• Schweigepflicht Minderjährige/Hormontherapie

    Mein Kind hat im letzten Winter darauf bestanden, eine Psychotherapie anzufangen. Es ist minderjährig, aber knapp vor Volljährigkeit. Wir wussten nicht, warum es das wollte und haben auch nicht nachgebohrt und alle Befreiungen für die Schule etc. ermöglicht. Die Psychotherapie wurde über seinen Psychiater aus der Autismus-Ambulanz vermittelt, dort…
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    tiramisu01 schrieb:

    Was wäre denn die Konsequenz daraus, wenn dir dein Jurist sagt, dass das falsch lief und die Juristen der Ärzte, dass es legitim war, euch nicht einzubinden? Würdest du klagen? Würdest du die Ärzte, die gerade deinem Kind helfen vor Gericht zerren?

    Meiner Einschätzung nach haben sich die Behandler korrekt verhalten. Dennoch sollte man sich der Tragweite einer Geschlechtsumwandlung bewusstsein. Der Begriff "Geschlechtsanpassung" ist eher verniedlichend. Der Sohn/die Tochter wurden als Junge/Mädchen geboren und die Umwandlung in ein anderes Geschlecht ist sehr, sehr aufwendig. Ein "sekundärer" Mann kann keine Kinder zeugen, und eine "sekundäre" Frau keine Kinder gebären. Das sollte man bedenken.

    1) Der Begriff "Geschlechtsanpassung" ist nicht verniedlichend sondern richtig. Da ist z.b. ein Mann im Körper einer Frau geboren oder umgekehrt und dann wird das Geschlecht durchaus angepasst ! Es ist NICHT so dass jemand in einem Männerkörper geboren ist "und eine Frau sein will".

    2) Es geht ja in dem Fall um eine Hormontherapie. Eine OP KANN irgendwann erfolgen MUSS ABER NICHT !

    3) Mich würde interessieren wieviel Vertrauen Euer Kind noch zu seinem "Kinderarzt" hat

    Silbermondauge schrieb:

    Der Begriff "Geschlechtsanpassung" ist nicht verniedlichend sondern richtig.

    Ich hatte sogar selbst den falschen Begriff gewählt, es muss heißen Geschlechtsangleichung.


    Es ist nicht ein Mann im Körper einer Frau geboren, denn dann hätte er ja XY-Chromosom. Vielmehr weicht die "empfundene" sexuelle Identität vom tatsächlichen Geschlecht ab.


    Ohne Operation ist eine Geschlechtsangleichung (Political correctness sei Dank!) unvollständig.


    Der Eingangsbeitrag ist übrigens sehr verworren, weil der Schreiber/die Schreiberin wie die Katze um den heißen Brei redet und mann muss den Beitrag mehrmals lesen, bis man versteht um was es geht. Das Geschlecht des Nachwuchses wird permanent verschwiegen. Zudem wird angedeutet, dass der Sohn/die Tochter ein Autist ist.

    Schlabbermaul, ich denke, sie spricht von "Kind", weil sie Kinder beiderlei Geschlechts hat und es uns schlichtweg nichts angeht, welches der Kinder es betrifft.

    Autismus wird nicht angedeutet, sondern in anderen Fäden ausgesprochen, dass mehrere Kinder und evtl. Elternteil betroffen sind.

    ms92 schrieb:

    sie spricht von "Kind", weil sie Kinder beiderlei Geschlechts hat und es uns schlichtweg nichts angeht, welches der Kinder es betrifft.

    Wieso? Wir kennen doch sie/ihn gar nicht, also auch nicht ihre/seine Kinder.

    Jetzt versetzen wir uns mal in den Koerper des Kindes:

    Es hat Selbstzweifel muss mit sich ins Reine kommen... ist eh schon alles recht kompliziert fuer ein 17-Jaehriges Wesen das sich gerade selbst finden muss.


    Waere ich in dieser Situation wuerde ich das Einweihen der Eltern, die Diskussionen und die daraus entstehenden Spannungen als Hinderlich muehsam und auch eher unbedeutend empfinden, da es primaer um mich und mein Wohlbefinden, meine Zukunft und Identitaet geht.


    Viele Koeche verderben den Brei bzw. sind hinderlich die Objektivitaet und den Fokus zu behalten.


    Ich wuerde meine Eltern auch aussen vor lassen -sowohl als Arzt/Psychologe/Psychiater/ als auch als Kind denn erstens wuerde das die Eltern in beider Augen nichts angehen noch waere es positiv oder negativ fuer den Behandlungserfolg.

    criecharlie schrieb:

    Der behandelnde Psychologe arbeitet nicht systemisch; er sieht "nur" das Kind, alles außen rum wird von ihm während der Behandlung ausgeblendet.

    Ähm, würde mir ehrlich gesagt nicht gefallen. Wenn ich das so lese zweifle ich außerdem an seiner Qualifikation. Dass ich als Elternteil damit quasi systematisch/therapeutisch außen vor gelassen werde und mich dann wundern darf, was alles an mir vorbei geht, kann es ja wohl nicht sein. Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie ich mit meiner Enttäuschung umgehen würde. Schön ist das nicht.

    criecharlie schrieb:

    Wir haben alle Vorboten (Anmeldung an neuer Schule unter Namen anderen Geschlechts, Kauf typischer Klamotten etc..), VOR OUTING mitgemacht ohne groß zu bohren.


    Evoluzzer schrieb:

    Dass ich als Elternteil damit quasi systematisch/therapeutisch außen vor gelassen werde und mich dann wundern darf, was alles an mir vorbei geht, kann es ja wohl nicht sein.

    Das Elternteil ist nur vom Arzt 'außen vor' gelassen, denn wer wie chriecharlie sein Kind unter dem Namen des anderen Geschlechts bereits an der Schule anmeldet hat, dürfte ja wohl schon eine Ahnung haben, daß es dem Kind mit seinem Wunsch ernst ist.


    Entscheidend ist lt. Gesetz die 'natürliche Einsichts- und Urteilsfähigkeit' und es ist davon auszugehen, daß die diese etwa ab dem 14. Lebensjahr vorliegt. Wenn sich ein Arzt NICHT daran hält und die Eltern einweiht, dann kann dieser in Teufels Küche geraten. Quelle


    Vielleicht sollte man in diesem Falle ins stille Kämmerlein gehen und reflektieren, warum einem diese Sache derartig aufregt. Wie hier schon vermutet wurde, möglicherweise doch eher wegen der Tagsache, daß der/die Jugendliche eine Entscheidung ohne seine Eltern treffen möchte bzw. bereits getroffen hat?

    Seven.of.Nine schrieb:

    Das Elternteil ist nur vom Arzt 'außen vor' gelassen, denn wer wie chriecharlie sein Kind unter dem Namen des anderen Geschlechts bereits an der Schule anmeldet hat, dürfte ja wohl schon eine Ahnung haben, daß es dem Kind mit seinem Wunsch ernst ist.

    Ich habe mich explizit auf den behandelnden Psychologen bezogen. Das mag etwas untergegangen sein, da der TE in Richtung Rechtslage gefragt hatte. Die ist, wie sie ist, da lässt sich nichts daran ändern. Trotzdem würde mir hier der Stil des Psychologen nicht schmecken. Aber den wird ja auch jemand ausgesucht haben. Ein Psychologe, der frei von "Umwelt" therapiert, ist für mich allerdings ebenso schwer vorstellbar. Wer weiß, was da wieder an Formulierung daneben gegangen ist.

    Seven.of.Nine schrieb:

    Vielleicht sollte man in diesem Falle ins stille Kämmerlein gehen und reflektieren, warum einem diese Sache derartig aufregt.

    Das ist der Punkt.

    EIn Geschlechtsumwandlung ist ein sehr aufwendiger, lang dauernder operativer Eingriff, der nicht rückgängig gemacht werden kann. Das sollte man wissen.


    Es wäre sehr nett, wenn du den korrekten Begriff GeschlechtsANGLEICHUNG verwenden würdest.

    Da wird nichts umgewandelt nur die äußere Erscheinung dem gefühlten Inneren angeglichen.

    Es wäre schön, wenn der Begriff Umwandlung endlich aus den Köpfen der Leute verschwindet.

    Also ich kann auch die Eltern verstehen.


    Die allermeisten Eltern wollen informiert sein, wenn bei ihren MINDERJÄHRIGEN Kindern so eine Behandlung begonnen wird, unabhängig von der Rechtslage.


    Ist ein ganz normales fürsorgliches Verhalten.

    Es ist sehr schwierig überhaupt einen Psychologen zu finden, der so eine Therapie durch führen darf.

    Dazu bedarf es speziell ausgebildeter Psychologen die es nicht an jeder Ecke gibt.

    Wer ländlich wohnt muss oft lange Wege zum Psychologen in Kauf nehmen.

    Mehr als 100 Km für EINEN Weg ist da keine Seltenheit.


    Ein "sekundärer" Mann kann keine Kinder zeugen, und eine "sekundäre" Frau keine Kinder gebären. Das sollte man bedenken.

    @ Schlabbermaul, das ist den Betroffenen sehr wohl bewusst!

    Aber wenn ein Betroffener beim Blick in den Spiegel so sehr leidet. dass er sich quasi auf de Stelle mit einem Messer die verhassten Brüste oder den verhassten Penis abschneiden möchte dann ist es ihm schnurz piep egal, ob er später Kinder bekommen oder zeugen kann,

    Viele Betroffene möchten dann am besten sofort alles weibliche bzw. männliche entfernt haben, weil eine Frau nun mal nichts männliches bzw. ein Mann nichts weibliches an sich haben möchte.

    Die, die über den Aspekt der Kinderlosigkeit nachdenken sind tatsächlich oft die Eltern der Betroffenen, die dann ja später nicht mehr Großeltern werden können.

    Niemand de einen enorm hohen Leidensdruck hat wird auf einen Angleichung verzichten, nur weil er oder sie später nicht Mama oder Papa werden kann,


    criecharlie ,

    ich wollte dich nicht verurteilen oder angreifen.

    Ich hatte nur nach dem Lesen des Eingangspostings den Eindruck du hättest das mit den Hormonen gerne verhindert.

    Und Hormone sind für viele Betroffene einfach sehr wichtig, weil man ohne Hormone optisch nicht das erreichen kann was man gerne möchte.

    Leider gibt es aber viele Eltern die das mit der Geschlechtsangleichung anfangs als Spinnerei abtun.

    Erst wenn es mit den Hormonen losgeht begreifen viele Eltern wie Ernst es dem Kind mit der Angleichung ist.

    Viele denken auch, so lange das Kind keine Hormone nimmt ist immer noch eine Rolle rückwärts möglich.

    Seven.of.Nine schrieb:

    Vielleicht sollte man in diesem Falle ins stille Kämmerlein gehen und reflektieren, warum einem diese Sache derartig aufregt. Wie hier schon vermutet wurde, möglicherweise doch eher wegen der Tagsache, daß der/die Jugendliche eine Entscheidung ohne seine Eltern treffen möchte bzw. bereits getroffen hat?

    Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass die Eltern überrumpelt sind. Unterstützend scheinen die Eltern ja zu sein, sonst hätte das mit der Anmeldung an einer neuen Schule mit neuem Namen etc ja gar nicht so reibungslos stattgefunden.

    Ich könnte mir trotzdem vorstellen, dass die Eltern erst mal schlucken müssen, dass nun bezüglich Hormonblockern erste Fakten geschaffen werden. Ich wette, dass sich alle Eltern gesunde und glückliche Kinder wünschen. Wenn eine Geschlechtsangleichung begonnen wird, ist das ein offensichtliches Zeichen, dass das Kind aktuell nicht rundum glücklich ist. Und eine Angleichung, vor allem wenn es zu OPs kommen sollte, ist ein nicht unbeträchtlicher Eingriff in einen, was die rein körperliche Seite angeht, gesunden Körper.

    Dass das mit den Eltern, auch wenn sie dem Kind immer den Rücken stärken, emotional nahe geht, wundert mich kein bisschen und ich finde es auch nicht verwerflich, dass sie sich gewünscht hätten, dass sie mehr einbezogen worden wären.

    Plüschbiest schrieb:

    Es wäre sehr nett, wenn du den korrekten Begriff GeschlechtsANGLEICHUNG verwenden würdest.

    Ist es denn so, dass das Wort Geschlechtsumwandlung inzwischen verboten ist? Ist es, meines Wissens nach, in der Umgangssprache nämlich absolut nicht. In der Umgangssprache wird vieles nicht so exakt gehandhabt, wie es das im medizinischen Bereich wird. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird zB auch oft von Fruktoseintoleranz gesprochen. Dabei muss da sehr wohl zwischen der Intestinalen Fruktoseintoleranz / Fruktosemalabsorption und der Hereditären Fruktosetoleranz unterschieden werden. Das sind, auch wenn man das der Umgangssprache nicht entnehmen kann, tatsächlich zwei verschiedene Paar Stiefel. Bei solchen Themen meldet sich die "Sprachpolizei" dann aber nicht so schnell zu Wort ;-)