Sehr beschämende Frage in Psychotherapie

    Hi, ich grüße hier alle! :-)


    Nun, ich war letzten Mittwoch in der Psychotherapie bei meiner Therapeutin.


    Sie ist immer sehr nett und lächelt sehr freudig mich an.


    Also ihre Art und ihre Natur schmeichelt mir sehr.


    Hinzu kommt, sie ist etwas älter, aber nicht zu alt.


    Sie trägt meist aufreizende Kleidung, was mir bei Therapeutinnen vorher noch nie so aufgefallen war.


    Sie ist immer so zuvorkommend und hat mir schon mal über die Hand gestreichelt und über die Wange, als ich weinen musste.


    Mein Problem ist immer bei ihr in der Therapiestunde, dass ich einfach gerne mal sagen würde, wie toll ich sie als Frau finde und habe sexuelle Fantasien mit ihr.


    Natürlich dürfen Psychotherapeuten keine sexuellen Dinge mit ihren Klienten haben, aber wenigstens würde ich das ihr offen mal sagen, es bedrückt mich nämlich sehr.


    Ich denke mal, sie wird mir auch sagen, schön und gut, wie sie positiv über mich und mein Erscheinungsbild denken, aber ich darf jetzt keine Verabredungen mit ihnen haben.


    Bin viel zu schüchtern, als mit ihr was anzufangen, sie ist ja auch meine Vertrauensperson.


    -Kann man aber ansprechen in der Therapie, dass es einen belastet?


    Ich fordere nichts von ihr, aber ich muss dringend drüber sprechen und ich schäme mich so.

  • 26 Antworten

    Glaubst du denn, dass du als Partner oder Affäre attraktiv für sie sein könntest?


    Dann kannst du ja versuchen, die Therapie zu beenden, dir einen anderen Therapeuten suchen, und könntest versuchen, sie zu daten (allerdings weiß ich nicht, ob sie evtl. an einen Kodex gebunden ist oder sich gebunden fühlt, auch mit ehemaligen Klienten nichts anzufangen).


    Hast du Kontakt zu anderen Frauen, oder ist sie die einzige Frau, mit der du näheren Kontakt hast?

    Zitat

    Mein Problem ist immer bei ihr in der Therapiestunde, dass ich einfach gerne mal sagen würde, wie toll ich sie als Frau finde und habe sexuelle Fantasien mit ihr.

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    -Kann man aber ansprechen in der Therapie, dass es einen belastet?


    Ich fordere nichts von ihr, aber ich muss dringend drüber sprechen

    Zitat

    ich weiss nicht ob ich es ansprechen soll - es stört mich wie sie gekleidet ist.

    Ähm, was jetzt? Willst du ihr sagen, wie toll du sie als Frau findest oder dass dich ihre Kleidung stört?


    Generell sollte alles, was die Therapie beeinflusst, zur Sprache gebracht werden. Sie ist Profi und wird wissen, damit umzugehen.

    Zitat

    Ich würde es natürlich nur ansprechen, dass ihre Kleidung mich zu sehr von der Therapie ablenkt - optisch sehr erregend.

    Ich finde das überhaupt nicht angemessen! Was erwartest du dir davon? Dass sich sich umzieht, wenn du kommst? Es gibt nunmal Frauen, die sich gerne körperbetont kleiden, Ausschnitt oder Bein zeigen, weil es IHNEN gefällt und sie sich wohl fühlen. Ich würde es als total übergriffig finden, wenn mir ein Mann sagt, dass meine Kleidung ihm missfällt.


    Zitat

    ich weiss nicht ob ich es ansprechen soll - es stört mich wie sie gekleidet ist.

    NEIN...außer sie sitzt tatsächlich total unangemessen in Netzstrumpfhosen und Bikini da.

    Zitat

    Ich würde es natürlich nur ansprechen, dass ihre Kleidung mich zu sehr von der Therapie ablenkt - optisch sehr erregend.

    Das kannst Du auch sagen, ohne ihr zu nahe zu treten, beispielsweise so: 'Immer wenn ich Damen in den Ausschnitt etc. schaue, wirkt das auf mich sehr erregend und ich habe sexuelle Fantasien. Für diese Gedanke schäme ich mich immer sehr, denn ich kann dann an nichts anderes mehr denken'.


    Die Frau ist Psychologin, sie wird schon wissen, daß damit auch sie gemeint ist. Ebenfalls wird sie wissen, wie sie Dir helfen kann.

    Ich finde, du solltest inzwischen gelernt haben, dich zu beherrschen. Auch im Alltag begegnest du vielen hübschen Frauen und im Sommer eben leicht bekleidet. Du bist keine 13 Jahre (nehme ich jetzt mal an) und solltes Kulturtechniken wie unsittlichen Verhalten im öffentlichen Raum dein Eigen nennen.


    Sprich es bitte nicht an. Das wird die Vertrauensbasis im Therapieprozess nicht gerade verbessern. Ich würde mir Äußerungen von Kollegen über meine Kleidung deutlich verbitten. Aus dem Zeitalter sind wir doch längst heraus, dass Frauen sich mit Kleidung verstecken müssen.

    Sprich es an, wenn es das ist, was dir in dem Moment auf Seele liegt. Und versuche nicht, ihre Reaktion vorauszudenken, es kommt ja doch anders. Ich denke, es wird das Vertrauen in die Therapie deutlich stärken.


    Wenn sie eine erfahrene Psychologin ist, wirst du ihr eh nur das verbal ausdrücken, was sie eh schon vermutete aus deiner Körpersprache. Denn natürlich hat sie längst auch deine Reaktionen getestet.

    Zitat

    Kann man aber ansprechen in der Therapie, dass es einen belastet?

    Jepp, kann man. Ich fände es sogar wichtig im Rahmen deiner Therapie.

    Zitat

    Ich fordere nichts von ihr, aber ich muss dringend drüber sprechen und ich schäme mich so.

    Dann kannst du das doch ausdrücken. Deine Scham, deine Lust, deine Angst, deine Bedenken, deine Zweifel - wertfrei. Diese Gefühle sind doch Teil von dir.

    Zitat

    Ich würde es natürlich nur ansprechen, dass ihre Kleidung mich zu sehr von der Therapie ablenkt - optisch sehr erregend.

    Und warum diese Zurückhaltung?


    BTW: vielleicht ist ihre Kleidung ja Teil der Therapie.


    Es gibt Therapieformen mit Anschauen des Gegenüber. Und es gibt Therapieformen mit Anschauen quasi ins Nichts (Patient auf der Couch, schaut an die Decke). Beide werden zu Beginn bewusst so gewählt.


    Die Variante mit dem Gegenübersitzen gibt Chancen zu Körpersprache und gegenseitiger Beeinflussung, aber auch Erfassung von Körper, Körpersprache, Kleidung, Haltung, Regungen, Gestik, Mimik.


    Die Variante mit der Couch gibt mehr Möglichkeiten zur Analyse des Patienten, wenn dieser weitgehend unbeeinflusst ist.

    @ heute_hier

    Alltag ist doch bisschen was anderes als Therapie. Sonst bräuchte es die Psychotherapie nicht, sondern ein Patient könnte einfach mit einem Freund oder Verwandten reden.

    Zitat

    Aus dem Zeitalter sind wir doch längst heraus, dass Frauen sich mit Kleidung verstecken müssen.

    Wo kommt denn das her? Nur weil es ihn stört, aber auch erregt, muss sie sich doch nicht anpassen. Ihre Reaktion liegt voll und ganz bei ihr.

    Zitat

    Ich würde es natürlich nur ansprechen, dass ihre Kleidung mich zu sehr von der Therapie ablenkt - optisch sehr erregend.

    Das kannst Du selbstverständlich machen.


    Dann stellt sich die Frage, ob Du Dir einen anderen Therapeuten suchst, oder ob Du lernst damit umzugehen.


    Wenn es Dir darum geht, dass sie sich was anderes anzieht, bist Du schief gewickelt.


    Noch schlimmer wäre es, wenn Du sie darauf ansprichst und sie zöge sich anschließend so an, wie es Dir passt. Denn das würde das Therapeuten-Patienten-Verhältnis auf den Kopf stellen.

    Was genau hat die Dame denn immer so an? :-o


    Ehrlich gesagt,...ok, manche bauen sowas in die Therapie mit ein und es soll sogar beabsichtigt und gewünscht sein, so sagte mir mal ein Therapeut, aber ich persönlich finde das auch Mist.


    Aber es kann ja auch sein, dass Du irgendwie ein Problem hast, dass es dann egal ist, wer Dir als Therapeutin gegenüber sitzt, Du würdest dann auch eine 80jährige Schachtel geil finden, die Dir auf der Straße nie aufgefallen wäre.


    Will sagen, dass es rein an Dir liegen könnte.

    Ich glaube, der Grund warum sich viele zum Therapeuten /in hingezogen fühlen ist einfach weil dort eine gewisse Intimität entsteht durch die Gespräche, man bekommt das Gefühl verstanden und akzeptiert zu werden. Das ist mehr als viele im echten Leben erfahren, da wächst der Wunsch nach mehr. Aber als erwachsener Mensch sollte man davon Abstand nehmen das gegenüber mit seinen sexuellen Phantasien zu belästigen. Außer man zieht die Konsequenz und sucht sich eine andere Therapeutin - für mich als Therapeutin wäre ich künftig angewiedert von dem Patienten. Natürlich würde ich ihm das nicht sagen aber das Verhältnis wäre gestört.