• Psychische - Hausarzt entscheidet? zu Medikamenten gezwungen?

    Hallo! Bin wahrscheinlich psychisch krank. Ich lehne aber Medikamente diesbezüblich komplett ab! keine Psychopharmaka, nix dass fett, zugedröhnt oder persönlichkeitsverändernd oder dämpfend wirkt. Meine Hausärztin soll wenns geht gar nichts erfahren, da sie sonst alles auf psychosomatisch schieben würde. Also bleibt nur Psychotherapie. Und ich dachte…
  • 22 Antworten

    Und Sunflower hat natürlich Recht damit, dass ein Psychologe/Psychotherapeut dich nicht behandeln wird, wenn ohne die Einnahme von Medikamenten deine Lebensqualität massiv eingeschränkt ist oder du gar zur Gefahr für dich und andere wirst. Aber das ist doch eher selten so, schätze ich. Also nicht selten im Sinne von "sowas kommt allgemein selten vor", aber selten im Sinne von "wer sich bewusst für eine Psychotherapie entscheidet und wirklich an sich arbeiten will (und dazu auch noch in der Lage ist), braucht eher selten Medikamente". Ob du dazu noch in der Lage bist, muss dann eben dein Psychotherapeut entscheiden. Das macht der in der Regel aber nicht innerhalb eines Telefonanrufs (außer, du willst dich oder andere umbringen).

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    man wird also zu Medikamenten gezwungen, ansonsten kann man einem nicht helfen?

    Nö, gibt freie Arztwahl in Deutschland.

    Jaein.


    Meine Psychosomatische Reha wurde abgelehnt, weil noch nicht "ausreichend ambulante Möglichkeiten genutzt wurden".


    Es kann schon ein kriterium für irgendwas sein. Also die Krankenkasse könnte sicherlich nach ner bestimmten Zeit die Kostenübernahme dann ablehnen.


    Aber grundsätzlich Therapie geht auch ohne Medis.


    Bei Hashimoto wird man doch auch auf einen niedrigen TSH eingestellt...hast du das mal probiert? Vielen geht es damit schlagartig besser. Auch Vitamin B12, Vitamin D und Eisenwerte (Ferritin und Transferritin soweit ich weiß), sollte man schonmal abchecken...schlimmstenfalls privat bezahlen...

    Ich versuche mal auf alles zu antworten.


    zur Schilddrüse:


    Ich bin gar nicht eingestellt, eben weil es angeblich nicht nötig ist, obwohl es mir schlecht geht. Behandlung besteht in jährlichem Bluttest der Werte, evt. mit Schilddrüsenultraschall. Schübe soll ich so hinnehmen (geht ja von selbst vorbei) Meine HA hat ja die Praxis meines alten HA übernommen, drum hat sie glücklicherweise meine Daten. Unter Hashimoto leide ich schon länger bzw. wurde diagnostiziert. Allerdings verlief es bisher recht gut. Spürbare Schübe habe ich erst seit 2, 2 1/2 Jahren oder so. also welche die auch Symptome machen. Es kam aber sehr selten und dauert immer so 5-7 Tage bis es mir wie per Knopfdruck wieder super geht und das bleibt so bis zum nächsten Schub. Meine Schilddrüse sah auch normal aus bis zum vorigen Jahr.


    Seit Anfang dieses Jahres läuft es aber ausser Kontrolle. die Schübe sind körperlich schwerer zu ertragen und schlauchen mich total und sie kommen extrem gehäuft! Ich war dieses jahr fast mehr krank als gesund. Ungelogen, spätestens jedes 2. Monat oder jeden Monat ist was. Man sieht es auch auf dem Ultraschall. letztes jahr noch ok, dieses Jahr, sehr verkleinert und verkratert mit löchern. ich jammere nicht, ich würde ja damit leben, aber die kurzen Abstände sind too much.


    mein Pech: Hormonwerte und tsh sind ok. Man kann/will nichts machen solange ich nicht in einer Unterfunktion bin.


    für mich heißt es: leiden und durchhalten. Meine HA sagt halt: ist halt ein schub, das ist Hashimoto. ich denke: Ja toll davon geht's mir auch nicht besser. Sie hat mich erst dieses Jahr zu einer Schilddrüsenambulanz überwiesen. Da hat man mich abgewiesen mit den worten: Was wollen sie hier? ihre Hormone sind doch ok. und sie sagten, ich KANN gar keine Symptome haben von Hashimoto und man spürt einen schub nicht. das ist neurologisch. ich soll warten bis die Schilddrüse zerstört ist, dann hört das von allein auf, aber für weiteres muss ich erst in unterfunkion sein %-|


    Hab ich meiner HA gesagt, seitdem resigniert sie. Ich soll jetzt einfach abwarten... dabei war sie es ja selbst die immer gesagt hatte es sind hashi-Symptome. Ich war bei einer Neurologin um auszuschließen und NEIN, es ist nicht neurologisch.


    ja, jetzt sitzt ich mit meinem hashi halt da wie ein idiot. ABER ich habe mir auf eigene Faust in einer anderen Schilddrüsenambulanz einen Termin geben lassen. weisen, die mich auch ab, ok. Aber vielleicht helfen sie ja. Hab ich Termin im März, nächstes Jahr.


    Meine Hausärztin..ja die ist halt so, man glaubt nicht für was aufeinmal der Hashimoto herhalten musste. und seit diesem "neurologisch", da nimmt sie mich nicht wirklich mehr ernst. ich weiß ja dass RDS und Hashi nicht der hit sind und hashi dumme Symptome machen kann wo eins nicht zum andren passt...trotzdem ist es so und doch nicht alles psychisch oder eingebildet.


    Ich erkenne durchaus an das mein Magen definitiv psychosomatisch mit Gastritis reagiert.


    Ich möchte es ja nicht unbedingt auf das Hashi schieben, aber Fakt ist, etwas stimmt total nicht schilddrüsenmässig. ob meine psychischen Symptome allerdings damit zu tun haben, kann ich nicht sagen. es ist definitiv kein Schub. und in Unterfunktion bin ich noch nicht... drum muss ich derweil annehmen das es auch separat eine Krankheit sein kann.


    Danke übrigens für die Antworten. wußte nicht worauf man achten muss. Vit D oder B12 wurde glaub ich noch nie bemessen.


    Eine Gefahr für mich oder andere bin ich nicht. Im Gegenteil:. ich lebe trotzdem gerne und habe noch Pläne. Mein wille daran zu arbeiten ist da und ich denke mal das ich es auch ohne Medikamente schaffe, bzw. der Therapeut das sehen wird. Denn an mir arbeiten muss ich ja mit oder ohne Medis um wieder "normal" zu werden. und obwohl es mir nicht gut geht muss ich da durch, zb hätte ich beim Psychiater auch erst Termin Februar nächsten Jahres. dh..muss jetzt ohnehin ohne medis durch....da schaffe ich es auch während der Therapie wenn wir die Konflikte angehen.


    wie gesagt zur zeit habe ich das geschafft:


    Psychotherapie-Erstgespräch: 28.12.2016


    Schildi-Ambulang: 3.2017

    Hast du Schilddrüsenwerte da?


    Schreib die mal hier rein, wir Schilddrüsenpatienten kennen uns da manchmal sogar besser aus als Hausärzte, die selbst nicht betroffen sind.


    Ich kenne einige Hashis die sich nur bei einem TSH unter 1 wohl fühlen.

    Super, dass du bald das erste Gespräch hast und in die Schilddrüsen-Ambulanz kannst :)^ ! Meine Erfahrung mit Hashimoto + Psyche (habe auch beides) ist: Es bedingt sich irgendwo gegenseitig. Eine gut eingestellte Schilddrüse gibt einem einen positivere Grundstimmung, sodass man leichter an seinen Problemen arbeiten kann. Stress auf psychischer Ebene hingehen löst bei mir auch manchmal Hashimoto-Schübe aus, sodass ich da immer ein bisschen auf mich aufpassen muss.

    Ich habe meie aktuellen Werte gefunden:


    Sind vom 15.9.2016.


    Wenn ich noch andere Blutwerte angeben soll bitte schreiben.


    Untersuchung Ergebnis Einheit Referenzbereich


    Thyreoglobulin 101,50 ng/ml <77,0


    FT3 3,70 pg/ml 2,15 - 4,12


    FT4 1,31 ng/dl 0,70 - 1,70


    Thyroxin bindendes


    Globulin TBG 22 mg/l 14 - 31


    TSH 2,16 uU/ml 0,30 - 4,00


    Vergleich Vorjahr 8.9.2015:


    FT3 3,79 pg/ml 2,15 - 4,12


    FT4 1,30 ng/dl 0,70 - 1,70


    TSH 3,27 uu/ml 0,30 - 4,00


    Thyreoglobulin Auto-AK 407 IU/ml <115


    Schilddrüsenperoxidase


    Auto-AK 59 IU/ml <34


    TSH-Rezeptor Auto-AK 0,5 IU/l <1,5

    Mit allem Respekt:


    Du hast noch nie Psychopharmaka genommen, aber hast ein extrem festgefahrenes Bild, wie sich die Einnahme anfühlt?


    Und wie Cinnamon schreibt:


    Eigentlich ist der Ablauf einer Psychotherapie in Deutschland so, dass man sich einen Therapeuten sucht. Dann gibt es die sog Probatorik, das sind 5 Sitzungen zur Diagnostik und zum Kennenlernen. Am Ende entscheidet man, ob man zusammen arbeiten möchte (wechselseitig!). Der Therapeut gibt ggf. schon mal kurzen Einblick in das geplante Vorgehen. Das merkt man aber während der Probatorik. Dann wird entschieden, ob man Kurzzeit- oder Langzeittherapie beantragt (wobei es bzgl. der Sitzungsanzahl ab April 2017 wohl Änderungen geben wird). Und dann geht es los. Für diese Antragstellung braucht man aber das Konsilformular von Hausarzt oder Psychiater.


    Einem Psychiater kann man klar sagen, dass man keine Medikamente möchte. Immerhin kann man nicht zur Einnahme gewzungen werden. Das gibt es nur ganz selten mit richterlichem Beschluss oder bei Personen in Betreuung ud eigentlich nur bei psychotischen Erkrankungen.


    Medikaten bei Angst und Depression ist immer nur eine ergänzende Option und i.d.R. kann man es ohne versuchen. Nur bei extrem schweren Depressionen geht es nicht ohne; ebenso ist eine angstreduzierende antidepressive Medikation oft sinnvoll, wenn Patienten sonst in Notfallsituationen zu stark abhängig machenden Medikamenten greifen.


    Die von Dir beschriebenen vermeintlichen Effekte hat man v.a. bei Akutmedikamenten, die kurzfristig in Krisen gegeben werden. Auch höher dosierte Medikamente bei Schizophrenie sind nicht ganz unproblematisch. Aber im Bereich Antidepressiva gibt es eine Menge Medikamente - und unendlich viele Patienten, die froh sind über die Wirkung. Denn die Medikamente venern nicht die Person, sondern lassen den Charakter OHNE die negativen Krankheitseffekte wieder hervortreten. Ich kenn etliche Patienten, die nach über einem Jahr Therapie dann doch mal zu Medikamenten gegriffen haben, weil es trotz aller Bemühungen nicht sooo gut lief. Mit Medikamenten lösten sich dann immer wieder Knoten und Themen waren für eine Therapie erst zugänglich. Einige nehmen diese Medikamente dann längerfristig; viele setzen sie nach 6-12 Monaten auch wieder ab, arbeiten weiter an sich - und es geht ohne.


    Als Belastung erleben einige Patienten einige nebenwirkungen, aber da muss man im Einzlfall ggf. ein anderes Medikament suchen. Ansonsten erlebe ich da sehr viel Erleichterung/Verbesserung durch die Medikation. Und das sind keine Patienten mit Hirnwäsche der Pharmaindustrie, sondern kritische und informierte Menschen, die es "doch mal versucht" haben. Und sich um ein Vielfaches besser fühlen.

    Wie schon gesagt, viele Hashis fühlen sich nur mit einem TSH unter 1 wohl.


    Ich würde in der Schilddrüsenambulanz ansprechen, ob es nichtmal möglich wäre das für dich auszutesten, ob es dir mit einer geringen dosis an Schilddrüsenhormon besser geht.


    Deine freien Werte sind in der Norm ja, aber vielleicht schon zu niedrig für dich? Vielleicht würdest du dich am oberen Ende der Skala wohler fühlen (allerdings ohne in eine Überfunktion zu rutschen).