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    Ja, die Frage "wer darf leben" stellt sich dabei, und auf die habe ich keine zufriedenstellende Antwort.


    In einem hypothetischen Szenario in dem ich einen Knopf hätte der 9/10tel der Weltbevölkerung in Staub zerfallen lässt (Thanos hat zu kurz gedacht), wer sollte weiterleben?


    Die einzige Antwort die ich darauf habe die fair ist, wäre Zufall.


    Wenn ich danach gehe was "am besten für die Menschheit" wäre würde ich sagen, lass die 10% Intelligentesten überleben. Damit wäre ich aber vor der Frage, wie ich Intelligenz nun für mich genau definiere. IQ allein ist zu kurz gegriffen, da spielen noch viele andere Dinge rein wie Empathie, geistige Gesundheit etc. Zu komplex für eine einfache Antwort, und ich würde Gott spielen, was mir misfällt. "Alle die gleichen Rechte" gefällt mir besser, also in diesem Szenario dann doch Zufall.


    In der Realität gibt es keinen Knopf, und töten kommt nicht in Frage. Also Fruchtbarkeit einschränken. Von wem, bei wem? Selbe Komplikationen wie weiter oben.


    Also hoffe ich darauf, daß die Natur das Problem für uns löst. Halte ich wie gesagt für wahrscheinlicher als daß die Menschheit in der Lage ist die Folgeprobleme der Übervölkerung zu lösen.

    Möpi16 schrieb:

    Aber das darf man eben nicht vorschreiben. Eigenverantwortung... :=o

    Ja. Genausowenig wie willkürlich Menschen zu töten oder unfruchtbar machen wäre es akzeptabel Menschen "for the greater good" (wer definiert das) zu einem bestimmten Lebenswandel zu zwingen. Hier also auch Sackgasse.

    Freidreher schrieb:
    Möpi16 schrieb:

    Aber das darf man eben nicht vorschreiben. Eigenverantwortung... :=o

    Ja. Genausowenig wie willkürlich Menschen zu töten oder unfruchtbar machen wäre es akzeptabel Menschen "for the greater good" (wer definiert das) zu einem bestimmten Lebenswandel zu zwingen. Hier also auch Sackgasse.

    In dieser Sackgasse wird eben sehr viel Geld gemacht. Drum möchte man sie nicht sperren.


    Dann wäre "Eigenverantwortung" ein anderes Wort für "Egoismus". Aber verlogen. Ein Kandidat für das "Unwort des Jahres".:)=


    Vielleicht liegt es an meinem unreifen Alter, aber ich möchte die Zukunft der Welt nicht einfach aufgeben, nur weil sich die Mehrheit angeblich ein Leben ohne Verschwendung nicht vorstellen kann!

    Freidreher schrieb:

    In einem hypothetischen Szenario in dem ich einen Knopf hätte der 9/10tel der Weltbevölkerung in Staub zerfallen lässt

    Diese Ideologie (von der "Überbevölkerung") taugt heute vor allem als Futter für traurige Massenmordphantasien. Sie hat allerdings auch Konsequenzen dafür, mit wieviel Empathie man sich politisch und menschlich in der Welt verhält.

    Oh Gott, oh Gott. Jetzt wird in der Diskussion darüber nachgedacht, wer leben darf und wer nicht. Hallo, gehts noch?

    Die Lösung liegt doch quasi auf der Hand: Einschränken und Verantwortung übernehmen zum Wohle aller!

    Die Überbevölkerung ist für mich die Mutter aller Probleme.. Kann man lösen, ohne zu überlegen, wer in Zukunft leben darf und wer nicht. Es geht um die Menschen, die es noch gar nicht gibt. Wer glaubt, dass ihn sechs Kinder glücklicher machen als zwei UND ES SICH LEISTEN KANN, der kann das meinetwegen so machen. Aber Menschen die sich in Not und Armut befinden, werden mit noch mehr Kindern ihre Situation nicht wirklich verbessern. Eine Verbesserung wäre in meinen Augen Zugang zu Mitteln der Geburtenkontrolle, Bildung, Gleichberechtigung, bezahlte Arbeit, usw.

    Die industrialisierten Staaten verkaufen den weniger industrialisierten mehr Waffen als Schulbücher. Zum Dank kommen von dort schräge Ideologien. Finde den Fehler.

    Lange Rede kurzer Sinn: Es wird mMn zu wenig über das Thema Überbevölkerung diskutiert. Ergo verändert sich da auch zu wenig.

    Statt dessen werden z.B. Millionen und Milliarden für die Weltraumforschung verpulvert. So lange es noch so viele Menschen auf der Erde gibt, die hungern und jeden Tag um ihre Existenz fürchten müssen, halte ich dies schlicht für pervers. Wer soll sich später eine Wohnung auf oder Tomaten vom Mars leisten können? Bestimmt nicht die, die heutzutage Hunger leiden. Raumschiffe sind Spielzeug für Reiche, die die Armen auch noch toll finden sollen.

    Evoluzzer schrieb:

    Die Lösung liegt doch quasi auf der Hand: Einschränken und Verantwortung übernehmen zum Wohle aller!

    Die Überbevölkerung ist für mich die Mutter aller Probleme..

    (...)

    Ich sage nicht du hast unrecht.


    Aber die Überbevölkerung ist nicht die Mutter aller Probleme, nein sie ist eine Schwester der Probleme.


    Der Überbevölkerung die "Mutterrolle" zu schieben, ist bei vielen ganz beliebt, weil wir Privilegierten uns dann aus der Verantwortung stehlen können. Dass die "die es sich leisten können" trotzdem 6 und mehr Kinder haben dürfen, ist auch schon wieder ein Privileg. Wie "eigenverantwortlich" in der Welt herum jetten oder SUV fahren, was ja unmöglich für die Mehrheit der Menschen geht.

    Exactamente - dass ist ein ziemlich egozentrischer und arroganter Blick, bei dem sich vollig aus der Verantwortung geredet wird...

    WurzelimLiebesraum schrieb:

    Hast du dazu zufällig gutes Material zum nachforschen?

    Ein ganz guter Einstieg darin, wie moderne Entwicklungsökonomen denken, ist hier.

    Möpi16 schrieb:

    Aber die Überbevölkerung ist nicht die Mutter aller Probleme, nein sie ist eine Schwester der Probleme.

    Mutter, Schwester... was auch immer. Welches ist deiner Meinung nach das größte Problem auf der Welt? Und bitte jetzt nicht antworten mit: der Mensch selbst und/oder die Dummheit des Menschen. Mit dieser Erkenntnis drehen wir uns nur im Kreis.

    Freidreher schrieb:

    Die einzige Antwort die ich darauf habe die fair ist, wäre Zufall.

    Klar, es wäre superfair, wenn der Zufall dann einen Zweijährigen wegnuked und einen 70jährigen Kohlekraftwerkbetreiber leben lässt. ;-D;-D;-D

    Fiorentina2017 schrieb:

    Das Problem ist ja weniger wie viele Leute geboren werden, sondern dass keine Sau mehr stirbt. Dank Impfungen und Antibiotika bleiben so viele Leute am Leben. Und tagesaktuell: Seuchenschutz.

    Normalerweise regelt sich die Bevölkerungszahl durch regelmäßige Seuchen, Kriege, Hunger. Aber so? 8-(

    Noch dazu: Diejenigen Länder, in denen besonders viele Menschen sterben, sind diejenigen mit dem massivsten Bevölkerungswachstum. Kongo, Afghanistan... dieses menschenfeindliche Denken, wonach Krieg und Seuchen irgendetwas "regulieren", funktioniert einfach nicht.

    https://www.ted.com/talks/hans…gions_and_babies#t-388473

    Paul-Kling schrieb:
    Fiorentina2017 schrieb:

    Das Problem ist ja weniger wie viele Leute geboren werden, sondern dass keine Sau mehr stirbt. Dank Impfungen und Antibiotika bleiben so viele Leute am Leben. Und tagesaktuell: Seuchenschutz.

    Normalerweise regelt sich die Bevölkerungszahl durch regelmäßige Seuchen, Kriege, Hunger. Aber so? 8-(

    Noch dazu: Diejenigen Länder, in denen besonders viele Menschen sterben, sind diejenigen mit dem massivsten Bevölkerungswachstum. Kongo, Afghanistan... dieses menschenfeindliche Denken, wonach Krieg und Seuchen irgendetwas "regulieren", funktioniert einfach nicht.

    https://www.ted.com/talks/hans…gions_and_babies#t-388473

    Nur um das klar zu stellen: Ich bin nicht für Seuchen oder Krieg. Ich glaub unsere Ressourcen sind besser verteilbar und haushaltbar. Dafür müssen ein paar Dinge massiv geändert werden (in Landwirtschaft und Verkehr), aber imho reichts für alle, nur scheitert Verteilung und Anspruch. Fast Fashion, Resourcenausbeutung nur für Profit und Emmisionshandel sind da brennende Punkte

    Evoluzzer schrieb:
    Möpi16 schrieb:

    Aber die Überbevölkerung ist nicht die Mutter aller Probleme, nein sie ist eine Schwester der Probleme.

    Mutter, Schwester... was auch immer. Welches ist deiner Meinung nach das größte Problem auf der Welt? Und bitte jetzt nicht antworten mit: der Mensch selbst und/oder die Dummheit des Menschen. (...)

    Nein, sicher nicht. So dürfen wir nicht mal in unseren Schulaufsätzen antworten ;-D

    Aber die Frage wäre wieder die Suche nach einer "Mutter" der anderen Probleme. Ich würde gern drauf antworten, aber es sind eben gerade sehr viele Probleme, die sich gegenseitig bedingen und verstärken, und wenn ich die jetzt hier in diesem Thread alle nennen würde, wäre das o.t.


    Vielleicht müsste man aufhören zu sagen DER Mensch. Wir leben und handeln überhaupt nicht alle gleich, und die Wirkungen von unserem unterschiedlichen Handeln kann man benennen.

    Paul-Kling schrieb:
    Fiorentina2017 schrieb:

    Das Problem ist ja weniger wie viele Leute geboren werden, sondern dass keine Sau mehr stirbt. Dank Impfungen und Antibiotika bleiben so viele Leute am Leben. Und tagesaktuell: Seuchenschutz.

    Normalerweise regelt sich die Bevölkerungszahl durch regelmäßige Seuchen, Kriege, Hunger. Aber so? 8-(

    Noch dazu: Diejenigen Länder, in denen besonders viele Menschen sterben, sind diejenigen mit dem massivsten Bevölkerungswachstum. Kongo, Afghanistan... dieses menschenfeindliche Denken, wonach Krieg und Seuchen irgendetwas "regulieren", funktioniert einfach nicht.

    https://www.ted.com/talks/hans…gions_and_babies#t-388473

    So ist es!

    Ich kann mich noch dunkel an einen Artikel aus dem Spektrum der Wissenschaft von 2000rum erinnern.

    Dort haben Wissenschaftler das mal spaßeshalber durchgerechnet, ob die Bevölkerung armer Länder weniger wächst, wenn man alle medizinischen, finanziellen und sonstigen Hilfen einstellen würde.

    Das Ergebnis war ganz klar, daß das wohl nicht so wäre!

    Daß so ein Rechenspiel nicht unbedingt der Realität entspricht, ist natürlich klar. Aber es ist ja nunmal so, daß sich die Menschen auch unter schlimmen und ungünstigen Bedingungen weiter vermehren, im Gegensatz zu vielen Tierarten.

    Z.B. Viele Seeanemonen-Arten sind da „vernünftiger“. Die vermehren sich nämlich oft nur dann, wenn die Wasserqualität und das Futterangebot ausreichend sind.

    Ein Salzwasser-Aquarianer weiß also ganz genau, daß mit seinem Aquarium alles okay ist, wenn sich diese Tiere vermehren...


    Es gibt in der Geschichte übrigens ein Beispiel für eine menschliche Population, die tatsächlich aufgehört hatte, Kinder zu bekommen.

    Das waren die Ureinwohner Tasmaniens, nicht zu verwechseln mit den australischen Eingeborenen, die von Aussehen und Kultur sehr unterschiedlich waren.

    Tasmanien war ja britische Kolonie, und durch die Besiedlung durch die englischen Einwanderer waren die Tasmanier schon seit dem 18.Jahrhundert stark dezimiert, vor allem natürlich durch eingeschleppte Krankheiten und Wegnahme ihrer Jagd-und Sammelgründe.

    Von den meisten britischen Kolonialbeamten war auch genau das beabsichtigt, schätze ich mal...

    Außerdem gab es ja auch noch diese Sch...Missionare, die ziemlich aggressiv versucht haben, den Tasmaniern die britische Lebensweise und vor allem den christlichen Glauben aufzuzwingen.

    Als dann in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts nur noch ein paar Hundert Tasmanier übrig waren, hat ein Missionar den Vorschlag gemacht, diese auf der zu Tasmanien gehörenden Insel Flinders Island anzusiedeln, sie dort zu unterrichten und sie mit der „Zivilisation“ und dem Christentum vertraut zu machen.

    Das war aber ein totaler Fehlschlag! Die Ureinwohner gaben sich praktisch auf, und bekamen einfach keine Kinder mehr.

    Die letzte „reinrassige“ Ureinwohnerin Tasmaniens starb um 1890.


    Es gab sicher in der Geschichte der Kolonialisierung auch noch ähnliche Beispiele.

    Z.B. als die ursprünglichen Einwohner Jamaikas, die Arawak-Indianer, gemerkt haben, daß sie gegen die Spanier und Engländer keine Chance hatten, begingen viele von ihnen Suizid.

    Aber daß eine ganze Population einfach keine Kinder mehr bekommt, das ist in der Geschichte der Menschheit schon sehr ungewöhnlich. Genug zu essen hatten sie ja, daran lag es also nicht.

    Diese Menschen hatten sich wohl endgültig aufgegeben, was ich gut verstehen kann...