Seit 2005 nur noch Fragezeichen

    Meine Hausärztin wollte mir letztens eine Überweisung für eine Untersuchung beim Facharzt verweigern, da sie meinte, ich hätte diese Untersuchung bereits vor drei Jahren machen lassen und daher wäre eine erneute nicht nötig.


    Das passierte mir nicht zum ersten Mal. Ich habe eher den Verdacht, dass Ärzte aufgrund des Drucks der Krankenkassen (warum, wenn sie doch finanzielle Überschüsse haben?) einem Untersuchungen verweigern. Besonders schlimm ist das immer am Ende eines Jahres, so wie jetzt. Ich ging vor zwei Wochen zu meiner Ärztin aufgrund von Übelkeit, Schluck- und Atembeschwerden. Pünktlich kam ich zum Termin, wartete etwa 10 Minuten, wurde aufgerufen. Die Ärztin hatte gleichzeitig noch einen anderen Patienten in ihrem großen Behandlungsraum, wo sie auch ihren Schreibtisch hat. Ich musste dagegen in den kleinen Nebenraum, setzte mich auf die Liege und sie fragte mich, was ich für Probleme hätte. Daraufhin schilderte ich ihr meine Beschwerden, vor allem das mit der Übelkeit. Sie meinte dazu nur, dass ich mich beruhigen soll, und wenn ich Atemprobleme hätte, solle ich tief ausatmen und alles wäre dann in Ordnung. Abgetastet, abgehört und so weiter, wurde ich nicht. Die Sache war innerhalb von 3 Minuten vorbei. Vielleicht nahm sie mich nicht ernst, weil ich schon so lange bei ihr Patient bin (11 Jahre) und hauptsächlich immer mit meiner Psyche zu kämpfen hatte/habe. Nach dem Verlassen der Praxis ging es mir kurz besser, aber Zuhause ging es dann gleich wieder los mit meinen Problemen.


    Ehrlich gesagt traue ich mich schon gar nicht mehr irgendwas zu sagen, wenn ich bei ihr bin. Im Jahr 2005 hatte ich schon mal ähnliche Probleme und damals bestand sogar Verdacht auf Morbus Crohn, der sich dann aber nicht bestätigte. Zwischen September 2005 und Dezember 2008 hatte ich immer wieder schwere hypochondrische Anfälle und immer wieder die verschiedensten Symptome. 2011 war ich deswegen in einer Tagesklinik, aber selbst 'die konnte mir nicht wirklich helfen. Mittlerweile bin ich nur noch am Verzweifeln. Mein Magen wurde insgesamt schon fünfmal gespiegelt, allein zwischen 2009 und 2013 viermal. Trotzdem lässt mich das alles nicht kalt.


    Ich würde mich am liebsten komplett durchleuchten lassen, aber wenn ich das anspreche, heißt es immer von ärztlicher Seite, dass das alles nicht nötig und sinnvoll sei.


    Was mich brennend interessiert ist, ob ich an irgendwelchen Nahrungsunverträglichkeiten leide, oder ob mit meiner Schilddrüse was nicht stimmt. Die ganzen Symptome/Beschwerden, die ich seit 2005 habe (mal mehr, mal weniger stark vorhanden) müssen schließlich eine Ursache haben. Das kann doch alles nicht nur psychisch sein, oder? Seit etwa 1 1/2 Monaten plagen mich wieder Beschwerden im Magenbereich. Vor drei Wochen war ich abends sogar kurz davor den Notarzt zu rufen, weil mir so übel war und dachte ich pack's nicht mehr. Ein anderer Arzt (Allgemeinarzt) tastete mich ab, als meine Hausärztin (Internistin) Urlaub hatte, hörte mich ab, verschrieb mir Omeprazol, aber die nahm ich nicht lange, weil ich das Gefühl hatte, die bringen meine Verdauung komplett durcheinander. Im Auto hatte ich als Beifahrer vor 4 Wochen auch mal heftig Atemnot und das Gefühl nicht richtig schlucken zu können, gleichzeitig begannen meine Hände stark zu kribbeln.


    Die Plagen begannen etwa 1 1/2 Monate nach einer wichtigen Prüfung dieses Jahr, die ich leider verhauen habe. Seitdem träume ich fast jede Nacht davon und die Zeit von Januar bis August 2016 war mit einer der stressigsten, die ich je in meinem bisherigen Leben hatte. Nachdem ich dachte, mich von diesem Schock einigermaßen erholt zu haben, fingen die körperlichen Beschwerden an.


    Elf geschlagene Jahre zieht sich das alles jetzt schon hin. Ich weiß nur noch, dass mich 2005 drei Zecken bissen, aber ohne dass es zu Rötungen kam. Aber ob das der Auslöser für das ganze Übel war? Glaube ich eher weniger.


    Im September 2005 ging das Theater los, mit Schmerzen im rechten Unterbauch, da wo der Blinddarm sitzt. Im Ultraschall gab es damals offenbar eine Auffälligkeit, die aber in der Darmspiegelung im Oktober 2005 nicht mehr zu sehen war.


    Ich wurde zum Neurologen überwiesen, der meine Hirnströme maß, mir dann Psychopharmaka verschrieb. Ich ging von Arzt zu Arzt, aber außer dass der ein oder andere sichtlich genervt wirkte, wohl aufgrund meines jungen Alters, bekam ich nie eine Diagnose. Ich war schon mal bei med1 angemeldet, damals hieß ich im Forum "Geplagter". Wer will, kann sich ja meine Leidesgeschichte in den alten Posting noch mal durchlesen. Bei meiner Hausärztin bin ich jedenfalls als Psychopatient abgestempelt.

  • 2 Antworten
    Zitat

    Was mich brennend interessiert ist, ob ich an irgendwelchen Nahrungsunverträglichkeiten leide

    Kann man meistens selbst austesten durch Auslassdiäten

    Zitat

    oder ob mit meiner Schilddrüse was nicht stimmt.

    In 11 Jahren wurden doch sicher mal die entsprechenden Werte bestimmt. Ansonsten: ein letztes Mal nachholen lassen. Und dann allmählich um deine Psyche kümmern, das scheint überfällt. Und das ist ein langer Weg, mal kurz Tagesklinik heilt keine 11 Jahre aufgestaute Angststörung.