünde. Vllt hilft er mir für die Zukunft, ich hab da nämlich auch noch nicht dran gedacht. Was tut man da? Gehäufte Dosen guter Erfahrungen? Abstand nehmen? Ruhe tanken?

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    Helfen kann das Wahrnehmen solcher Verantwortung aber meiner Meinung nach gegen das brennende Gefühl der HIlflosikeit. Die kann ich persönlich nur sehr schlecht aushalten.

    gut dass du das weißt, sowas macht die Gefahr nämlich groß dass man hilft obwohl vllt die Hilfeart nicht passt oder schlimmer noch gar keine Hilfe gewollt wird.

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    Ich denke, authentischer wäre tatsächlich, Wut, Frustration und Traurigkeit zusammen auszuhalten.

    Nur ein Gedanke noch, heute Abend, merh schafft mein Hirn gerade nicht mehr. ;-D ;-D


    Aushalten ist nicht das selbe wie sich reinzusteigern oder? Ich bin wütend, immer mal wieder, Menschen sagen sogar ich sei ähm.. als die höfflichen nennen es "temperamentvoll". Ist also wirklich nicht so, als wäre mir diese Emotion fremd oder die anderen genannten.


    Aber es geht ja ums Maß oder? Also für mich macht es einen Unterschied ob ich ein Gefühl aushalte und nicht verdränge oder ob ich mich in etwas reinsteigere. Bei letzterem wird aus:"Menschen verhalten sich in der und der Situation auffallen oft dumm." ganz schnell ein "Menschen sind dumm." Das ist aber ein grundlegender Unterschied und da ich mich gerne über die Dummheit bei albernen Verallgemeinerungen aufrege, ist dieser Gedanke spätestens wie eine kalte Dusche für mich.


    "Zeit für etwas gute altmodische Demut, Schätzchen" sagt dann eine nette Stimme in mir zu mir "du bist auch nicht davor gefeit, jeder hat halt andere Feindbilder und man muss bewusst gegenan arbeiten wollen, aber dafür brauchts es dann dies und das und jenes." und nach dieser deutlichen Klarstellung, mein Ego dürfe sich gerne wieder auf dem Boden bewegen, gehts wieder. Denn ich finde mich ja nicht grundsätzlich scheiße, auch wenn ich diese Anflüge habe und argwöhne, dass mir so manche platte Verallgemeinerung gänzlich entgeht.


    Und das gestehe ich dann eben auch anderen zu. Auch wenn ich sie trotzdem manchmal geren ohrfeigen würde, bis das Hirn anspringt.

    heute etwas mehr Zeit, aber der rote Faden ist weg der anfangs einfach nur das Verbittern, das Abdriften dahin und die bösen bösen Menschen war. Jetzt wär net mal mehr Wollknäul passend, aber wurscht, ich hab noch Schreibbedarf (soviel kann ich gar net schreiben selbst wenn ich 24h pro Tag Zeit hätte) und der ist halt jetzt ein bißchen chaotisch. Mein allnächtlicher Denkbedarf zum Thema ist übrigens sinkend.. glaub ich^^

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    Aushalten ist nicht das selbe wie sich reinzusteigern oder?

    ja. Aber irgendwie erzeugt es auch unreinsteigernd automatisch Abdrift. Nicht nur in kompensative Sekundäremotionen wie Hass oder Verachtung oder eben in die Verbitterung. Emotionen fühlen sich für mich sehr oft an wie Vektoren die ihre Richtung, einmal eingeschlagen/zugelassen, selbst fortsetzen. Das geht mir nicht nur mit verweigerten Emotionen wie z.B. Aggression so sondern auch mit guten. Ich hab dann oft nicht einfach irgendwann genug. Nicht immer + tendenzielle Besserung, aber auch wegen jeweils bewussten Entscheidung zu bremsen. Ich seh das bremsen aber als Notbehelf und hätte es gern natürlicher und weniger kontrollig. Aber vllt sollte ich mich von dem Wunsch trennen. Dadurch dass ich verschiedene Emotionen nicht anständig auslebe und insofern in Prokrastinationsschleifen gerate, macht es die Sache mit dem Maß nicht nur vage sondern eher unberechenbar. Und vllt sind gewisse Dinge gar nicht mehr aufholbar. (frag ich mich auch andere Dinge betreffend, und immer hab ich Angst vor Psychose, irreversiblem Abdrift, Ausbrennung oder "trotzigen" Gegenreaktionen gegen die Gewaltsamkeit solcher Vorgehensweise wenn ich mir vorstelle es einfach zu tun, z.B. meinem Mitteilungsbedürfnis zu 100% nachzukommen, diese oder jene Hemmung einfach platt zu walzen oder mich mal hemmungslos den themenbezüglichen Emotionen hinzugeben. Ich hab auch so gut wie nie aufgeräumt, und ich finde das sogar richtig solang sich da kein gewaltsamer Weg offenbart (aber ich muss ja jetzt nimmer aufräumen 8-) ). Andere Menschen mögen damit klarkommen sich zu zwingen und zu überwinden, für mich ist das Gewalt die sich erfahrungsgemäß auch rächt. Leider ist auch Hemmung Gewalt, passive sozusagen. Hm, bißchen abgeschwiffen oder so^^

    @ a.fish

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    Aber ich frage mich, ob das im Alltag und im echten Zusammenleben wirklich eine Rolle spielt? Für meine Mitmenschen und das Gemeinwohl ist es nicht wichtig, wie ich mich fühle oder was ich denke, sondern wie ich mich verhalte. Solange ich mich benehme, können alle friedlich zusammenleben

    Ich denke in Teilen leider auch so muss ich gestehen, und ich bin mir fast absolut sicher dass es falsch ist^^ Klar, täte es jeder so würde man mit weitaus weniger unangenehmen konfrontiert werden. Aber sich einfach nur neutral zu verhalten ändert nichts am brodeln darunter, alle wäre distanziert höflich und neutral, dafür würden wahrscheinlich weitaus mehr die Kettensäge und sowas schwingen.


    In einem Laden wo ich oft einkaufe gab's ne ziemlich pampige Verkäuferin und eine sehr Neutrale. Hab dann irgendwann mal mit meinem Onkel der da auch öfters war abgelästert und wir waren uns einig, die Pampige ist echt schlimm^^ Er meinte die Neutrale, die wär nett. Ich meinte zweifelnd das weiß man nicht und vllt sieht's unter der Oberfläche sogar schlimmer aus. Ich hatte recht wie ich dann mal merkte als ich sie im Umgang mit ner neuen Kollegin gesehn hab ( :-o :-o ). (Ich könnt auch einfach von Franken weggehen, es soll ja praktisch überall anders freundlicher sein als hier ;-D aber ich halte die andernortige größere Freundlichkeit für banale Oberflächlichkeit und Fassade, die z.B. an der Grundgestresstheit unserer Gesellschaft nichts wirklich viel ändert. (ich war dann auch immer lieber bei der Pampigen an der Kasse als bei der Fassadenfrau).


    Ne, ich find's "nett" höflich-neutral zu sein, aber ich weiß nicht mal ob es "gut" ist wenn man sich dazu zwingen muss oder es als Vorrausleistung tut (goldene Regel und so, halt ich so als undifferenziertes "macht man so" eigentlich nix von) und bessern in der durchschnitthebenden Art tut eh nur tatsächliches gut-gehen und die Lockerheit und Freundlichkeit die daraus erwächst. Für deine Mitmenschen ist das auch sicher gut auch wenn es vllt nicht bewusst gemerkt wird. Für das Gemeinwohl, hmnaja, wenn du damit nicht gerade Bruttosozialprodukt meinst, würd ich auch meinen dass es nicht nur den Durchschnitt anhebt sondern, Kreise ziehen könnte, eben so wie es auch Stress und schlechte Laune tun, warum sollte das nur in eine Richtung so sein...


    Vorhin war ich rauchen und eine lief lächelnd vorbei, nicht mich anlächelnd sondern so durch-die-Gegend-grinsend und hat meinen Blick gestreift also hab ich halt "zurück" gelächelt. Hat mir gefallen.

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    (also, zumindest bin ich dann kein Stein des Anstoßes).

    Knackpunktsalarm. Ich bin ich weiten Teilen genauso, ja nie stören, bloß nie jemand unangenehm sein, auf keinen Fall falsch verhalten usw... aber ich sag jetzt mal trotzdem: sei doch mal anstößig^^ (wenn du mal zufällig nach Nbg kommst und Zeit hast leiste mir beim betteln Gesellschaft und jedem der blöd daherkommt kriegt unseren ganzen Frust ab ]:D ;-D (ich mach das schon manchmal und seh ein dass ich da ne gewisse Verantwortung hab mir net jeden Scheiß gefallen zu lassen, aber auch das, also bloßes Zurückschlagen (verbal!^^) wo jemand einem einen Grund gibt (also im Gegensatz dazu Leute in Straßenbahnen zu beschimpfen), fühlt sich sehr abdrift-gefährdend an (und das bilde ich mir ganz sicher nicht ein, ich sehe es an Kollegen die da nimmer rauskommen und bei sämtlichen Kleinigkeiten richtig krass ausrasten)).


    Muss da noch weiter drüber nachdenken, auch wenn's am Ende vermutlich (*seufz*) doch nur drauf hinausläuft dass es hierzu keine Regeln und Schemas gibt und lediglich Intuition und größtmögliche Selbstehrlichkeit einen äußerst vagen Rahmen geben ":/

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    Ich seh das bremsen aber als Notbehelf und hätte es gern natürlicher und weniger kontrollig.

    Ja!! Die kalte Dusche, von der danae schreibt, die bekomme ich auch regelmäßig ab, das find ich aber nicht positiv, sondern das hätte ich gerne nicht. Also, ich würd einfach lieber von Anfang an das "richtige" fühlen oder aber mit den Gefühlen dann ehrlich leben. Dieses sich selber disziplinieren müssen und bewusst andere Geühle anstoßen oder andere runterreden empfinde ich als Niederlage. Das Bild mit Gefühlen als Vektoren finde ich auch total stimmig.

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    Ich denke in Teilen leider auch so muss ich gestehen, und ich bin mir fast absolut sicher dass es falsch ist^^

    Ja, ich finde es auch nicht rund. Echte Freundlichkeit aus tiefstem Herzen find ich auch besser, smypathischer, ehrlicher, erstrebenswerter. Ich bekomme auch tatsächlich häufiger gespiegelt, dass ich eher höflich als herzlich wirke (obwohl ich mir des Unterschieds bewusst bin und mir herzliche Verhaltensweisen auch angelernt hab, weil sich Leute dann tatsächlich meist schneller wohl mit einem fühlen), aber ich meine - immerhin?! Höflichkeit tut wenigstens keinem weh, bzw. ist ja genau darauf ausgelegt, keinem weh zu tun und das Zusammenleben für alle möglich und erträglich bis angenehm zu machen. Stell Dir mal vor, das wäre so, wirklich, das wäre jetzt mal Realität - das wäre vielleicht nicht Goldmedaille, erster Preis, aber wenn jede*r das Zusammenleben mit anderen möglich und erträglich bis angenehm fände - wow. Das wär doch was.


    Und auch wenn ich im Alltag "nur" höflich bin, merke ich an den Reaktionen meiner Mitmenschen, das ihnen das gefällt und mag mir auch einbilden, dass ich deren Tag etwas besser gemacht habe. (vielleicht stellen wir uns unter Höflichkeit unterschiedliche Sachen vor, ich meine damit nicht nur beim Tee trinken den kleinen Finger abspreizen, sondern insgesamt einfach nett und freundlich, zuvorkommend und rücksichtsvoll sein). Wenn mir jemand mir - wie gestern passiert - beim Einsammeln meiner elegant über den Bahnsteig verteilten Einkäufe hilft, dann denke ich ehrlich gesagt auch nicht eingehend darüber nach, ob der jetzt echt im Inneren ein netter Mensch ist, und kann das auch im Normalfall nicht erspüren. Dann freu ich mich einfach und find das nett. Das kann aber natürlich auch an mir liegen (also, ernst gemeint, ich kann mich öfter nicht so gut einspüren in andere).



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    aber wenn jemand einfach seinen Schritt verlangsamt und neben dem Partner achtsam hergeht, dann fällt das einfach viel weniger auf, danach muss man gezielt gucken. Es ist aber nicht weniger da, es erfordert nur gezielte Aufmerksamkeit, während das doofe immer so vor sich hinplärrt, dass man es kaum übersehen kann.

    Ja, interessanter Weise fallen mir positive Dinge in den letzten Jahren öfter auf als vorher, einfach so ohne das ich das forcieren würde. Außer Verbitterungsgefahr rückt mich das leider überhaupt nicht, vllt sollte ich es forcieren, aber weiß noch nicht, muss ich noch bedenken und befühlen.

    Mh. Ich denke bei der Argumentation, dass Menschen doch auch so viel Gutes tun etc. immer, dass das zwar stimmt, aber sich ja deshalb nicht aufhebt. Also mich selber muntert es natürlich auch auf, wenn ich meinen Fokus eher darauf lege, aber sagt das was über Menschen insgesamt aus? Irgendwie erinnert mich das auch immer an die Argumentation von Opfern häuslicher Gewalt. |-o ;-D "Er/Sie hat doch auch so viele gute Seiten! Wir haben doch auch schöne Zeiten! Es gibt auch gute Tage!" - jo. Aber er/sie ist trotzdem ein abusitives Arschloch. Und auf die Menschheit angewendet - ja, wir haben auch gute Seiten, aber das heißt ja nicht, dass wir nicht trotzdem Arschlöcher sind. ":/ Nicht jeder einzelne, aber ich meine, so insgesamt als Spezies.


    Was mir übrigens gegen Verbitterung hilft, ist mir jetzt im Zuge des Nachdenkens über diesen Thread aufgefallen, war vermutlich zu nah vor meiner Nase, ist mein Beruf. Erstens, weil es mein Job ist, Leute zu unterstützen und ihnen zu helfen. Nicht bei lebenswichtigen Dingen - damit wär ich auch heillos überfordert - aber trotzdem, die kommen mit Bedürfnissen, Wünschen und Probleme zu mit und ich versuche, die zu erfüllen/lösen. Und wenn es klappt, ist das super. x:) Auch wenn es im großen Rahmen der Dinge ganz niftelig klein und unwichtig ist. Einerseits für mich selber, so ganz allein, weil ich meine Tätigkeit sinnvoll finde und "Erfolg" dabei befriedigend, aber auch, weil das positive Interaktionen mit anderen Menschen auslöst. Und zweitens, weil in meinem Arbeitsumfeld so überwiegend vernünftige Menschen vorkommen, die in meinen Augen gute Sachen tun. Das sind beides Aspekte, die im Laufe meines Lebens für meine Jobwahl immer wichtiger geworden sind und wenn ich so drüber nachdenke, merke ich, wieviel ich daraus schöpfen kann und wieviel ich daraus an Reserven mitnehme, für mein restliches Leben.

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    sei doch mal anstößig^^

    Ich übe mich darin. ;-D Und ich sag Bescheid, wenn ich mal die Möglichkeit hab, ein Prakitkum bei Dir zu machen, hihi.