Mir ist letztens eine wichtige Erkenntnis gekommen: Einer meiner Fehler ist mein Schwarz/Weiß-Denken. Mir ist klar geworden, ich sollte "Max" und "willgesundsein" zusammenwachsen lassen und Max nicht komplett verbannen, das lässt der nämlich gar nicht zu.


    Außerdem kann ich inzwischen die einzelnen Anteile sehen, die mich hin zu - und weg von meiner Freundin treiben und auch unterscheiden, welche davon "natürlich / normal" sind und welche evtl pathologisch:


    Pro:


    Liebe - Bedürfnis nach emotionaler Öffnung - Bedürfnis nach Geborgenheit - Anlass für Entwicklung


    Abhängigkeit zu Mutterübertragung


    Contra:


    Triebe nach Fortpflanzung mit div. Weibchen - Angst vor Abhängigkeit zu Mutterübertragung - Freiheitsbedürfnis


    Bedürfnis nach schneller Befriedigung - Badürfnis nach Aufwertung - Eroberung der Mutter (Ödipuskomplex?)


    Und mir ist klar geworden, warum es mir so oft so dreckig geht: Einer der beiden Max oder willgesundsein will die Oberhand nehmen, aber der andere lässt nicht los und ich stecke im inneren Konflikt. In solchen Situationen schaffe ich es nicht, die Kraft der beiden zu nutzen, sondern blockiere beide innerlich komplett und werde passiv und brauche schnell Ersatzbefriedigung wie Essen, Masturbation oder Ablenkung ohne Aufwand!

    Ohne den Faden jetzt so richtig gelesen zu haben:


    Du schreibst am Anfang:

    Zitat

    habe leichte narzistische und borderline Tendenzen

    In meinem Buch "Persönlichkeitsstile" werden die wichtigsten Persönlichkeitsstörungen ausgeschlüsselt, die Hintergründe erklärt und Möglichkeiten aufgezeigt. Narzismus und Borderline kommt weiter hinten in Kapitel 18: "Borderline und Narzistische Persönlichkeitsstörungen". Das wird gesondert behandelt im Buch. Die üblichen Störungen können schwach oder mittelmäßig ausgeprägt sein. Man spricht da noch nicht von krank. Im Buch wird es als "Persönlichkeitsstil" bezeichnet.


    Seite 197 im Buch: Narzismus oder Borderliner nennt man nur jemanden der diese Eigenschaften deutlich zeigt. Der Unterschied ist das man das nie als Gesund bezeichnen kann. Es sind keine angepassten Stile wie bei den anderen Persönlichkeitsstörungen. Borderliner mussten in der Kindheit ihr wahres Selbst verleugnen, ihre wahren Gefühle und Bedürfnisse. Speziell bei Borderline mussten die Kinder ihre Kompetenz verleugnen. Bei Narzisten war es die Verletzlichkeit.


    Borderline ist eine Kombination von "antisozial" und "passiv aggressiv" . Narzismus = antisozial + paranoide. Das gemeinsame Element ist also das antisoziale. Hier diskutiert man sogar ob es ein Fehler im Gehirn sein könnte, Es fehlt das Einfühlungsvermögen, die Empathie die in einem Areal des Gehirns angesiedelt ist. Das wäre dann angeboren oder durch einen Unfall erworben.


    Zur Behandlung ab Seite 205: Diese ist schwieriger als bei den anderen Typen. Das Ziel ist die Wiederherstellung des wahren Selbst das in der Kindheit preisgegeben werden musste. Der Narzist muss z.B. anstelle seines grandiosen (falschen) "Selbst" sein wahres Selbst aktivieren. Das ist auf jeden Fall ein Weg dens man zusammen mit einem Psychologen gehen muss. Ich hoffe Du hast einen Guten. Viel Glück und Erfolg.

    Zitat

    Das Ziel ist die Wiederherstellung des wahren Selbst das in der Kindheit preisgegeben werden musste.


    ABS01

    Hmm. Ein "wahres Selbst", welches in der Kindheit preisgegeben werden musste, besteht aus was genau?


    Einem Kindheits-Selbst, einem Erwachsenen-Selbst in Kinderformat, oder wie?


    Welches "wahre Selbst" soll hier gemeint sein?


    Für mein Verständnis ist das sogenannte Selbst, die Summe aus allem, was man bis dato im Leben erlebt hat, auf Basis genetischer und physiologischer Anlagen.


    Wie damit das Borderliner-Syndrom beschrieben werden soll, erschließt sich mir nicht.


    Es kann mMn nicht um Wiederherstellung eines früheren Selbst-Zustandes gehen, sondern um Umprogrammierung eines erworbenen Ist-Zustandes im Rahmen der Möglichkeiten.


    Aufgrund unterschiedlich erfolgreicher Gehirnverdrahtungen während der Embryonalphase, Prägung und Lebensumstände tun manche sich schwerer und andere leichter mit einer späteren Umprogrammierung.


    Ein Selbst als absolute Größe gibt es für meine Begriffe nicht.

    @ ABC01

    Zitat

    Borderliner mussten in der Kindheit ihr wahres Selbst verleugnen, ihre wahren Gefühle und Bedürfnisse. Speziell bei Borderline mussten die Kinder ihre Kompetenz verleugnen. Bei Narzisten war es die Verletzlichkeit.

    Ich hatte "einfach nur" keinen Vater (dem ich von meiner Anlage in sehr vielen Punkten extrem ähnlich bin!), der meine (mit sich selbst und mir) überforderte und Mutter unterstützen konnte und als Mann zur Seite stehen konnte. Und ich habe nie aus nächster Nähe gelernt, "wie man ein Mann wird". Eine schöne vergleichende Metapher: Meine Eltern sind so verschieden wie Hund (Vater) und Katze (Mutter). Ich bin nicht nur männlich, sondern von der Anlöage eher ein Hund, aber bei einer Katze aufgewachsen.

    Zitat

    Borderline ist eine Kombination von "antisozial" und "passiv aggressiv" . Narzismus = antisozial + paranoide. Das gemeinsame Element ist also das antisoziale. Hier diskutiert man sogar ob es ein Fehler im Gehirn sein könnte, Es fehlt das Einfühlungsvermögen, die Empathie die in einem Areal des Gehirns angesiedelt ist. Das wäre dann angeboren oder durch einen Unfall erworben.

    Ist bei mir absolut nicht so.

    Zitat

    Zur Behandlung ab Seite 205: Diese ist schwieriger als bei den anderen Typen. Das Ziel ist die Wiederherstellung des wahren Selbst das in der Kindheit preisgegeben werden musste. Der Narzist muss z.B. anstelle seines grandiosen (falschen) "Selbst" sein wahres Selbst aktivieren. Das ist auf jeden Fall ein Weg dens man zusammen mit einem Psychologen gehen muss. Ich hoffe Du hast einen Guten. Viel Glück und Erfolg.

    Ich bin bei meiner Therapeutin echt nicht (mehr) sicher. Sie verbietet mir quasi, mich meiner Freundin mit meinen Problemen anzuvertrauen, weil sie befürchtet, dass ich damit die Beziehung zerstöre und "meine Muster" somit wieder ihr Ziel erreicht haben: "Raus aus dieser Beziehung, in der ich weiche und warme Geborgenheit und Liebe bekomme und nicht mehr Ego-Pusherei betreiben kann." Auf der einen Seite hat sie damit Recht, weil ich in manchen sehr klaren und ehrlichen Momenten erkenne, wie sich die Beziehung möglicherweise entwickeln könnte: Ich würde die Komplexe meiner Freundin füttern, sie hätte ständig Angst, dass ich mich zu sehr von ihr entferne oder andere Frauen mehr begehre.


    So wie es jetzt läuft, ist es aber auch scheiße: Sie ist mega sensibel und spürt unterbewusst, dass ich in Gdanken oft nicht richtig da bin. (obwohl ich mir so viel Mühe gebe und "an mir arbeite", wie nie zuvor in meinem Leben!) Das Problem ist, dass sich meine Symptome immer wieder mal verlagern. Mal will ich (wie ja hier eingangs beschrieben) andere Frauen erobern und zurzeit habe ich keine Lust auf normalen Sex. Ich eröffne zu dem Thema nen neuen Faden: http://www.med1.de/Forum/Sexualitaet/743800/


    Ein anderer Ausgang wäre, dass sie mit Verständnis reagiert und wie immer wieder reden und im Kontakt über diese schwierigen Themen bleiben und dadurch lernen, dass unsere Verbindung stärker ist, als die Angst sich zu verlieren oder die Schmerzen, die (fast) unweigerlich mit solchen Problemen kommen...

    @ Evoluzzer

    Zitat

    Es kann mMn nicht um Wiederherstellung eines früheren Selbst-Zustandes gehen, sondern um Umprogrammierung eines erworbenen Ist-Zustandes im Rahmen der Möglichkeiten.

    Ja, das denke ich auch! Allerdings denke ich auch, dass es so eine Art "wahres Selbst" gibt. Das ist meinem Verständnis nach die Summer der Charakterzüge, die sich bei positiver Förderung aus den Erbanlagen entwickelt. Durch Verletzungen (die ja in jedem Leben unweigerlich passieren, lernt man, Teile seines wahren Selbst zu verstecken und sich so zu schützen.

    Zitat

    Aufgrund unterschiedlich erfolgreicher Gehirnverdrahtungen während der Embryonalphase, Prägung und Lebensumstände tun manche sich schwerer und andere leichter mit einer späteren Umprogrammierung.

    Wie kann man herausfinden, wie es um die eigene "Umprogrammierfähigkeit" bestellt ist?

    Zitat

    Sie verbietet mir quasi, mich meiner Freundin mit meinen Problemen anzuvertrauen, weil sie befürchtet, dass ich damit die Beziehung zerstöre

    abwegig ist das vermutlich nicht, sag ihr halt dass manche Dinge in dir vorgehen die zu erzählen destruktiv wäre, so als erklärung wenn ihre Empathie merkt da geht was unangenehmes in dir vor (spontane Idee, vllt ne schlechte, keine Ahnung)

    Hab ich gemacht und sie drengt auch nicht, so lange sie das Gefühl hat, dass wir in Kommunikation stehen.


    Ich sehne mich gerade total direkt nach dem Gefühl von Freiheit, wie ich es hatte, nachdem meine Ex meinte, dass sie keine Zukunft sieht wir uns getrennt haben. Meine Freunde meinten alle "Wow, du wirkst wieder wie der alte, mit Energie und Freude".


    Ich weiß ja, dass sich die gleiche Geschichte wiederholen würde. Aber ich vermisse es, das Leben genießen zu können. Jetzt habe ich seit über nem halben Jahr dieses latente scheiß Gefühl von Unfreiheit und gebremster Lebensfreude, das macht mich müde und antriebslos. {:(

    Jetzt gerade ist sie in Frankreich, hab drei Wochen für mich. Ansonsten hast du schon ne gute Fährte gerochen; wir verbringen echt viel Zeit miteinander. Sie meinte letztens, sie hätte Angst, dass ich mich selber vernachlässige.


    Jetzt wollte ich gerade schreiben, dass ich dann immer mehr den Wunsch nach Freiheit habe und das kontraproduktiv wäre, aber ich kann mein eigenes Gejammer gerade nicht mehr sehen / lesen und sage einfach: ja stimmt, ich sollte mehr Dinge machen, die mir das Gefühl geben, was ich vermisse :)^