• Selbstmordphantasien ohne -absichten

    Hallo zusammen,ich werde nicht allzu sehr ins Detail gehen, da die Thematik sicherlich Triggerpotenzial hat.Die Sache ist die, dass ich immer wieder und insbesondere in konfliktreichen Zeiten sehr intensive Selbstmordphantasien habe.Die Vorstellung hat eine beruhigende und befreiende Wirkung auf mich. Ich bin weder suizidal, noch aktuell depressiv. Die…
  • 56 Antworten

    Was sagt das über mich aus?


    Dass du depressiv bist? Hier im Forum schrieb mal jemand sinngemäß, dass man bei Depressionen gefühlt 1000 Kilo mit sich herumschleppt.

    Du kannst nicht alles ändern, aber du kannst deine Sicht auf die Dinge ändern,








    Xander90 schrieb:

    Sinnlosigkeit ist vielleicht das ganze Problem. Denn die Frage ist doch, was von mir übrig bleibt, wenn ich meine Arbeit, meine Familie und meine Auseinandersetzung mit dem Schlechten in der Welt wegnehme. Nichts. Nichts bleibt da übrig.

    Die schönen Dinge, die man teils in sich, teils in der Umwelt gefunden hat, bleiben übrig. Wie funkelnde Steine, die man nach und nach gesammelt und in seinem Inneren bewahrt hat.


    Ungünstig ist, dass das Gefühl der Sinnlosigkeit von allem einem (vorübergehend) unmöglich macht, irgendetwas Schönes zu finden. Es mag gar noch schlimmer sein, weil der bunte, funkelnde Stein, der einen einst so begeistert und für einen etwas Schönes dargestellt hat, nur noch als grauer Stein wie jeder andere auch wahrgenommen wird; man kann sich nicht mehr über ihn freuen, obwohl man weiß, das einem der Stein einst viel bedeutet hat.


    Nun ja, das Gefühl der Sinnlosigkeit muss man wohl irgendwie "aussitzen" -im Zweifel eben mit erleichternden Suizidfantasien- und trotzdem an nicht ganz so antriebslosen Tagen Steine suchen gehen, obwohl man deren Funkeln gerade nicht sehen kann.

    Xander90 schrieb:

    Was mir fehlt, ist eine Persönlichkeit und Beziehungen. Ersteres kann ich mir wohl kaum selber basteln

    Beides kann man sich aufbauen. Leider haben es deine Eltern versäumt, deine Persönlichkeit aufzubauen, zu stärken und zu unterstützen. Das ist nun dein Job.

    Falls du es nicht allein hinkriegst, suchst du dir eben Hilfe. Es lohnt sich.

    Zitat

    Sinnlosigkeit ist vielleicht das ganze Problem. Denn die Frage ist doch, was von mir übrig bleibt, wenn ich meine Arbeit, meine Familie und meine Auseinandersetzung mit dem Schlechten in der Welt wegnehme. Nichts. Nichts bleibt da übrig.

    Was glaubst du, was bei anderen Menschen da übrig bleibt?


    Da ist vielleicht noch ein Hobby, eine Leidenschaft, irgendwas im Leben, was auch Spaß macht. Das fehlt dir wahrscheinlich.

    Wie kann man das ändern? Ich fürchte, da hilft nur ausprobieren.


    Deinen vorangegangenen Beiträgen und den anderen Fäden entnehme ich aber, dass die Dinge, die du aufgezählt hast, dich eher belasten. Und vielleicht solltest du da mal ansetzen und etwas verändern. Denn du hast Recht, dass Arbeit und Familie einen auch teilweise ausmachen. Aber mit den Dingen, die einen ausmachen, sollte man sich wohlfühlen. Auch wenn da aus jetziger Sicht nur was wegbricht. Da ist auch Potenzial, dass es besser wird.

    Zitat

    Was mir fehlt, ist eine Persönlichkeit und Beziehungen. Ersteres kann ich mir wohl kaum selber basteln. Und sich zu Beziehungen zu zwingen, wäre wohl kaum ein Fortschritt.

    Erkenntnis! Persönlichkeit entwickelt sich auch. Das hat man nicht von heute auf morgen.

    Da kann man schon selber dran schrauben. Eine neue Arbeit, ein Umzug und damit verbunden ein neues Umfeld, ein Hobby, eine Vereinsmitgliedschaft oder was dir sonst noch einfällt. Und ganz wichtig ist, dass du das selber willst. Alles andere wird sich finden, notfalls eben durch ausprobieren, wenn du nicht genau weißt, was du willst. Und Beziehungen ergeben sich. Man darf nicht immer Langfristigkeit erwarten. Menschen, die einen ein Stück auf seinem Weg begleiten sind auch Beziehungen.

    Zitat

    Es ist nicht ganz richtig, dass ich ein Problem mit meiner hypothetischen Homosexualität habe. Weder ist es für mich neu, dass ich mich zu Männern hingezogen fühle, noch verstört mich das. Realistisch betrachtet wäre es doch ideal, wenn ich schwul wäre, einen Partner finden würde und jemanden in meinem Leben hätte, der mich glücklich macht und mit dem ich gerne zusammen bin.

    Nur wird das so niemals passieren. Und das liegt nicht daran, dass ich vielleicht schwul bin und das nicht akzeptieren kann. Es liegt wirklich daran, dass ich auch Männer eben nur theoretisch anziehend finde. Weder möchte ich mit einem Sex haben, noch eine Beziehung führen. Wenn ich zu solchen Empfindungen fähig wäre, hätte ich das irgendwann im Laufe der vergangenen dreißig Jahre doch mal merken müssen.

    Ich bin kein Experte, aber meines Wissens ist das auch nicht unnormal.

    Es soll eben auch Menschen geben, die lieben Objekte. (Ich weiß grade den Fachbegriff nicht, sorry.) Ja, ist doch egal. Jeder, wie er mag. Letztendlich bist du doch mit einer potentiellen Homosexualität auch im Reinen. Das da kein sexuelles Empfinden aufkommt, ist eben auch so.

    Zitat

    Ich fühle nichts für irgendwelche Männer, meine Familie ist mir egal, und mir selbst würde ich am liebsten eine Kugel in den Kopf jagen.

    Was sagt das über mich aus?

    Wahrscheinlich wünscht du dir nur "heile Welt". Aber wenn dir deine Familie nicht gut tut, dann kannst du dich auch von dieser trennen. Ihr teilt zufällig die gleichen Gene, mehr nicht. Das du für sie nichts fühlst, wird seine Gründe haben.

    Beziehungen existieren nicht nur in Form von (sexuellen) Partnerschaften. Wenn das gefühlt nicht drin, ist kann man sich dazu nicht zwingen, etwas zu fühlen. Auch die Zugehörigkeit zu einer Gruppe, Freundschaften kann erfüllend sein.

    Und das du dich selbst so hasst, liegt wahrscheinlich daran, dass du "heile Welt" und "normal" gefühlt nicht haben kannst. Wer definiert denn "heile Welt" und "normal" - du selbst. In erster Linie geht es darum, was dir gut tut. Es bringt nichts einem Idealbild hinterherzujagen. Gestalte dein Leben für dich.

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    Xander90 schrieb:

    Ich leide nicht, ich bin nur einfach müde. Weil in der Welt so viel Scheiße passiert und ich dagegen anzukämpfen versuche und immer und immer wieder realisiere, dass sich nichts ändert und dass die meisten Menschen gar nicht wollen, dass sich etwas ändert. Und weil ich mich dann frage, ob ich für meinen Beruf einfach nicht stark genug bin. Hinzu kommt die anderweitig bereits beschriebene Übergriffigkeit meines Kollegen. Es spricht schlicht und einfach viel dafür, dass ich da nicht hin gehöre. Gleichzeitig muss ich mir eingestehen, dass ich weder einen Lebensinhalt außerhalb meiner Arbeit habe, noch eine richtige Persönlichkeit. Keine/n Partner/in und Freundschaften schließe ich auch nicht leicht. Der Kontakt zu meiner Familie ist nur zusätzliche Belastung.

    Wenn das alles zusammenkommt, geht mir einfach am Ende die Lebensenergie aus und aus dieser Resignation heraus wachsen diese Phantasien und Gedankengänge. Ich habe mindestens sechs Ideen, wie ich es tun könnte. Sterben ist einfach, man muss sich nur dazu entscheiden.

    Darf ich Dir eine PN senden? Magst Du einen Austausch?

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    Plüschbiest schrieb:

    Was sagt das über mich aus?


    Dass du depressiv bist? Hier im Forum schrieb mal jemand sinngemäß, dass man bei Depressionen gefühlt 1000 Kilo mit sich herumschleppt.

    Du kannst nicht alles ändern, aber du kannst deine Sicht auf die Dinge ändern,

    So gut das gemeint sein mag. Du musst auch mal zur Kenntnis nehmen, dass solche "Hilfestellungen" einfach niemandem nutzen. Im Gegenteil: Wenn man immer wieder darauf hingewiesen wird, dass man alltägliche Dinge nicht auf die Reihe bekommt, die offenbar alle anderen easy meistern, verstärkt das die Schuldgefühle und dieses "Loser-Gefühl".

    Das Credo sollte lauten: Animieren, anstatt kritisieren!

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    Ich schrieb einfach nur, dass ich denke dass hier eine Depression vorliegt.

    Das hat nichts mit kritisieren zu tun.

    Und der. Hinweis mit den Kilos war einfach nur als Beispiel gedacht,

    um zu verdeutlichen wie sich eine Depression anfühlen könnte.

    Meine Absicht ist sicher nicht dem TE ein Losergefühl zu vermitteln.

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    Plüschbiest schrieb:

    Ich schrieb einfach nur, dass ich denke dass hier eine Depression vorliegt.

    Das hat nichts mit kritisieren zu tun.

    Und der. Hinweis mit den Kilos war einfach nur als Beispiel gedacht,

    um zu verdeutlichen wie sich eine Depression anfühlen könnte.

    Meine Absicht ist sicher nicht dem TE ein Losergefühl zu vermitteln.

    Eine Depression ist ja kein An/Aus-Schalter. Der Übergang ist fließend und die Menschen wissen meistens schon sehr genau, dass sie im depressiven Bereich sind. Das macht doch die Sache aber dann nicht einfacher. Das heutige Gesundheitssystem versagt ja eben bei diesen Dingen gewaltig, weil es eine Depression nach den selben Maßstäben zu behandeln versucht, wie einen Knochenbruch. Da gibt es dann 20 Stunden Gesprächstherapie und danach sollte die Sache gegessen sein.


    Es ist doch kein Geheimnis, dass man die heutige Welt und die Gesellschaft nicht im Detail betrachten darf. Sobald man das tut, wird man unweigerlich auf die vielen Ungerechtigkeiten und Egoismen stoßen. Am besten lebt man immer noch, wenn man "sich nur um seinen Scheiß kümmert". Auch das ist eine Art Diktatur und sobald es wagt aus diesem Zirkel auszubrechen, wird ein Gang um zum Psychologen fällig. Und für meine Begriffe hat der TE eben genau diese Grenze überschritten.

    • Neu
    Zitat

    Es ist doch kein Geheimnis, dass man die heutige Welt und die Gesellschaft nicht im Detail betrachten darf. Sobald man das tut, wird man unweigerlich auf die vielen Ungerechtigkeiten und Egoismen stoßen. Am besten lebt man immer noch, wenn man "sich nur um seinen Scheiß kümmert". Auch das ist eine Art Diktatur und sobald es wagt aus diesem Zirkel auszubrechen, wird ein Gang um zum Psychologen fällig. Und für meine Begriffe hat der TE eben genau diese Grenze überschritten.

    Aber es ist eben meines Erachtens, dieser gesellschaftliche Konsens das "sich jeder bitte um seinen eigenen Scheiß kümmert", der das Kraut fett macht. Das macht einsam, hilflos, überfordert. Daraus erwächst der Gang zum Psychologen. Weil man von anderen Hilfe braucht. Das wäre nicht notwendig, wenn Menschen einander zur Seite stehen und sich unterstützen bzw. zusammenarbeiten würden. Ich frage mich ernsthaft zu welchem Zeitpunkt der Individualismus solche Ausmaße angenommen hat.


    Oder habe ich an deinem Beitrag was falsch verstanden, marblemadness?

    • Neu

    Jemand hat gefragt (ich weiß nicht mehr, ob in diesem Thread oder einem anderen), warum ich mich derart gegen eine Therapie wehre. Aufgrund meiner Arbeit und meiner Versicherungssituation ist es nahezu unmöglich, eine Therapie zu machen ohne das mein Arbeitgeber davon erfährt. Gleichzeitig arbeite ich in einem Bereich, in dem psychische Stabilität eine Grundvoraussetzung ist. Mehr möchte ich zu diesem Thema nicht sagen.


    marbeledmadness

    Ja, du kannst mir gerne eine PN schicken.

    • Neu
    Xander90 schrieb:

    Gleichzeitig arbeite ich in einem Bereich, in dem psychische Stabilität eine Grundvoraussetzung ist.

    :=o???":/8-(X-\:-X

    • Neu
    Xander90 schrieb:

    Jemand hat gefragt (ich weiß nicht mehr, ob in diesem Thread oder einem anderen), warum ich mich derart gegen eine Therapie wehre. Aufgrund meiner Arbeit und meiner Versicherungssituation ist es nahezu unmöglich, eine Therapie zu machen ohne das mein Arbeitgeber davon erfährt. Gleichzeitig arbeite ich in einem Bereich, in dem psychische Stabilität eine Grundvoraussetzung ist. Mehr möchte ich zu diesem Thema nicht sagen.


    marbeledmadness

    Ja, du kannst mir gerne eine PN schicken.

    Ich habe danach gefragt.

    Droht dir der Jobeverlust wenn du als Beamter eine Therapie machst?

    • Neu
    melb1985 schrieb:


    Oder habe ich an deinem Beitrag was falsch verstanden, marblemadness?

    Nein, absolut nicht. Dass, was heute als "Individualismus" verkauft wird, entpuppt sich meistens als Egoismus. Ich, ich, ich. Die Menschen in einer solchen Gesellschaft entfernen sich immer weiter davon sich gegenseitig zu helfen und solidarisch zu sein. Oft wird es dann auch als Schwäche angesehen, wenn man solche Dinge vermisst und kritisiert.


    Insofern dürfen wir uns nicht wundern, wenn die Zahl der psychischen Erkrankungen stetig zunimmt. Oft, denke ich auch, sind diese Menschen gar nicht krank, sondern kommen schlichtweg in dieser egoistischen Raubtiergesellschaft nicht mehr klar und kapitulieren. Im Grunde behandeln wir da die Gesunden und die ganze narzistischen Psychopaten sitzen im Vorstand bei den Banken oder Automobilkonzernen. Prima!