• Selbstironie -> Sarkasmus

    Was ist aus meinem Umfeld geworden, dass auf einmal Sarkasmus und Egoismus zur gängigsten Art geworden ist? Mein kleiner Bruder war mal ein süßer Knirps, der schon immer etwas frech war, aber mittlerweile ein richtiges Arschloch geworden ist (meistens zumindest). Mein Freundeskreis war vor einigen Jahren immer hilfsbereit, wir haben über Probleme…
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    Ach, watt würde ich dich und Leute, die so denken wie du, gern auf den Mond schießen - da könntet ihr dann unter euch ausmachen, auf wem ihr rumtrampelt, und er hätte es dann auf jeden Fall verdient! :-D Nur scheitert so etwas immer an der Sache mit der Fortpflanzung - Kinder würde ich in einem solchen Umfeld nicht gern sehen, die haben sich das ja nicht ausgesucht.

    :)*


    Gemobbte haben keinen Sonderstatus. Für sie gelten dieselben Regeln wie für alle anderen Mitglieder einer Gesellschaft auch. Eine richtige, wenn auch unschöne, Sichtweise.

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    Gemobbte haben keinen Sonderstatus. Für sie gelten dieselben Regeln wie für alle anderen Mitglieder einer Gesellschaft auch. Eine richtige, wenn auch unschöne, Sichtweise.

    Wenn sich Mobber so benehmen, wie man es von einem Menschen erwarten kann, dann gibt es ganz automatisch keine Gemobbten mehr. Ist jetzt vielleicht für jemanden wie dich keine so besonders schöne Sichtweise, ist aber tatsächlich ein unumstößlicher Fakt.

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    Wenn sich Mobber so benehmen, wie man es von einem Menschen erwarten kann, dann gibt es ganz automatisch keine Gemobbten mehr. Ist jetzt vielleicht für jemanden wie dich keine so besonders schöne Sichtweise, ist aber tatsächlich ein unumstößlicher Fakt.

    Fakt ist vorallem, dass sich Mobber so benehmen, wie man es von Menschen erwarten kann und sollte.


    Es wäre schön, wenn die Menschheit anders wäre. Ist sie aber eben nicht.


    Interessant ist, dass bei uns in der Gesellschaft generell die Maxime gilt, dass jeder verantwortlich für seine eigene Situation ist. Etwas, das auch liebend gern hier im Forum mit Nachdruck immer wieder geschrieben wird.


    Ebenso wie unentwegt der Ratschlag gegeben wird, dass man unangenehme Kommentare von anderen Personen einfach ignorieren sollte.


    Warum das nicht auch für Mobbing-Opfer gelten soll, erschließt sich mir nicht. Für mich handelt es sich dabei eher um das übliche Messen mit zweierlei Maß.

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    Für mich handelt es sich dabei eher um das übliche Messen mit zweierlei Maß.

    Na, in einem Messbecher gibt es ja auch beispielsweise für Erbsen und Wasser unterschiedliche Maßeinheiten - weil es nicht dasselbe ist. Du kannst zwei völlig unterschiedliche Dinge nicht mit dem gleichen Maß messen, da kommt nur Murks dabei raus. Nach deiner einigermaßen grotesken Logik wären auch Opfer von Vergewaltigung und Attentaten selbst schuld, ebenso wie Leute, die in der Bahn zusammengeschlagen, oder auch Kinder, die zu Hause verprügelt werden.

    Nein, das hatte ich übrigens weiter oben bereits angeschnitten.


    Es ist eine Sache an die falschen Leute zu geraten und dadurch tatsächlich Opfer dieser Menschen zu werden. Es ist eine völlig andere, wenn man, egal wo man hingeht, stets das Mobbing-Opfer ist.


    Würde jemand wöchentlich in der Bahn zusammengeschlagen werden, jedoch andere, die dieselbe Verbindung nutzen nicht, dann würde ich tatsächlich zunächst die Ursache in seinem Verhalten suchen.


    Ich bezog mich mit meiner Aussage da durchaus auf ähnliche Situationen.

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    Es ist eine Sache an die falschen Leute zu geraten und dadurch tatsächlich Opfer dieser Menschen zu werden. Es ist eine völlig andere, wenn man, egal wo man hingeht, stets das Mobbing-Opfer ist.

    Ah. Ja, okay, in dem Fall würde ich auch tatsächlich gründlich darüber nachdenken, welche Dynamiken da immer wieder anlaufen.

    Paul,


    Es mag Menschen geben, die immer wieder gemobbt werden und dies vielleicht auch unbewusst provozieren. Sie haben sich mit der Opferrolle identifiziert und betrachten das Leiden als ihr Schicksal.


    Aber das kann man doch nicht generell auf alle Mobbing Opfer übertragen. Und vor allem lässt sich damit das Mobben nicht rechtfertigen.


    Wo kein Mobbing, da kein Opfer. Deshalb muss man das Übel am Ursprung packen, d.h. Mobben ist in JEDEM Fall inakzeptabel.


    Wie stehst Du denn zu den Mobbern, die nicht aufgrund von Verhaltensweisen, sondern aufgrund von anderer Hautfarbe oder Behinderung oder Homosexualität mobben? Da kann es keine Provokation geben.

    Schon, aber davon war hier ja gar nicht die Rede. Viele viele Mobbing-Opfer geraten nicht immer wieder sondern in einer bestimmten Konstellation in diese Lage. Gibt Untersuchungen dazu, dass Schulwechsel für die Gemobbten sehr häufig eine drastische Verbesserung der Situation erzeugen. Sie machen also selten generell etwas falsch, es ist nur genau da eine hässliche Dynamik entstanden.


    Und auch hier hat der Te bisher keinerlei Probleme in der Richtung gehabt. Nur mal so nebenbei.


    Und natürlich ist so ein Verhalten menschlich, dass ist Mord auch und dennoch erwarte ich von allen Menschen, dass sie sich selbst in soweit selbst disziplinieren, dass sie nicht jeden umbringen der ihnen gerade auf den Nerv fällt. Allenfalls davon fantasieren. Und bei Mobbing desselben. Selbst wenn mein Gegenüber sich irgendwie "falsch" verhält, liegt die Verantwortung für mein eigenes Verhalten bei mir. Niemand zwingt mich ihn oder sie zu mobben. Das entscheide ich immer ganz alleine.

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    Wie stehst Du denn zu den Mobbern, die nicht aufgrund von Verhaltensweisen, sondern aufgrund von anderer Hautfarbe oder Behinderung oder Homosexualität mobben? Da kann es keine Provokation geben.

    Das deutet vorallem auf eine marode Gesellschaft (oder zumindest marode Subkreise) hin, aber kann durchaus auch durch Provokation der Betroffenen entstehen.


    Handelt es sich "nur" um solche schlechte Teile der Gesellschaft, dann erfahren die Gemobbten Anfeindungen "nur" in Einzelsituationen und zwar immer dann, wenn sie an die Falschen geraten.


    Erfahren sie stets Anfeindungen dieser Art, obwohl sie in einer generell toleranten Gesellschaft leben (d.h. nur das Individuum wird gemobbt, aber nicht alle Individuen dieser Gruppe), dann wird dennoch ihr Verhalten Auslöser sein und zwar ihr eigener Umgang mit Hautfarbe, Sexualität etc.

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    Schon, aber davon war hier ja gar nicht die Rede.

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    Und auch hier hat der Te bisher keinerlei Probleme in der Richtung gehabt. Nur mal so nebenbei.

    Das sehe ich anders. Weil genau davon, meiner Meinung nach, die Rede war gingen meine Beiträge auch genau in


    diese Richtung. Ich habe ja schon früh geschrieben, dass das was dem TE widerfährt so üblich ist, d.h., dass er immer wieder in diese Situation geraten wird.

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    Viele viele Mobbing-Opfer geraten nicht immer wieder sondern in einer bestimmten Konstellation in diese Lage. Gibt Untersuchungen dazu, dass Schulwechsel für die Gemobbten sehr häufig eine drastische Verbesserung der Situation erzeugen. Sie machen also selten generell etwas falsch, es ist nur genau da eine hässliche Dynamik entstanden.

    Mit solchen Gemobbten habe ich keine Erfahrung. Ich kenne nur welche, die egal wohin sie gegangen sind, immer wieder gemobbt wurden. Deswegen sprach ich auch explizit von "Schwachen" und "Loser-Typen". Wer nur temporär von einer, in Relation gesehen, kleinen Gruppe gemobbt wird gehört da mmn nicht zu.

    Zitat

    Und natürlich ist so ein Verhalten menschlich, dass ist Mord auch und dennoch erwarte ich von allen Menschen, dass sie sich selbst in soweit selbst disziplinieren, dass sie nicht jeden umbringen der ihnen gerade auf den Nerv fällt. Allenfalls davon fantasieren.

    Und dennoch schließe ich Nachts die Türe ab. So wie auch ewig Gemobbte gewisse Maßnahmen ergreifen sollten. Die Möglichkeiten sind schließlich da. Wer sich mobben lässt, der wird auch immer gemobbt werden. Möglicherweise sieht das ja in einigen Jahrzehnten anders aus, aber auch das wage ich zu bezweifeln. Bis dahin tragen zwar die Mobber die Schuld an der Situation, aber der Gemobbte trägt die Schuld dafür, dass er in dieser Situation verharrt.

    Zitat

    Und dennoch schließe ich Nachts die Türe ab.

    Was dir aber, schließlich und endlich, nur das Gefühl vermittelt sicherer zu sein. Aber mal ehrlich, wie oft rennt schon jemand planlos durch die Gegend und killt Leute? Um wirklich etwas gegen das Risiko ermordet zu werden müsstest du dich komplett alleine, ohne Frau und Kinder, einschließen. Denn allen Statistiken zu Folge sind die dein Hauptrisiko, Angehörige. Finde ich auch nur logisch, immerhin gibt man denen den meisten Anlass dazu, einen final zu entsorgen.


    Und der Te hier hat geschrieben, dass er bisher nie so behandelt wurde, erst jetzt. Das deutet doch latent daraufhin, dass sich sein Umfeld verändert.

    Paul,


    Du schreibst von "maroden Subkreisen" in Bezug auf Mobben aufgrund Hautfarbe, Herkunft, stc.. Das sehe ich ganz genauso.


    Allerdings sehe ich Mobber generell in "maroden Subkreisen.


    Es mag in Deinem persönlichen Umfeld normal sein, dass sich Männer gegenseitig im psychischen Kräftemessen üben und der Schwächste systematisch drangsaliert wird.


    Ich kenne so etwas nur aus Schilderungen. das wäre in meinem Bekannten und Freundeskreis undenkbar. Nochmal: ich meine nicht gegenseitiges Necken und Aufziehen. Mobben bedeutet gezieltes Fertigmachen mit einer gewissen Portion Sadismus.


    Da muss sich der TE nicht dran gewöhnen, er sollte sich einfach ein normales Umfeld suchen.

    Zitat

    dass jeder verantwortlich für seine eigene Situation ist.

    Ja, mancher sieht das tatsächlich so. ;-) Und ich finde das gut, denn das gibt Handlungsfreiheit.

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    Was dir aber, schließlich und endlich, nur das Gefühl vermittelt sicherer zu sein. Aber mal ehrlich, wie oft rennt schon jemand planlos durch die Gegend und killt Leute? Um wirklich etwas gegen das Risiko ermordet zu werden müsstest du dich komplett alleine, ohne Frau und Kinder, einschließen. Denn allen Statistiken zu Folge sind die dein Hauptrisiko, Angehörige. Finde ich auch nur logisch, immerhin gibt man denen den meisten Anlass dazu, einen final zu entsorgen.

    Nein, man ist dadurch ganz konkret sicherer. Weiterhin nicht vollkommen sicher, aber es hilft.


    Und das ist der Knackpunkt: Ich spreche ja in keinem der Fällen von absoluter Sicherheit. Weder beim Mobbing, noch bei Kriminalität. Es gilt jedoch jeweils das Risiko zu minimieren. Frau und Kindern kauft man auch keine geladene Schrotflinte und beginnt dann sie zu reizen, oder gar zu misshandeln. Damit verschlimmert man nur das Hauptrisiko.


    Und im Falle der Dauer-Gemobbten haben sie es ganz allein in der Hand das Risiko gemobbt zu werden massiv zu senken. Nämlich auf das Niveau, das für jeden normalen Menschen vorliegt.

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    Und der Te hier hat geschrieben, dass er bisher nie so behandelt wurde, erst jetzt. Das deutet doch latent daraufhin, dass sich sein Umfeld verändert.

    Auch das habe ich aufgegriffen. Sein Umfeld wird älter und dadurch zwangsläufig das Mobbin schlimmer. Ob es nun ratsam für ihn ist nur noch mit besonders jungen, oder besonders alten Menschen Kontakt zu haben, darüber möchte ich keine Aussage treffen. In so einer Gruppe stäche er ja ganz besonders hervor.

    Zitat

    Paul,


    Du schreibst von "maroden Subkreisen" in Bezug auf Mobben aufgrund Hautfarbe, Herkunft, stc.. Das sehe ich ganz genauso.


    Allerdings sehe ich Mobber generell in "maroden Subkreisen.

    So simpel ist das mmn nicht. Mobber sind ja nicht immer ihr Leben lang Mobber. Es kann sich auch nur ein einziges mal im Leben eines solchen Mobbers ereignen, dass er aktiv gegen jemanden vorgeht.


    Aber vorallem unterscheidet Mobber und Rassisten/etc., dass Letztere selten primär das Verhalten einer Person verurteilen, sondern eine angeborene Eigenschaft, bzw. eine auf die das Individuum keinen Einfluss hat. Das ist besonders verwerflich.


    Beim Mobbing geht es primär um falsches Verhalten, während Aussehen etc. eher eine Nebenrolle spielen. Der Fokus liegt ganz klar auf einem Individuum das falsch ist und nicht auf einer Gruppe, die vermeintlich(!) falsch ist.


    Der Gemobbte kann ignorieren und sich verändern. Die Frau mit schwarzer Hautfarbe kann (und soll!) ihre Hautfarbe nicht verändern und auch das Ignorieren von Anfeindungen ist in ihrem Fall keine effektive Strategie, da sich die Anfeindungen gegen alle dunkelhäutigen Mitmenschen richten.


    Eine Gesellschaft muss und kann nicht jegliches merwürdiges Verhalten tolerieren. Eine gewisse Anpassung ist nunmal notwendig.

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    Es mag in Deinem persönlichen Umfeld normal sein, dass sich Männer gegenseitig im psychischen Kräftemessen üben und der Schwächste systematisch drangsaliert wird.


    Ich kenne so etwas nur aus Schilderungen. das wäre in meinem Bekannten und Freundeskreis undenkbar. Nochmal: ich meine nicht gegenseitiges Necken und Aufziehen. Mobben bedeutet gezieltes Fertigmachen mit einer gewissen Portion Sadismus.


    Da muss sich der TE nicht dran gewöhnen, er sollte sich einfach ein normales Umfeld suchen.

    Wie schon gesagt muss ich davon ausgehen, dass es kein "normales Umfeld" in dieser Form gibt. Außer man sieht nur schwache Menschen als "normal" an. In jeder männlichen Gruppe, in der ich längere Zeit war konnte ich dasselbe Verhalten beobachten und da ich eher passiv bei der "Gruppensuche" bin, gehe ich nicht davon aus unterbewusst nur Gruppen dieser Art zu suchen. Aber wer weiß...ich gebe hier schließlich auch nur meine Erfahrung wieder.

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    Ja, mancher sieht das tatsächlich so. ;-) Und ich finde das gut, denn das gibt Handlungsfreiheit.

    Es erschafft die Illusion der Handlungsfreiheit und stellt primär eine Form der Rechtfertigung dafür auf andere hinabzublicken.


    Das ist meine Meinung. Will aber natürlich niemand so wahrhaben :=o