Private Krankenversicherung trotz Psychotherapie?

    Hallo liebes Forum,


    ich mache zur Zeit eine Psychotherapie und grade läuft der Antrag auf Genehmigung der anschließenden Langzeit-Therapie bei der AOK Krankenkasse. Dort war ich bis jetzt familienversichert, da ich studiere.


    Nun hat die Krankenkasse bei der Prüfung, ob meine Schwester bei Aufnahme ihres Studiums auch wieder familienversichert werden kann, diese abgeleht und schmeißt jetzt auch mich aus der Familienversicherung.


    Auf Grund von Selbstständigkeit in Form eines Familienbetriebs kommt das Abschließen einer gesetzlichen Krankenkasse alleine trotz Studentenstatus nicht in Frage, da zu teuer.


    Ich muss nun also eine neue private Krankenversicherung abschließen.


    Daher meine Frage: Wie finde ich eine private Krankenkasse, die mich trotz laufendem Antrag auf Langzeitpsychotherapie aufnimmt? Habt Ihr Erfahrungen damit und könnt mir eine Kasse empfehlen?


    An weiteren Einschränkungen, die zu bedenken wären, habe ich eine Sehschwäche und Schilddrüsenunterfunktion. Sonst keine weiteren "Krankheiten".


    Ich hoffe, Ihr könnt mir helfen - ich bin dankbar für jeden Rat.

  • 13 Antworten

    Du könntest in den Basistarif der PKV gehen, da musst du aufgenommen werden. Leider ist der genauso teuer wie die freiwillige Versicherung in der Gesetzlichen.


    Ansonsten kann man kaum eine Prognose abgeben. Sehschwäche ist egal, hat ja eh fast jeder früher oder später. Schilddrüse kommt nur darauf an, ob regelmäßige Medikamente genommen werden müssen und ob du deswegen regelmäßig beim Arzt bist (ich glaube, die letzten 2-5 Jahre werden erfragt). Bei der Langzeitpsychotherapie sehe ich die meisten Probleme. Eine Ablehnung gibt es wohl nicht und die Zahl der Therapiesitzungen ist bei den PKV-Tarifen pro Jahr ohnehin begrenzt (aber mittlerweile recht großzügig). Ich vermute entweder einen Leistungsausschluss oder einen Risikozuschlag. Vielleicht kannst du mit der Kasse verhandeln, dass so etwas für einen begrenzten Zeitraum festgelegt wird.


    Kleiner Tipp: es gibt die Möglichkeit eines "Probe-Antrags". Dieser wird dann von der PKV geprüft und dir die Konditionen genannt, unter denen du aufgenommen würdest. Damit erfolgt dann keine Ablehnung (die muss man nämlich bei den PKVen angeben und die machen sich nicht gut im Lebenslauf, wenn man es woanders noch probieren soll). Wenn einem die Konditionen dann nicht passen, hat man nichts verloren. Wenn sie einem zusagen, macht man danach einfach den Antrag ;-) .

    Zitat

    könnt mir eine Kasse empfehlen?

    Es gibt hierzu eine Vielzahl Tests und Rankings. Achte dabei darauf, dass Tarife getestet wurden, die schon einige Jahre bestehen. Manchmal hat man nämlich junge Lock-Tarife in den Rankings oben, die billig starten und dann rasch verteuern. Solide PKV-Tests berücksichtigen dies aber.

    Zwei Dinge:


    Zum einen würde der studentische Tarif in der GKV nicht die Welt kosten. Unter 100€ - und Du könntest die beantragte Therapie problemlos fortsetzen. Egal, ob Du bei der AOK bleibst oder eine andere GKV suchst.


    Bzgl. PKV sehe ich (und ich bin beruflich in dem Bereich unterwegs) zwei Probleme:


    1. Wird man Dich überhaupt nehmen? Und wenn ja, wird man aufgr. der Grunderkrankungen (Schilddrüse = chronisch, Psychotherapie wird meist auch negativ gesehen) ordentlich am Tarif schrauben?


    Du musst zudem dann darauf achten, WAS für einen Vertrag Du in der PKV abschließt. Es gibt unterschiedliche Tarife; einige beinhalten überhaupt keine Psychotherapie, bei anderen ist der Standard 20 Sitzungen pro Jahr. Die geplante Langzeittherapie in der momentan vorgesehenen Form wirst Du dann keinesfalls machen können.


    Dir bleibt letztlich nichts anderes, als Dich dem komplexen Thema der PKV zuzuwenden. Dir geeignete Tarife verschiedener Versicherer (wo halt Therapie überhaupt mit drin ist!) auszugucken und dann die Anfrage zu stellen, ob man Dich nimmt und zu welchem Preis. Achtung: Ggf. über einen Versicherungsmakler eine Voranfrage stellen. Denn i.d.R. enthalten die Antragsformulare die Frage, ob man Dich woanders abgelehnt hat. Wenn das der Fall ist, musst Du es angeben - und nach einer ersten Ablehnung sinken die Chancen. Diese Voranfrage (mit Deinen Krankheitsdaten, aber anonymisiert) kann da gewaltig helfen.


    Meine Empfehlung wäre aber Studententarif GKV. Billiger als das sehe ich Dich nicht in der PKV. Allein schon wg. der Schilddrüse.

    Soweit sich in den letzten Jahren nicht wieder was geändert hat, ist es eigentlich so, dass man zu Beginn des Studiums erklären muss ob man der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht unterliegen möchte oder von der Krankenversicherungspflicht befreit werden will.


    Diese Entscheidung ist bindend und kann auch nicht geändert werden, solange man nicht beispielsweise den Studiengang wechselt.


    So lange man nicht zu viel verdient behält man die Familienversicherung. Genaues findet man eigentlich ganz gut, wenn man nach Studentenstatus und Familienversicherung sucht.


    Wenn man aus der Familienversicherung raus fällt, weil man zu viel verdient, aber nicht mehr als 20h pro Woche im Semsester arbeitet behält man auch immer noch den Studentenstatus. (Werkstudentenprivileg)


    Man kann auch aus der Familienversicherung rausfallen, wenn man zu alt ist. Altersgrenze ist glaube ich der 25. Geburtstag.


    Man kann sich in beiden Fällen aber immer noch bis 30 im Studententarif der GKV Kranken- und Pflegeversichern. Mit rund 89€ ist das die günstige Möglichkeit an eine Krankenversicherung mit Vollabdeckung zu kommen.


    Selbst die Studenten-, Basis- und oft sogar die Notlagentarife der PKVen sind ohne ganz erhebliche Einschränkungen meist deutlich teurer.

    Den Punkt mit der Erklärung bzgl. Versicherungsstatus zu Studienbeginn habe ich komplett vergessen. Liebe TE, das sollte unbedingt geklärt werden. Inwiefern soll denn der Familienbetrieb Deinen Studentenstatus verhindern?


    Und die Altersgrenze gibt es, aber da gibt es auch individuelle Lösungen. Ich habe erst mit 26 Abitur gemacht und mein Studium aufgenommen - und war über die 30 hinaus studentisch versichert. Im letzten Jahr dann zu einem individuell ausgehandelten Tarif. Etwas teurer als der reine Studententarif, aber eben auch noch deutlich unter der freiwilligen Pflichtversicherung. Habe einfach offen mit meiner KK gesprochen und dann kam der Vorschlag von denen.

    PKV-Neuvertrag plus bereits bestehende Psychotherapie - ich fürchte, das gibt überall ein Nein. Gerade Psycho kann zeitlich heftig ausufern und kostenseitig dann Fass ohne Boden werden. Habe so ein Nein vor paar Monaten sogar bei einer relativen Kleinigkeit bekommen: Ich bin seit 30 Jahren bei der gleichen PKV, allerdings ohne den Baustein Stationär-Zweibettzimmer. Den wollte ich nachschießen. Abgelehnt von meiner PKV und auch von 15 via Versicherungsmakler kontaktierten anderen PKV, weil ich in den letzten 12 Monaten insgesamt 9 Tage in der Klinik war.


    Die AOK muss dich aufnehmen! Sie kann aber bestimmte teure Therapien ablehnen.

    Zitat

    Die AOK muss dich aufnehmen! Sie kann aber bestimmte teure Therapien ablehnen.

    Eine gesetzliche Krankenkasse MUSS alles zahlen, was im Leistungskatalog enthalten ist. Die Kassen sind da alle gleich; Ausnahmen gibt es bei so freiwilligen "Bonbonbs" wie Homöopathie, Osteopathie, Zahnreinigung. Psychotherapie ist eine Pflichtleistung, über die gerade bei Langzeit nicht die Krankenkasse entscheidet, sondern ein beauftragter Gutachter. Und wenn da das Gutachten des Therapeuten eindeutig ist mit Diagnosen, Erklärung und geplanter Behandlung, dann kann weder Gutachter noch Krankenkasse ablehnen. In dem Bereich klarer Vorteil der GKV.

    Auch wenn man arbeitet, kriegt man der Studententarif. Kriege ich auch - mache die Ausbildung zur Psychotherapeutin und über 40. Ich arbeite geringfügig freiberuflich.


    Wechselst du von eine gesetzliche Kasse zu eine private kannst du ggf. nicht zurückwechseln. Bei viele PKV Leistungen, wenn man Pech hat, muss man im voraus bezahlen und danach die Rechnungen an der Kasse schicken. Und sie kann ablehnen. Riskant.


    Psychotherapie privat kann um die 120€ der Stunde kosten, falls es nicht in deiner Versicherungsvertrag drin ist.


    Ich würde es als Stundentin mit eine chronische Erkrankung nicht riskieren. Lieber 89€ im Monat bezahlen und alle Leistungen sicher und kostenlos haben.

    Hallo,


    wenn man bisher bei einer gesetzlichen Krankenkasse familienversichert war, kann man sich bei dieser Krankenkasse (oder innerhalb von 14 Tagen nach Ende der Familienversicherung bei einer anderen gesetzlichen Krankenkasse) für ca. 90 Euro monatlich als Studentin versichern.


    Am besten möglichst schnell die bzw. eine Krankenkasse kontaktieren. Die Wahl dr Krankenkasse gilt für mindestens 18 Monate.


    Gruß


    RHW

    @ Luci:

    Damit hast Du a er den Fachschüler-Status und das ohne Altersgrenze. Bitte nicht Studenten-Versicherung mit Fachschüler-Status mischen. Spreche da aus Erfahrung: Am Studienende Sondertarif wg. Altersgrenze ausgehandelt; in der Weiterbildung hätte ich dann problemlos mit Ü35 noch den Fachschüler-Tarif bekommen können.