Ritalin ADHS

    hallo liebes forum. es geht ums ritalin. bei mir besteht im moment der verdacht auf adhs. zudem habe ich eine borderline-störung und eine generalisierte angststörung und agoraphobie. nun hat mein arzt vorgeschlagen mal ritalin zu vrsuchen. denn ich mache im moment eine umschulung und kann mich wieder auf nix konzentrieren. ein adhs kurztest war erstmal positiv. es soll nun irgendwann in hundert jahren in einer speziellen ambulanz geklärt werden.


    zu den symptomen die ausschlag darauf gaben: keine ordnung halten können, mega hibbelig (vor allem in ruhezuständen und wenn man still sitzen MUSS), bekomme dann auch panik wenn ich ruhig sein muss. nichts hinbekommen, mit allem überfordert sein, auf nix konzentrieren können, alles geht da rein da raus....kann mir auch nix merken usw.. usw....


    nun weiss ich dass aber ritalin bei einer angsterkrankung kontraindiziert ist und das ritalin viele schon in tiefe depris gestürzt hat denn viel verdrängtes kommt wieder hoch usw....


    ich möchte gerne mal wissen ob es hier leute gibt die erfahrungen in bezug auf ads/adhs mit ritalin haben?


    Oder hat jemand es ohne das zeug geschafft? wenn ja wie? was kann ich machen um keins zu brauchen?


    ich hoffe sehr mir kann jemand mit eigenen erfahrungen helfen.


    viele liebe grüße paulina

  • 46 Antworten

    Hallo Paulinchen,


    kennst Du die Rehakids-Seite? Da sind jede Menge Leute mit Erfahrungen mit Ritalin usw.


    Eine Sache ist ja auch, dass Ängste unter anderem ein Symptom für Ads darstellen....


    LG


    Thalina

    Bin aber kein Hibbler, sondern im Gegenteil jemand, der einfach nicht in die Gänge kommt, viel Zeit mit Nichtstun/Unwichtigem verblödelt, wenig Struktur hat, Dinge "nicht sieht" und naja, Gedächtnis wie ein Sieb. Durch Ritalin sehe ich im wahrsten Sinne des Wortes klarer und bin gegenüber meiner Umgebung auch duldsamer, weil diese für mich nicht mehr so anstrengend ist, da ich die Strukturen mehr erkenne. Der Tag ist insgesamt viel gechillter, weil ich nicht immer so am limit laufe, sondern, das was, ich eigentlich kann oder vorhabe, auch umsetzen kann.

    @ criecharlie

    Das liest sich für mich toll. Mein Sohn ist auch ein Träumer-Ads-Kind, und wird eventuell irgendwann ein Medikament bekommen. Was Du beschreibst ist genau das was mit auch mein Kind beschreibt und was ich beobachte. Ich stehe jetzt vor der Entscheidung ob wir ein Medikament bekommen soll, und werde immer wieder unsicher weil so viel Negatives erzählt wird.Mal positive Schilderungen zu lesen tut gut.

    man kann nicht pauschalisieren. Es ist ein Medikament, keine Frage. Nicht jeder verträgt es. Aber es gibt genauso viele Leute, die gut zurecht kommen wie Leute, die es nicht tun, ich denke, sogar mehr, aber das ist die schweigende mehrheit, weil das ritalin bei uns halt so stigmatisiert wird.

    Der Punkt ist, das ich schon eine Menge Erfahrungen mit Medikamenten habe (auch Neuroleptika) und natürlich weiß, das Media auch Nebenwirkungen haben. Und zwar Heftige


    Ich verstehe nicht warum bei Ritalin das nun so überbetont wird.


    Mein Eindruck ist dabei, dass viele einfach doch im Hinterkopf haben, dass ADS einfach nur "schlecht zusammenreißen" ist und man sich "einfach nicht anstrengen will" und stattdessen einfach Media einschließt.


    Werde ich nie verstehen. Wenn ich mein Anti- Epileptikum nehme, dann habe ich die Sicherheit keine Anfälle zu bekommen. Und ich nehme das Mittel obwohl "vielleicht" auch ein extrem geregelter Lebenswandel mit Schlaf von 20 bis 8 reichen würde. Was mir aber enorm an Freiheit fehlen würde weil ich damit keine einzige Ausnahme mehr machen dürfte.


    Ich habe das Gefühl, von ADSlern wird genau das verlangt. Dass sie wirklich alles tun, damit sie bloß die bösen, bösen Medikamente nicht nehmen müssen.


    Ich bin auch kein Fan davon sofort ein Medikament zu nehmen. Aber wenn klar wird, dass es nötig ist, ist das jedem selbst überlassen. Und bei starkem ADS kann es ja sogar erst eine Therapierbarkeit herstellen.

    Zitat

    Ich habe das Gefühl, von ADSlern wird genau das verlangt. Dass sie wirklich alles tun, damit sie bloß die bösen, bösen Medikamente nicht nehmen müssen.

    Ja es gibt leider genug Menschen die dazu zwar eine Meinung haben aber null Ahnung.

    Einer meiner Kollegen war in dieser Situation, ist wegen Angststörungen in stationäre Behandlung gekommen und es wurde zusätzlich ADSH diagnostiziert. Nach seiner Aussage tut ihm Ritalin sehr gut und hilft ihm ungemein. Ich würde es vermutlich an deiner Stelle einfach ausprobieren, absetzen kannst du es ja wieder, wenn es nicht hilft.

    @ Monika

    Eine Sache ist ja auch, dass Ängste unter anderem auch eine Begleiterscheinung von ADS sein können. Insofern ist die Frage, ob die Angststörung Deines Bekannten sich eventuell sogar.Nur entwickelt hat weil er ADHS hat.


    Bei meinem Sohn sind Ängste auch ein großes Problem.

    Zitat

    Ich habe das Gefühl, von ADSlern wird genau das verlangt. Dass sie wirklich alles tun, damit sie bloß die bösen, bösen Medikamente nicht nehmen müssen.

    und im normalfall tut man das doch auch. ich habe es wie gesagt über 40 jahre getan. dann ging es nicht mehr.

    Ich bin auch über meinen Sohn darauf gekommen; ich hatte eine richtig typigsche ADHS-Karriere hinter mir, aber erst durch die Erfahrungen meines Sohnes in der neuen Schule bin ich darauf gekommen, bei mir mal genauer nachzusehen...irgendwie kam mir das alles bekannt vor....


    war eine laaaangeee Diagnostik, aber jetzt bin ich froh.