Der Tipp kann sinnvoll sein, wenn er nämlich eine Einweisung schreibt, kann das dauern, bis sie aufgenommen wird, steht sie außerhalb der normalen Sprechzeiten dort, und macht auch nur im mindesten einen labilen Eindruck, werden sie sie Notfallmäßig sofort aufnehmen. Weiß das leider aus eigener, leidvoller Erfahrung. Das darf der Hausarzt so explizit nicht sagen.

    Iirgendwie wundere ich mich auch über den Hausarzt...


    Denn (wie schon geschrieben): Wenn Du stationär in der nächstgelegenen Psychiatrie aufgenommen werden willst (zuständige Klinik für die Regelversorgung), dann soll er Dir eine stinknormale Krankenhauseinweisung ausstellen. Du rufst dann da an und sagst, Du willst aufgenommen werden. Oder gehst direkt hin.


    In den normalen Arbeitszeiten (ca. 8-16.30/17h) wirst Du dann ggf. geplant aufgenommen. Oder um einige Tage vertröstet; dann schaut man aber mit Dir, was Sache ist und nimmt Dich halt auf.


    Wenn Du abends/am Wochendne hinfährst, muss man sich i.d.R. in der Notaufnahme der Klinik melden. Dann wird der diensthabende Psychiater gerufen, der mit Dir spricht. Und dann wird entschieden, ob Du notfallmäßig aufgenommen wirst und für wie lange. Bei einer solchen notfallmäßigen Klinikaufnahme wird man i.d.R. aber nur für 2-3 Tage aufgenommen. Besser ist es halt, dort anzurufen und eine geplante Aufnahme einzuleiten. Mit normaler Krankenhauseinweisung.

    Zitat

    Ach so... ich glaube nicht, dass der MDK dich einfach so gesund schreiben kann. Das entscheidet, soweit ich informiert bin, dein behandelnder Arzt

    Doch. Der MDK wird eingeschaltet, wenn die Krankenkasse anfängt zu spinnen und dem Arzt nicht mehr glaubt. Wenn der MDK dann sagt, es liegt kein Grund für eine Krankschreibung vor, dann ist das so. Habe ich persönlich schon erlebt (mit infizierter Naht nach OP und Krankenhausjob, wo der Betriebsarzt sagte, dass ich so nicht arbeiten darf).


    Der Haken: Bei psychischen Problemen werden AU-Bescheinigungen vom Hausarzt immer relativ schnell angezweifelt, zumal dann ersichtlich wird, dass die Person nichts gegen die Probleme tut. AU-Bescheinigung vom Psychiater kann einem den MDK vom Leib halten.


    Und MDK-Temrin verweigern kommt auch nicht gut... Gute Entschuldigung ist nur eine stationäre Behandlung.

    Zitat

    Weiß das leider aus eigener, leidvoller Erfahrung. Das darf der Hausarzt so explizit nicht sagen.

    Bei mir war es genau anders herum. Meine Hausärztin hat die Einweisung geschrieben und dort für mich angerufen. Mein Mann hat mich hingefahren, fertig.


    Diejenigen, die ohne Einweisung kamen, haben die erste Nacht auch auf der geschlossenen Station verbringen müssen. Ich konnte gleich auf eine offene.

    Das ist eine gute Frage. Normalerweise löchert er mich mit Fragen. Sagt mir, was ich machen soll. Aber wie gesagt, er ist heute nicht wie sonst gewesen, total unter Stress und Zeitdruck. Keine Ahnung, ob er es nicht für sinnvoll hält. Er redet sonst immer Klartext z.B. was meine Zähne anging. Da hat er mir so sehr Druck gemacht, dass ich mir sogar die Zähne habe ziehen lassen bevor es schlimmer wird. Ich weiß es nicht..

    Wenn ich dann geplant aufgenommen werde, muss ich dann sofort nachdem mein Hausarzt angerufen habe, dort hinfahren? Zum Beispiel: Dienstag früh direkt nochmal zum Arzt, nachmittags MDK Termin wahrnehmen und dann danach zur Klinik?

    @ Sunflower_73

    Das sind Infos mit denen ich was anfangen kann. Vielen Dank! :)

    Zitat

    Keine Ahnung, ob er es nicht für sinnvoll hält.

    Selbstverständlich hält er es nicht für sinnvoll, sonst hätte er schon längst etwas veranlasst, damit Du in eine Klinik gehen kannst.


    Was ist daran so schwer zu verstehen? Warum hast Du immer noch "Keine Ahnung"?

    Zitat

    Wenn ich dann geplant aufgenommen werde, muss ich dann sofort nachdem mein Hausarzt angerufen habe, dort hinfahren? Zum Beispiel: Dienstag früh direkt nochmal zum Arzt, nachmittags MDK Termin wahrnehmen und dann danach zur Klinik?

    Eigentlich geht man nach dem Hausarzt direkt in die Klinik. Wenn du nicht mehr Auto fahren kannst oder möchtest (das könnte ich nur ZU gut verstehen), kann der Arzt auch einen Krankentransport veranlassen oder du lässt dich von einem Taxi hinbringen.


    Ob du dann zum MDK Termin freigestellt wirst, entscheidet dann dein behandelnder Arzt in der Klinik. Vielleicht wird der Termin auch einfach verschoben.


    Bitte lass dir nicht einreden - weder hier im Forum, noch sonstwo - deine Probleme wären "halb so wild". Das sind sie nicht. Diese Zweifel, daran, ob es einem wirklich schlecht geht oder vielleicht auch nicht, die kennt sicher jeder, der mal in deiner Situation war. Und in "guten Phasen" denkt man sich "hey, alles gut, war halb so wild, jetzt wirds besser"... Ja. Und dann kommt die nächste schlechte Phase. Bitte geh einfach noch mal zu deinem Arzt und sprich deutlich an, wie es dir geht und was du brauchst. :)*

    Danke für deinen Zuspruch @chi


    Ich habe gestern in meiner Suche nach Hilfe auch noch jemanden in der Charite angeschrieben. Dort habe ich mit einer Psychologin meine Diagnostik gemacht und hatte im Hinterkopf ich könne mich bei ihr melden, wenn gar nichts mehr geht. Und tatsächlich wird sie sich jetzt umhören, ob es dort in der PIA nicht eine Möglichkeit für mich gibt. Sie wird mich nachher sogar noch anrufen, weil sie sich so Sorgen macht. :3 Das stimmt mich wieder etwas positiver.

    @ chi

    Zitat

    Bitte lass dir nicht einreden - weder hier im Forum, noch sonstwo - deine Probleme wären "halb so wild".

    Ich befürchte, da liegt ein Missverständnis vor. Wer redet Deiner Ansicht nach der TE ein, es wäre "halb so wild"?


    Ich habe eher den umgekehrten Eindruck. Alias glaubt selbst, es sei alles halb so wild. Sie meint anscheinend, ein stationärer Klinikaufenthalt würde etwas verbessern.


    Ich befürchte, ganz so einfach ist es nicht. Auch ihr Arzt scheint keinen Sinn in einem Klinikaufenthalt zu sehen. Er hält seine Patientin anscheinend für einen hoffnungslosen Fall, dem man mit einem stationären Aufenthalt nicht helfen kann.


    Nur es fällt ihm, aus verständlichen Gründen, offensichtlich schwer, ihr das zu sagen.


    Wenn er es alles für halb so wild hielte, dann hätte er es ihr sicherlich schon gesagt.

    @ chi

    :)^ :)= :)^

    @ m&s

    Bitte halte dich doch in Zukunft aus solch sensiblen Themen raus. Die sind nämlich nicht im geringsten dazu geeignet, um deine persönlichen Defizite hier aufzuarbeiten. Auch, wenn du das nicht selber sehen kannst: Du schadest hier potenziell ganz massiv Menschen, die sich in einer Krisensituation befinden. Hier geht es nicht um dich und deine verqueren Ansichten zur Welt, sondern um die TE und ihre Gefühle.

    @ TE

    Ich habe selber unzählige unerträgliche Tage alleine zuhause ausgehalten, weil ich nicht wusste, wohin ich mich wenden soll. In der Psychiatrie (nach Suizidversuch) hat mir dann mein damaliger Arzt versichert, dass ich jederzeit kommen kann, wenn es für mich (gefühlt) nicht mehr geht. Alleine dieses Wissen, dass da eine Anlaufstelle verfügbar ist und ich mich nicht nur "anstelle" hat mir sehr geholfen. Weil es mir Sicherheit gab, weil ich endlich wusste: Da ist auch ein Netz für mich, für akute Krisen.


    Sicher ist Psychiatrie kein ausgeprägt psychotherapeutisch arbeitendes Umfeld, aber nach meinen Erfahrungen ist ALLES besser, als alleine zuhause in solchen Zuständen zu sitzen. In der Psychiatrie gab es zwar keine ausgiebigen Therapiesitzungen, aber immer eine Ansprechperson und ggf. einen verfügbaren Arzt, der Akutmedis geben konnte. Außerdem die Präsenz von Mitpatienten, die einfach dieses Gefühl von Alleinsein und Ausgeliefertheit deutlich mildern konnten. Ich habe dort vorwiegend positive Erfahrungen gemacht... :)^ und zehre noch heute von dieser Sicherheit, dass ich dorthin kann, wenn es mal akut wieder überschwappt und ich alleine für meine Sicherheit und mein Wohlbefinden (in allen Aspekten) nicht mehr garantieren kann.

    @ chi

    @ schnecke

    Danke euch, ich ignoriere diese Person einfach.


    Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Netz aus Sicherheit sehr hilfreich sein kann. Ich hoffe, ich habe auch bald eines. Ich hoffe jetzt auf die Psychologin von der Charite. :)

    @ peakina

    Zitat

    Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Netz aus Sicherheit sehr hilfreich sein kann.

    Für mich hat dieses Gefühl von Sicherheit sehr viel von dem Schrecken und dem Ausgeliefertheits-Gefühl weggenommen. Es ist z.B. bei der überwiegenden Mehrheit von Angst-Patienten (oder anderweitig psychisch Erkrankter) zu beobachten, dass das Wissen / Sicherheitsgefühl da ist, sofern man ein Medikament bei sich hat, das den Akutzustand lindern könnte. Mit einem Exit-Knopf kann man viel bewusster und leichter Situationen durchstehen, als wenn die zusätzliche Angst des Alleinseins dazu kommt.

    Zitat

    Ich hoffe, ich habe auch bald eines. Ich hoffe jetzt auf die Psychologin von der Charite. :)

    Finde ich sehr gut. Netzwerken, netzwerken, netzwerken und: sich selber informieren. Es gibt sooo viele Hilfsangebote, Möglichkeiten und medizinische Optionen. Man muss das nur erst im Laufe der Zeit herausfinden und vor allem Dadurch werden auch Krisen händelbar, weil man einfach einen Plan B in der Tasche hat, falls man wieder anfängt zu "spinnen". Und im besten Falle sogar "Wächter" konditionieren kann, die die "Spinnanzeichen" mit deiner Hilfe frühzeitig deuten können. Im akuten Wahn ist all das schwierig. Umso wichtiger ist es, dieses Netzwerk dann zu stärken, wenn man sich eigentlich okay fühlt und guter Dinge ist. :-)