• Schweigepflicht Minderjährige/Hormontherapie

    Mein Kind hat im letzten Winter darauf bestanden, eine Psychotherapie anzufangen. Es ist minderjährig, aber knapp vor Volljährigkeit. Wir wussten nicht, warum es das wollte und haben auch nicht nachgebohrt und alle Befreiungen für die Schule etc. ermöglicht. Die Psychotherapie wurde über seinen Psychiater aus der Autismus-Ambulanz vermittelt, dort…
  • 228 Antworten
    wintersonne 01 schrieb:
    mnef schrieb:

    Was wäre die Alternative, wenn das Kind klar zu verstehen gibt "Meine Eltern sollen das erst erfahren, wenn es wirklich losgeht" ?

    als Phsyhologe mit dem Kind reden , es überzeugen, dass das keine gute Idee ist aus vielerlei Gründen

    Vielleicht ist das ja geschehen?

    "Überzeugen" sollte nicht in "Bekehren" ausarten, wenn das Kind klar gesagt hat, dass es das nicht will und es dafür auch vielerei Gründe hat.

    Also jetzt noch mal ganz genau, mein Bekannter ist zunächst zum Hausarzt,

    da hat er gesagt was mit ihm los ist, um eine Überweisung zu bekommen.

    Wenn es da ist was Dorfnixe meint, dass kann jeder Arzt machen,

    Danach hat er Psychotherapeuten und Psychologen angerufen die alle abgelehnt haben,.

    Die meinten alles, das können wir nicht, sie brauchen einen Psychotherapeuten der auf Sexualstörungen spezialisiert ist.

    Als er die Psychotherapeutin aufgesucht hat vor ca. 5 Jahren da war noch ein einjähriger Alltagstest und die mindestens einjährige Therapie Pflicht.

    Gerade bei Mann zu Frau Transsexuellen ist es so, dass die vor der Angleichung oft schon ausschließlich Männerklamotten tragen.

    Niemanden aus der Familie einzuweihen ist gar nicht mal so selten.

    Viele befürchten ein Gefühlswirrwarr, weil die Familie oft unbewusst gegensteuert.

    Ich kenne auch eine Transperson dies seit Jahren weiß dass sie im falschen Körper lebt,

    aber keine Angleichung in Angriff nimm, weil O Ton, meine Freundin möchte das nicht.

    Wäre diese Person Single sähe das wohl anders aus.

    Plüschbiest schrieb:

    Gerade bei Mann zu Frau Transsexuellen ist es so, dass die vor der Angleichung oft schon ausschließlich Männerklamotten tragen.

    Du meinst sicher Frau-zu-Mann ... ist ja auch gesellschaftliche akzeptiert. Frauen in Hosen sind normal, Männer im Röckchen eher nicht so.

    Ahhh ja, klar Frau zu Mann.|-o

    Kerstin Ott wird voll akzeptiert in ihren Männerklamotten,

    Bei Promis wie Jorge Gonzales findet man das Röcke tragen süß.

    Warum tut die Gesellschaft sich so schwer damit wenn ein vermeintlicher Mann Röcke trägt? Wegen der Transvestiten? Drag Kings sind irgendwie nicht so bekannt wie Drag Queens.

    Ist halt so. Maskuline Frauen gelten maximal als Kampflesbe oder burschikos. Feminine Männer sind recht schnell Schwuchteln oder Transen und sind oft auch Anfeindungen und Gewalt ausgesetzt.

    Zitat

    gesagt was mit ihm los ist, um eine Überweisung zu bekommen.

    Wenn es da ist was Dorfnixe meint, dass kann jeder Arzt machen,

    Meint sie nicht. Sie meint erstens das Indikationsschreiben, und zweitens die (bedarfsunabhängige) "Pflichttherapie", die sinnvollerweise parallel zum Alltagstest stattfinden kann. Beides wird von den meisten Endokrinologen vorausgesetzt, bevor sie mit einer Hormonbehandlung beginnen.

    Ein bisschen Ahnung hab ich schon auch....

    Zitat

    Danach hat er Psychotherapeuten und Psychologen angerufen die alle abgelehnt haben,.

    Die meinten alles, das können wir nicht,

    Ach soooo. Sag das doch gleich. Die sagen, sie können das nicht. Nun, das sagen viele leider auch zu Borderline- oder Suchtpatienten. IdR bedeutet das wohl, dass sie nicht wollen, denn Psychotherapeuten sind - Mangel an Kassensitzen sei dank - in der komfortablen Situation, sich ihre Patienten aussuchen zu können. Die dürfen schon und können auch, aber möchten halt oft nicht. Zum Glück gibt es Ausnahmen, und die jüngeren Therapeuten der neuen Generationen machen es sich wohl etwas weniger bequem.

    Ich hab halt mal mit nem "Sexualtherapeut" (Achtung: das ist kein geschützter Begriff) über das Thema gesprochen und der meinte, wer es sich zutraut und einen Draht zum Patienten hat (was sowieso der wichtigste Wirkfaktor von Psychotherapie ist), solle das ruhig machen, er wär da keineswegs der Spezialist, nur weil er sonst eher mal Paartherapien durchführt oder erektile Dysfunktionen behandelt.

    Dorfnixe schrieb:

    Die sagen, sie können das nicht. Nun, das sagen viele leider auch zu Borderline- oder Suchtpatienten. IdR bedeutet das wohl, dass sie nicht wollen, denn Psychotherapeuten sind - Mangel an Kassensitzen sei dank - in der komfortablen Situation, sich ihre Patienten aussuchen zu können. Die dürfen schon und können auch, aber möchten halt oft nicht. Zum Glück gibt es Ausnahmen, und die jüngeren Therapeuten der neuen Generationen machen es sich wohl etwas weniger bequem.

    Mir ist der Therapeut/Psychologe, der sagt, was er nicht kann (ob er es nicht kann oder will, kommt aufs selbe hinaus) lieber, als einer, der glaubt er kann alles. Davon liest man hier im Forum leider oft genug, wie oft und wie lange Leute in Therapien gesessen sind, die ihnen nichts gebracht haben. Warum wohl? Eine Pauschalisierung wie zitiert wird weder der Sache, noch der Realität gerecht. Bitte etwas differenzierter.

    Zitat
    Zitat

    Damit waere die Problematik wohl behandelt und zu einem klaren Abschluss gebracht.

    Na dann...

    danke für den Input.

    (TE)

    Ich fand das Zitat auch etwas frech und unpassend.

    Da du leider selber aber nichts weiter schreibst, bekomme ich das Gefühl, dass es so falsch dann doch nicht ist. Oder täusche ich mich?

    >>Kerstin Ott wird voll akzeptiert in ihren Männerklamotten,<<

    Auch nicht überall

    >>Bei Promis wie Jorge Gonzales findet man das Röcke tragen süß.<<

    Wobei diese beiden nicht transsexuell sind.


    Ach ja, bitte entschuldige Criechalie, dass ich deinen Thread jetzt etwas mißbrauche, aber:


    Bei Intersexuellen maßen sich Ärzte an, an Babys rumzuschnibbeln weil es ja uuunbedingt ein eindeutiges Geschlecht sein muss. Und ein Baby kann man ja schlecht fragen. Aber bei Transsexuellen muss es eine JAHRELANGE Therapie sein. Irgendwie passt das nicht zusammen.

    Haben Kerstin und Jorge dir im Vertrauen heimlich zugeflüstert dass sie nicht transsexual sind?

    Bein einer Person wie Kerstin Ott die sagt dass ihr das männliche deutlich leichter fällt und die ausschließlich Männerklamotten trägt würde ICH nicht im Brustton der Überzeugung behaupten dass sie nicht transsexuell ist.

    Sie ist auf jeden Fall ein Transgender.

    Was die Babys angeht, da ist man ja Gott sei Dank vom schnellen schnippeln weg.

    Was das schnippeln bei Babys angeht, das sollte bei Kindern verboten sein.

    Solch Op sollten erst ab einem gewissen Alter erlaubt sein.

    Nämlich dann wenn das Kind mitreden kann.

    Man halt als Psychotherapeut faktisch nicht umfassende Erfahrung in allen Störungsbildern. Basta. Und gerade diese Geschlechtsidentität-Themen sind selten - und erfordern mehr Fingerspitzengefühl und Können als andere Dinge, wo man vielleicht nicht die riesige Erfahrung hat, aberwo das Grundlagenwissen fehlt. Das Thema Geschlechtsidentität wurde bie mir weder im Studium noch in den 4200 Stunden Therapeutenausbildung thematisiert. Ich würde so einen Patienten ablehnen oder sehr offen sagen, dass es ein gemeinsames Experiment wird. Habe ich diese Woche mit einem Asperger-Autisten (mein 2. in 13 Jahren Job!) mit zusätzlich entwickelter Zwangsstörung gemacht. Er überlegt jetzt; allerdings gibt es hier auch keine anderen spezialisierten Kollegen. Die nächste ist fast 100 km entfernt.


    Sicherlich gibt's wählerische Psychologen, die sich den Joballtag gemütlich gestalten. Aber es gibt garantiert auch engagierte Therapeuten, die ihre Grenzen erkennen. Überall Spezialisierung, aber Therapeuten dürfen das nicht?

    Sunflower_73 schrieb:

    Patienten ablehnen oder sehr offen sagen, dass es ein gemeinsames Experiment wird

    Klingt zielführender, als die, die meinen alles zu wissen und zu können und vor allem niemals etwas anderes ggü. dem Patienten eingestehen würden.

    :)^für dich

    Danke!


    Habe gerade aber Blödsinn entdeckt:

    Zitat

    Und gerade diese Geschlechtsidentität-Themen sind selten - und erfordern mehr Fingerspitzengefühl und Können als andere Dinge, wo man vielleicht nicht die riesige Erfahrung hat, aberwo das Grundlagenwissen fehlt

    Soll korrekt heißen "nicht die riesige Erfahrung hat, aber wo Grundlagenwissen vorhanden ist."

    Zitat

    Patienten ablehnen oder sehr offen sagen, dass es ein gemeinsames Experiment wird

    Das (fettgedruckte) find ich eine super Lösung!

    Ich habe ja weder gesagt, dass jemand alles können muss, sich nicht spezialisieren darf oder dass Therapeuten, die Transpersonen *ohne* besondere Spezialisierung behandeln, über ihre Grenzen gehen und sich überschätzen.

    Fühlt sich aber gerade ein bisschen so an, als würde mir das unterstellt.

    Sunflowers Lösung find ich da einen klasse Kompromiss. Da entscheiden Patient und Therapeut gemeinsam, das spiegelt für mich schön wider, dass die therapeutische Beziehung ein ganz wesentliches Element ist.


    Eine Frage stellt sich mir noch: wie viele von diesen sehr seltenen Fällen muss man denn behandelt haben, um dann von sich behaupten zu dürfen, sich damit auszukennen? Denn kurz nach der Approbation verfügt man ja für die allermeisten Störungsbilder (Depression vielleicht ausgenommen) über einen Erfahrungsschatz von n=1, und so einige hat man bis dahin wohl noch gar nicht selbst behandelt (ich denke da so an Trichotillomanie, körperdysmorphe Störung oder Bipolare zum Beispiel), die traut man sich doch dann auch recht schnell zu.... ":/

    Schade dass Criecharlie sich hier nicht äußert.

    Ich frage mich die ganze Zeit, was genau dein Problem mit den Hormonen ist.

    Hättest du gerne die Chance gehabt dir das noch genauer durch den Kopf gehen zu lassen?