• Schweigepflicht Minderjährige/Hormontherapie

    Mein Kind hat im letzten Winter darauf bestanden, eine Psychotherapie anzufangen. Es ist minderjährig, aber knapp vor Volljährigkeit. Wir wussten nicht, warum es das wollte und haben auch nicht nachgebohrt und alle Befreiungen für die Schule etc. ermöglicht. Die Psychotherapie wurde über seinen Psychiater aus der Autismus-Ambulanz vermittelt, dort…
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    also ich hab die Geschichte hautnah bei einer Freundin erlebt. Sie hat alles 100% mitgetragen da das Kind erst 12 war bei Einstieg der Behandlung und die Rennerei mit Gutachten etc war enorm. Inzwischen ist das Kind 19 und involviert die Mutter selbst. Wenn es nächstes Jahr zur op geht ist die Mutter sicher noch mal eine große Hilfe .

    Jedoch darf der Arzt einfach mit 17 nicht über den Kopf des patienten die Mutter involvieren egak ob ein Psychologe ein Gyn oder ein Chirurg.

    Eine 17jährige entscheidet auch über eine Abtreibung, als Beispiel.

    Ich habe aber auch den Grund de Aufregung noch nicht begriffen. Ein Kind mit dem anderen Geschlecht auf nee Schule anmelden geht offiziell ja erst nach der Personenstandsänderung. Dann ist man auf dem Weg auch schon weit und eigentlich kommen die Hormone sogar früher. Oder wurde das Kind nur anders genannt. Das ist dann ein Kompromiss mit der Schule aber dann sollten einen hormonblocker und dann Hormongaben ja geistig nicht mehr schocken.

    Gott sei Dank ist die Namensänderung mittlerweile ohne Gutachter möglich.

    Vor einem Jahr noch hätte ein Betroffener zu zwei Gutachtern gemusst, die unabhängig voneinander ein Leben im falschen Körper bestätigen mussten.

    Und da wurde auf viele Dinge geachtet, die man nicht für möglich hält.

    Einem Betroffenem wurde die Namensänderung verweigert weil er ein Damenrad fuhr.

    Eine mindestens einjährige Therapie ist aber immer noch von Nöten damit die Krankenkasse die Kosten für angleichende Operationen übernimmt.


    http://www.trans-infos.de/diag…ualitaet-transidentitaet/

    Plüschbiest , kann es sein, dass du gerade Namensänderung und Personenstandsänderung in einen Topf wirfst? Für zweiteres werden meines Wissens (immer noch) diese 2 Gutachten benötigt.


    Und ich frage nochmal: gibt es eine Quelle dafür, dass nur speziell ausgebildete Therapeuten die (richtigerweise, weil zur Auseinandersetzung mit sich selbst förderliche) erforderliche Therapie durchführen dürfen?

    Wer vorhat sich angleichen zu lassen MUSS zu einem darauf spezialisierten Psychologen der sich damit auskennt.

    Ich habe allerdings das Gefühl wird reden hier aneinander vorbei.

    Ich meine hier ausdrücklich Betroffene die sich angleichen lassen wollen.

    Die MÜSSEN sch einer einjährigen Therapie unterziehen, weil ohne diese Therapie keine Kostenübernahme durch die Krankenkasse erfolgt.

    Diese Therapie kann nur von einem darauf spezialisierten Psychologen bzw. Psychotherapeuten durchgeführt werden.

    Die Personenstandsderung ist üblicherweise nur möglich wenn zwei Gutachter unabhängig voneinander eine Personenstandänderung befürworten, bzw. bestätigen dass ein Leben im falschen Körper vorliegt.

    Intersexuelle können mittlerweile ihren Personenstand ganz einfach ändern ,indem sie ein ärztliches Attest vorlegen dass ihnen eine Variante Geschlechtsentwicklung bescheinigt.

    Mittlerweile soll es ausreichen wenn ein Transsexueller ein Attest seines Arztes mitbringt, in dem ihm bescheinigt wird dass eine variante Geschlechtsentwicklung vorliegt.

    Der Standesbeamte hat das zu akzeptieren und den Personenstand zu ändern.

    Man nutzt da im Prinzip ein Schlupfloch, denn ursprünglich sollte es nur für Intersexuelle gelten.

    Ein Standesbeamter ist aber weder Arzt noch Psychologe und daher weder befähigt noch befugt die variante Geschlechtsentwicklung anzuzweifeln.

    Ich möchte hier aber nochmal betonen dass ich nicht selbst betroffen bin von der Thematik, sondern nur ein wenig mitbekommen habe, da ich einen Freund habe der betroffen ist und ich dessen Geschlechtsangleichung und das Ganze drum und dran mitverfolgt habe

    Ich habe dazu auch so einiges im Internet gelesen, aber es ist natürlich immer möglich dass man da was durcheinanderbringt.



    wintersonne 01 schrieb:

    Ich kann die TE verstehen, auch wenn das Kind bald 18 wird ... alles total vorbei an den Eltern zu machen finde ich von den behandelnden Ärzten auch nicht o.k.

    Ich habe das criecharlie auch schon gefragt und keine Reaktion erhalten. Deshalb nochmal an dich und andere, die das so sehen:

    Was wäre die Alternative, wenn das Kind klar zu verstehen gibt "Meine Eltern sollen das erst erfahren, wenn es wirklich losgeht" ?


    Ich habe absolutes Verständnis dafür, dass einen das als Elternteil von den Socken haut, wenn man da gerade überhaupt nicht mit gerechnet hätte. Und dass man eine schrittweise Begleitung und Information durch den Behandler glücklicher gefunden hätte. Das ist wahrscheinlich "normaler", als als Eltern zu sagen "Och, mach doch, muss ich nicht unbedingt was von wissen".

    Aber es ist nunmal so gekommen. Das Kind wollte die Eltern nicht über den jeweils aktuellen Stand und wann weitere Schritte folgen informieren.

    Hätte der Behandler dann die Behandlung verweigern sollen? Mit der Begründung "Nur, wenn deine Eltern eingeweiht werden"?

    wintersonne 01 schrieb:

    Da auf ein emotionales Zusammenbleiben der Familie hinzuarbeiten wäre sinnvoller und gerade wenn Eltern immer tolerant waren. Seine Familie zu verlieren ist eine traurige Angegelenheit und das durch nicht einbeziehen der Eltern zu riskieren halte ich für falsch. DAs würde ich den Ärzten auch mitteilen.

    Die Eltern wussten, was Sache ist. Sie wussten lediglich nicht genau, wann der nächste Schritt der Hormontherapie losgeht. Die TE hat es 2 Wochen vorher vom Arzt erfahren (er hat also durchaus informiert, nur eben subjektiv zu spät. Er wusste es "seit Monaten" - die TE aber im Prinzip auch. Er hat gerade nicht ohne die Eltern einzubeziehen die Behandlung begonnen - er hat lediglich die "Vorarbeit" schon erledigt). Das ist ein Reibungspunkt innerhalb der Familie. Aber in einer intakten Failie kein realistisches Risiko, dass man nicht zusammenbleibt.

    Zitat

    Die MÜSSEN sch einer einjährigen Therapie unterziehen, weil ohne diese Therapie keine Kostenübernahme durch die Krankenkasse erfolgt.

    Das ist klar und das ist auch gut so.

    Zitat

    Diese Therapie kann nur von einem darauf spezialisierten Psychologen bzw. Psychotherapeuten durchgeführt werden.

    Und dafür bitte ich (jetzt zum 3. Mal) um eine Quelle, aus der hervorgeht, dass das ausschließlich ein "spezialisierter" Therapeut (auf was spezialisiert? Welche Weiterbildung muss man machen?) sein muss, bzw dass es nicht zulässig ist, dass das ein "normal" ausgebildeter und approbierter, aber nicht spezialisierter Therapeut machen darf.


    Wo du da jetzt Vorbeireden siehst, erschließt sich mir nicht.

    Also fassen wir abschliessend zusammen:
    Objektiv haben die Aerzte absolut gesetzeskonform gehandelt. Unter Einbeziehung der aerztlichen Schweigepflicht und des Datenschutzes kann ihnen zu keiner Zeit ein Vorwurf gemacht werden.


    Subjektiv haben die Eltern mit ihrem Kind noch Einiges privat zu klaeren, das wiederum NICHT Aufgabe der Aerzte ist.


    (Sicher haben die Psychologen auch darueber mit der betroffenen Person geredet, diese wird dann schon entsprechend geantwortet haben was die Eltern angeht)


    Damit waere die Problematik wohl behandelt und zu einem klaren Abschluss gebracht.


    1:0 fuer die Aerzte, die hier alles richtig gemacht haben. Gesetzlich sowie auch im Sinne des Patienten


    Mein Lieblingswort in diesem Thread war uebrigens "Geschlechtsumwandlung" :)

    Zitat

    Damit waere die Problematik wohl behandelt und zu einem klaren Abschluss gebracht.

    Na dann...

    danke für den Input.

    mnef schrieb:

    Was wäre die Alternative, wenn das Kind klar zu verstehen gibt "Meine Eltern sollen das erst erfahren, wenn es wirklich losgeht" ?

    als Phsyhologe mit dem Kind reden , es überzeugen, dass das keine gute Idee ist aus vielerlei Gründen

    Dorfnixe schrieb:
    Zitat

    Diese Therapie kann nur von einem darauf spezialisierten Psychologen bzw. Psychotherapeuten durchgeführt werden.

    Und dafür bitte ich (jetzt zum 3. Mal) um eine Quelle, aus der hervorgeht, dass das ausschließlich ein "spezialisierter" Therapeut (auf was spezialisiert? Welche Weiterbildung muss man machen?) sein muss, bzw dass es nicht zulässig ist, dass das ein "normal" ausgebildeter und approbierter, aber nicht spezialisierter Therapeut machen darf.

    Die Indikation kann jeder Psychologe bzw. Psychiater stellen.

    marblemadness schrieb:
    Dorfnixe schrieb:

    Und dafür bitte ich (jetzt zum 3. Mal) um eine Quelle, aus der hervorgeht, dass das ausschließlich ein "spezialisierter" Therapeut (auf was spezialisiert? Welche Weiterbildung muss man machen?) sein muss, bzw dass es nicht zulässig ist, dass das ein "normal" ausgebildeter und approbierter, aber nicht spezialisierter Therapeut machen darf.

    Die Indikation kann jeder Psychologe bzw. Psychiater stellen.

    Also gibt es keine Quelle, weil die Info (dass es ein/e spezialisierte/r machen muss) nicht stimmt, nehme ich an.

    Danke!

    wintersonne 01 schrieb:

    Zu sagen Kind bald 18, damit braucht es keine Familie mehr ist zwar überspritzt formuliert aber letztendlich oft das was Phsycholgen so empfehlen bei Problemen ...Loslösung von Eltern in extremer Form - das halte ich prinzipiell fü falsch.

    Wenn man einen fast 18jährigen Patienten als Kind sieht, dann schon. Sonst ist der Patient einfach derjenige, der den Auftrag erteilt und wenn der Arzt ihn für voll nimmt, dann werden diese Punkte sicher auch besprochen, aber die Entscheidung liegt doch nicht beim Arzt. Das wäre völlig unprofessionell und so jemanden würde ich mir auch nicht auf die Menschheit losgelassen sehen wollen. Das hat doch nichts mit dem Alter zu tun, sondern mit der professionellen Haltung des Arztes.


    wintersonne 01 schrieb:

    Da auf ein emotionales Zusammenbleiben der Familie hinzuarbeiten wäre sinnvoller und gerade wenn Eltern immer tolerant waren. Seine Familie zu verlieren ist eine traurige Angegelenheit und das durch nicht einbeziehen der Eltern zu riskieren halte ich für falsch. DAs würde ich den Ärzten auch mitteilen.

    Es stand doch nie in Frage, zumindest hat das criecharlie doch nun oft genug geschrieben, dass die Eltern ihr Kind unterstützen und entziehen jetzt auch nicht plötzlich ihre Unterstützung.

    Dass Eltern sich bei bestimten Entscheidungen ihrer Kinder oder auch dem, was sie tun wünschen einbezogen zu werden ist für mich auch völlig nachvollziehbar. Das war hier aber nun einmal nicht der Fall. Den Arzt hier in eine Pflicht nehmen zu wollen, ist auch verständlich, aber nun einmal moralisch und somit auch gesetzlich nicht zulässig.



    wintersonne 01 schrieb:

    als Phsyhologe mit dem Kind reden , es überzeugen, dass das keine gute Idee ist aus vielerlei Gründen

    Da es aber kein Kind ist, kann es offensichtlich selbst seine Entscheidungen treffen und braucht nicht überzeugt zu werden. Ich hoffe, so übergriffige und respektlose Ärzte gibt es nicht viele.

    Seufz,

    du bist aber verdammt stur.

    Es gibt eigens dafür ausgebildete Psychotherapeuten.

    Es macht überhaupt keinen Sinn zu irgendeinem Psychologen/Psychiater zu gehen.

    Die stellen dir NICHT das Attest aus, dass du brauchst um alles von der Krankenkasse bezahlt zu bekommen.

    Irgendein Psychologe wird dich auch nicht nehmen.

    Die sagen dir gleich, da habe ich keine Ahnung von. Ich kann ihnen nicht weiter helfen

    Das Ganze ist dann einfach nicht zielführend.

    Eine Psychologin wie Sunflower_73 würde erst gar nicht so jemanden behandeln,

    Du gehst doch auch nicht zum Urologen und sagst, kümmern sie sich mal um meine Hirntumor.

    Die Indikation und die Gutachten sind alles nur Formalitäten. Es gibt durchaus "strenge" Therapeuten, die dann nochmal einen Alltagstest über längere Zeit voraussetzen, aber das wird mittlerweile sehr locker ausgelegt. Der Endokrinologe bezieht sich nur auf eine Indikation und führt entsprechend die Hormontherapie durch. Diese Wege wurden da in den letzten Jahren merklich geebnet.