Selbstmordphantasien ohne -absichten

    Hallo zusammen,

    ich werde nicht allzu sehr ins Detail gehen, da die Thematik sicherlich Triggerpotenzial hat.

    Die Sache ist die, dass ich immer wieder und insbesondere in konfliktreichen Zeiten sehr intensive Selbstmordphantasien habe.

    Die Vorstellung hat eine beruhigende und befreiende Wirkung auf mich. Ich bin weder suizidal, noch aktuell depressiv. Die Belastung, die ich angesichts dieser Phantasien empfinde, kommt einfach daher, dass derartige Gedanken nicht "normal" sind und nicht meinem Selbstbild als psychisch stabiler Mensch entsprechen.

    Ich wende mich an das Forum, weil ich gerne wissen würde, wie solche Phantasien entstehen, wodurch sie verursacht werden, und ob ich mir deswegen Sorgen machen sollte.

  • 56 Antworten

    Könnte eine Zwangsstörung mit Zwangsgedanken sein.

    Xander90 schrieb:

    Die Vorstellung hat eine beruhigende und befreiende Wirkung auf mich

    find ich dann auch ok. Warum nicht in Gedanken mal "fliehen"?

    Im Zusammenhang mit Deinen anderen Themen hier im Forum finde ich diese Gedanken nicht ganz so harmlos.

    Vielleicht denkst Du doch mal über eine Therapie nach um aus Deinen ganzen Problemen familiär und im Job heraus zu kommen.

    Es ist schwer für mich, mit diesen Gedanken umzugehen. Weil ein Teil von mir das dann doch etwas krank findet.

    Ich habe diese Gedanken schon so lange, teils traten sie jahrelang nicht auf und ich vergaß, dass es mal Thema war. Dann kehren sie zurück, in unterschiedlicher Intensität.

    Nur einmal habe ich konkret danach gehandelt. Bis heute kann ich nicht sagen, ob es ein ernstgemeinter Versuch war oder lediglich pubertäre Dramatik.

    Vielleicht suche ich einfach nach Aufmerksamkeit und dem Gefühl, dass ich jemandem wichtig bin.

    Andrejka schrieb:

    Im Zusammenhang mit Deinen anderen Themen hier im Forum finde ich diese Gedanken nicht ganz so harmlos.

    Vielleicht denkst Du doch mal über eine Therapie nach um aus Deinen ganzen Problemen familiär und im Job heraus zu kommen.

    Dem stimme ich zu.

    Beschreibe doch bitte mal so eine konfliktreiche Situation. Was macht Sie mit Dir und wieso mündet es dann in Suizidgedanken? Geistern diese Gedanken nur als reine Fiktion in Deinem Kopf oder gibt auch reale Szenarios, wie diese stattfinden könnten?

    Ja, ich sehe darin auch eine Flucht. Dann ist das Leid vorbei, endlich für immer weg.

    Das kann nur was für die Gedanken sein, weil es dort vorübergehend hilft bzw. helfen kann, auch wenn du nie und nimmer in Wirklichkeit sterben willst.

    Ich leide nicht, ich bin nur einfach müde. Weil in der Welt so viel Scheiße passiert und ich dagegen anzukämpfen versuche und immer und immer wieder realisiere, dass sich nichts ändert und dass die meisten Menschen gar nicht wollen, dass sich etwas ändert. Und weil ich mich dann frage, ob ich für meinen Beruf einfach nicht stark genug bin. Hinzu kommt die anderweitig bereits beschriebene Übergriffigkeit meines Kollegen. Es spricht schlicht und einfach viel dafür, dass ich da nicht hin gehöre. Gleichzeitig muss ich mir eingestehen, dass ich weder einen Lebensinhalt außerhalb meiner Arbeit habe, noch eine richtige Persönlichkeit. Keine/n Partner/in und Freundschaften schließe ich auch nicht leicht. Der Kontakt zu meiner Familie ist nur zusätzliche Belastung.

    Wenn das alles zusammenkommt, geht mir einfach am Ende die Lebensenergie aus und aus dieser Resignation heraus wachsen diese Phantasien und Gedankengänge. Ich habe mindestens sechs Ideen, wie ich es tun könnte. Sterben ist einfach, man muss sich nur dazu entscheiden.

    Xander90 schrieb:

    Wenn das alles zusammenkommt, geht mir einfach am Ende die Lebensenergie aus und aus dieser Resignation heraus wachsen diese Phantasien und Gedankengänge.

    Dann stehst du bereits am Anfang einer Depression. Wenn du jetzt nicht bald zum Arzt damit gehst, wird du die nächsten Jahre keine große Freude am Leben haben. Du brauchst eine Therapie, so viel steht fest.

    Aber de fakto monologisierst Du nur und beschreibst/beklagst Deine Situation. Auf die Ansätze hier gehst Du kein Stück ein. Sinnloser Faden.

    Xander90 schrieb:

    Weil in der Welt so viel Scheiße passiert und ich dagegen anzukämpfen versuche und immer und immer wieder realisiere, dass sich nichts ändert und dass die meisten Menschen gar nicht wollen, dass sich etwas ändert

    Falscher Ansatz. Wenn du willst, dass sich die Welt verändert muss du dich erst selbst verändern. Veränderung fängt bei sich selbst an. Der eigenen Einstellung, dem eigenen Mindset, der eigenen Denkweise. Mit dem Finger auf andere zu zeigen ist einfach aber selbst eine Veränderung zu erarbeiten ist dann doch ein anderes Stück Arbeit. Ich würde damit anfangen und nicht bei "den anderen".

    Zitat

    Weil in der Welt so viel Scheiße passiert und ich dagegen anzukämpfen versuche und immer und immer wieder realisiere, dass sich nichts ändert und dass die meisten Menschen gar nicht wollen, dass sich etwas ändert.

    "Die Welt" wirst du sowieso nicht verändern. Und im Alleingang schon mal gleich gar nicht. In diesem Zusammenhang muss ich dir zustimmen, dass die meisten Menschen gar nicht wollen, dass sich etwas ändert. Dafür müsste man zusammenarbeiten.

    Ich muss da BeautifulDay89 zustimmen. Mit dem Finger auf andere zeigen bringt gar nichts. Die meisten werden sich weiterhin kaum eingestehen, dass es auch vom Umfeld abhängt, wie man psychisch unterwegs ist. Es ist eben auch einfach jegliche Beteiligung von sich zu weisen. Damit dreht man sich im Kreis. Im Endeffekt hast du nur die Wahl zwischen abkapseln oder mitmachen. So sein, wie die anderen. Ob das jetzt für die psychische Gesundheit förderlich ist, wird sich zeigen.


    Konkret würde es vielleicht Sinn machen, wenn du versuchst eine andere Arbeit zu bekommen und dich von deiner Familie trennst. Ich habe deine anderen Fäden bisher nicht gelesen, aber aufgrund deiner Beschreibung hier denke ich, dass das die größten Belastungsfaktoren sind. Ansonsten bleibt dir nur die direkte Konfrontation an beiden Fronten. Was die bessere Strategie für dich ist, weißt du selbst am besten.

    rr2017 schrieb:

    Aber de fakto monologisierst Du nur und beschreibst/beklagst Deine Situation. Auf die Ansätze hier gehst Du kein Stück ein. Sinnloser Faden.

    Man kann auf das monologisieren hinweisen, OHNE Bewertung. Sinnlos ist hier gar nichts, höchstens symptomatisch.

    Du kannst auch deine Frustration darüber, dass deine Hinweise nicht beantwortet wurden, darlegen. Das ist dann objektiver und näher an der Wahrheit dran.


    Xander:

    Das Nicht- eingehen können ist vermutlich entweder Resultat oder Grund für fehlende Beziehungen in deinem Leben.


    Das lebenswerte Leben wird aus tragfähigen Beziehungen gebaut. Daraus kann viel Gutes entstehen.

    Wie steht es denn um deine Beziehung zu dir selbst?

    Schon allein dahingehend ist es hilfreich, wenn du einen(zeit)Rahmen findest, in dem du dich ungeschminkt mit dir selbst auseinander setzen kannst. Eine liebevolle, ruhige und klare Begleitung kann dabei Wunder wirken.

    Ein guter Beginn ist vielleicht ein Achtsamkeitskurs (wird auch von der Krankenkasse bezahlt). Es gibt dazu ein wirklich gutes Buch (Roman), ist auf der Spiegelbestsellerliste. Hab ich grad gelesen und hat mich wirklich zum Lachen gebracht und sehr inspiriert (seltene kombi). Mir scheint, ein wenig Lachen und Inspiration könnte dir gut tun. Das Buch heißt: achtsam morden.


    Eine Therapie wäre in diesem Gesamtzusammenhang deines Lebens sehr hilfreich. Geh es an! Da ist alles drin: Raum für dich und dein ungeschminktes selbst! Achte jedoch darauf, dass du den Therapeuten magst. 60 % des Therapieerfolges hängen davon ab, ob du dem Therapeuten vertraust und sie magst.



    Weißt du Xander, mich hat dein anderer Faden über dem Übergriff deines Kollegen sehr bewegt. Du bist stark. Du hast viel Potenzial.

    Ich habe bei dem faden schon gedacht, dass dein eigentliches Problem nicht das mobbingverhalten des Kollegen ist, sondern vielmehr deine innere Haltung zu deinem schwulsein. Oder bi sein. Weiß ich nicht.


    Es scheint dir sehr schwer zu fallen, die Möglichkeit wertfrei anzunehmen, dass du möglicherweise Schwul bist. Alles in dir wehrt sich dagegen, umschifft das eher. Sogar in deinem faden soll sich alles eher um einen sexuellen Übergriff drehen, als um deine Sexualität. Dabei ist das eigentliche Problem und der Grund für die Schockstarre vielleicht, dass du in dem Moment die Möglichkeit hattest, etwas auszuprobieren, OHNE die Schuld oder Verantwortung zu tragen. Nach dem Motto: "er hat mich ja gezwungen".

    Da konntest du etwas ausleben. In dir hat es gekämpft. Und im Nachhinein auch. Du hättest dich damals und auch jederzeit gut wehren können. Doch in dir tobt ein Kampf. Zusätzlich zu diesem Kampf sehe ich jetzt (vielleicht liege ich aber auch falsch mit allem, ist erstmal nur meine subjektive Wahrnehmung) einen weiteren Konflikt: "ich möchte keine Übergriffe erleben und wünsche mir respektvolle Sexualität".


    Du KÖNNTEST aufräumen. Doch ein Teil in dir verhindert es, weil das Problem gar nicht bestünde, wenn du deine Sexualität "own" würdest. Also, wenn du sie stolz annimmst und als Teil deiner Identität und deiner Schönheit und Stärke trägst.


    Deine Familie erlebst du in diesem Problem nicht als HILFE, weil du sicher glaubst, sie sind bei dem Thema voreingenommen. Dann Kasper das doch mal mit einem Therapeuten aus. Und wenn du dir deiner selbst sicher bist, dann kannst du dich zeigen, grenzen setzen und deinen weg gehen, indem du alles, was du bist, zum Teil deines Signature styles machst. Das bist du und diese und jene Fähigkeiten, Erfahrungen und Kenntnisse bringst du mit und kannst du jederzeit einsetzen, wenn erforderlich.


    Mich erinnert deine Situation auf Arbeit auch an die Serie von netflix: Sex education.


    Sei lieb gegrüßt und bitte bleib am Leben und statt dich umzubringen kannst du sich einfach dein Leben ganz neu entdecken und gestalten und neu (er)leben.


    *:)

    Ich kann an mir selbst arbeiten, aber das ändert nichts an meiner Umwelt und daran, wie andere Menschen sind. Es ist schwer, sich da nicht in der Sinnlosigkeit zu verlieren.

    Sinnlosigkeit ist vielleicht das ganze Problem. Denn die Frage ist doch, was von mir übrig bleibt, wenn ich meine Arbeit, meine Familie und meine Auseinandersetzung mit dem Schlechten in der Welt wegnehme. Nichts. Nichts bleibt da übrig.

    Was mir fehlt, ist eine Persönlichkeit und Beziehungen. Ersteres kann ich mir wohl kaum selber basteln. Und sich zu Beziehungen zu zwingen, wäre wohl kaum ein Fortschritt.

    Es ist nicht ganz richtig, dass ich ein Problem mit meiner hypothetischen Homosexualität habe. Weder ist es für mich neu, dass ich mich zu Männern hingezogen fühle, noch verstört mich das. Realistisch betrachtet wäre es doch ideal, wenn ich schwul wäre, einen Partner finden würde und jemanden in meinem Leben hätte, der mich glücklich macht und mit dem ich gerne zusammen bin.

    Nur wird das so niemals passieren. Und das liegt nicht daran, dass ich vielleicht schwul bin und das nicht akzeptieren kann. Es liegt wirklich daran, dass ich auch Männer eben nur theoretisch anziehend finde. Weder möchte ich mit einem Sex haben, noch eine Beziehung führen. Wenn ich zu solchen Empfindungen fähig wäre, hätte ich das irgendwann im Laufe der vergangenen dreißig Jahre doch mal merken müssen.

    Ich fühle nichts für irgendwelche Männer, meine Familie ist mir egal, und mir selbst würde ich am liebsten eine Kugel in den Kopf jagen.

    Was sagt das über mich aus?

    Xander90 schrieb:

    Ich kann an mir selbst arbeiten, aber das ändert nichts an meiner Umwelt und daran, wie andere Menschen sind.


    Es ist schwer, sich da nicht in der Sinnlosigkeit zu verlieren.


    Sinnlosigkeit ist vielleicht das ganze Problem. Denn die Frage ist doch, was von mir übrig bleibt, wenn ich meine Arbeit, meine Familie und meine Auseinandersetzung mit dem Schlechten in der Welt wegnehme. Nichts. Nichts bleibt da übrig.

    Wieder falsch.