Sind auf jeden Fall interessante Ideen. Dass den Menschen Städte nicht so wirklich gut tun dacht ich mir auch schon öfter. Zu dicht, zu viel, zu anonym und dem ganzen versucht man dann durch noch mehr Anonymität und hm.. Scheuklappität zu entkommen^^

    Zitat

    Damit untergräbt das Wettbewerbsdenken unsere Kultur und macht uns zu unselbständigen und unkritischen Konsumenten.

    :)^ Dank für die alphabet-Theorie, jetzt kann ich meinen diesbezüglichen Hass sogar argumentativ untermauern :-D

    Was mir dazu einfällt ist im Prinzip dasselbe wie Mond+Sterne: wir haben früher nicht das Wissen gehabt, mit psychischen Störungen umzugehen. Eigentlich wussten wir noch nicht mal, was die sind, bzw woher die kommen. Heute kann man nicht nur freier darüber reden, es gibt auch verschiedene Ansätze, die alle ganz vernünftig sind. Auch das Gefühl, als verrückt angesehen zu werden, wenn man zum Therapeuten geht, ist weniger als früher.


    Früher haben die Leute doch nur ihr Probleme weggeschauspielert. Und die ehemaligen Soldaten haben den 2. Weltkrieg bis ins hohe Alter mit sich herumgetragen und reden teilweise erst jetzt davon bzw in den letzten Lebensjahren. Dabei waren die Gedanken daran und Albträume davon immer präsent.


    Ist das ein Zeichen, dass wir uns jetzt langsam dahin bewegen, uns auch mehr um unser wichtiges Seelenleben zu kümmern?


    Ich weiß es nicht.

    @ saldo

    Zitat

    Ist das ein Zeichen, dass wir uns jetzt langsam dahin bewegen, uns auch mehr um unser wichtiges Seelenleben zu kümmern?

    Naja, ich denke mal, wir haben doch die Wahl ob wir uns jetzt um unser wichtiges Seelenleben kümmern, oder ob wir so weiter machen wie bisher.


    Worauf bezieht sich das mit dem Zeichen eigentlich? Was verstehst Du unter unserem wichtigen Seelenleben?

    Dafür braucht man schon fast einen eigenen Faden. ;-)


    Während früher der Geist kaum eine Rolle bei körperlichen Krankheiten gespielt hat (mens sana in corpore sana, aber eben nicht umgekehrt), versteht man heute nicht nur, dass die Seele notwendig zur Heilung ist - manchmal ist eine kranke Seele auch die Ursache für einen kranken Körper.


    Das Wissen, dass man eine Psyche aber auch heilen kann, ist noch gar nicht so alt. Und es wird ständig weiter verbessert. Ärzte sind allerdings noch nicht wirklich auf den Trichter gekommen, die Psyche bei ihren Diagnosen mit einzubeziehen. Meistens wird doch nur an Symptomen kuriert. Selbst wenn ich mir ins Bein schneide, kann ich fragen, warum der Patient so wenig achtsam mit sich umgeht.

    Ich finde die Anforderrungen werden doch auch immer höher sei es im Job oder überhaupt im Altag, und die meisten haben einfach ein schlechtes Umfeld um sich herrum, und rutschen damit auch total ab und kommen halt vom Weg ab. Es liegt auch viel in der eigenen Familie , ich denke ganz fest, daß Menschen die jetzt in der Psychiartrie sitzen müssen nicht unbedingt ein an der Waffel haben sondern einfach ein scheiß Leben und Vergangenheit hatten , wenn man von der Familie ausgegrenzt wurde als Kind und nie mal gelobt wird, kann man auch verschiedene Sachen einfach nicht realisieren im Leben woher auch, wenn man es scheiße vorgelebt bekommt. Ich arbeite selbst in der Psychiartrie und kenne mich schon irgendwie recht gut aus, zu unterscheiden, man muß sich bloß mit diesem Thema auseinandersetzten und auch rein versetzten können. Auch bei mir werden fixierte Menschen gleich abgestempelt als, ach die kommt eh nie mehr raus, von unwissenden Personal, daß ist schon traurig, daß es so noch ist ich bin gerade dabei es zu ändern auf dieser Station , in den man etwas mehr komunizieren muß, um gewisse Spannungen und Ängste zu lösen. Kann nicht jeder, Der Umgang macht es. Alle müssen wohl Werte haben als Menschen.

    Zitat

    Was ist denn daran so schlimm, dass es immer mehr psychisch Kranke gibt?

    Das Leid dieser Menschen ist schlimm für die Betroffenen.


    Der Ausfall von Arbeitskräften ist langfristig eine Bedrohung für unseren Wohlstand.


    Das sind zwei ganz unterschiedliche, ernstzunehmende Gründe. Ich verstehe nicht so ganz, warum das viel zu wenig ernst genommen wird.

    Ich selbst bin Betroffene und klar ist es nicht leicht, aber auch psychisch Kranke können arbeiten.


    Manche haben dadurch zwar Defizite, was ich aber nicht schlimm finde, denn niemand ist perfekt.

    ja na klar können manche noch arbeiten, aber viele auch nicht, weil sie einfach nicht das Umfeld haben, etwas Hilfe haben. naja also ich versuche das bei uns alle auch mal wieder raus kommen und ein leben leben können, dafür bin ich da und auch geschult, und meine Berufung.

    Ich denke einfach der Druck auf die Psyche ist sehr hoch geworden und viele Menschen zerbrechen daran. Heute bekommt man Druck von allen Seiten und man setzt sich selbst unter Druck – gerade auf der Arbeit. Nebenbei bekommt unser Kopf soviele Informationen (TV, Internet, Smartphone) die er verarbeiten muss – das einfach keine Zeit zum Entspannen bleibt.

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    Zitat

    Ich verstehe nicht so ganz, warum das viel zu wenig ernst genommen wird.

    Weil man dann an zu viele heikle Punkte der Gesellschaft muss. Und weil es auch Geld kosten würde, eine wirklich adäquate Behandlungsstruktur herzustellen. Statt dessen gibt's weitere Sparbemühungen (z.B. Einführung der unsäglichen Fallpauschalen auch in der stationären Psychiatrie).

    Hey ja ich bin 19 und selbst stark depressiv, mein Leben is fürn Arsch, einsam ohne Ende, JA die Anzahl steigt und steigt, habe einen guten Freund mit 18 an suizid verloren. Bedank dich bei der aggressiven, schnellen, anforderdenen Welt und Gesellschaft.