Schlafproblem: Konditionierung aufheben?

    Hallo,


    ich leide seit einiger Zeit an einer generalisierten Angststörung. Seit nun knapp einer Woche ist mein Schlaf davon betroffen. Ich hatte eine sehr stressige Arbeitsphase, in der ich Nachts nicht zur Ruhe kam. Diese Arbeitsphase ist zwar vorbei, jedoch sind die Schlafprobleme geblieben. Zuerst hatte ich einfach nur Schwierigkeiten, einzuschlafen, bin nachts aufgewacht oder war morgens zu früh wach. Gestern Nacht jedoch, habe ich überhaupt nicht mehr geschlafen – und jetzt beginnt natürlich die Phase, in ich schon Angst habe, nicht schlafen zu können, bevor ich überhaupt ins Bett gehe. Mein Herz beginnt schneller zu schlagen und das macht mich natürlich wach. Ich habe mich also wahrscheinlich darauf konditioniert, im Bett wach zu sein.


    Hat jemand Erfahrung, wie man das wieder aufhebt und wie man möglichst schnell wieder in den Schlaf findet?


    Ich mache mir im Rahmen meiner Angststörung schon länger Gedanken, dass ich eine ernsthafte psychische Krankheit bekommen könnte wie eine Psychose (auch wenn ich schon weiß, dass ich eher ein Neurotiker bin). Der Schlafmangel macht mir allerdings sorgen, dass ich nach einiger Zeit vielleicht wirklich durchdrehe, oder halluziniere. Und das wiederum lässt mich Nachts wach bleiben.


    Hat jemand eine Idee oder einen Tipp für mich?

  • 17 Antworten

    Hallo! ich muss gestehen, dass ich ohne Schlaftabletten nicht auskomme. Von einer Gewöhnung möchte ich nicht sprechen, weil die Schlafprobleme waren zuerst da - ganz ohne Tabletten - und hatten über Monate angedauert. Wenn das Fernsehprogramm um 22 Uhr zu Ende ist, und ich kann erst um 2 oder 3 Uhr einschlafen, tut das echt weh.


    Ich komme mit den Schlaftabletten aus der Fernsehwerbung und rezeptfrei in der Apotheke ganz gut zurecht. Das halte ich nicht für ideal, aber für besser, als mit Psychopharmaka in die Psyche einzugreifen, die einen dann den ganzen Tag benebeln. Frage dazu bitte Deinen Apotheker /-in.

    Ja, ich nehme heute Abend mal Hoogar Night. Habe gehört, dass das Abhilfe schaffen kann. Allerdings will ich versuchen, eher über eine Verhaltensänderung bzw. Verhaltenstherapie zu einer Lösung zu kommen. Medikamente will ich nur äußerst spärlich einsetzen.

    Erst ins Bett gehen, wenn man wirklich müde ist, oder den Schlaf gar nicht ans Bett koppeln. Wenn Du kopfstehend in der Küche schlafen kannst, ist das auch in Ordnung. Nach ein paar müden Tagen und Nächten renkt sich das so möglicherweise ganz von allein wieder ein.


    Ich denke, Du siehst es ganz richtig, dass Du Dich unter Druck setzt und das ist eine schlechte Voraussetzung, um in den Schlaf zu finden. Es ist keine Katastrophe, mal ein paar Nächte schlecht oder auch nicht zu schlafen, davon wird niemand psychotisch. Zumal Du vermutlich tagsüber müde bist und Schlaf nachholst? Aber selbst wenn nicht, ist eine schlaflose Nacht oder ein auch längerfristig gestörter Nachtschlaf kein Grund zur Panik. Unangenehm, möglichst zu verbessern, aber ganz sicher kein Grund für große Ängste.


    Bist Du wegen Deiner Angststörung in Behandlung? Gut im Griff zu sein scheint sie ja nicht.

    Auch rezeptfreie Schlafmitteln sind Psychopharmaka! Alles was dem Hirn beeinflusst, ist eine per Definition eine Psychopharmaka.

    Per se ist die Angststörung besser im Griff als bis vor ein Wochen. Es ändern sich halt immer nur irgendein Symptom. Diesmal ist es der Schlaf. Ist doch typisch für Angst: Irgendwas körperliches funktioniert nicht, wie es soll und schon versteift man sich drauf, fokussiert und macht es dadurch erstmal schlimmer.

    Ich konnte noch nie gut einschlafen, weil mein Gehirn über alles mögliche nachdenkt, wenn ich gerne schlafen würde. Witzigerweise gibt es zwei gegensätzliche Methoden, die mich in wenigen Minuten einschlummern lassen: Ohrstöpsel und Hörbuch. Ohrstöpsel habe ich nur ganz selten ausprobiert, da ich das Gefühl nicht so sehr mag, aber obwohl ich in einer ruhigen Gegend wohne und es mit Stöpsel fast lauter "rauscht" als ohne, ist die Erfolgsquote nahe 100%. Inzwischen höre ich über Internetstreamingdienste (auch kostenlose) Hörbücher, funktioniert bestens. Eigentlich ist es völlig egal, was läuft, hauptsache es ist einigermaßen gleichmäßig und keine Musik. Markus Lanz ist zB auch super ;-D

    Lieber Nerdtorious,


    ich kenne das Problem der Schlafstörungen schon sehr lange. Über Jahre habe ich mich damit herumgequält. Ich konnte nie wirklich schnell einschlafen und habe mich eigentlich immer mindestens eine halbe Stunde im Bett herumgewälzt, oft noch viel länger. In der Nacht bin ich Phasenweise oft aufgewacht und konnte dann manchmal über Stunden nicht wieder einschlafen. Wenn am Morgen der Wecker ging, war ich dann völlig gerädert und zu den eh schon bestehenden Depressionen und der Angststörung kam dann durch die Übermüdung noch mehr depressive Stimmung und Antriebsschwäche hinzu.


    Jetzt ist es bei dir erst seit ein paar Tagen so und es ist denke ich für uns Angsthasen normal, dass wir dem viel mehr Bedeutung beimessen, als nötig wäre. Das kenne ich von mir auch. Die Angst vor der Angst, bzw. die Angst wieder nicht schlafen zu können ist einfach groß. Kenne ich zu gut... Aber warte ab, das kann eine Phase sein und von ganz allein wieder besser werden.


    Ich habe mich in schlimmen Phasen mit Entspannungsübungen über Wasser gehalten. Eine App (Endlich schlafen) mit einer entspannenden Meditation hat mir sehr oft beim Einschlafen geholfen.


    Immer wenn gar nichts ging, habe ich die App eingeschaltet. Die Meditation geht über eine halbe Stunde. Eigentlich dachte ich immer, dass mir diese halbe Stunde nicht reichen wird und ich am Ende noch immer wach bin. Doch am nächsten Morgen lag das Handy, oder das Ipad neben mir und ich hatte gut geschlafen. Und das Einschlafen ging immer schneller, da mein Körper nun darauf konditioniert war.


    Die App half mir (und hilft mir teilweise heute noch) abzuschalten, aus dem Gedankenkarussell herauszukommen.


    Inzwischen nehme ich allerdings nach 16 Jahren Angststörung ein leichtes Antidepressivum, das angstlösend wirkt. Ich habe mich so lange dagegen gewehrt, etwas zu nehmen. Schlaftabletten kamen (und kommen) für mich schon gar nicht in Frage. Heute bin ich froh, dass ich es nun doch versucht habe. Ich kann sehr viel besser ein- und durchschlafen. Die ersten Wochen der Einnahme habe ich geschlafen wie ein Stein, manchmal 12 Stunden die Nacht. Ich war in der Zeit zum Glück krankgeschrieben, sonst wäre es nicht gegangen. Kurz nach der Einnahme bin ich friedlich eingeschlafen. Herrlich! Ich glaube, mein Körper hat sich erstmal ganz viel Schlaf und Erholung genommen, die er vorher so nicht hatte.


    Inzwischen wird die schlafförderne Wirkung weniger und ich bin bei meiner persönlichen Dosis (Minimaldosis) angekommen. Ich nehme das Medikament nun Mittags und Abends und werde davon nicht mehr so furchtbar müde, sonst könnte ich auch nicht zur Arbeit fahren. Aber ich schlafe trotzdem deutlich besser ein und durch.


    Alles Liebe! @:)

    Das klingt schon mal sehr vielversprechend. Und ich habe mich auch parallel schlau gemacht, dass man theoretisch über Tage ohne Schlaf auskommen kann. Meine Panik war, dass man schon nach 2-3 Tagen verrückt werden könnte.


    Ich habe mir einen Ratgeber bestellt, werde mir heute Abend mal etwas leichtes zum Schlafen nehmen und ein warmes Bad genießen. Ich bin mir sicher, dass wird dann schon besser. Ich berichte dann, wie es war.

    Du solltest irgendwie versuchen, dir keinen Druck zu machen... Klingt wahrscheinlich leichter, als getan. Vielleicht hilft es, wenn du dir dein Schlafzimmer richtig schön machst, einen Ort an dem du dich wohl fühlst und nur positive Gefühle mit verbindest. Beruhigende Farben, schöne weiche Stoffe ein tolles Kopfkissen und Decke wären denkbar.


    Ganz viel Erfolg weiterhin *:)

    Keine Sorge, bevor du aus Schlafmangel verrückt wirst, schläfst du ein. Es ist wirklich nicht schlimm, wenn man ein paar Nächte schlecht, wenig oder auch mal gar nicht schläft. Irgendwann ist man dann so müde, dass das Gedankenkarussell aufhört und der Körper sich sein Recht holt.

    Letzte Nacht hat erst schwierig angefangen und ich habe fast 4 Stunden gebraucht, um einzuschlafen. Glücklicherweise musste ich heute morgen nicht allzu früh raus und bin gegen 2 eingeschlafen und konnte bis 9 schlafen. Bin zwar ein paar mal aufgewacht aber ich bin heilfroh, dass ich endlich geschlafen habe. Kann gar nicht sagen, ob es an dem Hoogar Night lag (so richtig was gemerkt habe ich davon irgendwie nicht)

    Aktuell ist auch Vollmond...


    Oft hört und liest man ja, dass das Schlafverhalten mit dem Vollmond nichts zu tun haben soll. Ich selbst erlebe aber immer wieder, dass ich kurz vor Vollmond schlechter schlafe, was schlagartig vorbei ist, wenn der Mond wieder abnimmt. Und ich schaue niemals in einen Mondkalender oder so. Oft wundere ich mich, warum ich so schlecht geschlafen habe und entdecke erst dann, dass mal wieder Vollmond ist.


    Ich träume dann auch die unmöglichsten und kuriosesten Sachen. Mein Freund schüttelt immer den Kopf wenn ich es ihm erzähle und meint, dass ich eine mehr als blühende Phantasie haben muss ;-D


    Heute erreicht der Vollmond seinen Höhepunkt (hab ich dann doch eben mal nachgeschaut). Vielleicht wird's bei dir ja dann auch wieder besser :)*