Psychosomatische Bauchschmerzen Junge 9 Jahre alt

    Hallo zusammen,


    ich habe ein Problem. Meine Freunding hat 2 Kinder, 9 und 6 Jahre alt und ist gerade in der Trennungsphase von ihrem Mann. Nach außen sieht das alles sehr sauber aus, also man hat sich auseinander gelebt, nun trennt man sich. Allerdings geht es auch hier nicht ohne Diskussion/ Streit auseinander, es geht, wie so oft, ums Geld. Naja, wie dem auch sei, vor den Kindern verbergen sie die Spannungen ganz gut, streiten auch nicht laut und diskutieren erst, wenn die Kinder im Bett sind.


    Trotzdem hat der Große sehr unter der Ankündigung, dass Papa auszieht zu leiden, hat seit dem ständig Bauchschmerzen. Die Kleine steckt das weg, zumindest im Moment, scheint ihr das nichts zu machen, sie sieht da eher de Vorteile, 2 Kinderzimmer, 2x so viele Spielsachen.


    Ich war praktisch immer in der Familie, also die Mutter ist meine beste Freundin, wir haben vor den Kindern viel Sport zusammen gemacht, dann kam der Große und bei ihr war sporttechnisch dann erstmal Pause und so kam es, dass ich dann statt Sport bei ihr war, so haben die Kinder eine richtig feste Beziehung zu mir aufgebaut, also ich bin so aktzeptiert wie Mama und Papa und wenn was ist, dann kommen sie mit Problemen oder Sachen, die sie beschäftigen auch immer zu mir.


    Nun dachte meine Freundin über's Wochendend, dass sie die Kinder mal bei uns parken könnte, weil ihr Mann jetzt auszieht und das wollte sie den Kleinen nicht antun, dass sie sehen, wie Papa die Möbel aus der Wohnung schleppt. Sie selbst ist zu ihren Eltern gefahren.


    Die beiden haben sich auch riesig gefreut, weil durch die ganze Corona Sache, hatten wir natürlich auch weniger Kontakt. Sie wollten auch nicht mit zur Oma, sondern haben von sich aus gesagt, dass sie zu mir möchten.


    War auch alles gut, wir waren dann im Wald, haben anschließend Fußball geschaut, haben dann eine Pizza bestellt, praktisch so, wie wir das immer machen, wenn sie bei uns sind. Die Kleine war dann auch stehend ko und ist um 8 ins Bett gegangen.


    Dann fing der Große an, er hätte Bauchschmerzen, meine Freundin meinte schon, morgens und abends wäre seine Zeit, wo er eben sagen würde, dass er Bauchschmerzen hätte, tagsüber, wenn er abgelenkt sei, würde er eher selten klagen.


    Ich habe dann gefragt, ob er vielleicht auch schon ins Bett gehen möchte oder, ob ich ihm eine Wärmflasche machen soll, aber er woltle auf dem Sofa bei mir liegen und ich sollte ihm den Bauch streicheln und eine Geschichte erzählen. Gut, das habe ich dann gemacht und anschließend noch eine Wärmflasche auf den Bauch gelegt und dann ins Bett gebracht. Dann wurde er gegen 12 wieder wach, rief mich und weinte er wäre wach geworden wegen seiner Bauchschmerzen, ob ich nicht wieder seinen Bauch massieren könnte, das wäre so schön. Ich habe mich dann zu ihm gelegt und ihn gefragt, warum er wohl in letzter Zeit so häufig Bauchschmerzen hätte und das hat er auch ganz gut reflektiert, dass das eben an der Trennung liegt und er würde sich halt wünschen, Mama und Papa würden zusammen bleiben. Ich habe dann halt das gesagt, was man so sagt, es hätte nichts mit ihm zu tun, es geht halt nicht mehr..., naja, und dann wollte er, dass ich meine Hand so lange auf seinem Bauch lasse, bis er eingeschlafen ist.


    Heute morgen dann gleich mit Bauchschmerzen wieder aufgewacht, möchte nur kuscheln, legt sich meine Hand sozusagen selbst auf den Bauch, war schon 3x mit Durchfall auf dem Klo. Mein Mann ist mit der Kleinen erstmal ins Freibad gefahren... und jetzt liegen wir hier auf dem Sofa.


    Ich bin mir nur im Moment nicht sicher, er will halt diese körperliche Nähe, aber ich weiß nicht, ob das zu viel ist? Er ist ja jetzt gerade 9 geworden. Muss das da nicht weniger werden? Er war immer mein "Kuschelkind" also wenn wir in der Küche sitzen, er sitzt immer auf meinem Schhoß, das war schon als ganz Kleiner so, wenn der Mittagsschlaf vorbei war, und seine Mutter und ich beide an sein Bett kamen, hat er die Arme nach mir ausgestreckt.
    Nur, dieses ganze Bauch streicheln und massieren, ich weiß nicht geht das nicht etwas zu weit? Meine Freundin meint, wenn er das einfordert, tut es ihm ja gut, es ist ja nicht so, dass ich da sitze und sage, jetzt leg dich zu mir und wir kuscheln jetzt eine Runde. Und er ist halt auch so ein Bauchtyp, also, wenn wir in den Urlaub fahren, dann hat er vorher auch immer Bauchschmerzen, Durchfall, das geht dann natürlich genau so schnell weg, wie es gekommen ist. Oder jetzt selbst nach Corona, als wir uns das erste Mal seit 2 Monaten wieder live gesehen haben, da sprang er mir auf den Arm und meinte er hätte schon richtig Bauchschmwerzen, weil wir uns jetzt endlich wiedersehen...Klar, dass so eine Trennung dann naürlich noch mal richtig einen draufhaut ist ja klar, aber nichts destotrotz, soll ich ihm weiterhin den Bauch streicheln oder ihn lieber mit einer Wärmflasche abspeisen?


    Ich weiß es nicht, was denkt ihr denn so?

  • 7 Antworten
    Jumino schrieb:

    er will halt diese körperliche Nähe, aber ich weiß nicht, ob das zu viel ist? Er ist ja jetzt gerade 9 geworden. Muss das da nicht weniger werden?

    Nun,er ist erst 9 und noch keine 15.

    Kinder brauchen Kuschelstunden bzw Kuschelmomente, die einen mehr und die anderen weniger.

    Jumino schrieb:

    soll ich ihm weiterhin den Bauch streicheln oder ihn lieber mit einer Wärmflasche abspeisen?

    Bauch streicheln ist nicht deine Aufgabe als Freundin, sondern die von Mama.


    Das kannst du mal machen, ja, aber nicht immer und andauernd. Ich würde ihm eine Wärmflasche geben und das BAuchstreicheln dann der Mama überlassen.

    Er ist doch eigentlich erstaunlich reflektiert. Du müsstest mit ihm besprechen, ob es eine andere Möglichkeit gibt, als dieses beruhigende Bauchkraulen, weil du ja ganz einfach nicht immer für ihn da sein kannst, und selbst wenn, das irgend wann komisch aussieht.

    Vllt genügt auch der Hinweis, sein Bäuchlein selbst zu streicheln, weil man selbst ja auch nicht immer zugegen sein kann. Viele Kinder haben auch ein geliebtes Kuscheltier, was evtl. auch helfen kann, wenn er es auf den Bauch legt.


    So könnte er u. U. auch für sich erkennen, dass eigene Probleme nicht nur von anderen gelindert, gelöst werden können.


    Ich finde das Kind auch sehr reflektiert und man sollte nicht Massnahmen, die jetzt helfen, einstellen ohne Lösungen anzubieten.

    War das Kind auch mal beim Arzt? Klar können Bauchschmerzen auch psychosomatisch bedingt sein, aber abklären würde ich es trotzdem auf alle Fälle lassen.

    Also ich bin sehr erstaunt wie man das in Frage stellen kann mit dem Bauch streicheln. Das Kind ist total durch den Wind, weil Papa auszieht, und sucht nun Halt bei einer Person, der es vertraut. Wieso also nicht Nähe geben? Er ist erst 9. Man muss nicht immer alles in Frage stellen.

    Ich fände es gut, dem Jungen zu sagen, hör mal, ich mache das jetzt mal 5 Minuten, aber danach machst du selbst weiter.


    Man könnte ihm sagen, es gibt sogar Methoden, wo man sich mit den Händen selbst helfen kann damit, Jin Shin Jyutsu wäre eine Möglichkeit. Das können sogar Kinder.


    Da gibt es Griffe, die einem seelisch gut tun und welche gegen Bauchschmerzen.

    Der arme Kerl kann sich nicht anders helfen mit seiner Trauer und sucht deine Hilfe und Nähe. Ist die Krise überwunden, wird das auch wieder weniger. Er wird sich mit 15 wohl kaum mehr den Bauch kraulen lassen.

    Ich würde ihm so viel Nähe geben wie er braucht und vor allem immer wieder bestärken und Gespräche anbieten.

    Vielleicht hilft ihm ja nach einiger Zeit Bauch kraulen auch ein warmer Tee an dem er sich festhalten kann? Einfach mal Alternativen anbieten - abgesehen von Schokolade natürlich :_D