Seelische Bewältigung von Ärztepfusch

    Ich habe an einem Auge seit früher Kindheit einen Befall mit dem Herpesvirus. ( Bin fast 70 Jahre alt) So etwas pflegt immer wieder Erscheinungen zu machen. Eine endgültige Heilung gibt es noch nicht. Es gibt bei dieser Krankheit viele Erscheinungsformen , je nachdem wo am oder im Auge der Erreger zum Leben erwacht ist. Ich bin ärztlich vorgebildet und auch nicht ganz ahnungslos bei Augenkrankheiten.

    Das war eine kleine Einführung. Durch falsche Behandlungen ( Infektionskrankheit als rheumatische Krankheit behandelt) habe ich bei meiner eher seltenen Erkrankungsform ( rezidiviert fast nur im Inneren) sehr viele Fehlbehandlungen mit oft fürchterlichen Folgen und Folgeschäden erleben müssen. Ich kürze ab:

    1996 begab ich mich auf Grund einer einzigen ,guten Erfahrung in die Universitätsklinik. Ich war wegen der Schmerzen und der Angst , dass wieder alles daneben gehen könnte , sehr aufgebracht. Um mich stand eine Gruppe junger Ärzte. Sie machte sich über mich lustig: " De braucht an Psychiater". Ein Arzt übernahm dann die Behandlung. Für mich war es sehr schwer , überhaupt zu vertrauen , denn wieso sollte eine Behandlung jetzt gut gehen , wenn sie davor schon etwa 7 mal daneben ging. Meine Argumente wurden mit "Sie brauchen einen Psychiater " abgetan. Der Behandler sagte auch: " Sie gehen mir schon so auf die Nerven , suchen Sie sich doch einen anderen Augenarzt". Das war leichter gesagt als getan.

    Ich stellte mich in einer anderen Universitätsklinik vor. Dort hatte man einen normalen Umgangston . Der begutachtende Arzt machte sich zwar über die Arbeit des anderen Arztes lustig , aber er tat sonst nichts. Indirekt entschuldigte er sich später für das Benehmen: " Ich wollte mich in die Arbeit der Kollegen nicht einmischen" .

    Ich fragte immer wieder , ob nicht doch die Herpesinfektion vorliege. Diese war ja bereits im Haus diagnostiziert worden , aber die Unterlagen hatte das Krankenhaus verwurstelt. In der Regel kam ich gar nicht mehr bis zum 3. Wort. Er fuhr mir über den Mund. Ich spüre sehr genau , wenn die Cortisondosen zu hoch sind und wenn ein Rückfall bevorsteht. Ich sagte aus Erfahrung: " das wird nicht gut" . Die Antwort des Arztes kennt man schon. Ich wurde als psychiatrischer Fall hingestellt.

    Ich hatte dann unglaubliches Glück und kam danach in gute Hände , aber nicht in der Klinik.

    Die Vergangenheit könnte sich wiederholen , weil mein gutes Behandlungsnetzwerk aus Altergründen zu zerfallen droht. Die schlimme Vergangenheit wird wieder lebendig.( reale Erfahrungen mit probeweisen Besuchen bei jungen Ärzten) .

    Was ich vor allem diesem Arzt in der Uniklinik vorwerfe ist: Im Nebenraum gab es Experten. Er verhinderte , dass ich einer guten Behandlung zugeführt werde. Als ich nach mehrwöchiger ( !!! ) Behandlungspause dann kompetenteren Kollegen vorstellig wurde , ging die Traumatisierung auf andere Art weiter. Die letzte Eintragung der Vorgänger erfüllte ihn mit sichtlichem Vergnügen: " Cortisontropfen bei Bedarf" - eine fatale Verordnung in meinem Fall. Dieser Arzt korrigierte diese Verordnung nicht. Er genoss sie offenbar sogar. Sie hatte auch schwerwiegende Folgen. Ich bekam eine schwere Folgeerkrankung.

    Die gute fachliche und menschliche Betreuung wo anders entschädigte mich in der Folge für die schlimmen Erlebnisse.

    Jetzt musste ich aber erleben , dass nach wie vor nur eine Handvoll Ärzte sich bei mir auskennt. Die anderen glauben nur selbst , dass sie alles wissen. Sie würden mich so behandeln , dass alles wieder in einer Katastrophe endet, auch wenn sie in der Regel einen korrekten Umgangston haben. Ich kann mir jetzt aber besser helfen als damals, weil ich weiß , dass es einschägige Experten gibt.

    Was soll ich tun , damit ich nicht so unter der schlimmen Vergangenheit leide und dass ich wieder positiv in die Zukunft schauen kann?:-( Vielleicht gibt es tröstende Worte oder man nennt mir ein geeignetes Forum?

  • 115 Antworten

    Ich finde, trotz allen Leides, dass du durchgemacht hast, die Überschrift "Ärtzepfusch" vollkommen unangebracht.


    Es heißt "Behandlungsfehler", wenn ein solcher vorliegt.

    Ich erkläre noch schnell, warum die Krankheit trotz Pfusch doch immer wieder ausgeheilt ist:

    Ich hatte mich der fachärztlichen Behandlung entzogen , denn schlimmer als so konnte es nicht mehr werden. So entdeckte ich die Methode , die zur Heilung führte.( Cortison nur nieder dosiert) . Das wollte ich mit dem 2. Behandler besprechen , weil ich es verstehen wollte.Ich verstand ja nicht , warum die "falsche" Behandlung erfolgreich war.

    Dieser Arzt tritt sehr gegen Kurpfuschertum auf und gegen Leute , die sich nicht an Experten wenden , sondern an Wunderheiler. . Für ihn war ich ein absolutes NoGo , weil ich erzählte , dass ich sogar schon auf den Besuch beim Facharzt verzichtet hatte. Tatsächlich muss ein Mensch sehr verzweifelt sein , wenn er so etwas tut. Ich wurde von dieser Figur dafür bestraft , dass ich aus Verzweiflung die Leute mied , die mir ja ohnhin nur geschadet hatten.

    Das schlimmste ist das man so alleine mit den Folgen dasteht, psychisch und körperlich. Ich stehe ganz am Anfang eines Problems nach einer Zahnarztbehandlung wo einiges schief gelaufen ist. Ein passendes Forum habe ich bis jetzt leider nicht gefunden. Es gibt aber Facebook Gruppen, das ist nicht so praktisch wie ein Forum aber besser als nichts.

    Schlabbermaul : Wie man so etwas nennt , ist mir egal. Es war viel mehr als ein einfacher Behandlungsfehler. Es liegen einige Fehler vor. Ambulanzberichte müssen in Österreich 10 Jahre lang aufbewahrt werden. Mein Bericht mit der richtigen Diagnose war schon nach 3 Jahren nicht mehr auffindbar.

    Die Reaktion des Behandlers auf meine Worte war ein absolutes no-go, noch dazu wo es wenige Meter weiter sehr wohl Leute gab , die er fragen hätte können. Es gibt die sogenannte Einlassungsfahrlässigkeit. Wenn ich sage: Diese Therapie führte schon 7 mal nicht zum Erfolg , dann hat er dem nachzugehen. In der Uniklinik gab es zuständige Leute.

    Elisabeth51 schrieb:

    Sie machte sich über mich lustig:

    Elisabeth51 schrieb:

    Er fuhr mir über den Mund.

    Elisabeth51 schrieb:

    Er genoss sie offenbar sogar.

    Elisabeth51 schrieb:

    in einer Katastrophe endet

    Elisabeth51 schrieb:

    damit ich nicht so unter der schlimmen Vergangenheit leide

    Abgesehen von dem vielen verbalen Drama in Deinem Bericht, ist es sicherlich nicht schön, das Gefühl zu haben, nicht richtig behandelt behandelt worden zu sein. Warum bist Du dann nicht anwaltlich vorgegangen?


    Vorallem sollte man irgendwann mit der Vergangeneit abschließen.

    Elisabeth51 schrieb:

    Wie man so etwas nennt , ist mir egal. Es war viel mehr als ein einfacher Behandlungsfehler. Es liegen einige Fehler vor. Ambulanzberichte müssen in Österreich 10 Jahre lang aufbewahrt werden.

    Ich weiß nicht, wie die Terminologie in Österreich ist, aber "Ärztepfusch" heißt es dort ebenfalls nicht. Ich würde den Ausdruck nicht gebrauchen. Du schadest dir damit.


    Das ändert aber nichts daran, das das, was du erleben musstet, ungheuerlich ist.

    HasiX : Die Vergangenheit kommt durch ähnliche Erlebnise auf einmal wieder ans Tageslicht. Vielleicht spielt der Coronarückzug auch eine Rolle.

    Warum ich nicht vorgegangen bin gegen diese Ärzte?

    Ich schrieb dem Patientenanwalt, der Teil der gleichen Organisation ist. Ich bekam von ihm einen Brief , der vor Zynismus nur so strotzte. Einen ähnlich bösartigen Brief bekam eine Freundin , deren Sohn mit einem Hirntumor in Behandlung war.

    Um in meiner Zukunft nicht noch mehr Probleme zu bekomen , verzichtete ich auf weitere Schritte. Die Ärzte reden ja untereinander und Patienten , die sich beschweren , sind unten durch.

    Schlabbermaul

    Warum schadet mir eine eher umgangssprachliche Ausdrucksweise? Sie umfasst ja auch das Benehmen dieser Ärzte , das durch das Wort Behandlungsfehler nicht abgedeckt ist.

    Bist du in psychologischer Behandlung? Wenn nicht, würde ich dir das raten. Vielleicht hilft es dir.

    Ich kann dich verstehen.

    Und wie du es nennst, ist eigentlich egal.

    Das Problem ist, dass du das Vertrauen in die Ärzte verloren hast.

    Mir geht es genauso.

    Ich hatte einen auffälligen Leberfleck im Gesicht und bin über 2 Jahre zu 3 (!!!) Hautärzten und 1 Chirurgen gegangen, weil es mir keine Ruhe ließ und ich Angst vor Hautkrebs hatte.

    Keiner wollte es mir entfernen, weil alle sagten, er wäre gutartig.

    Also habe ich mir einen Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen gesucht, der es auf meine eigene Veranlassung ( und natürlich auf meine Kosten) entfernt hat. Und die Histo ergab- schwarzer Hautkrebs!

    Ich kann dir so nachfühlen! da fühlt man sich so hilflos und unverstanden und findet keine Worte.


    Ich bin seit dem in psychonkologischer Behandlung und war auch 6 Wochen zur Reha. Das hilft mir etwas, aber das Vertrauen in die Ärzte ist weg! Pfutsch!

    Und keiner fühlt sich verantwortlich. Keiner entschuldigt sich. Ist halt so. Pech gehabt. Das eigene kleine Leben ist nichts wert.


    Tja, wie man das wieder gelangen kann, weiß ich nicht. Aber es ist ein schwerer Weg, nun zwischen dem eigenen Bauchgefühl und der Beurteilung von Ärzten zu unterscheiden und den richtigen Weg zu finden.

    Hier in dem Forum bist du falsch.

    Hier wimmelt es von Hypochondern und vermeintlichen "Fachkräften", die meinen, sowas verstehen oder besser nicht verstehen zu können. Verständnis wirst du hier nur von sehr wenigen bekommen. Das darf man den Usern aber nicht übel nehmen. Das sind Erfahrungen , die man machen muss, um sie nachvollziehen zu können.


    Du musst lernen damit umzugehen, denn du kannst das Geschehene nicht rückgängig machen und du wirst keinen Schuldigen finden. Ärzte zu verklagen ist so eine Sache. Schnell geraten, aber was da alles dran hängt- müsig, nervenaufreibend und nicht viel erfolgversprechend. Schone deine Nerven und versuch mit der Sache klarzukommen. Wenn du es alleine nicht kannst (was ich verstehe) hol dir Hilfe. Ich schaffe es ohne Hilfe auch nicht und bin auch noch weit weg vom Erfolg.


    Ich wünsche dir alles alles Gute!@:)@:)@:)

    Liebe Te,


    Ich kann Dich gut verstehen, denn auch mir wäre es ohne die Ignoranz und Inkompetenz mancher Ärzte erspart geblieben mit einer chronischen Krankheit leben zu müssen...Mir hat damals keiner meine Symptome geglaubt, weil ich doch noch so "jung" war und "gesund" aussah :-/Da könne man ja nicht so krank sein, alles psychisch. Komisch denn vor den ganzen Symptomen ging es mir super gut und ich war glücklich.


    Fazit: Wer jung ist und dazu noch gut/gesund aussieht, darf/ kann nicht ernsthaft krank sein. Zumindest nicht, wenn auf den 1. Blick keine Ursache gefunden wird.

    Nicht nur Ärzte denken teils so, auch Arbeitgeber, Freunde, Bekannte, Verwandte...


    Es waren harte Zeiten, aber mittlerweile habe ich gelernt damit zu leben, natürlich auch, weil es mir jetzt besser geht.

    Ach ja, eine Psychotherapie habe ich auch gemacht, sogar zwei.

    Geholfen haben Sie mir schon ein wenig was den Umgang mit all dem betrifft, aber letztendlich muss man eben selber damit klar kommen.

    Mietzli

    Danke für die lieben Worte. Ich wünsche Dir , dass alles gut wird.

    Für Außenstehende ist es schwer, zu verstehen , was solche Ereignisse bei Betroffenen für Folgen haben.

    Mir ging es ja 2 Jahrzehnte lang sehr gut , weil ich in guten Händen war. Erst jetzt , wo die Behandler sich zurückziehen , weil sie im Pensionsalter sind , kamen alte Erinnerungen hoch , als wäre alles gestern passiert.

    Der Sohn einer ganz lieben und genauen Ärztin wird ihre Ordination übernehmen. Er vertritt sie schon. Was ich letzten Dienstag mit ihm erlebte , war auch arg, weniger mir gegenüber als der Mutter gegenüber. Er wird sicher nicht mein Hausarzt werden. Die eigentliche Expertin (für mich fast eine Heilige ) ordiniert aus Altersgründen nur mehr 2 mal pro Woche. Zur Not kann ich sie aufsuchen.

    Für mich war es wichtig , einen Pool an kompetenten Ärzten zu haben.Auch wenn einer krank ist oder im Urlaub , muss ich versorgt werden können. Meine Krankheit holt mich ja immer wieder ein.Ich habe jetzt eine Liste mit spezialisierten Ärzten gefunden . In ganz Österreich gibt es etwa 10 .Einer ohne Kassen ist zufällig in meiner Stadt.Ich werde mich bei ihm demnächst vorstellen , damit ich sehe , ob die Chemie halbwegs stimmt. Dann bin ich beruhigt , denn ich kann in Notfall ( Rückfallsgefahr leider vorhanden) wenigstens auf eine korrekte Behandlung hoffen. Wenn es mir gut geht , vergesse ich alles am liebsten!! Ich war mit kleinen Wehwehchen bereits mehrmals zwischendurch bei einem neuen Augenarzt ( ohne Kassen) . Auf der Rechnung steht trotz meiner Hinweise immer die falsche Diagnose ( Herpes Zoster statt Herpes Simplex) . Der fällt als neuer Hausarzt ganz sicher aus.

    ja man muss sich bei den Ärzten "durchprobieren" und schauen, wo man sich gut aufgehoben, verstanden und sicher fühlt. Ich bin da auch noch am Anfang (mein Krebs war im Februar 2019 festgestellt worden). Seither springe ich von einem Arzt zum nächsten, komme mir wirklich inzwischen wie ein "Ärztehopper" vor, aber es bringt mir nichts, wenn ich mich nicht gut betreut fühle.

    Gute Ärzte sind rarr, sehr rarr und es kostet viel Kraft und Zeit einen wirklich Guten zu finden.

    Hausäztlich bin ich gut betreut, aber hauTärztlich eben nicht. Da suche und suche und suche ich seit Februar letzten Jahres. Das ist nervenzehrend. Zumal man ja auch keine Lust hat, Hunderte km zu fahren um dann nur wieder enttäuscht zu werden.


    Was die meisten nicht verstehen, es geht gar nicht primär um die Erkrankung selbst (klar, die ist auch Mist) aber es geht um das drumherum und das ist so viel.


    Meinen" Krebs" sieht man natürlich noch , mich ziert eine riesen Narbe quer übers Gesicht. Und alle glotzen mich an und wer mich anspricht und dann hört, dass es Krebs war, schreckt zurück. Ich habe zum Glück gute Kollegen und eine liebe Chefin. Und ja vielleicht gehen sie so mit mir um, weil man eben meine Narbe sieht. Keine Ahnung. Ich möchte auch gar kein Mitleid. Es ist wie es ist. Aber es psychisch manchmal so schlimm. ES ist nicht der Krebs der mich verzweifeln lässt, sondern die Ängste, die ich seit dem habe und eben auch das verlorenen gegangene Vertrauen in die Ärzte.

    Kate.Boston schrieb:

    Ach ja, eine Psychotherapie habe ich auch gemacht, sogar zwei.

    Geholfen haben Sie mir schon ein wenig was den Umgang mit all dem betrifft, aber letztendlich muss man eben selber damit klar kommen.

    Ja da hast du so recht! Aber mir hilft es zumindest, wenn mir meine Psychologin andere Denkweisen aufzeigt.

    ich wünsche auch dir alles alles Gute@:)@:)@:)