• Positives Verhältnis zur Menschheit bewahren

    Oder wenigstens neutral. Fällt mir manchmal etwas schwer, manchmal geht's und manchmal ist's wirklich positiv. Momentan ist es arg schwer, geht schon ne Weile so und kann nicht mal sicher sagen warum. Gestern hab ich mich mit jemand unterhalten der schon langsam die Grenze zum Hass überschreitet und konnt anläßlich meiner eigenen diesbezüglichen Phase…
  • 339 Antworten

    ich mein natürlich nicht dass die Menschen vllt im IQ-Sinne intelligenter werden oder technische und zivilisatorische Fortschritte machen, ich mein Dinge wie z.B. Missgunst, Neid, Normierung, Abwertungs- und Ausgrenzungsbedüfnisse und solcherlei Häßlichkeiten. Das sind meiner Meinung nach konstante Dinge die nur Einzelne in unterschiedlichem Ausmaß überwinden und deren Fortschritt scheint keine Wirkung auf die breite Masse zu haben sonst wär doch vieles eben nicht mehr häßlich.

    Zitat

    Hat es denn bis jetzt eine Besserung gegeben, obwohl es schon so viele kluge Gedanken, Ideen, Richtungen gibt?

    ja eben nicht, das ist doch das Problem!

    Zitat

    Wieso muss denn das Fahrrad nochmal neu erfunden werden?

    weil es offensichtlich nicht vermittelbar ist, jeder muss es erfinden, nur warum tun es sowenige? Das wäre eine Weiterentwicklung wenn es ein Standard werden würde und der wäre eben absolut nicht schwer zu etablieren, es besteht aber offensichtlich kein Interesse daran, warum?!?

    Zitat

    Mir ist bewusst, dass ich grad eine Keule schlage. ;-)

    ok, dann bin ich ja froh ;-D

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    "Hadern" da ist es wieder, bringt eigentlich net viel, was?^^ Und zusätzlich die Frage, müsste man sich bzgl diesem hadern das Recht darauf eigentlich erst erkaufen indem man man der Welt und den Menschen in Sinne von Verbesserungsintension versucht gut zu sein?^^ Glaub manche sehn das so und wer weiß, vielleicht ist das ja sogar eine der heimlichen Motivationen die Welt verbessern zu wollen.. um mit gutem Gewissen behadern zu können das die Welt bzw ihre Menschen doch so kacke sind ;-D (aha, das würde auch erklären warums net besser wird, das wär dann ja kontraproduktiv im hadernsinne :-o ;-D)


    Noch eine Wiederholungsfrage (rhetorisch von mir aus^^): Wie macht man seinen Frieden mit den Häßlichkeiten? (ob die Akzeptanz der eigenen da wohl automatisch dazu führt den Häßlichkeiten der ganzen Menschheit hinnehmender gegenüber zu stehen?) Und was ist ein solcher Friede, Egalheit, Nichtwertung, Aufgeben, liebevolles Verhältnis wie es vllt danae87 hat?

    Zitat

    Das sind meiner Meinung nach konstante Dinge die nur Einzelne in unterschiedlichem Ausmaß überwinden und deren Fortschritt scheint keine Wirkung auf die breite Masse zu haben sonst wär doch vieles eben nicht mehr häßlich.

    Was erhoffst du dir aber davon, wenn es die breite Masse machen würde? Wozu brauchst du diese Gedanken?


    Ich frage mich grad, ob ich die breite Masse erreichen möchte (davon mal abgesehen, dass mir bewusst ist, dass ich es gar nicht kann): nein. Diese Phase hatte ich mal, doch glücklich machte sie mich nicht. Also fragte ich mich, warum ich mich überhaupt damit beschäftige: Die einzigen Gedanken waren eben: Flucht, nicht-mit-mir-selbst-auseinandersetzen.


    So ein bisschen schmeckt dies grad zwar so verzweifelt, doch das ist überhaupt nicht so. Jeder hat doch die Wahl und wer nicht will, dann ist es eben so. Was hat das mit deinem persönlichen Wohlfühllevel zu tun?

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    ja eben nicht, das ist doch das Problem!

    Warum machst du es zum Problem? Es ist eben so (uiiii, ich bin wohl doch unwertender als ich dachte ;-)).

    Zitat

    weil es offensichtlich nicht vermittelbar ist, jeder muss es erfinden, nur warum tun es sowenige? Das wäre eine Weiterentwicklung wenn es ein Standard werden würde und der wäre eben absolut nicht schwer zu etablieren, es besteht aber offensichtlich kein Interesse daran, warum?!?

    Woher weißt du, dass es nur so wenige sind? Ich finde, dass es sehr viele sind, doch warum muss es die ganze Welt sein? Es sind die falschen Leute auf dem falschen Posten. (weshalb gibt es eigentlich diese Posten? Ich habe mich vor gar nicht allzu langer Zeit gefragt, wieso es überhaupt möglich ist, dass es Menschen gibt, die auf einer bestimmten Stufe stehen: wann hat das alles angefangen, und wieso fragt da niemand mehr nach? Wir sind doch eigentlich alle gleich? Wir sind alle Menschen. Trotzdem ordnen wir uns unter/ über.


    Ich weiß nicht, ob ich diese Gedanken wie du nicht mehr habe, oder ob ich sie noch habe, aber eben meine, dass es auswegslos ist, diesen "Wunsch" innen einziehen zu lassen. Wenn ich verzweifelt bin, dann kommen mir schon diese Gedanken nach dem WARUM? Joah, dann frage ich mich auch, was hier so verkorkst läuft und warum nichts passiert. Wenn ich aber nicht verzweifelt bin (;-D :-p lache nicht!!!, ja, das kommt mittlerweile immer öfterererer vor ;-D), dann rücke ich mehr zu mir und zu Menschen, die achtend sind. Sonst sagte ich mir auch immer: boah, warum machen es nur so wenige. Doch das entspricht nicht der Realität, das brauchte ich wohl für mein Ego ;-). So war ich doch was besonders, weil ich eben nicht so wie die Idioten bin. Ich fahre ja sehr viel mit der Bahn (und eigentlich liebe ich es auch mit der Bahn zu fahren) und da bin ich mittlerweile mit sehr vielen interessanten Menschen ins Gespräch gekommen, weshalb ich meine Meinung relativierte, was an meiner gedachten Exklusivität etwas kratzte ;-);-D, doch mittlerweile unwertender ist. Vielleicht ist ja die Welt dadurch auch schon etwas "besser" . Ich denke mittlerweile nicht mehr so viel für die Menschheit machen zu können und auch zu wollen. Also so ein globales Ding, was nicht heißt, dass ich jetzt voll arschig bin. Durch das unwerten können (wow, also doch *selbststaun*) der Menschheit (auch wenn ich werte), bin ich offener (habe ich zumindest das Gefühl) und mehrwertiger (also in die positive Richtung). Ich frage mich grad selbst, ob das auch in die negative Richtung offener ist. Fällt mir zumindest grad kein Beispiel ein.

    Zitat

    Wie macht man seinen Frieden mit den Häßlichkeiten?

    ":/ (manno, heute bekomme ich wohl noch ne Glatze ;-))


    Macht man dies denn? Oder was ist dieser Frieden?


    Mir kommt grad die Huhn-Ei-Frage für mich selbst. Seitdem ich mit mir /wegen mir/ für mich meinen Frieden mache, färbt sich der Rest auch, doch nur jetzt mit dem Ziel Frieden zu schließen mit all den Hässlichkeiten? Nein


    Auch jetzt nicht. Ich hatte jetzt ein sehr unschönes persönliches Erlebnis, was 100% mit der Hässlichkeit der Menschheit zu tun hat. Schließe ich da grad Frieden damit, damit es mir besser geht? Mir scheint es zu helfen, an ansprechenden Stellen Kritik anzubringen, damit sich zukünftig etwas ändern könnte und vielleicht ein stückweit weniger Hässlichkeit zumindest in diesem Bereich geschehen wird/geschehen kann. Das scheint mein Weg zu sein mit den Hässlichkeiten umzugehen. Mache ich da meinen Frieden mit der Hässlichkeit? *reinfühl* Ich weiß es nicht, es fühlt sich zumindest nicht so an, eben weil ich mich auch frage, was es heißt da Frieden zu schließen.


    Ich weiß auch gar nicht, ob ich überhaupt mit der Hässlichkeit Frieden schließen möchte. Kann ich nicht beantworten. Es fühlt sich aber eher nach einem NEIN an.


    Viel wichtiger ist für mich momentan, dass ich für mich wieder einen Weg finde, bei dem ich mich von dem hässlichen Ereignis innerlich nicht so "steuern" lasse und klar wünsche ich mir, dass so etwas nicht nochmal passiert (also schon dann doch in die Richtung, was du schreibst S.wallisii, warum ändern sich die Menschen nicht - was ja passieren müsste, damit so etwas nicht nochmal passiert.). Doch ich ganz aktuell probiere grad die Menschheit außen vor zu lassen und suche mir Sachen, die mir gut tun, damit es mir wieder besser geht. Hat das Ereignis jetzt die Sicht auf die Menschheit verändert? Hmpf.. ich war wütend, ich war geschockt. Doch global ändert sich für mich jetzt nichts. Ich weiß doch, dass es Arschlochmenschen gibt. Also war es nichts neues (nur dass es mich eben selbst traf). Ich habe grad nicht das Gefühl, dass es meine Sichtweise positiv oder negativ beeinflusst.

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    S. wallisii

    Zitat

    scheinbar haben sie net viel zu grinsen die armen Leut, ich schon, du wohl auch. Vllt kannst du mir hier ein Beispiel angewandter Nichtwertung geben. Ich sag die armen Leute und werte, aber wie könnte ich nicht, es ist ja erstmal nur ein automatisch stattfindender Vergleich plus die nicht so weltbewegende Erkenntnis das lächeln (meistens^^ (ich hab natürlich auch das schon hinterfragt ) was gutes ist, also muss dauerfinsterglotzen doch schlecht sein?!?

    wieso ist finsterglotzen schlech? wer legt das fest? warum sollte es schlecht sein, wenn ich finster glotze? ich fühle, wenn mich etwas berührt. ich fand weinen, nie schlecht oder grantig sein. ich kann auch finsterglotzend durch die straßen gehen oder weinend. ich bin zeitweise ein morgenmuffel und liebe es zu "muffeln". wen stört das bzw warum sollte das jemanden stören? wieso sollte sich jemand inso eine beziehun zu mir setzen, dass es ihm stört bzw. ihm daran liegt, dass ich lächle? um wen geht es ihm, wenn er will, dass ich lächle? verstehe mich bitte nicht falsch. mir sind lächelnde und freundliche leute auch lieber, aber nur, weil ich dieses urteil gefällt habe, wobei das schauen der leute gar nichts mit mir zu tun hat, zumindest ist es bei mir so. ich lächle, wenn und weil mir danach ist.


    Arme Leute – diese wertung kann ich nicht treffen. Wie schon erwähnt, so bin ich nicht wertfrei und sicher auch nicht anderen gegenüber, aber Menschen an sich kann ich nicht bewerten, sondern ihr Verhalten, ihre denkweise. Ich bewerte menschen auch nicht aus irgendeinem prinzip nicht, sondern, weil mir schlicht nicht alle fakten bekannt sind, damit ich eine solche wertung und/oder urteil fällen kann. Es gibt niemanden der nur schlecht ist und es gibt niemanden, der nur gut ist. Was heißt gut? mir gefällt es, es ist gut für mich. Ach ja, nur um den kreis zu schließen, so bin ich nicht soweit, dass mir nicht doch hin und wieder passiert, dass ich mir denke; so ein Arsch. ]:D Also heißt es weiterarbeiten und erlernte Konditionierungen wieder abbauen, denn es hieße natürlich arschlochverhalten. ]:D

    Zitat

    Ja das sehe ich theoretisch genauso, in der Praxis bin ich da weit davon entfernt, natürlich nicht zuletzt weil es mir weh tut. Ich kenn zwei und der eine davon steht mir freundschaftlich näher, die beiden sind manchmal nicht so nett zueinander, in meinen Augen, ich weiß sogar dass sie (beide) es nicht so schlimm finden wie ich allein beim zuschauen, und ich sag mir immer wieder und wieder dass es deren Sache ist, mich nichts angeht und mich lieber um meine Abgrenzung kümmern soll (tue ich so gut ich kann), aber trotzdem kann ich es nicht lassen immer wieder mal was zu sagen, für Verständnis füreinander zu werben, für Selbstwahrnehmung wenn offensichtlich der jeweils andere gar nicht Auslöser ist sondern kompensativer Blitzableiter, für Selbstverantwortung und Bei-sich-bleiben (die zwei sind untrennbar, können nimmer ohne einander). Und dann kann ich mich manchmal schon selber nimmer leiden weil ich so nervig bin

    Das kann ich gut nachfühlen. Ich habe regelrecht darunter gelitten, wie meine Eltern miteinander umgingen oder auch mein Onkel und meine Tante, natürlich Menschen, die mir Nahe standen. Recht schnell wusste ich, wie diese Konflikte ablaufen werden, wusste, was jetzt meine Mutter sagen wird bzw. wenn sie etwas sagte, dass darauf mein Vater explodierte, wusste, wenn mein Vater etwas sagte, wann meine Mutter anfangen würde zu weinen, etc. etc. Die Muster sind ja gleich. Als ich dann älter war, so 12/13, als auch schon eine eigene Identitätsfindung stattfand, habe ich mich sehr dafür interessiert, wie meine Eltern aufgewachsen sind, wie ihre Erziehung war, etc. und mir war recht schnell klar, dass diese Ehe so kommen musste und dass sie so verlaufen musste, wie sie es denn tat. Vermittlungsversuche meinerseits gab es da nicht, dafür wusste ich schon genug, um zu wissen, dass es nicht anders laufen kann. Für mich war es klar, dass es da keine Vermittlung gab. Erst als ich dann älter war und mir klar wurde, dass die zwei das bis zum bitteren Ende so durchziehen würden (was sie übrigens taten). die nächste erkenntnis war, dass es dinge gibt, die ich nicht wollen kann. ich kann nicht wollen, wie andere sind. das ist genauso wie mit dem akzeptieren. ich kann nicht nicht akzeptieren, wie andere sind. darauf habe ich keinen einfluss. Manche meiner urteile finde ich sehr schwer loszulassen, also auf andere bezogen, manche müssen nur aufgedeckt werden und sie sind weg. aber ja, es ist alles ein prozess.

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    schierige Sache für mich, ich hasse Hierarchien und elitäres Getue, das hält mich davon ab dahin bis hin zu Ekelhaftigkeit abzudriften. Aber ich werte halt und komm dann natürlich zu schlüssen dass ich diese und jene Denkweisen z.B. scheiße finde. Ich Vergleiche auch und wenn ich z.B. sehe dass jemand bagatellisiert dann erkenne ich meine eigene frühere Bagatellisierung darin wieder und daraus entsteht natürlich eine schätzungsweise Wertung dessen wo derjenig gerade (eine Sache betreffend) steht. Ich meine auch viele Dinge wahrzunehmen die anderen Leuten an sich selbst nicht bewusst sind, was soll ich denn damit machen als es einzuordnen und zu werten?

    ich dachte auch mal so, bis mir klar wurde, dass ich von mir auf andere schließe. Ich bin weit entfernt von einer nicht-Wertung oder einem vergleichen oder einem Vergleichen um zu bewerten. Die Frage ist immer, was ich als Basis für einen Vergleich nehme. Es gibt das, worin ich mich wohl fühle und alles, was dies stört, ist natürlich etwas, was nicht Gut ist. Ich frage mich halt, warum es nur ein schlecht geben kann. Es kann durchaus etwas nicht optimal sein und nicht schlecht bzw. suboptimal, also zumindes okay=neutral=auf dem boden=zufriedenstellend. Aber ich denke, das ist auch etwas, das schlicht mein Charakter ist, ich bin zufrieden, wenn ich von dem etwas bekomme, was zur Verfügung steht und Friede-Freude-Eierkuchenmenschen stehen schlichtweg nicht on mass zur Verfügung, also setzte ich das nicht als Vergleichsbasis an. Jemand der pöbelt, mich oder andere, ist natürlich ein Arsch, wenn ich gerade so einen Tag habe, wobei das für mich eher ein signalwort ist und ich das wohl nie zu jemandem sagen würde. ich denke es aber auch extrem selten wertend -ich kann es auch als feststellung sachlich meinen. aber wenn ich es emotional meine, dann ist es ein signal zu prüfen, ob ich nicht etwas ändern sollte. andere kann und will ich auch nicht ändern. damit brauche ich da auch keine weiterführenden gedankem. was ich kann ist für die werte eintreten, die für mich richtig sind und das tue ich auch.


    Was mir persönlich es aber auch einfach macht, mich da nicht um wildfremde Menschen aufzuregen ist, weil ich schlicht privat völlig ausgelastet bin und ich alles abhake, was mich persönlich nicht direkt betrifft. Das wird neutral bewertet und fertig. Ich brauche meine Energie für die Beziehungen, die ich selbst gewählt habe und die ich lebe, in der Wertungen und urteile auch für mich eine Rolle spielen, weil ich für mich noch nicht solche Lösungen gefunden habe, mit denen ich mich nicht aufreibe, mich nicht ärgere, etc. Daher ist es ungemein wichtig für mich, dass ich das stoppen kann und mir immer dessen bewusst bin, dass ich mit meinen abstrakten bewertungen meine gefühle verstärke.

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    - Motivation: Jeder Mensch hat mehr oder weniger Einfluss auf die Menschheit, automatisch - aber man kann natürlich auch versuchen absichtlich mehr oder weniger Einfluss zu haben und man kann versuchen die Art des Einflusses zu bestimmen. Ich hätte gerne einen guten Einfluss, mindestens auf mir näherstehende Menschen aber vllt sogar auch auf den ganzen spinnerten Rest^^ Aber wenn das Verhältnis zur Menschheit nicht gut ist ist natürlich die Frage ob ich das weiterhin wollen würde/sollte

    der einzige einfluss den ich meiner ansicht nach habe, ist auf mein verhalten, meine denkweise. ob mein verhalten oder meine denkweise einfluss auf einen anderen hat, hängt davon ab, ob sich dieser jemand von ihnen beeinflussen lässt, also beeinflusse nicht ich, sondern der, der es zulässt.

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    Wie ist das bei euch so mit der zukunftsgerichteten Hoffnung für die Menschheit? Habt ihr welche und wenn ja sind eure Hoffnung noch auf Zeiträume während eurer Lebensspanne gerichtet? (bei mir ist das sehr schwankend von hoffend bis lieber-nicht-drüber-nachdenkend^^ (postapokalyptische Romane lese/höre ich (aber/deswegen?) sehr gern) und wenn hoffend dann oft in sehr ferne Zukunft projeziert was mir ein bißchen selbstveralbernd vorkommt )

    Als Fiktion, also literarisch, finde ich die Frage spannend und es gibt ja auch viele tolle Geschichten. Für mich selbst finde ich die Frage weniger spannend. Die Geschichte wiederholt sich doch auch ständig. Die Mittel sind andere, aber findest Du etwas in der Entwicklung der Menschheit neu? Es ist eine ständige Wiederholung und irgendwann stirbt die Menschheit aus, wobei, wie Du es schreibst, so kann es mir egal sein und ist es auch, weil ich da kein Ideal für die Menschheit habe, um festzustellen, ob die Entwicklung dann im Vergleich dazu nun positiv oder negativ sein würde. Das hat natürlich etwas mit meiner Wertigkeit der Menschheit oder des Menschen zu tun und dem fehlen eines ideals. ich finde menschen ideal, wie sie sind, als neutraler begriff. Gilt übrigens auch für mich als Mensch bzw. meinem Leben. Menschen werden geboren, leben und sterben. Ist so, wertfrei. Dass ich trauere, wenn jemand stirbt, der mich berührt, den ich liebe, ist klar. Auf mein Befinden hat die Menschliche Entwicklung oder Menschen als allgemeinbegriff keinen Einfluss. Anders in persönlichen Beziehungen. Hoffnung für die Menschheit – für mich eine Frage, die sich überhaupt nicht stellt, genauso wie die Gottesfrage. Ist nur Glaube.

    S. wallisii

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    Das technische finde ich auch spannend, aber da hab ich keinen Hoffnungsbedarf weil ich mir sicher bin dass aus heutigem Verständnis betrachtet noch verdammt unglaubliche Sachen kommen. Klar hätten da mache Sachen vllt Potential auch gesellschaftlich positiv zu wirken, aber vermutlich auch das Gegenteil. Gib den Menschen jetzt unendlich an materiellen Möglichkeiten und es würde sich nichts verbessern. Z.B. ganz banal Standesdünkel, da würden andere Kriterien als Reichtum und dergleichen gefunden werden.. müssen vermutlich - ich denke die Menschen brauchen derartiges .. (noch? *schiefgrins*).

    Dass sich wissenschaftlich spannende Erkenntnisse bzw. Entwicklungen geben wird, liegt auf der Hand. Manche sind heute schon ersehbar, nur sehe ich diese in keinerlei Zusammenhang mit meinem Selbstempfinden bzw. meinem Selbstbewusstsein.

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    da frag ich mich halt wirklich ob "heutige Themen" nicht beständig weiter verbleiben und höchsten ihre Gewänder wechseln. Ich mag Romane in denen da was gesellschaftsfortschrittliches oder auch nur einfach gesellschaftsanderes versucht wird auch sehr gerne, aber auch die haben i.d.R. immer heute-Themen drin.

    Ja, wie auch Geschichtsbücher. Oder wie heißt einschöner Zen-Spruch: Vor der Erleuchtung Holz hacken und Wasser holen, nach der Erleuchtung Holz hacken und Wasser holen) wobei es da durchaus andere utopien gibt, die das außer kraft setzen würden. aber wie schon erwähnt, so gibt es da sicher eine literarische version.

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    ich hab da ein grundsätzliches Verständnisproblem, ich kann in der Goldenen Regel und ihren Varianten keine Gesetzmäßigkeit sehen die analog zu einem Naturgesetz funktionieren würde.

    Da gibt es wissenschaftliche Untersuchungen, die besagen, dass Menschen, wenn sie auf die Welt kommen, die win-win-Situation suchen. auch wird ja zuerst beobachtet und wenn sich eine regelmäßigkeit beobachten lässt, die regel wiedergegeben. Finde ich extrem spannend.


    Prof. Dr. Gerald Hüther - Gelassenheit hilft: Anregungen für Gehirnbenutzer


    https://www.youtube.com/watch?v=2XlJmew2lK4


    Vera F. Birkenbihl - Gehirne Anknipsen


    https://www.youtube.com/watch?v=6B7-OfLOgPI


    Nur, werden Menschen hierzulande halt nicht so erzogen, sondern es werden ihnen nun einmal die Verhaltensregeln beigebracht, die ihnen beigebracht werden. Es geht um Leistung. es ist natürlich mein urteil basierend auf meinen abstrakten werten. :-)

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    (wie kommst du denn da drauf?^^) Ich fände es außerst nett wenn eine solche Weiterentwicklung breitmassig überhaupt stattfinden würde!! Es sind und waren schon immer nur einzelne Menschen die sich entwickeln, die sich hinterfragen und selbstergründen und noch nie hatten sie Einfluss auf die breite Masse. Meine Güte wo wir da inzwischen wären wenn es anders wäre! Soviel an selbstergründerischen Erkenntnissen sind recht banal, die wären in der Schule vermittel- und erlernbar, aber das interessiert ja keine Sau die an der Macht sitzt. Wahrscheinlich wird sich überhaupt nie was ändern solange es Konzepte von Macht überhaupt gibt

    Ja, bin ganz bei Dir, nur sind das persönliche urteile (solche habe ich gemeint, die ich loslassen möchte, es aber noch nicht getan habe). auch ich kann begründen was dafür spricht, warum ich das für vernünftiger also sebstverständlich besser finden würde und wie schon erwähnt, so sehe ich auch keinen sinn in einer wertenden welt wertfrei zu sein. da wird meine auffassung auch zum dogma.


    Zu den schulischen Unterrichtsfächern gehören solche fächer (noch) nicht und ich denke auch, dass es Sinn machen würde, Menschen auch das "richtige" Denken beizubringen, wobei ich nicht ein bestimmtes gut oder schlecht meine ;-). Angeblich ist ja das ganze Schulsystem nicht gehirngerecht. Umgekehrt sind die wenigsten, die ich kenne unreflektiert. Hier im Forum hingegen lese ich manchmal schon Dinge, als wäre es so, dass manche einfach irgendeine Regel übernommen haben, auch wenn sie selbst es nicht so sehen oder, dass sie dann ihre Denkweise dann diesen Regeln angleichen. Hingegen, dass ein ungebildetes Volk am besten zu regieren ist, ist wiederum nichts Neues und es wiederholt sich ja auch in der Geschichte.


    trotzdem ist diese meine meinung nicht "richtiger" als eine meinung, die anders ist.

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    hm.. das kommt leider immer wieder mal vor und ich würde jmd der anderes behauptet entweder nicht im geringsten glauben oder selbstschädigendes Verhalten unterstellen. (= sich so verhalten obwohl einem nicht danach ist, und dass irgendwem immer und selbst auf unterbewusstesten Ebenen danach ist sich 100%ig richtig zu verhalten glaube ich nicht)

    Eine meiner und frühesten erkentnisse war, dass ich mich anderen gegenüber nie so verhalten will, wie ich es selbst nicht mag. Allerdings auch deswegen, weil das schlicht meine veranlagung ist. das ist nicht perse selbstschädigendes verhalten. es bedeutet ja auch nicht, dass ich auf aggressives verhalten aggressiv reagiere. es ist meine präferenz. Die aufbauende erkenntnis war, dass das nicht unbedingt das verhalten ist, was mein gegenüber von mir will. was fange ich also mit meinem urteil an? gar nicht. solche urteile hindern mich nur meinen horizont zu erweitern. Mein respektvolles verhalten kommt auch nur bei Leuten an, die es genauso oder ähnlich sehen. Andere können damit – je nach eigener erfahrung, denkweise, werte – überhaupt nicht umgehen, teilweise nicht verstehen, oder haben schlichtweg ein anderes dogma, wie z. b. dass menschen nicht gleichwertig sind, etc. meine denkweise ist bei der unvereinbarkeit ein dogma. Ach ja, und eine Lösung gibt es dann auch nicht, im sinne eines Konsens, oft nicht einmal eines kompromisses. Da bleibt mir nur leute bzw eine umgebung zu suchen, die ähnliche werte haben und die gibt es ja zum glück. Aber genau wie ich mich von niemandem überzeugen lassen würde meine denkweise zu ändern, ich es gar fü respektlos und übergriffig halten würde, weil ich ein recht auf meine meining habe, so steht das natürlich jedem anderen doch auch zu, auch wenn er anders denkt. Und ich finde als frau habe ich eine verdammt gute zeit erwischt. Vorher hätte ich ganz schöne probleme gehabt, weiter vorher wäre ich wahrscheinlich als hexe verbrannt worden und jetzt geht es wieder in eine höhere abhängigkeit. Also – Glück gehabt bezogen auf meine Werte.

    Zitat

    Es ist wie das Vegetarierproblem, es geht um Raum den man braucht und dessen permanente Verteidigung oder auch nur erstmalige Ausdehnung tritt anderen automatisch auf die Füße - und verhält man sich dauerkorrekt wird er kleiner und kleiner weil die anderen nämlich diese Hemmungen oft nicht haben.

    Es ist doch immer ein "vegetarierproblem" – dogmen stehen sich gegenüber und sind unvereinbar.

    @ S. wallisii

    Ich finde es bemerkenswert, mit welcher Gewalt uns unsere Mitmenschen immer wieder die goldene Regel einhämmern.


    Kann man angesichts dessen noch ein positives Bild vom Menschen haben? ;-)


    ]:D

    @ Kleio

    Fühlst Du Dich missverstanden, wenn ich meine, Du hast S. wallisii in deinem vorangehenden Beitrag die goldene Regel eingehämmert?

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    In dem Tempo kann ich nicht mitlesen... egal:

    Zitat
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    "Gut heissen" ist das Gegenteil von nicht werten.

    ":/ ":/ Sagt wer? Wieso ist dies das Gegenteil?

    Sage ich. Weil etwas "gut heissen" eine Wertung ist. Was denn sonst?

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    Jetzt bin ich doch nochmal neugierig: was hältst du von S.wallisiis "Idee", wenn er das Verhältnis nicht ins positive umwandeln kann, es zumindest neutral sehen möchte.

    Fragt sich, ob's so funktioniert. Meistens kann man ja seine Wertungen nicht einfach so abschalten, oder?

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    Also, mein erster Gedanke beim Eingangsbeitrag war, dass die Menschheit ist, wie sie ist, nicht "gut" oder "schlecht" oder sowas.

    Ja das ist ein Gedanke, und wie ist dein Verhältnis zur Menschheit auf emotionaler Ebene? Dementsprechend neutral oder so?

    Ich habe ein emotionales Verhaeltnis zur Menschheit, welches ich weder als "neutral" noch als wertend bezeichnen wuerde. Ich bin ja Teil der Menschheit und manchmal leide ich mit ihr, und manchmal freue ich mich mit ihr. Also eher als Teil von ihr "mit ihr" als "ueber sie".

    Zitat

    Ich frag mich jedenfalls warum ich mit jedem anderen Verhältnis (negativ wäre natürlich am unmotivierendsten) als dem positiven denn überhaupt dazu beitragen wollen sollte dass die Welt bzw die Menschheit sich verbessert. "wenigstens ihre Verschlechterung aufhalten" klingt auch total motiviert ;-D Warum sollte man das tun?

    Siehe vorherige Antwort. Weil meine eigenen Gefuehle Teile der Menschheit und mit der Menschheit verbunden sind. Also deswegen sollte ich das vielleicht tun. Was "man soll", dazu habe ich nichts zu sagen.

    Zitat

    Oder heißt es für euch nicht, dass weil ihr euch bewusst seid, dass Bewertungen "konstruiert" sind, deshalb nicht wertet/ bewertet?

    Nein, heisst es nicht. Dass etwas "konstruiert" ist, heisst ja nicht, dass es falsch, sinnlos oder irgendwie minderwertig waere.


    Es bedeutet fuer mich ein Bewusstsein fuer die Grenzen meiner eigenen Bewertungen, und weniger Drang, sie anderen aufzuzwingen, als ich das bei vielen Menschen wahrnehme.

    Lewian

    Zitat

    Weil etwas "gut heissen" eine Wertung ist. Was denn sonst?

    Ich verstehe hier den Begriff Gegenteil nicht. Der Apfel ist doch auch nicht das Gegenteil einer Birne. Es gehören beide zum Obst.


    schwarz - weiß


    laut - leise


    gut heißen/ positiv bewerten - "schlecht" heißen/ negativ bewerten

    Zitat

    Fragt sich, ob's so funktioniert. Meistens kann man ja seine Wertungen nicht einfach so abschalten, oder?

    Und was hältst du nun davon? Denn nach deiner Aussage wäre es ja das Gegenteil von etwas "gut heißen".


    Wie hat es sich denn bei dir entwickelt, dass du zum Nichtwerten kamst?

    Zitat

    Es bedeutet fuer mich ein Bewusstsein fuer die Grenzen meiner eigenen Bewertungen, und weniger Drang, sie anderen aufzuzwingen, als ich das bei vielen Menschen wahrnehme.

    Wenn ich das bei dir und bei Kleio so lese, habe ich für mich das Gefühl, dass ich gar nicht so anders handele/ denke (ohne jetzt zu glauben, dass wir gleich denken ;-) ;-D :-D ) . Dennoch beschleicht mich beim Lesen des Begrifffes "Bewerten" / "Konstruieren" ein seltsames Gefühl, dass ich dies ganz anders empfinde. Ich bewerte inzwischen viel (aber auch, weil ich früher keine Meinung hatte, sondern die der anderen Menschen aufsog, um nicht anzuecken und joah ich habe das Talent, dies dann als meins zu empfinden). Dessen bin ich mir bewusst. Das hielf mir, um zu überleben. Damals brauchte ich es. Jetzt nicht mehr. Wenn ich in mich reinfühle und merke, dass eine Handlungsmotivation aus diesem Grund entsteht gucke ich für mich, ob ich das will oder nicht. Ich entscheide. Jetzt, wo ich für mich auch andere Möglichkeiten habe, ist mein "Buffet an Handlungsmöglichkeiten" breiter, denn das alte ist ja nicht weg, nur weil das neue jetzt greifbar ist. Doch ich entscheide nach meiner inneren Bewertung.


    Manchmal ziehe ich meine alten Verhaltensmuster zu Rate, weil da auch interessante Ansätze dabei sein können. Das nehme ich dann aber nicht gleich als "genau so ist es". Ich frage denjenigen, ob es vielleicht auch so sein könnte. (besonders in Situationen in denen andere Überlegungen nicht greifen). Dann kommt oft ein erstauntes "Woher wissen Sie das". Das sind dann nämlich Dinge, die andere nicht so gerne zugeben. Ich zwinge dies niemandem auf. Verstärkt kommt es, wenn es um Dinge geht, die mich betreffen und ich merke, dass mir jemand etwas unterschieben will z.B. Da gehen meine Alarmglocken an und ich gucke für mich, warum dies grad passiert.


    Oder bei Kindern lasse ich diese Strategie zu. Kinder glauben dann manchmal, dass ich zaubern kann. ]:D Oder eben, wenn in dem Bereich etwas scheint an die Wand zu fahren. Kollegen verzweifelt sind, weil sie keine Idee mehr haben, da probiere ich in diese Richtung zu fühlen und meistens ist da auch etwas dran.


    Sicherlich steht es mir nicht zu, jemandem etwas aufzuzwingen. Doch dies steht mir ja generell nicht zu und hat nichts mit den "alten"Denk- und Handlungsmustern zu tun . Besser gesagt handele ich grundsätzlich so / probiere grundsätzlich so zu handeln - und nein, ich empfinde mich nicht als Gutmensch ;-) . Dafür bin ich zu menschlich.


    Dennoch verlasse ich mich inzwischen stärker auf meine gefühlsmäßigen Bewertungen. Jedoch nicht nur.

    Kleio

    Zitat

    Ach ja, nur um den kreis zu schließen, so bin ich nicht soweit, dass mir nicht doch hin und wieder passiert, dass ich mir denke; so ein Arsch. ]:D Also heißt es weiterarbeiten und erlernte Konditionierungen wieder abbauen, denn es hieße natürlich arschlochverhalten. ]:D

    Da empfinde ich anders. Ich finde manchmal, dass wir Menschen uns an Worten festklammern und die Überlegungen dann aufhören und rein gar nichts mit dem Handeln zu tun haben. Ein Beispiel ist doch der Begriff "Behinderung". Jetzt sprechen wir von "Menschen mit Behinderung". Doch wenn ich den Menschen genauso behandele wie vorher, wenn es nicht achtend war, dann ist es egal, wie ich ihn nenne. Achtender ist dann der Begriff auch nicht, wenn mein Verhalten missachtend ist.


    Ich will für mich will nicht Arschlochverhalten denken. Ich will Arschloch denken. Wie ich dann handele, steht auf einem ganz anderen Platz.


    Das wirkt sonst so, als ob man selbst noch nicht weiterentwickelt ist (wobei Entwicklung so oder so ja nie aufhört).


    Da gibt es eine schöne Karikatur im Netz: Ein Mensch ohne sichtliche Behinderung (oder auch alsNichtbehinderter bezeichnet ;-)) fragt zwei Menschen im Rollstuhl, wie sie denn bezeichnet werden wollen. Der eine sagt: "Egon", der andere sagt "Hans".


    Weil du Gerald Hüther (für mich auch im Zusammenhang mit Arno und André Stern ;-)) und auch Vera F. Birkenbihl ansprachst. Ich finde beide/ die vier auch sehr spannend. Doch eigentlich sagen beide/ die vier auch nichts neues. Ich finde es für mich gut, wenn ich es mir immer wieder mal bewusst mache.


    Ich denke wir Menschen haben schon so viel in uns drin. Es gibt aber eben Artgenossen, die sich dessen nicht bewusst sind/ sich da nicht vertrauen. Ich habe aber mittlerweile nicht mehr den Gedanken, dass ich etwas für die Menschheit machen möchte, damit sie sich ändern kann - besser gesagt, lasse die Menschen, die es nicht wollen und mache mein Ding.

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    Ich finde manchmal, dass wir Menschen uns an Worten festklammern und die Überlegungen dann aufhören und rein gar nichts mit dem Handeln zu tun haben. Ein Beispiel ist doch der Begriff "Behinderung". Jetzt sprechen wir von "Menschen mit Behinderung". Doch wenn ich den Menschen genauso behandele wie vorher, wenn es nicht achtend war, dann ist es egal, wie ich ihn nenne. Achtender ist dann der Begriff auch nicht, wenn mein Verhalten missachtend ist.

    Ich sehs ähnlich würde aber sagen: Begriffe haben mit der Intention zu tun die ich selbst daran hänge. Bei Arschloch vs Arschlochverhalten wäre die Frage: Ist die tatsächliche Intention hinter Arschloch nicht doch die, die Person an sich abzulehnen und hinter Arschlochverhalten das Verhalten?


    Da wir Bewusstsein hauptsächlich über Sprache ausdrücken hilft es schon sich diese Zusammenhänge mal anzuschauen. Die Erfahrung zeigt uns doch relativ häufig, das Sprache eines Gegenüber im Endeffekt schon Rückschlüsse auf die Intention zulässt. Das ist kein Gesetz ;-) - aber doch eine häufige Erfahrung oder nicht?

    Hilft es den gesamtzusammenhang anzuschaun?


    Die Ursprungsaussage war doch:

    Zitat
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    Ist das nicht der Weg in den (Kultur) Relativismus mit den man Diskriminierung, Rassismus etc. gutheißt, weil man ja nicht bewerten könne/wollte?

    "Gut heissen" ist das Gegenteil von nicht werten.

    Jemand der tatsächlich nicht wertet kann Diskirminierung Rassismus und so weiter auch nicht gutheißen. Das wäre ein Widerspruch in sich: Entweder dieser jemand heisst Diskriminierung gut - dann wertet er oder er stellt einen Sachverhalt von Diskriminierung fest ohne sie gut oder schlecht zu heissen - dann würde er oder sie nicht werten.


    In der Ausgangsfrage wird nicht werten mit positiv (ggf vielleicht auch negativ) werten gleich gesetzt. Für die meisten Menschen ist der Default der Wahrnehmung ja so, dass Nichtwerten eine Wertung ist - wahlweise dann eine positive oder eine negative.


    So starten wir in der Bewusstseinsbildung ja auch - vereinfachtes Schwarz - Weiss lernen: "Es ist immer richtig nicht mit Fremden mitzugehen, Kind !" Kind kommt in Gefahren Situation - Fremder bietet Hilfe an - Kind ergreift hilfe - Kind hat gegen Schwarz Weiss Regel verstossen - fängt an zu Differenzieren und so weiter.

    (kurzer Einschub - nur zum Spass - nicht wirklich wichtig:


    Die starke Warhnehmung warum wir gerne "nicht-werten" mit "werten" gleich setzen kommt sicher aus gemeinschaftlichen Entscheidungsprozessen:


    Zur Abstimmung steht: Sollen wir A ausführen?


    Abstimmung ergibt: 10 Ja Stimmen, 5 Nein Stimmen und 12 Enthaltungen.


    A wird ausgeführt.


    Zur Abstimmung steht: Sollen wir A nicht ausführen?


    Abstimmung ergibt: 10 Ja Stimmen, 5 Nein Stimmen und 12 Enthaltungen.


    A wird nicht ausgeführt.


    Beide Parteien - Ja und Nein Stimmer - werden immer für sich in Anspruch nehmen, dass die Enthaltungen eigentlich zu ihnen gehören, während die Enthalter natürlich aussagen: Ist uns doch egal was wir machen. Das hängt mit der Vereinnahmungshaltung der Ja und Nein Stimmer zusammen


    In dem Zusammenhang sprachlich interessant sind übrigens auch die Smartphone Einstellungen zum Thema Datennutzung durch Dritte und wie sie sich in den letzten c.a. 5 Jahren sprachlich entwickelt haben - immer mit Ja/Nein Button, wobei die Bedeutung (Zustimmung/Ablehnung) häufig alteriert (mal ist Ablehnung ja, mal ist Ablehnung nein)


    was uns wieder zum Sprachthema bringen würde,aber ...murmelmurmelmurmelirrerBlickmurmelmurmel)

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