Rund um die Uhr "Monologe" im Kopf

    Hallo zusammen,


    ich stecke in einem riesen Loch und weiß gar nicht so genau, wie ich hier anfangen soll. Denn bisher habe ich noch nie Jemanden kennengelernt, der unter dem gleichen "Phänomen" leidet. Meine Psychologin (Analyse) ist überfordert (gehe schon seit 4 Jahren zu ihr) und mein Psychiater nennt es "Zwangsgedanken", womit ich wenig anfangen kann. Und das, was ich darüber bisher gelesen habe, trifft auch nicht so wirklich auf mich zu.


    Also, ich führe rund um die Uhr Monologe in meinem Kopf. Derzeit hauptsächlich mit Ärzten (welche, die ich schon kenne oder wo noch ein Ersttermin bevor steht). Ich kann das ein wenig verstehen, da ich seit Mai 19 unter einer bisher ungeklärten Darmerkrankung leide. Allerdings helfen mir diese Monologe in keinster Weise. Sie belasten mich. Sie schränken mein Leben ein. Ich kann mich auf nichts konzentrieren, kann im TV nichts folgen, keine Bücher lesen, kann Gesprächen nicht folgen und vergesse sehr, sehr viel. Angefangen hat es im September 19, nach dem ich wohl ein paar unglückliche Dinge erlebt habe (u.a. halt auch der ständige Durchfall, das belastet ja auch).


    Ich hatte solche Phasen in den letzten Jahren schon öfter, allerdings nie so lange (max. 2-3 Monate). Und mir hat dann immer Lithium (Hypnorex bzw. jetzt Quilonum) geholfen. In der jetzigen Phase hilft es leider nicht und ich werde bald wahnsinnig. Ende Januar hat mir mein Psychiater noch zusätzlich Opipramol verschrieben (ich kann bis zu 3 Tabletten 50 mg am Tag nehmen). Aber auch das hilft gar nicht.


    Kennt hier jemand dieses Phänomen? Wie nennt man es? Was hilft dagegen? Wie geht ihr damit um?


    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag,

    Jessy

  • 48 Antworten

    Ich hatte früher einmal eine Arbeitsstelle an der ich unglücklich war in Verbindung mit Mobbing. Gedanklich hat mich das extrem verfolgt, vorallem Nachts. Bis ich letztendlich gekündigt habe hat es eine ganze Zeit gedauert.


    Was mir in der Zeit sehr geholfen hat war mir gedanklich eine Mauer um die Firma vorzustellen. Ich habe mich mental komplett von dem ganzen Problemkreis abgekanzelt und versucht es komplett zu ignorieren. Nur so habe ich letztendlich auch geschafft davon los zu kommen.


    Handeln die Monologe denn von Dingen die du schon besprochen hast, oder von Dingen die du gerne noch besprechen würdest?

    Bei meiner Arbeit ist soweit alles ok. Nur kann ich dort leider schon seit Dezember aufgrund der vielen Durchfälle nicht mehr hingehen.


    Also überwiegend sind es Monologe mit Ärzten, wo ich noch Termine habe oder vereinbaren will. Dann erzähle ich denen in Endlosschleife von meinen Beschwerden. Die Personen wechseln auch während der Monologe hin und her.


    Ich formuliere auch E-Mails und WhatsApp Nachrichten in Endlosschleife im Kopf, bis ich sie dann tatsächlich geschrieben habe.


    Was mir auch aufgefallen ist, ich gucke auf die Uhr und denke dann z.B. "vor 3 Stunden war dies und das", "in 3 Stunden ist dies und das".


    Ziemlich schwierig zu beschreiben :-(

    Ich glaube, dass fast jede macht das. Es ist nicht unbedingt abnormal. Ich gehe Arztbesuche auch vorher durch - so vergesse ich nichts.

    Manche haben eine Monologe, andere stellen sich Sachen bildlich vor. Es kann auch ein Zeichen für Stress sein - ohne Diagnose mit heftige Symptomen dazustehen, ist eindeutig ein Stresssituation.

    Hm, aber rund um die Uhr, so dass nichts anderes mehr möglich ist? Das man das "mal" macht, ok, aber sobald die Augen auf sind geht's los und erst wenn ich schlafe ist es vorbei.


    Zur Zeit befinde ich mich wirklich in einer Stresssituation, weil bisher kein Arzt weiß, was mit meinem Körper los ist. Und ich habe mittlerweile so große Ängste entwickelt vor die Tür zu gehen (Angst in die Hose zu machen), so dass ich quasi total isoliert lebe. Das schlägt natürlich auch auf die Stimmung.

    Hast Du Dir schon mal Notizen zu diesen bevorstehendnen Gesprächen gemacht? Oft hilft es ungemein, sich Dinge aufzuschreiben, weil man so nichts vergessen kann und man sich mit den Notizen beruhigen kann. Den Zettel nimmst Du dann mit zum Arzt.

    Das sind Zwangsgedanken.

    Eine Zwangstörung.

    Passt auch zu deiner Angst in die Hose zu machen.


    Das wurde offensichtlich schon diagnostiziert. Aber du "könntest damit wenig anfangen"... %-|


    So lange du damit "wenig anfangen kannst" wird sich das verstärken.


    Akzeptiere die Diagnose und mach eine gezielte Therapie für Zwangstörung.


    Und Tipp: du könntest mit Windeln vor die Tür gehen. Kannst du im Internet bestellen, auch bei der Apotheke nebenan, und dir liefern lassen.

    Tausende von Menschen machen jeden Tag in die Hose. Dafür gibt es Windeln.

    Viellecht hilft es gegen die Angst.

    Ja, das es etwas zwanghaftes ist, war mir irgendwie klar. Aber wenn ich nach Zwangsgedanken kommen halt keine Infos, die zu meinem Symptom passt (Monologe).


    Probewindeln habe ich mir liefern lassen, allerdings noch nie getragen. Bei dem Gedanken wird mir total flau im Magen.


    Und meine Angst ist ja nicht unbegründet. Ich habe mir in der Öffentlichkeit schon 2-3 mal fast in die Hose gesch...... 😕


    Ich hab nach einem Verhaltenstherapeuten in meiner Nähe gesucht, aber das ist schier unmöglich. Bis ich einen Platz gefunden habe, werden sicher noch einige Monate vergehen und ich hab keine Idee, wie ich das überstehen soll.

    Besserr du scheißt dir in die Windel statt in die Hose.

    Führst du ein Ernährungstagebuch um herauszufinden was den Durchfall auslöst?

    Oder isst du munter weiter wie bisher und wartest auf die Diagnose eines Arztes?

    Wäre ich du würde ich erst nach dem "Geschäft" aus dem Haus gehen, unterwegs nichts essen und eine Vorlage tragen.

    Auf keinen Fall würde ich deswegen nur noch zu Hause sitzen.

    Ich führe Buch seit fast 3 Wochen. Allerdings habe ich weder während noch nach dem Essen Beschwerden. Daher sehe ich da bislang keinen Zusammenhang. Bei der Ernährungsberaterin (zum Glück um die Ecke) habe ich am 17.03. einen Termin.


    Nach dem Geschäft raus zu gehen ist zwar ein guter Tipp, allerdings sinnlos, da ich mehrmals hintereinander muss (zu unterschiedlichen Zeiten). Und selbst dann kommt es noch oft vor, dass ich ne Stunde später wieder muss. Bis zu 8 Mal am Tag will sich mein Darm entleeren. Das ist schon seltsam.

    Das könnte tatsächlich Colitis Ucerosa sein.

    Man muss aber nicht zwangsläufig während des Essens schon Beschwerden haben.

    Ich war im letzten Sommer zur Darmspiegelung und da wurden CEDs ausgeschlossen. Keine Ahnung, ob man sich da irren kann. Die Magenspiegelung vor kurzem war übrigens auch ohne Befund.


    Ja, ich weiß. Ich habe es nur geschrieben, aufgrund deines Hinweises mit dem Ernährungstagebuch.


    Aber eigentlich sollte es hier nicht um meine Darmbeschwerden gehen 😉

    IchmachmirdieWelt schrieb:

    Ja, das es etwas zwanghaftes ist, war mir irgendwie klar. Aber wenn ich nach Zwangsgedanken kommen halt keine Infos, die zu meinem Symptom passt (Monologe).


    Doch, Monologe sind nicht ungewöhnlich bei Zwängen.

    Zwanghaft ist dann meist auch der Ablauf und auch die Inhalte.


    Du brauchst Hilfe. Alleine ist es kaum zu verbessern.

    Über den Psychiater solltest du an Hilfe und Infos kommen.


    Je länger du unbehandelt bist, desto stärker kann es werden. Es können Zwangshandlungen dazukommen und mehr Ängste.

    Monologe sind ein Zeichen dafür dass dich etwas sehr beschäftigt und du es seelisch noch nicht verarbeitet hast.Dabei kann dir nur ein Therapeut helfen.

    Wie sieht denn dein Tagesablauf aus?