• Quarterlife Crisis oder fürs Arbeitsleben nicht gemacht?

    Hallo Zusammen, ich stecke grade in einer ziemlichen Sinnkrise und frage mich, ob ich entweder im völlig falschen Job gelandet bin oder einfach für das Arbeitsleben nicht gemacht bin…. Ich habe BWL studiert und arbeite nun seit 3 Monaten in einem großen Unternehmen. Die Krise kam mit dem Berufseinstieg bzw. dem ersten Vorstellungsgespräch. Auf die…
  • 46 Antworten

    Oh je,

    Zitat

    nicht langsam in eine Depression rutsche

    kein Job der Welt ist es wert sich kaputt zu machen.

    Zitat

    Ich habe oft das Gefühl, der Job passt nicht zu mir

    das habe ich mich auch oft gefragt. Ich glaube aber das ist eher eine Frage der inneren Einstellung. Du hast BWL studiert und den Master gemacht weil es auch Spaß macht. Also gibt es daran nichts zu rütteln. Stell dir vor du machst ein Zweitstudium und die neue Arbeitsstelle gefällt dir wieder nicht. Die ganze Mühe umsonst %-|


    Ich würde schon in der BWL-Schiene bleiben aber halt in einem anderen Bereich. Gibt doch sicher Stellen im sozialen Bereich oder im Krankenhausmanagement. Schau dich doch einfach mal unverbindlich um (indeed, xing). Spricht auch nichts dagegen dich nebenbei zu bewerben, dein Arbeitgeber muss es nicht wissen.

    Erst einmal vielen Dank für deine Antwort TimFaber.


    Zum Thema Depression: das war vielleicht etwas drastisch ausgedrückt. Aber ich merke in letzte Zeit wie ich immer wieder Stimmungsschwankungen habe und dabei dann in ein tiefes Loch falle. Ich bin dann meinem Umfeld gegenüber genervt, gereizt und sehr dünnhäutig und gleichzeitig mit meiner Situation extrem unzufrieden. Dabei kann ich weder vorhersagen wann das auftritt, noch habe ich eine Strategie gefunden wie ich in dem Moment dagegen ankämpfen kann.


    Ich weis, dass eine komplette berufliche Neuorientierung gegen jegliche Regeln der Vernunft ist und genau aus diesem Grund werde ich diesen Schritt wohl auch nicht gehen. Es ist auch nicht so, dass ich mir überhaupt nicht vorstellen kann in dem Bereich BWL zu arbeiten, aber ich habe mittlerweile für mich einige Kriterien die erfüllt sein müssten. Und genau hier ist das Problem, ich habe bislang noch keine Stellenausschreibung gefunden, die mich auch nur ansatzweise ansprechen würde. Ich schaue jetzt schon seit einiger Zeit regelmäßig nach Jobs. Am Anfang wollte ich mich nur mal umschauen, mittlerweile würde ich mich auch bewerben, aber ich finde nichts was mich anspricht oder meine Kriterien erfüllt. Und damit entsteht eine ziemliche Perspektivlosigkeit, die mich dann immer wieder runter zieht. Wenn ich wüsste, ich habe in einem halben Jahr einen Job mit dem ich abgesehen vom alltäglichen Wahnsinn zufrieden bin, würde meine Welt schon ganz anders aussehen.

    Wie wäre es mit der Gründung eines eigenen Unternehmens (mit gängigem Geschäftsmodell)? Da hättest du alles selbst in der Hand und kannst alles nach deinen Vorstellungen machen (sofern es sich wirtschaftlich trägt). Als BWLerin müsstest du die Kompetenz dafür ja an sich haben.

    Hallo,


    auf jeden Fall brauchst du eine berufliche Perspektive, wie sieht es mit internen Stellen bei euch aus?


    Was vielleicht noch helfen kann sind Kurse zur Persönlichkeitsentwicklung bei der VHS, die können dir helfen aus deinem Tief herauszukommen oder das Problem besser zu verstehen. Auch Kurse zur beruflichen Weiterbildung sind zu empfehlen, hier bekommst du einen Zertifikat, welches du zu deinen Bewerbungen hinzufügen kannst.


    Wenn deine Stimmungsschwankungen, Gereiztheit und Unzufriedenheit nicht besser werden solltest du über eine Psychotherapie nachdenken, hiervor brauchst du keine Scheu haben, schließlich geht es um die Verbesserung deiner Situation, einfach weitermachen wie bisher ist auch keine Lösung, macht dich bloß unglücklich.

    Zitat

    Wie wäre es mit der Gründung eines eigenen Unternehmens (mit gängigem Geschäftsmodell)? Da hättest du alles selbst in der Hand und kannst alles nach deinen Vorstellungen machen (sofern es sich wirtschaftlich trägt). Als BWLerin müsstest du die Kompetenz dafür ja an sich haben.

    Die TE klingt nicht so, als habe sie da die zündende Idee. Und nein, BWL studieren ist solide, aber kein Garant dafür, für eine Selbständigkeit gewappnet zu sein (tw. sogar im Gegenteil).

    Und das spricht auch dagegen:

    Zitat

    - Ich bin gefühlt nur am Arbeiten (von 8 bis ca. 19 Uhr)

    - wird als Unternehmerin nicht besser.

    Zitat

    Die TE klingt nicht so, als habe sie da die zündende Idee.

    Man braucht nicht unbedingt eine zündende, neue Idee, um ein Unternehmen zu gründen bzw. selbstständig zu werden.


    Wenn man nicht aus einer Unternehmerfamilie kommt, ist man gedanklich sehr auf das Angestelltendasein "geprägt" aber eine Mission impossible ist die Gründung eines (unspektakulären) Unternehmens nicht. Es ist eine Option. Und ggf ist dieser Weg sogar einfacher als ein Bewerbungsmarathon auf der Suche nach einem sehr speziellen " Einhorn-Job", der genau so ist, wie die TE es sich wünschen würde.

    Zitat

    Und das spricht auch dagegen:

    Zitat

    - Ich bin gefühlt nur am Arbeiten (von 8 bis ca. 19 Uhr)

    - wird als Unternehmerin nicht besser.

    Doch eventuell schon: Natürlich wird sie arbeiten (müssen), aber durch die hohe Selbstbestimmtheit wird es sich ggf. ganz anders anfühlen.

    Bevor du nach Stellen suchst und dich eventuell auch bewirbst solltest du dir erstmal klar werden was du eigentlich machen willst. Ich denke, dass dir dabei ein Coaching helfen könnte. Wenn du nicht gleich so viel Geld ausgeben willst kann ich dir dieses Buch empfehlen: https://www.amazon.de/Jetzt-Bu…utter+bei+die+fische+buch


    Ich fühle auf jeden Fall mit dir und weiss wie es ist, sich durch die Arbeitswoche zu quälen. Ich habe anscheinend auch noch nicht den richtigen Job für mich gefunden.

    Zitat

    Man braucht nicht unbedingt eine zündende, neue Idee, um ein Unternehmen zu gründen bzw. selbstständig zu werden.

    Von neu sprach ich auch nicht. Aber ohne gute Idee, was man überhaupt will und warum und wie das gut laufen wird, endet das nicht im Guten. Auch ein unspektakuläres Unternehmen muss sich gegen andere durchsetzen und die Selbstbestimmtheit ist da auch nicht hoch - nur weil ihr keiner sagen würde, wann sie da zu sein hat, heißt das nicht, dass sie es sich wirklich frei nach Lust und Laune aussuchen kann.

    Zitat

    Aber ohne gute Idee, was man überhaupt will und warum und wie das gut laufen wird, endet das nicht im Guten.

    Das trifft auch bereits auf ihr aktuelles Leben zu. Wo ist der Unterschied? Außerdem ist es egal, ob DU das für eine gute Idee hältst oder nicht. Entscheidend ist, ob es für die TE eventuell ein reizvoller Weg sein könnte. Wenn ja: Super. Wenn nein, dann eben nicht.

    Zitat

    heißt das nicht, dass sie es sich wirklich frei nach Lust und Laune aussuchen kann.

    Erklärst du mir jetzt auch noch, dass die Erde rund ist und keine Scheibe?!


    Wer kann denn bitte in seinem Leben alles "wirklich frei nach Lust und Laune aussuchen"? :-o Wir leben nicht im Schlaraffenland. Ganz von selbst werden ihr die gebratenen Tauben nicht in den Mund fliegen.


    Natürlich ist es mit Arbeit verbunden, sein (Arbeits)Leben zu gestalten. Entweder man geht das Thema proaktiv an oder man wartet, bis man im Burnout landet und somit wertvolle Jahre und wertvolle Lebensenergie vernichtet hat in einem Job unter dem man leidet.

    Zitat

    Wo ist der Unterschied?

    Dass sie aktuell einen Einkommensfluss hat, der ihren Lebensunterhalt finanziert, und kein unternehmerisches Risiko trägt. Deine Idee ist eben auch kein sicherer Weg, dem Burnout zu entgehen, kann sogar genau dahinführen. Das sollte man sich dann eben auch bewusstmachen.

    Zitat

    Außerdem ist es egal, ob DU das für eine gute Idee hältst oder nicht.

    Na dann lass es doch einfach so stehen, denn wenn das so ist, ist es auch egal, ob DU das für eine gute Idee hältst.

    Hallo Zusammen,


    erst einmal vielen Dank für alle eure Antworten und bitte entschuldigt, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe.


    Ich versuche mal auf all eure Antworten einzugehen:


    Also die Gründung eines Unternehmens könnte ich mir eher weniger vorstellen, trotzdem Danke für den Vorschlag LolaX5 @:). Grundsätzlich hast du auf jeden Fall Recht, für mich selbst arbeiten und ein Stück weit freie Zeiteinteilung würden mir sicherlich helfen. Allerdings habe ich zum einem zu große Angst vor der Selbstständigkeit, zum anderen auch keine wirkliche Idee und Know-how. BWL ist zwar sicherlich eine solide Basis, aber optimal vorbereitet zur Unternehmensgründung fühle ich mich jetzt nicht.


    Tatsächlich ist momentan primär die scheinbare Perspektivlosigkeit mein Problem. Wenn ich bei der Jobsuche gerade auf zig spannende Stellen stoßen würde und fleißig Bewerbungen schreiben könnte, ginge es mir schon viel besser. Das würde mir die Gewissheit geben, dass ein Ende in Sicht ist und danach was neues/besseres kommt. Stattdessen führt die Jobsuche bei mir momentan eher zur weiteren Frustration. Ich schreib einfach mal, was ich mir so vorstelle. Vielleicht könnt ihr mir ja sagen, ob das wirklich der "Einhorn" Job ist und ich zu hohe Ansprüche habe:


    1) Ich möchte wieder zurück ziehen in meine Heimatstadt. Jobmäßig sollte das kein allzu großes Problem sein. In meiner Heimatstadt selbst gibt es zwar nur wenig Unternehmen, allerdings gibt es zwei größere Städte und eine Großstadt in der Nähe. Alle drei Städte bedeuten natürlich Fahrerei insbesondere im Berufsverkehr (ca. 30-45 min), aber das wäre ich bereit in Kauf zu nehmen.


    2) Arbeitszeiten: ich möchte gerne weniger arbeiten und dafür mehr Freizeit haben. Momentan komme ich in der Regel gegen 19:30 Uhr nach Hause und gefühlt besteht mein Tag nur aus arbeiten. Wunschvorstellung wäre 16:30 Uhr Feierabend, damit ich dann inkl. Fahrzeit so gegen 17Uhr/17:15 Uhr zu Hause bin. Ich bin auch gerne bereit entsprechend früh zu kommen. Um 7Uhr oder 7:30 Uhr anzufangen wäre absolut ok.


    3) Der Bereich: hier wird's jetzt was schwieriger. Aus meinem jetzigen Bereich möchte ich gerne raus, weil ich das Gefühl habe, dass er einfach nicht zu mir passt. BWL ist natürlich ein weites Feld, dennoch wechselt es sich auch nicht mal ebenso vom Personal ins Rechnungswesen (als Beispiel). Ein Bereich der mich noch interessieren würde, gibt es primär bei Handelsunternehmen/Konsumgüterunternehmen. Und aus Erfahrung passt es da dann oft nicht mit meinen Wunscharbeitszeiten.


    4) Das Gehalt: für bessere Arbeitszeiten bin ich natürlich auch bereit Gehaltsabstriche zu machen. Allgemein suche ich auch nicht die super Karriereposition. Dennoch habe ich natürlich auch eine Schmerzgrenze. Ich habe 5 Jahre studiert und mich durch bald 2 Jahre Job gequält und würde jetzt ungern einen Job machen der gehaltsmäßig im Bereich eines kaufmännischen Ausbildungsberufs liegt. Ich hoffe, das hört sich nicht überheblich an, so ist es absolut nicht gemeint und ihr versteht was ich meine.


    So und jetzt euer ehrliches Feedback: Habe ich so übertriebene Vorstellungen?

    Ich kann dir nur raten, dich nach einer neuen Stelle umzuschauen. Bewirb dich, geh zu Vorstellungsgesprächen und teste ggf. einfach mal deine Chancen. Du musst ja nicht zwingend den aktuellen Job aufgeben, wenn nichts passendes dabei ist.


    Persönlich habe ich zu Gunsten meiner Gesundheit und für mehr Freizeit einen Job gekündigt. Den Job habe ich viele Jahre sehr gerne gemacht und die Arbeit war toll. Aber es hat mich irgendwann aufgefressen, weil ich nicht mehr zur Ruhe kommen konnte und abschalten unmöglich war. Erst als ich aus dem Hamsterrad raus war, habe ich gemerkt, wie sehr meine Gesundheit unter dem Dauerstress gelitten hat.


    Inzwischen arbeite ich nur noch in Teilzeit. Damit werde ich zwar nicht reich, aber ich kann davon leben und bin nicht auf staatliche Unterstützung angewiesen. Mein Leben besteht nicht mehr nur aus Arbeit und das ist gut und richtig so.

    Ich kann dir nur raten, dich nach einer neuen Stelle umzuschauen. Bewirb dich, geh zu Vorstellungsgesprächen und teste ggf. einfach mal deine Chancen. Du musst ja nicht zwingend den aktuellen Job aufgeben, wenn nichts passendes dabei ist.


    Persönlich habe ich zu Gunsten meiner Gesundheit und für mehr Freizeit einen Job gekündigt. Den Job habe ich viele Jahre sehr gerne gemacht und die Arbeit war toll. Aber es hat mich irgendwann aufgefressen, weil ich nicht mehr zur Ruhe kommen konnte und abschalten unmöglich war. Erst als ich aus dem Hamsterrad raus war, habe ich gemerkt, wie sehr meine Gesundheit unter dem Dauerstress gelitten hat.


    Inzwischen arbeite ich nur noch in Teilzeit. Damit werde ich zwar nicht reich, aber ich kann davon leben und bin nicht auf staatliche Unterstützung angewiesen. Mein Leben besteht nicht mehr nur aus Arbeit und das ist gut und richtig so.

    Das klingt mir sehr nach stelle wechseln oder die arbeitszeiten anpassen.. habe selber noch keinen job (bald), aber ich habe auch angst vor so einer woche.