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    ...weil sie das braucht, was sie Dir antut.

    Ich denke, dass hat es gut getroffen. Sie könnte dann ja nicht mehr ihren Frust abbauen, hätte niemanden mehr, auf den sie alles schieben kann, niemanden mehr, den sie anbrüllen kann, niemanden mehr, den sie demütigen, vor dem sie sich aufbauen kann.


    Mein Psychologe meinte, es könnte passieren, dass dann mein kleiner Bruder quasi meinen Platz einnimmt – das möchte ich natürlich unbedingt vermeiden.


    Er ist erst 11 ( wird "gehalten" wie 7, also darf keine Videospiele spielen, muss vor und nach der Schule meistens bis Nachts lernen, wird angebrüllt, wenn er eine 3 (!) nach Hause bringt ) und soll das nicht durchmachen müssen, was ich durchmachen musste – denn ich hab ja nun letzendlich mit 19 nen Schrittmacher – und das wünsch ich ihm nicht!

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    So ist das bei mir auch – ich mag meine Eltern irgendwie ( auch wenn das schwer vorzustellen ist, aber es sind eben meine Eltern ), halte diesen Druck aber einfach nicht mehr aus. Ich möchte das dann immer rechtfertigen.


    Also meine Mutter brüllt mich an, aber sie hat es auf Arbeit ja auch nicht leicht.


    Mein Vater ist Alkoholiker aber seine Mutter ist ja auch früh gestorben.

    Ich sage da immer: Ich habe Eltern die keine sind. Sie konnten mich nie richtig lieben, weil sie selbst nie richtig geliebt wurden. Sie behandeln mich schlecht, weil sie selbst schlecht behandelt wurden. Sie haben nichts anderes gelernt und sind psychisch krank. Ich nehme ihnen das nicht übel. Nur ich kann und will andere Dinge lernen und anders sein. Das gelingt mir nur, wenn ich auf Abstand gehe. Ich tue das für mich, weil ich mir das wert bin.

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    Mein Psychologe meinte, es könnte passieren, dass dann mein kleiner Bruder quasi meinen Platz einnimmt – das möchte ich natürlich unbedingt vermeiden.

    Ich würde sagen, Du bleibst der Sündenbock. Deinen kleinen Bruder werden sie vielleicht so oder so schlecht behandeln, wenn da dann nicht sogar das Jugendamt eingreift, wenn Du Dich jetzt dort meldest.

    @ Katze:

    :)^ danke dafür! äußerst wichtige Worte!

    @ Family-Psycho:

    ich kann deine Sorge um deinen Bruder verstehen, aber erstmal musst du dich selbst retten, sonst kannst du ihm auch nicht helfen. Und wenn das Jugendamt erstmal dank dir hellhörig ist, stehen vielleicht auch die Chancen für deinen Bruder nicht schlecht, da irgendwie rauszukommen. Alleine das Argument "Vater = Alkoholiker" ist schon schwerwiegend und wird für eine kindgerechte Erziehung ziemlich negativ angerechnet ...

    Das sind diese Momente, wo man sich immer fragt "Warum ich?"


    Ich kann mir quasi gar nicht vorstellen, in einer eigenen Wohnung zu wohnen, die ich einrichten kann, wie ich möchte und wo ich Briefe auch mal auf den Tisch legen kann, ohne dass sie sofort gelesen werden und ich mich dafür rechtfertigen muss.


    Dann könnten auch Freunde mal wieder zu mir kommen.


    Aber so ganz ohne Familie? Das kenn ich glaube ich nicht, weil ich auch so erzogen wurde.


    Wie gesagt, mein Onkel wohnt auch noch bei meiner Oma, mein großer Bruder macht auch keine Anstalten, auszuziehen – sowas kennen sie hier gar nicht.


    Hätt ich nen großen Bruder, der schon ausgezogen ist, wäre das bestimmt sehr viel einfacher...

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    Ich kann mir quasi gar nicht vorstellen, in einer eigenen Wohnung zu wohnen, die ich einrichten kann, wie ich möchte und wo ich Briefe auch mal auf den Tisch legen kann, ohne dass sie sofort gelesen werden und ich mich dafür rechtfertigen muss.

    Das war bei mir auch mal so und am Anfang war es eine große Umstellung, aber man lernt sehr schnell die Freiheit zu lieben.

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    Aber so ganz ohne Familie? Das kenn ich glaube ich nicht, weil ich auch so erzogen wurde.

    Ging mir auch so und leider bin ich erst sehr spät darauf gekommen, dass sie mir nur schaden und das meist auch wollen. Ich habe viele Freunde und ich brauche meine Leute nicht. Seit ich mich abgrenze, ist vieles einfacher.

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    Wie gesagt, mein Onkel wohnt auch noch bei meiner Oma, mein großer Bruder macht auch keine Anstalten, auszuziehen – sowas kennen sie hier gar nicht.

    Entschuldige bitte, aber ich finde das nicht normal.

    man kann sich vieles im Leben nicht raussuchen und die Frage nach dem warum führt leider nicht weiter. Vielleicht hilft es dir, es als Herausforderung für dein Leben zu betrachten. Denn du machst schon den Anschein, ziemlich genau zu wissen, was du für dein eigenes Leben willst und was du erreichen willst.


    Natürlich musst du dir darüber im Klaren sein, dass es letztendlich auf Kosten der Beziehung zu deiner Familie geht, denn dieses Verhältnis wird sich, wahrscheinlich weniger zu deinen Brüdern, aber auf jeden Fall zu deinen Eltern, radikal ändern. Andererseits überlege dabei ich zumindest, ob es nicht besser ist, in dem Sinne keine Familie zu haben als so eine ...


    Dein großer Bruder scheint wohl als "Erbe" der ganzen Situation anerkannt zu sein und auch er scheint sich mit der Rolle zufrieden zu geben – über das, was in ihm dabei vorgeht, könnte ich jetzt allerhöchstens spekulieren.

    Da habt ihr vollkommen Recht!


    Mein Psychologe sagte immer, man kann kein Omlett machen, ohne ein Ei zu zerschlagen.


    Passt hier sehr gut: Wenn ich meine Ruhe haben und möglichst bald wieder ein normales Leben führen möchte, muss ich ausziehen! Ne andere Wahl hab ich ja nicht.


    Er sagte auch, dass diese psychosomatischen Anspannungen zu Hause die Symptome wie Atemnot usw. aufrecht erhalten und wenn nicht schnell etwas passiert, sich auch eine Psychose entwickeln könnte sowie, dass Atemnot usw. chronisch werden.


    Ich hoffe, dass schreibt er auch in sein Attest.


    Dann müsste das Jugendamt ja eigentlich reagieren...


    Aber irgendwie ist und bleibt es ja auch Familie... könnte aber auch sein, dass ich so reagiere, weil ich es ja nicht anders kenne. Wenn man acht Jahre lang der Sündenbock ist, dann akzeptiert man das irgendwie auch... so könnte das bei mir sein... nur wird es eben in letzter Zeit immer heftiger... ich hab ja immer versucht, alles durchzustehen die ganzen Jahre lang... meiner Mutter war es auch wichtig, dass nach Aussen immer heile Welt ist ("unsere Probleme gehen niemanden an").


    Wenn sie wüsste, dass ich mit dem Psychotherapeuten darüber gesprochen habe oder hier im Forum, ich wüsste nicht, was sie machen würde...

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    meiner Mutter war es auch wichtig, dass nach Aussen immer heile Welt ist ("unsere Probleme gehen niemanden an").


    Wenn sie wüsste, dass ich mit dem Psychotherapeuten darüber gesprochen habe oder hier im Forum, ich wüsste nicht, was sie machen würde...

    das sind auch klassische Symptome für Menschen, die genau wissen, dass sie sich außerhalb der gesellschaftlichen Norm bewegen und sich auch darüber bewusst sind, dass so ziemlich alle ihr Verhalten als falsch empfinden, wenn sie davon wüssten. In dem Sinne auch ein eindeutiges Zeichen dafür, dass bei euch ne Menge nicht zu deinem (bzw. eurem, deinen kleinen Bruder mitgezählt) Besten geschieht.


    Mir fällt dazu nur eins ein: wer so eine Familie hat, braucht keine Feinde ...

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    das sind auch klassische Symptome für Menschen, die genau wissen, dass sie sich außerhalb der gesellschaftlichen Norm bewegen und sich auch darüber bewusst sind, dass so ziemlich alle ihr Verhalten als falsch empfinden, wenn sie davon wüssten. In dem Sinne auch ein eindeutiges Zeichen dafür, dass bei euch ne Menge nicht zu deinem (bzw. eurem, deinen kleinen Bruder mitgezählt) Besten geschieht.

    Ich vermute, dass sie nicht wissen, dass sie sich außerhalb der gesellschaftlichen Norm befinden. Ich vermute, dass sie meinen, die Probleme liegen ganz alleine an Family-Psycho, er wäre nicht normal und er wäre an allem Schuld. Daher ist auch keine Veränderung zu erwarten und Gespräche sinnlos.

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    Wenn sie wüsste, dass ich mit dem Psychotherapeuten darüber gesprochen habe oder hier im Forum, ich wüsste nicht, was sie machen würde...

    Ich denke, dem Psychotherapeuten würden sie sagen, dass Du lügst und wie krank Du doch bist. Vielleicht würde sie sich hier auch registrieren und Dich schlecht machen, sich dabei aber wie immer daneben benehmen.

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    Ich vermute, dass sie meinen, die Probleme liegen ganz alleine an Family-Psycho, er wäre nicht normal und er wäre an allem Schuld. Daher ist auch keine Veränderung zu erwarten und Gespräche sinnlos.

    Auf den Punkt getroffen! Gespräche sind in der Tat vollkommen sinnlos, da man mir nicht zuhört, mich nicht aussprechen lässt und mir das Wort im Mund verdreht!

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    Ich denke, dem Psychotherapeuten würden sie sagen, dass Du lügst und wie krank Du doch bist

    Für diesen Fall (und auch für das Jugendamt) habe ich ja zum Glück diverse Tonbandaufnahmen mit Beleidigungen ersten Grades. Da würden sie sich schlecht rausreden können – aber bestimmt hätte sie auch da eine Geschichte drauf...

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    Ich vermute, dass sie nicht wissen, dass sie sich außerhalb der gesellschaftlichen Norm befinden.

    Ich denke schon, dass sie das wissen. Allerdings sehen sie nichts falsches in ihrem Handeln und vermeiden die Konfrontation mit der Gesellschaft. Was natürlich auch daran liegen kann, dass sie Family-Psycho gewissermaßen als fehlgeleitete Person in der Familie ansehen, für den man sich schämen müsste, da liegst du wahrscheinlich schon richtig, Katze.

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    Gespräche sind in der Tat vollkommen sinnlos, da man mir nicht zuhört, mich nicht aussprechen lässt und mir das Wort im Mund verdreht!

    Was meiner Meinung nach auch daran liegen kann, dass ihr Fehlverhalten dadurch rechtfertigen wollen, indem sie dich als fehlgeleitet hinstellen und dich daher nicht für voll nehmen.


    Aber gut, lassen wir es gut sein mit Spekulationen. Ich denke, du weißt, wohin dein Weg dich vorerst mal führt, Psycho. Wenn du Fragen hast und Hilfe brauchst, meld dich hier, es gibt, wie du siehst ne große Zahl guter Geister in diesem Forum ;-)


    Alles Gute!

    Wenn das wirklich alles stimmt was du da über deine Familie schreibst würde ich erstens SOFORT ausziehen! (bevor du unfähig dazu wirst aufgrund der psychischen Belastung) Und zweitens: den Kontakt zu deiner Familie konsequent abbrechen. Und nicht vergessen, ihnen den Grund nennen WARUM. Und dann nichts wie weg bevor du wirklich in der Klapse landest.


    Und deine Atemnot ist bestimmt psychosomatisch, kein Wunder bei so einem Terror.


    Ich wünsche dir alles Gute, fang dein eigenes Leben an, du schaffst es!


    Siguté