Selbst einweisen? - Depressionen und latente Suizidalität

    Hallo,


    ich leide unter Depressionen und je nachdem was gerade passiert an Selbstmordgedanken. In die Tat habe ich bisher davon nichts umgesetzt, habe zu viel Angst vor Schmerzen, denke ich.


    Ich habe mir meine Depressionen in der Charite diagnostizieren lassen plus eine soziale Phobie und eine spezielle Zahnarztphobie. Nun ist es ja bekannt, dass viele Therapeuten 6 Monate auf sich warten lassen und so waren auch die Ergebnisse meiner Suche nach dieser Diagnose. Von der Charite bekam ich einen Tipp für eine echt tolle Therapeutin, fühlte mich dort gleich wohl, aufgehoben und sicher. Allerdings ohne Kassensitz, aber bereit ein Kostenerstattungsverfahren in die Wege zu leiten. Sie half mir mit all möglichen Unterlagen. Die Ablehnung kam schnell und so legten wir wir Widerspruch ein. Dieser ist am 17.10. bei meiner Krankenkasse eingegangen und ich sitze auf heißen Kohlen.


    Es wird immer schlimmer. Ich raste bei Kleinigkeiten aus, schotte mich ab, fühle mich allein und wertlos. Ich habe oft aggressive Gedanken mir selbst gegenüber oder manchmal über andere Personen. Das macht mir Angst! Und ich habe niemanden, der mir hilft. Mein Hausarzt schreibt mich nun schon seit Mai krank. Er weiß auch nicht weiter und konnte mir in Sachen "Selbst einweisen" nur den Tipp geben, es nach 17 Uhr zu machen und mich direkt in die Notaufnahme setzen soll.


    Geht das so einfach? Ich wüsste gar nicht wie ich am Empfang mein Problem kurz & knapp erläutern sollte, ohne sagen zu müssen "ich will mich umbringen" - weil dies ist nicht der Fall. Auch wenn ich nicht weiß, wie lange das ohne Hilfe noch so bleibt. Kann ich sagen, dass ich stark unter Depressionen leide und latent suizidgefährdet bin? Reicht das aus, um aufgenommen zu werden?


    Nächste Woche habe ich dann beim MDK auch noch einen Termin. :( Der letzte Termin war nicht besonders schön, unter anderem mit dem Kommentar "sie sehen ja gar nicht depressiv aus". Können die mich einfach gesund schreiben?


    Ich hoffe, ihr könnt mir helfen, etwas berichten.. irgendetwas!


    Liebe Grüße


    Pea Kina

  • 47 Antworten

    Hallo! Bei uns geht eine Selbsteinweisung definitiv nicht, ist nicht vorgesehen. Man braucht sogar die Einweisung eines Facharztes (Psycjiaters), der sich natürlich selbst für kompetent genug ansieht und diese Überweisung nicht rausrückt. Dafür gibt es bei uns eine Krisenintervention, die einschreiten kann, bevor etwas passiert, also vor Selbsttötung oder anderen Aggressionen. Diese Krisenintervention steht entweder im Telefonbuch, oder am Empfang einer psychiatrischen Praxis kann man ein entsprechendes Kärtchen (Visitenkarte) erhalten. Die Kontaktaufnahme geschieht dann telefonisch, und dort kannst Du auch eine Einweisung erhalten.


    Aber willst Du das wirklich? In der Klinik kannst Du Psychopharmaka (Antidepressiva) kaum entgehen! Das sind alles andere als "happy drugs".


    Wenn Du weißt, dass bestimmte Sachen Dich krank machen können und Dich sogar in die Selbsttötung treiben können, dann beantworte bitte Dir selbst - und nur Dir selbst - die Frage, welche Dinge das bei Dir sind und versuche bitte, diese künftig zu ignorieren oder zu meiden oder zu ändern. Das kann mit einem Ortswechsel, einer Änderung der Partnerschaft, auch Freundschaft oder Familie, einer Änderung des Berufes usw. verbunden sein, je nachdem, was Du nicht länger ertragen willst. Ich hoffe, es hat keine finanziellen Gründe, denn die sind am schwersten zu ändern, aber nicht unmöglich.


    Du bist ein guter, wertvoller Mensch und hast einen Anspruch auf ein Leben ohne Umstände, die Dich fertig machen, oder gar in die Selbsttötung treiben. Zum Schluss noch zur Frage des MDK: die stellen auch manchmal Testfragen, um Deine Reaktion zu sehen - gar nicht beachten. Tu so, als hättest Du die Frage nicht gehört, oder nicht verstanden. Ganz liebe Besserungswünsche!


    P.S. aus aktuellem Anlass habe auch ich eine Zahnarztphobie. Die hat wohl jeder, der nicht sagen kann: "Er hat überhaupt nicht gebohrt". Bei mir hat er immer gebohrt, schon als Kind. Da übertreibt F40.2 wohl etwas. Aber auch da gibt es Zahnärzte, die auf Angstpatienten spezialisiert sind, oder die eine Behandlung im Schlafzustand anbieten, oder die Behandlung in Halbnarkose vor nehmen. Ich bevorzuge die Behandlung durch einen Kieferchirurgen, weil der eine bessere Ausbildung und bessere Instrumente hat, als ein Zahnarzt, sodass die Behandlung dort schneller und damit auch mit weniger Schmerzen abläuft.

    Zitat

    Wenn Du weißt, dass bestimmte Sachen Dich krank machen können und Dich sogar in die Selbsttötung treiben können, dann beantworte bitte Dir selbst - und nur Dir selbst - die Frage, welche Dinge das bei Dir sind und versuche bitte, diese künftig zu ignorieren oder zu meiden oder zu ändern. Das kann mit einem Ortswechsel, einer Änderung der Partnerschaft, auch Freundschaft oder Familie, einer Änderung des Berufes usw. verbunden sein, je nachdem, was Du nicht länger ertragen willst.

    Danke.

    Hallo onodisep,


    danke für deine Antwort zunächst.

    Zitat

    Hallo! Bei uns geht eine Selbsteinweisung definitiv nicht, ist nicht vorgesehen. Man braucht sogar die Einweisung eines Facharztes (Psycjiaters), der sich natürlich selbst für kompetent genug ansieht und diese Überweisung nicht rausrückt. Dafür gibt es bei uns eine Krisenintervention, die einschreiten kann, bevor etwas passiert, also vor Selbsttötung oder anderen Aggressionen. Diese Krisenintervention steht entweder im Telefonbuch, oder am Empfang einer psychiatrischen Praxis kann man ein entsprechendes Kärtchen (Visitenkarte) erhalten. Die Kontaktaufnahme geschieht dann telefonisch, und dort kannst Du auch eine Einweisung erhalten.

    Und was genau macht diese Krisenintervention? Können die mir regelmäßige Gespräche anbieten, damit ich dort meine Gedankenlast los werden kann?

    Zitat

    Aber willst Du das wirklich? In der Klinik kannst Du Psychopharmaka (Antidepressiva) kaum entgehen! Das sind alles andere als "happy drugs".

    Ich habe schon gelesen, dass ich sehr wahrscheinlich Medikamente bekomme. Viele sagen, dass es mir erstmal helfen würde, damit ich überhaupt wieder klar komme. Allerdings bin ich sehr sehr skeptisch Medikamenten gegenüber. Habe Angst dadurch verändert zu werden, jemand anderes zu sein. Habe auch gelesen, dass Selbstmordgedanken durch die Medis sogar erst noch stärker werden..

    Zitat

    Wenn Du weißt, dass bestimmte Sachen Dich krank machen können und Dich sogar in die Selbsttötung treiben können, dann beantworte bitte Dir selbst - und nur Dir selbst - die Frage, welche Dinge das bei Dir sind und versuche bitte, diese künftig zu ignorieren oder zu meiden oder zu ändern. Das kann mit einem Ortswechsel, einer Änderung der Partnerschaft, auch Freundschaft oder Familie, einer Änderung des Berufes usw. verbunden sein, je nachdem, was Du nicht länger ertragen willst. Ich hoffe, es hat keine finanziellen Gründe, denn die sind am schwersten zu ändern, aber nicht unmöglich.

    Ich glaube in meinem Kopf sind viele Sachen mit der Vergangenheit verknüpft und somit reagiere ich auf kleinste Sachen, die mein Freund sagt, extrem, dramatisch. Ich arbeite seit Mai schon nicht mehr, bin gekündigt. Das war zunächst eine Erleichterung. Zwischenmenschlich hat sich ein bisschen was getan, aber auch nicht so besonders, dass es mir hilft. Mein Freund ist mein Fels in der Brandung und ohne ihn, wer weiß wo ich dann wäre.


    Finanziell stehe ich mit Krankengeld nicht besonders gut da und Schulden habe ich auch mehr als genug, leider. Das ist momentan zum Glück auf Eis, aber auch nur für ein Jahr. Schwirrt mir also ständig im Hinterkopf rum.

    Zitat

    Du bist ein guter, wertvoller Mensch und hast einen Anspruch auf ein Leben ohne Umstände, die Dich fertig machen, oder gar in die Selbsttötung treiben. Zum Schluss noch zur Frage des MDK: die stellen auch manchmal Testfragen, um Deine Reaktion zu sehen - gar nicht beachten. Tu so, als hättest Du die Frage nicht gehört, oder nicht verstanden. Ganz liebe Besserungswünsche!

    Testfragen? Okay.. ich glaube, ich lasse mich schnell reizen, aber ich werde mal darauf achten. Danke!

    Zitat

    P.S. aus aktuellem Anlass habe auch ich eine Zahnarztphobie. Die hat wohl jeder, der nicht sagen kann: "Er hat überhaupt nicht gebohrt". Bei mir hat er immer gebohrt, schon als Kind. Da übertreibt F40.2 wohl etwas. Aber auch da gibt es Zahnärzte, die auf Angstpatienten spezialisiert sind, oder die eine Behandlung im Schlafzustand anbieten, oder die Behandlung in Halbnarkose vor nehmen. Ich bevorzuge die Behandlung durch einen Kieferchirurgen, weil der eine bessere Ausbildung und bessere Instrumente hat, als ein Zahnarzt, sodass die Behandlung dort schneller und damit auch mit weniger Schmerzen abläuft.

    Oh, ich glaube nicht das die Psychologin mit ihrer Diagnose übertreibt. Ich habe das seitdem ich 16 bin, jetzt bin ich fast 26. Ich schaffe es alle Jahre mal zur einer Vollnarkose Behandlung zu gehen, aber das war es dann auch. Mehr schaffe ich nicht. So wie diesen Montag, 3 Zähne gezogen, aber ich vor der Nachsorge Untersuchung habe ich jetzt schon wieder Horror und träume nachts von Bohrern und anderen Geräten vom Zahnarzt. Eine Phobie ist es für mich auf jeden Fall.

    Klar kannst Du einfach so in die nächstbeste Psychiatrie gehen!


    Abends und am Wochenende geht man einfach mit seiner Versichertenkarte hin und schildert - so wie Du es hier getan hast - und gut ist. Etwas besser ist es, das Ganze geplanter anzugehen mit Einweisung vom Hausarzt und vorherigem Anruf in der Klinik während der regulären Zeiten.


    Wenn es nur darum geht, die Wartezeit zur Therapie zu überbrücken und jemanden zum Reden zu haben: Die meisten Psychiatrien haben eine sog. psychiatrische Institutsambulanz mit Arzt & Psychologe. Hake diesbzgl. mal nach, die könnten zumindest einige Gespräche anbieten.

    @ Sunflower_73

    Danke für deine Antwort.


    Was genau muss denn mein Hausarzt dort sagen oder fragen? Er ist sonst immer informiert, aber damit hat er anscheinend keinerlei Erfahrung bisher gemacht. Vielleicht kannst du mir/ihm da ein bisschen helfen. :)

    Zitat

    "sie sehen ja gar nicht depressiv aus". Können die mich einfach gesund schreiben?

    Das kenne ich zu gut und ich bekomme jedesmal die Hasskappe, wenn ich sowas höre >:(


    Ich kenn das von mir selbst. Daher hat es bei mir weit über 15 Jahre gedauert, bis die Diagnose "Depressionen" sicher stand! Ich bin nach aussen hin ein sehr taffer, fröhlicher, gut gelaunter Mensch. Wie es innen drin aussieht, da macht sich kaum einer die Mühe da mal genauer nachzusehen.


    Aber jetzt zu dir! Klar, wenn du meinst du benötigst JETZT erstmal akut Hilfe und kannst nicht warten, bis die Bewilligung der Kostenübernahme endlich da ist, dann kannst du natürlich in eine Psychiatrie gehen und dein Problem schildern. Wenn die hören "latent suizidgefährdet" sollte das aus meiner laienhaften Sicht eigentlich reichen, dass man dich aufnimmt, oder dir zumindest irgendeine Alterntive anbietet, bis du einen festen Therapieplatz hast.


    Es stimmt, dass man hier um Medikamente kaum herumkommt. Es sei denn, man will nicht. Zwingen können sie einen ja nicht.


    Aber ich muss dir aus meiner eigenen Erfahrung sagen, dass es da heute sehr leichte Medikamente gibt, die nicht abhängig machen und die serwohl sehr gut wirken und helfen.


    Ich habe mich aufgrund meiner Panikstörung 16 Jahre lang strikt dagegen gewehrt, Medikamente zu nehmen. Ich hatte Angst vor den Nebenwirkungen, Angst vor Kontrollverlust etc...


    Irgendwann wurde es so schlimm, dass ich Schluckstörungen bekam (psychisch bedingt) und vor dem vollen Teller saß und nicht essen konnte. Das machte noch mehr Panik, denn irgenwann muss man ja mal essen. Teils war ich schon arg unterzuckert und konnte mich aber mit zuckerhaltigen Getränken (Trinken ging zum Glück) irgendwie über Wasser halten. Doch da war für mich der Punkt wo ich dachte, dass ich jetzt etwas tun muss und das es schnell gehen muss. In dem Zustand hätte ich nicht warten können, bis eine Therapie endlich mal greift. Ich war auch schon in Therapie zu der Zeit, hatte schon einige hinter mir und wußte, es hilft zwar, aber ganz gesund bin ich dadurch nie geworden.


    Lange Rede kurzer Unsinn.. Heute nehme ich ein leichtes Antidepressivum in Minimaldosis, welches auch angstlösend wirkt (in deinem Fall braucht's ein bissel was Anderes, Ängste hast du ja nicht). Und was soll ich sagen? Ich bin ein neuer Mensch! So gut habe ich mich ewig nicht gefühlt!!! Ich habe wieder Antrieb, bin nicht mehr beherscht von dieser bleiernden Müdigkeit die mich jeden Tag lähmte, meine Wohnung ist wieder aufgeräumt und und und!!! Natürlich habe ich bei dem blöden Wetter zur Zeit auch mal Momente, wo ich keinen Bock hab. Vor allem wenn ich am Abend zu meinem Pferd in den Stall muss, im Dunkeln, es regnet.... Das ist aber normal, das geht gesunden Menschen auch so. Aber im Großen und Ganzen bin ich heute heil heil heilfroh, dass ich den Medis eine Chance gegeben habe. Mir war wichtig welche zu nehmen, die nicht abhängig machen. Ausschleichen muss ich sie trotzdem irgendwann, einfach Absetzen wäre unklug. Momentan denke ich aber nicht im Traum daran, die Tabletten weg zu lassen. Nehme sie aber auch erst 2 1/2 Monate.


    Aber.. natürlich sind Medikamente allein nicht der richtige Weg. Begleitet von einer Therapie können sie aber wirklich ein Segen sein. Das empfinde ich jedenfalls so.


    Liebe Grüße und alles Gute


    PradaTeufel

    Ach so... ich glaube nicht, dass der MDK dich einfach so gesund schreiben kann. Das entscheidet, soweit ich informiert bin, dein behandelnder Arzt. Aber frag hierzu sicherheitshalber mal bei deiner Krankenkasse nach.


    Und wegen einer Klinik.. Gut ist es natürlich, wenn du eine Einweisung vom Psychiater bekommen könntest. Ein paar haben Notfallsprechstunden, vielleicht kannst du hier schnell einen "Termin" bekommen.


    Du kannst ihm ja schildern, dass sich dein Zustand merklich verschlechtert und du weißt, was das heißt. Nämlich, dass die Suizidgedanken nicht mehr lange auf sich warten lassen. Ich könnte mir vorstellen, dass das ausreicht, um dir eine Einweisung auszustellen.


    Es ist eigentlich eine Schande, dass man hier in D erst wirklich kaputt sein muss, um bestimmte Leistungen in Anspruch nehmen zu können. In den Niederlanden ist das z. B. anders, die arbeiten da viel mehr auf präventiever Ebene. Da gibt es dann z. B. auch Modelle, in denen man halbtags in eine "Tagesklinik" geht und halbtags arbeiten. Damit man eben gar nicht erst soweit kommt, dass nichts mehr geht. Aber ok, nutzt uns hier leider herzlich wenig.... :-X

    @ pradateufel:

    Bei einem Psychiater war ich vor einigen Monaten schon als das anfing. Der meinte zz mir, ich wäre bei einem Psychologen besser aufgehoben. Aber wenn die Klinik eine Überweisung braucht, werde ich mir wohl einen besorgen müssen. (Wenn sie zwingend vom PSychiater sein muss)


    Deine Sicht über die Medikamente ist sehr interessant und es freut mich, dass es dir nach so kurzer Zeit schon hilft. Ich würde auf jeden Fall auch nach leichten Medikamenten fragen. Ich merke ja, wenn ich Therapie habe, dass es mir hilft. Nur brauche ich es kontinuierlich. Während der Diagnostik hatte ich an der Charite mit einer superlieben auszubildenden Psychologin mehrere Gespräche bis sie nach Irland zurück musste. 1 die Woche, kognitive Verhaltenstherapie-Ansätze. Das war super, aber seit dem sie weg ist (was ich vorher wusste), geht es schleichend bergab und der blöde Winter ohne Sonne setzt mir noch mehr zu!


    Das mit dem MDK ist gut zu wissen.. theoretisch müsste dort ja ein Gutachter eh das Schreiben vom Widerspruch gelesen haben. Ich werde denen da auch alles auftischen, damit sie mir glauben. Auch wenn ich dazu übertreiben muss.


    Man muss wirklich für alles kämpfen in D. Da hast du verdammt recht. In einer Tagesklinik bin ich bereits sogar angemeldet, doch was bringen mir 6 Wochen, wenn ich nicht stabil bin? Finde ich gerade sehr sinnlos dahin zugehen.

    Wenn du dich akut so Mies fühlst, dann kannst du natürlich in die Klinik gehen! Du solltest es sogar. Und bitte, lass dich von den Midikamenten nicht Bange machen, die Ärzte werden sich da normalerweise eh langsam rantasten, bis sie das Medikament in der Dosis finden, dass dir erstmal hilft. Wenn du dir das Bein brichst, nimmst du ja auch eine Krücke, bis du den Knochen wieder belasten kannst, oder?


    Und vor Allem, ganz wichtig, eine Depression ist nicht dein persönliches Versagen, sondern etwas, das jeden treffen kann! Da ist einfach was in deinem Hirnstoffwechsel durcheinander geraten, und as lässt sich auch wieder in Ordnung bringen. Und sich dabei Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke!

    @ mond+sterne

    Über meinen Hausarzt kann ich mich eigentlich nicht beschweren. Nur heute war es stressig in der Praxis. Obwohl ich mich als dritte Person an diesem Morgen angemeldet habe, kamen etliche vor mir dran und ich wartete 1,5 Stunden. Er hatte heute einfach keine Zeit, das habe ich ihm angemerkt. Ansonsten rede ich oft gute 15 Minuten mit ihm, bevor ich die Praxis wieder verlasse. Er schien - aus meiner Sicht - einfach keine Ahnung zu haben, was zu tun ist.

    @ Vampy77

    Zitat

    Und vor Allem, ganz wichtig, eine Depression ist nicht dein persönliches Versagen, sondern etwas, das jeden treffen kann! Da ist einfach was in deinem Hirnstoffwechsel durcheinander geraten, und as lässt sich auch wieder in Ordnung bringen. Und sich dabei Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke!

    Das Problem dabei ist, genauso denke ich. Und ich weiß, es ist vermutlich ein verzerrtes Bild meiner Selbst, aber ich komme da alleine nicht raus. Obwohl ich mir BEWUSST bin, dass es falsch ist. Ich weiß einfach nicht, was zu tun ist und das treibt dann den Kreislauf erst recht noch an.


    Und mit dem anderem hast du vermutlich Recht. Da ich noch nie was genommen habe, können sie mir auch nicht gleich irgendwas aufdrücken. Und aufzwingen geht sowieso nicht, wenn ich mir dann unsicher bin.

    Zitat

    Das Problem dabei ist, genauso denke ich.

    Das ist bei einer Depression leider völlig normal, aber es ist vielleicht gut zu wissen, dass das ein ganz normales Symptom dieses Krankheitsbildes ist. So kann man diese Stimmung für sich vielleicht besser einsortieren. Nämlich eben als eine Erkrankung, gegen die man aber etwas tun kann. Hätte ich auch nicht gedacht, denn diese Stimmung gehörte seit vielen Jahren so fest verankert zu meinem Leben dazu, dass ich diese Situation für völlig normal gehalten habe. Jetzt erst, seit ich merke, dass es mit den Medikamenten ganz anders läuft, nämlich merklich und deutlich besser, da ist mir klargeworden, dass die vorherige Situation eben nicht normal ist. Ich brauchte dafür halt leider etwas länger ;-) Ich war sehr jung, als das bei mir anfing und damals hat mich einfach keiner Ernst genommen. Und da ich grundsätzlich eher taff und fröhlich wirke, hat man mich schnell in eine Schublade gesteckt.


    Als ich völlig fertig bei meiner Hausärztin saß, nicht mehr essen konnte, Nächte kaum geschlafen hatte und gerade im Privatleben auch ein derbes Trauma durchmachte sagte sie beim Reinkommen zu mir: "Ach, sie sehen aber wieder gut aus heute, waren sie im Urlaub???" :-o


    Meinen plötzlichen Tränenausbruch konnte sie dann erstmal gar nicht einordnen.. aber zum Glück kamen die Emotionen dann mal im richtigen Moment zum Vorschein.

    Zitat

    Man muss wirklich für alles kämpfen in D. Da hast du verdammt recht. In einer Tagesklinik bin ich bereits sogar angemeldet, doch was bringen mir 6 Wochen, wenn ich nicht stabil bin? Finde ich gerade sehr sinnlos dahin zugehen.

    Also ich kenne es so, dass man dich (zumindest hier in der Stadt - andere Kliniken kenne ich nicht) nicht entlassen wird, wenn man dich nicht für stabil hält und dir zutraut, es weiter in einer ambulanten Therapie zu schaffen. Man geht erstmal von ca. 6 Wochen aus, aber manche sind 3 Monate da, in seltenen Fällen auch deutlich länger.


    Du musst für eine Tagesklinik aber auch so stabil sein, dass du die Nächte und Wochenenden allein klarkommst, ohne das man Angst haben muss, dass du dir etwas antust. Dann wäre eine vollstationäre Behandlung eindeutig die richtige Wahl.


    Und sieh es mal so.. es wird ja noch ein Weilchen dauern, bis du deinen Platz bekommst. Bei uns geht's innerhalb von 3 Wochen, bei manchen dauert es länger. Aber dann hättest du wieder ein paar Wochen gewonnen beim Warten auf deinen Therapieplatz und wärst in dieser Zeit betreut. Vor allem könntest du dort unter ärztlicher Aufsicht ein Medikament einschleichen und hast immer einen Ansprechpartner, wenn du Fragen hast. Mein Medikament hat z. B. anfangs super müde gemacht und ich war froh, dass ich eine Freundin hatte, die dieses Medikament auch nimmt und mir viele Fragen beantwortet hat. Sonst hätte ich es wohl allein nicht durchgezogen.

    Zitat

    Über meinen Hausarzt kann ich mich eigentlich nicht beschweren. Nur heute war es stressig in der Praxis. Obwohl ich mich als dritte Person an diesem Morgen angemeldet habe, kamen etliche vor mir dran und ich wartete 1,5 Stunden. Er hatte heute einfach keine Zeit, das habe ich ihm angemerkt. Ansonsten rede ich oft gute 15 Minuten mit ihm, bevor ich die Praxis wieder verlasse. Er schien - aus meiner Sicht - einfach keine Ahnung zu haben, was zu tun ist.

    Ja, den Eindruck habe ich auch, Dein Arzt hat keine Ahnung, was zu tun ist.


    Mir ist es auch noch nicht ganz klar. Aber ich habe immerhin schon eine Ahnung. Vielleicht gelingt es uns gemeinsam, es genauer herauszufinden.


    Also, um den Anfang zu machen: Wenn Dein Arzt eine Einweisung in eine Klinik für medizinisch sinnvoll halten würde, dann hätte er es sicherlich gemacht. D.h. er hält es offensichtlich nicht für medizinisch notwendig oder sinnvoll.


    Eigentlich müsste er Dir das sagen. Warum tut er es nicht? Hast Du da eine Ahnung?


    Jedenfalls tut er es nicht, und er hat Dir statt dessen diesen bescheuerten "Tipp" mit der Notaufnahme gegeben. Kannst Du Dir das erklären? Warum wimmelt er Dich ab anstatt Klartext zu reden?