Brauch nen Rat

    Sorry, weiß grad nicht, ob ich hier so richtig bin. bin neu hier und wollt einfach mal was fragen. hab schon einige von den älteren beiträgen zum thema ritzen gelesen und ziemlich oft stand da das wort "kämpfen". aber kann mir vielleicht jemand von euch sagen, was man tun kann, wenn man nicht mehr die kraft dazu hat?


    Ich ritze selbst schon seit etwa zwei jahren und momentan ist es besonders schlimm, weil ich mich zudem noch verantwortlich für freunde von mir fühle, die selbst das gleiche problem haben. Jedoch sind bei ihnen die suizidgedanken auch ziemlich stark und meine beste freundin hat auch schon einen selbstmordversuch hinter sich. mir wird das grad einfach zu viel, weil ich nicht weiß, wie ich ihnen helfen kann und ich das ritzen nicht mehr unter kontrolle habt. wenn mir irgendwer sagen kann, wie ich meinen freunden helfen kann, ohne mir selbst zu viel aufzuladen, schreibt mir bitte.


    urd

    Zitat

    Seit einiger Zeit geht´s mir besser, wenn ich mich selbst verletze, z.B. den Arm am Backofen verbrenne, mir die Unterarme anritze usw. Das hört sich jetzt wahrscheinlich total bescheuert an, aber ich muss das einfach mal loswerden...

    Nee, ist nicht bescheuert. Zwar konnte ich das bisher auch nicht verstehen, aber vor ca. einer Woche habe ich damit auch begonnen. Es geht mir besser damit, ich transferiere meine "blutende" Seele zu meinem Arm. Das wirkt zumindest eine gewisse Zeit.

    Zitat

    ...."kämpfen".... aber kann mir vielleicht jemand von euch sagen, was man tun kann, wenn man nicht mehr die kraft dazu hat?

    Das frage ich mich auch und denke, daß man die Antwort darauf nur in sich selbst finden kann. Man muß die Kraft dazu mit Hilfe von Randphänomenen generieren.


    -RS-

    Himmel!! Ich habe das Gefühl, je offener darüber gesprochen wird, desto mehr (junge) Leute probierens aus und kommen "auf den Geschmack" - oder anders gesagt, sehen darin eine kurzfristige Lösung. Als ich damit begann, war ich weit und breit (in meinem ganzen Umfeld) die einzige...


    Ihr, die es "erst" ein, zwei mal probiert habt, hört damit auf und holt Euch konstruktive Hilfe. Eignet Euch diese Verhaltensweise nicht an!!!

    @ -RS-

    ich habe aber angst davor, mich in mir selbst zu verlieren, wenn ich die antwort auf meine frage bei mir selbst suche...


    und noch was ganz anderes: ich kann dir nur aus eigener erfahrung sagen, versuch damit aufzuhören, bevor du einen punkt erreichst, an dem du alleine nicht mehr davon loskommst. ich weiß, dass es für einen kurzen moment ein gutes gefühl ist, aber das hält doch nicht ewig an. pass nen bisschen auf dich, sonst kannst du es irgendwann gar nicht mehr kontrollieren.


    urd

    @ urd

    Zitat

    ich habe aber angst davor, mich in mir selbst zu verlieren, wenn ich die antwort auf meine frage bei mir selbst suche...

    Wenn dem so wäre, würde Dich das viel Kraft kosten. Allerdings frage ich mich, warum Du das annimmst? Hast Du (evtl. auch im Bekanntenkreis) derartige Erfahrungen gemacht?


    -


    Danke für Deinen Tip; aber irgendwie überrollt mich das derzeit, ist wie eine gewaltige Walze, der ich nicht ausweichen kann, weil ihre Reichweite zu groß ist.


    RS

    @ TheUnfinished

    Da muss ich dir leider recht geben. Ich habe mich schon mit vielen Leuten unterhalten, die mir dann gesagt haben, sie hätten durch ihre Selbstverletzung Aufmerksamkeit erregen wollen, nachdem sie gesehen haben, dass das bei anderen so wirkt. Ich find es aber schon traurig und erschreckend genug, wenn man so auf seine Probleme aufmerksam machen muss... Aber oftmals haben diese Personen zum Glück nach kurzer Zeit erkannt, dass sie damit nichts erreichen. Aber es stimmt: der "Einstieg" wird so leider viel leichter


    urd

    @ -RS-

    Ich weiß, dass es schwer ist, dem ganzen zu entgehen, aber gibt es für dich gar keinen ausweg? niemanden, der sich mit dir zusammen dieser "walze" entgegenstellt, wenn du ihr schon nicht ausweichen kannst? natürlich ist es schwer, jemanden in dieses problem einzuweihen (und man sollte sich auch immer im klaren sein, dass es für außenstehende eine große belastung ist), aber glaubst du nicht, dass es jemanden gibt, der dir auch gene helfen MÖCHTE?


    diese person wird dich vielleicht anfangs nicht verstehen oder es wird ihr schwerfalen, aber wenn sie wirklich für dich da sein will und du ihr wichtig bist, wird sie versuchen dir beizustehen. für angehörige ist es doch meist schwerer, nur zu sehen, dass du probleme hast und dir dadurch schmerzen zufügst, als selbst irgendetwas ausrichten ziu können.


    LG Urd

    der einfachste weg ist wirklich der weg zum psychotherapeuten.


    selbstverlertzung hat meistens immer was mit innerer leere zu tun, die man ausfüllen möchte. man möchte sich spüren und merken, dass man noch gefühle hat.


    auch dass man noch einen weg hat, etwas selbst zu machen. kontrolle über sich zu bekommen und überhaupt zu sein.


    dabei hilft es nicht einfach nur irgendwelche medis zu nehmen. so einfach ist das nicht. hier spielt das umfeld und die probleme eine rolle. und die kann man halt am besten mit nem psychotherapeuten behandeln.


    medis können einem aus der depression rausholen und kraft geben, seine lage zu verbessern.

    Zitat

    selbstverlertzung hat meistens immer was mit innerer leere zu tun, die man ausfüllen möchte. man möchte sich spüren und merken, dass man noch gefühle hat.

    das war jetzt bei mir z.B. nur ein einziges Mal so.


    Bei mir war es zur Bestrafung oder wenn mir meine Gefühle zuviel wurden..