Psychische - Hausarzt entscheidet? zu Medikamenten gezwungen?

    Hallo!


    Bin wahrscheinlich psychisch krank. Ich lehne aber Medikamente diesbezüblich komplett ab! keine Psychopharmaka, nix dass fett, zugedröhnt oder persönlichkeitsverändernd oder dämpfend wirkt.


    Meine Hausärztin soll wenns geht gar nichts erfahren, da sie sonst alles auf psychosomatisch schieben würde.


    Also bleibt nur Psychotherapie. Und ich dachte das kann man sich selbst aussuchen wie man behandelt werden will, also ob Medikamente oder Therapie.


    Habe heute wegen Termin angerufen und im Gesundheitszentrum geht das so nicht.


    Man MUSS erstmal zum Hausarzt damit der feststellt was einem fehlt und darüber entscheidet was angebracht wäre (also Psychiater oder Psychotherapeut.) HA MUSS die vorläufige Diagnose und Überweisung stellen.


    Depressionen und Angstzustände (Ich vermute anhand der Symptome eher was in die Richtung) wären für das Gesundheitszentrum ausschließlich fall für den Psychiater. also rein medikamentöse Therapie.


    fühl mich verarscht. man wird also zu Medikamenten gezwungen, ansonsten kann man einem nicht helfen? wie darf der HA das überhaupt beurteilen/diagnostizieren. sie ist kein Psychiater und von einmal sehen kann man überhaupt noch keine Diagnose fällen.


    Wie läuft das eigentlich ab? Zu wem muss man wenn man psychische Krankheiten vermutet? Kann man sich aussuchen ob medis oder Therapie oder bin ich da am willen des Arztes gebungen und muss brav Medikamente schlucken bis einer meint ich wäre bereit für eine Therapie bzw die könnte mir helfen.

  • 22 Antworten

    Soviel ich weiß, ist es wichtig, dass mögliche körperliche Krankheiten ausgeschlossen werden, bevor man eine Psychotherapie beginnt. Man wird aber zu keiner Medikamenteneinnahme gezwungen. Ich persönlich habe es auch immer abbgelehnt und man konnte mir trotzdem helfen. Probleme gab es diesbezüglich noch nie.

    Woher kommst Du?


    Größere Einrichtungen können sicherlich ihr Vorgehen festlegen; Angst/Depression können und sollen aber immer auch psychotherapeutisch behandelt werden. Faustregel: Therapie ohne Medikamente ist durchaus möglich (wenn die Symptomatik nicht zu schwer ist). Aber auf Dauer nie Medikamente ohne initiale Therapie.


    Du kannst Dir in D einen niedergelassenen psychologischen Psychotherapeuten suchen. Die verordnen keine Medikamente (dürfen sie nicht); können aber ggf. die Empfehlung zur Medikation ausstellen oder in ganz gravierenden Fällen auch die Behandlung ablehnen/abbrechen, wenn Therapie ohne ergänzende Medikation nicht sinnvoll erscheint. Das gibt es - und jeder Behandler hat die Verantwortung, eine korrekte Behandlung durchzuführen. Sonst wäre es quasi ein Kunstfehler.


    Du wirst aber um einen Arztbesuch bei einer reinen Psychotherapie in D nicht herumkommen. Denn im Rahmen der Antragstellung bei der Krankenkasse muss ein ärztliches Konsil (vorgeschriebenes Formblatt) eingeholt werden.

    Du musst keine Medikamente nehmen, dein Therapeut könnte dir aber zu einem Besuch beim Psychiater raten.


    Allerdings bist du halt erwachsen. Selbst wenn du Bluthochdruck hast, kann dich keiner zwingen Medikamente zu nehmen...du musst dann aber halt mit den Konsequenzen leben (früherer Tod oder Herzinfarkt oder sonstwas)


    Was aber meiner Meinung nach wichtig ist, ist dass man einen kompetenten Hausarzt hat, der einem eine umfangreiche Voruntersuchung gibt (Blutdruck, EKG, Blutwerte, Mängelausschluss) um einfach mal grob umrissen auszuschließen, dass körperliche Ursachen vorhanden sind.


    (Was bringt dir eine Therapie, wenn die Ursache für Depressionen oder Angstzuständen im Mangel von Vitaminen oder Schilddrüsenhormonen liegt? Es bringt etwas ja, aber...dir wird immernoch der Antrieb fehlen.)


    Du kannst auch ohne Überweisung einen Psychotherapeuten kontaktieren (zumindest in Deutschland) und die obligatorischen 5 Probestunden nehmen und dir dann deine weitere Therapie beantragen.


    Wie gesagt zwingen medis zu nehmen kann dich niemand, nur wenn deine Kurzzeittherapie beendet ist (20 oder 25 Stunden), kann die Krankenkasse eben auch weitere Therapie ablehnen, dann musst du selbst zahlen. Ich weiß aber nicht inwiefern dass von der Einnahme von Medikamenten abhängig ist.


    Ich kann nur sagen, dass sie mir geholfen haben. Ich hatte wieder Antrieb um mein Leben in die Hand zu nehmen und das was in der Therapie angefallen ist, wirklich umzusetzen, kann es aber verstehen, wenn man da skeptisch ist.


    Die AD, die ich nahm haben übrigens mit sogar körperlich geholfen...ich habe abgenommen, hatte niedrigeren Blutdruck und ich hatte keine veränderte Persönlichkeit, außer dass ich eben wieder Antrieb hatte und dadurch offener wurde.


    (Es gibt natürlich auch AD, die an Gewicht zulegen lassen, aber nicht alle tun das...)

    Ob du eine sinnvolle Behandlung erhältst, die dir hilft, und die du annehmen kannst; das kommt auch ein bisschen auf dein eigenes Auftreten und das Gegenüber an.


    Es wäre schon ungewöhnlich, wenn der Arzt dich nicht hören will, und in seiner eigenen Welt lebt, und dich lieber in irgendein bestimmtes Förmchen pressen will, um jeden Preis, und ein paar Tabletten dazuwerfen, gut umrühren, dann hat er seine Pflicht getan.


    Wenn du natürlich auftrittst, und offenbarst dass du einerseits nicht die geringste Ahnung hast, was die Ärzte dort treiben, aber du bringst unzusammenhängene Erklärungen hervor, mit denen du dem Arzt mittelst, was er zu tun habe, dann kann das bei der ein oder anderen Person auch auf Gegenwind stoßen.


    Es ist auch nicht völlig ausgeschlossen, dass jedem psychisch Kranken, und damit auch dir (? Fragezeichen - wäre ja erstmal abzuklären) Medikamente (trotz Nebenwirkung) mitunter helfen können.


    Allerdings sehe ich es grundsätzlic ähnlich wie du: Medikamente generieren bei manchen Personen und Beschwerdebildern ziemlich verläßlich Nebenwirkungen, aber mitunter spekulative, placeboide/glaubensabhängige, erklärungsbedürftige oder marginale Heilwirkungen.

    Mir scheint du hast völlig falsche Vorstellunge über Psychopharmaka.


    Die sind keineswegs immer dämpfend und Persönlichkeitsverändernd.


    Das war mal so, vor Jahrzehnten.

    Also, körperlich dürfte schon recht viel ausgeschlossen sein. Hatte aus anderem Grund erst kürzlich eine Blutuntersuchung und ein MRT, Blutdruck, Herz auch alles ok und aus Neurologischer Sicht auch.


    Schilddrüse ist nicht in Ordnung und das ist eben mein Problem: solang das dumme Ding es schafft noch ausreichend Hormone herzustellen, wird nix getan. (Hashimoto) Auf irgendwelche Vitaminmängel oder so hat meine HA noch nie untersucht.


    Ist schon klar, da hab ich ja nichts dagegen wenn erstmal körperliche Sachen ausgeschlossen werden.


    Nur wie mache ich es einem Psychiater verständlich das ich seine Medikamente grundsätzlich ablehne wenn man mich doch zu einem schickt? Der schiebt das dann sicher auf die Krankheit oder dass ich wirr im Kopf bin und dann sagt die HA: wie sollen wir helfen wenn sie die Medikamente nicht nehmen. mein lieblingsspruch: wenn man körperlich krank ist, nimmt man ja auch welche %-| ja, nee, klar... ist ja so absolut vergleichbar...


    Ich kenne die sogenannten "Erfolge" mit Psychopharmaka. klar auf den Betrachter von aussen ist das super. der Patient wirkt gesammelt, ruhig, hat keinerlei Schwankungen...aber wie es innendrin aussieht - nein das ist keine hilfe, jeder normale mensch bringt sich lieber um, als sich nochmal SO zu fühlen, nichtmehr zu fühlen, nicht mehr man selbst zu sein. Und Beruhigungsmittel, sorry...die wirken alle immer furchtbar, dann bin ich zugedröhnt, kann mich kaum bei Bewusstsein halten. Das ist toll für die ARbeit! vor allem wird ja jeder drauf Rücksicht nehmen. dann verliert man halt den Job weil man pennt, aber das AMS nimmt drauf auch keine Rücksicht, schließlichb ist man arbeitsfähig...nein sowas geht im normalen Leben eben nicht. und nein, man ist dann nicht kooperationsbereiter für die Therapie durch Medis... man ist bloß willenloser, gegen seinen willen formbarer und beeinflusbarer und meist kommt die Hälfte eh nicht an.


    Ist aber nicht der Sinn und ich will nicht den Rest des Lebens Meds nehmen die mich zusätzlich zur Krankheit verändern sondern damit zurecht kommen.


    Ich sag immer - Im Zweifel leide ich lieber weiter, auch wenns kein Leben mehr ist. Aber es ist besser als Versuchskaninchen für die Medis zu sein. (so kann bei manchen zb keiner sagen warum sie wirken oder wie da wird ausprobiert, ausserdem sind die Nebenwirkungen schwerwiegender, bzw. nehm ich noch nix von dem keiner sagen kann ob die Veränderungen wieder nach Absetzen komplett rückgängig werden oder nicht)Aber wie soll man das einem Arzt verständlich machen?


    Wie gesagt, es muss ohne HA gehen. Die verschreibt mir sonst nie wieder Schmerzmittel oder sonstwas weil die mich sonst nichtmehr ernst nimmt. dann hat sie ja einen grund und kann bei allem sagen: ist psychisch. nehmen sie lieber meds dafür.


    Ich kenn das eigentlich auch so das bei Depressionen und so eigentlich auch eine Therapie vorgeschlagen wird und medis halt, wenn es dem Patienten noch nicht möglich ist sich der Thera zu stellen. deswegen hats mich ja gewundert.


    Bin aus Österreich.


    Ich habe jetzt in einem anderen Gesundheitszentrum angerufen (sind die Zentren von der KRankenkasse). Die war nett! Ich habe jetzt Termin für ein Erstgespräch in der Psyhotherapie am 28. Dezember!! Toll, weil im anderen hätt ich auf enen Psychiater schon bis Februar warten müssen. Ich hab sie gefragt ob ich nebenher noch zu einem Psychiater soll und sie hat mir gesagt, das wird nur gemeinsam besprochen und festgelegt was für mich am besten passt. MÜSSEN muss gar nichts. Das klingt schon mal sehr gut. Nur noch bisdahin durchhalten.


    inwiefern da ein Unterschied zwischen D und AT ist weiß ich nicht. wäre aber dumm wenn die Krankenkasse nach ner Zeit nicht mehr zahlen würde. also wie ich verstanden habe..wenn die krankenkasse durch einen Arzt die Meinung ist, Therapie ist nich zielführend weil auch Medikamente notwendig wären können sie es einstellen?


    Naja... wenn ich überlege..das gute ist, sie könnens ja nicht nachprüfen ob man es tatsächlich schluckt oder die Toilette runterspült und dem Psychiater iwas erzählt wie toll es doch wirkt. gemein ich weiß, aber ich will an mir selber kämpfen und mich lieber durchquälen. ich muss es ohnehin verarbeiten, mit oder ohne medis. und medis können definitiv nich meine Vergangenheit und konkret erlebtes auslöschen bzw. rückgängig machen.

    Das dein Hausarzt erstmal feststellen muss, ob du zum Psychiater oder zum Psychologen musst, stimmt absolut nicht. Gib bei Google einfach einen Wohnort plus Psychologen ein, dann werden dir schon diverse aufgelistet. Ruf einfach bei mehreren an und mach einen Termin für das Erstgespräch aus. Der Hausarzt erfährt erst im Nachhinein etwas davon, wenn deine Therapie bei der Krankenkasse bewilligt werden soll. Dann nennst du ihm halt deine Beschwerden, und das war's auch schon.

    Zitat

    Wie gesagt, es muss ohne HA gehen. Die verschreibt mir sonst nie wieder Schmerzmittel oder sonstwas weil die mich sonst nichtmehr ernst nimmt. dann hat sie ja einen grund und kann bei allem sagen: ist psychisch. nehmen sie lieber meds dafür.

    Keine Ahnung, wie es in Österreich ist, aber ich bekam einen Zettel von meiner Psychologin, musste den zu meinem Hausarzt bringen, er musste bestätigen, dass eine Therapie notwendig ist, hat meine Beschwerden runtergeschrieben und fertig. Kann mich nur nicht mehr erinnern, ob er den Zettel weggeschickt hat oder ob es damals die Psychologin war.


    Wie kommst du darauf, dass ein Hausarzt dann automatisch zukünftig davon ausgehen wird, dass zukünftige Beschwerden/ Krankheiten ausschließlich psychischer Natur sind? ":/

    Wenn sich physische Ursachen finden lassen, dann ist das halt so, und wenn du solch eine komische Ärztin hast, die dich dann nicht mehr auf physische Ursachen untersucht (was mir aber sehr unrealistisch erscheint), dann wechsel doch einfach den Arzt und fertig.

    Du solltest deine Schilddrüse von einem Spezialisten untersuchen und einstellen lassen.


    Vielleicht erledigt sich die Situation dadurch von selbst.

    Hallo Ich_bleib-anonym -

    Zitat

    Schilddrüse ist nicht in Ordnung und das ist eben mein Problem: solang das dumme Ding es schafft noch ausreichend Hormone herzustellen, wird nix getan. (Hashimoto) Auf irgendwelche Vitaminmängel oder so hat meine HA noch nie untersucht.


    Was heisst ausreichend Hormone? Die wirst ja dann sicher schon wegen deinem Hashimoto behandelt ":/


    Und meines Wissens (bin auch noch neu in dem Thema - mein nächster Schritt ist nochmal HA bzw. dann Endo) wird ein guter Endo doch auch entsprechend Vitamin D usw. mitbestimmen lassen???


    Korrigiert mich wenn ich falsch liege...


    (ich selber wohne nicht in D - sicher gibts da Unterschiede ;-) ).


    Also soweit ich mich nun mit SD beschäftigt habe, ist es ja nun sehr wohl möglich, dass das eine Einstellungssache der SD ist.


    Heisst: du bräuchtest weder AD... noch Psychater oder Psychotherapeut...


    Ein guter Endo oder NUK wäre dann als erstes einmal angebracht

    Zitat

    man wird also zu Medikamenten gezwungen, ansonsten kann man einem nicht helfen?

    Nö, gibt freie Arztwahl in Deutschland.

    Also, das ist ja komisch... Ich kenne das ganz anders.


    Bei meiner Psychotherapie habe ich erst mal die ersten Kennenlern-Gespräche gehabt - das sind, glaube ich, 5. Dann hat meine Psychologin eine vorläufige (!) Diagnose bzw. einen Behandlungsgrund festgestellt. Mit dem bin ich dann zu meinem Hausarzt. Der hat mir dann noch ein paar Fragen gestellt, sich aber in erster Linie auf die Beurteilung der Psychologin verlassen. Schon lief das mit dem Kassenantrag.


    Andersherum macht das doch gar keinen Sinn? Denn es ist ja richtig: Ein Hausarzt hat eben nicht die Qualifikation, psychische Probleme korrekt zu benennen und zu behandeln. Er kann da immer nur unterstützend wirken.