Nur mal so eingeworfen:


    Ich lese hier immer "Zwangseinweisung" oder "lasse sie einweisen" - so "einfach" ist es nicht Jemanden einweisen zu lassen. Zumindest nicht für längere Zeit, sowas funktioniert erst mal nur für die momentane (Not)Situation, für ein paar Tage - ansonsten muß schon heftig was vorliegen.


    Ich will damit sagen: Es obliegt nicht alleine den Eltern ob ein Kind "zwangs"eingewiesen wird. Da haben noch ein paar mehr Leute was zu sagen, zu entscheiden.


    Einfach mal hingehen und sagen: "Mein Kind ist mMn schwer gestört, macht mal" - nee, so läuft das nicht.

    @ mond+sterne

    Zitat

    Das stimmt.


    Eine Zwangseinweisung ist ebenfalls nicht respektvoll, auch wenn sie sich rechtfertigen lässt.

    Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

    Zitat

    Ich halte eine Zwangseinweisung jedoch nicht für gerechtfertigt.

    Ein Psychologe schon.

    Zitat

    Ich habe keine Ferndiagnose gestellt, sondern meine persönliche Einschätzung über Ausmaß und Ursache der psychischen Probleme der Tochter abgegeben.

    Das meinte ich doch mit "gewagte Ferndiagnose". Deine Feststellung der vermeintlichen Ursache, aufgrund eines emotionalen Beitrages der Mutter und trotz mangelnder Informationen.

    Zitat

    Du behauptest im Gegensatz dazu mit Absolutheit, sie sei psychisch krank. Ich halte diesen Absolutheitsanspruch nicht für gerechtfertigt.

    Eine Person mit Suizidgedanken und Tendenzen zu SVV (seit über einem Jahr!) ist höchstwahrscheinlich psychisch krank.

    Zitat

    Wenn ein Patient zwangseingewiesen wird, ist das eine schwerwiegende emotionale Verletzung, weil der Wille des Patienten gebrochen wird.

    Das mag bei manchen Patienten der Fall sein, ist allerdings kein stichhaltiges Gegenargument. Für eine Zwangseinweisung gibt es in der Regel triftige Gründe, etwaige "emotionale Verletzungen" sind dann eben nicht vermeidbar.

    Zitat

    Einfach mal hingehen und sagen: "Mein Kind ist mMn schwer gestört, macht mal" - nee, so läuft das nicht.

    davon geht auch keiner aus.


    Nur warum soll man hier den ganzen Vorgang immer wieder ausbreiten?


    Schon klar, dass man da einiges in Gang setzen muß.

    Zitat

    Wenn ein Patient zwangseingewiesen wird, ist das eine schwerwiegende emotionale Verletzung, weil der Wille des Patienten gebrochen wird.

    hmmm... also ich kenne tendentiell auch eher Leute, die hinterher froh darüber waren. Vor allem auch, weil sie sich z.,B. an die akute Krankheitsphase vorher, die zum Klinikbesuch geführt hat, oft gar nicht mehr erinnern können.


    Ich mache da auch keinen Unterschied ziwschen körperlich und psychisch krank, wer krank ist, sollte sich behandeln lassen und wenn er sich langfristig durch Nicht-Initiative selbst schadet, müssen das andere für ihn übernehmen.

    @ criecharlie

    Zitat

    hmmm... also ich kenne tendentiell auch eher Leute, die hinterher froh darüber waren. Vor allem auch, weil sie sich z.,B. an die akute Krankheitsphase vorher, die zum Klinikbesuch geführt hat, oft gar nicht mehr erinnern können.

    Ändert das Deiner Ansicht nach etwas daran, dass es eine emotionale Verletzung ist, wenn man den Willen eines Menschen bricht?


    Es gibt auch viele, die von ihren Eltern verprügelt wurden, weil sie ungehorsam waren, und ihren Eltern dafür später dankbar sind. Auch das ändert nichts daran, dass Prügelstrafe verletzend ist.

    Das ist nicht zu vergleichen.


    1. steht beim psychisch kranken sein wohl im vordergrund.


    die krankheit läßt ihn das aber nicht mehr erkennen, also muß man als verantwortlicher mensch eingreifen.


    die krankheit flüstert ihm ja ein, dass das nicht okay ist, die krankheit fühlt sich wohl und wehrt sich, mal übertrieben ausgedrückt.


    ich lasse doch nicht jemanden vor mir kaputt gehen, nur, weil er nicht will? wenn er eine krankheit hat, die seinen willen zu seinem schaden verschiebt?


    2. wenn derjenige hinterher wieder bei bewußtsein ist, ist ihm meist klar, dass es keine verletzung, sondern hilfe war. ich habe noch nie jemandne erlebt, der hinterher von dem einweisungsvorgang "verletzt" war, wenn es ihm besser ging.


    3. kann er sich sowieso nicht mehr daran erinnern.


    4. der mechanismus bei mißbrauchten kindern ist doch ein etwas anderer - das zum vergleich her zu ziehen ist schon SEHR fragwürdig, ehrlich gesagt.

    Zitat

    Sie verletzt sich nicht, um euch wehzutun, sondern um sich selber wehzutun.

    Ich denke, sie tut es, um sich selbst Erleichterung zu verschaffen, vielleicht auch ein Stück Autonomie.


    Schon beim Eingangsbeitrag läuteten bei mir alle Alarmglocken. Hier braucht m. E. die Mutter ebenso viel Hilfe wie die Tochter.