"Was Du nicht willst,

    dass man Dir tu, dass füg' auch keinem anderen zu!" war ein ständiger Spruch meiner Großmutter (geboren 1882), mit dem sie mich bei einem zweifelhaften Verhalten konfrontierte und in die Schranken verwies.


    Dieser Grundsatz hat mich vor vielen unbedachten Schnellschüssen bewahrt.


    Ich habe viele gute Bekannte (nicht Freunde) durch Selbstmord verloren. Auch wenn keine enge Bindung bestand, habe ich mich immer ein wenig schuldig gefühlt mit der Frage: "Hättest Du erkennen und vielleicht sogar verhindern können?" Leider habe ich in keinem der Fälle eine Antwort gefunden, weil diese Kurzschlüsse überwiegend gänzlich unvermutet kamen. Es waren in der Regel Personen, die nie über die Dinge sprachen, die sie belasteten.


    Wer sich anderen gegenüber mit seinen Problemen öffnet, dem kann geholfen werden. Selbstmord löst nicht das Problem, es schafft lediglich neue, bei denen, die plötzlich mit dieser nicht zu behebenden Endgültigkeit des Abschieds konfrontiert werden. Das gilt vor allem für die Menschen, die in irgendeiner Weise in die Gründe oder den Anlass des Selbstmords involviert sind.


    Bei jungen Menschen sind es in der Mehrzahl nicht erfüllte Liebesbeziehungen, Liebe zu einem anderen, die dieser nicht oder nicht mehr erwidern konnte. Hier ist der Selbstmord als Abstrafung des geliebten Menschen gedacht. Das fügt man einer Person nicht zu, die man liebt, auch nicht, wenn die Liebe nicht erwidert wird. Ein solches Denken ist primitiv oder infantil. Ich muss bei mir selbst ansetzen und mich fragen, ob ich mich ändern kann, wo der Fehler vielleicht bei mir liegt.


    Es gibt auch immer andere Personen, die mir zugeneigt sind, denen ich mich mit meinen Problemen anvertrauen kann. Finde ich die nicht in meinem Umfeld, so gibt es überall Sorgentelefone der verschiedensten Organisationen, an denen Mitmenschen bereit sind, zuzuhören und Rat zu erteilen. Es gibt immer eine Lösung. Sie kann natürlich nicht unter dem Motto stehen: Ich will alles oder nichts. Das ist kein Lebensgrundsatz. Es gibt niemand, der mit diesem Grundsatz über längere Zeit Erfolg hatte.


    Leider werden in vielen Romanen, Filmen oder Dramen Personen dargestellt, die mit diesem Vorsatz Erfolg haben. Auch in der Wirklichkeit kann man kurzfristig damit durchkommen. Der Film schildert aber nur einen beschränkten Lebensabschnitt.


    Erkenne Dich selbst oder lass Dir wenigstens helfen, Dich zu erkennen!

    Narkos

    Zitat

    ...Selbstmord löst nicht das Problem, es schafft lediglich neue, bei denen, die plötzlich mit dieser nicht zu behebenden Endgültigkeit des Abschieds konfrontiert werden...

    Die Menschen, die mir zu Lebzeiten das Dasein so schwer machen, kümmert es doch nicht, wie es mir geht. Wieso sollte ich mir also meinen Suizid zu deren Gunsten verkneifen?

  • Dieser Beitrag wurde gelöscht, Informationen über den Löschvorgang sind nicht verfügbar.
  • Dieser Beitrag wurde gelöscht, Informationen über den Löschvorgang sind nicht verfügbar.