@clair

    Zitat

    Ein Bekannter wollte sich vor ner Weile umbringen... Er schreibt mir auch immer Nachrichten mit Texten, dessen Inhalt sich um Suizid dreht.


    Ja und das belastet mich zur Zeit ziemlich.

    Du nennst ihn einen "Bekannten". Also ist es nicht ein Freund, nicht jemand, zu dem Du eine engere emotionale Bindung verspürst? Wenn Du Dich diesen belastenden suizidalen Texten entziehen willst, indem Du Deinen Bekannten bittest, Dir keine weiteren Mails mehr zu schicken, dann ist das n i c h t egoistisch. Und wo die eigenen Kräfte nicht mehr reichen, ist es auch gegenüber Freunden nicht egoistisch, sich zurückzunehmen. Ich sitze hier in Leipzig und denke immer beim Einschlafen an Dich und an den Mond. :-)

    clair,

    Du hast Dich in eine Sackgasse begeben...

    Zitat

    Ich will nicht, dass sie es wissen... Sonst machen sie sich noch Sorgen um mich. Und das will ich nicht.

    Ja warum denn eigentlich nicht? Du machst Dir doch auch Sorgen! Sollen sie denken, sie können alles bei Dir abladen?


    Das funktioniert nicht!


    Das geht bei mir, aber bei Dir geht es nicht. Das beweist Du tagtäglich hier, daß Du es nicht erträgst.


    Du gehst daran kaputt!

    Zitat

    Aber das wird mir zur Zeit halt alles zu viel...

    Das glaub ich Dir aufs Wort...

    Zitat

    Aber ich kann doch meine Freunde nicht hängen lassen. Das wäre das egoistischste was ich tun kann... Ich muss versuchen Stark zu sein. Für sie. Denn professionelle Hilfe wollen sie nicht. Und da kann ich auch nichts dran ändern...

    Und wie stellst Du Dir das Helfen denn vor? Welche Stärke besitzt Du, die ihnen helfen könnte? Du bist nicht mal stark genug, dir alles anzuhören, ohne daß es Dich selbst gefährdet. Das ist nicht abwertend gemeint, denn wenn es sich um meine Freunde handelte, ginge es mir wahrscheinlich ähnlich. Dir fehlt die Distanz, Du steckst zu emotional drin. Machst alle Höhen und tiefen mit, und das macht Dich kaputt.


    Die einzige Stärke, die ihnen wirklich helfen könnte (und das ist mein bitterster Ernst) ist die, daß Du sie dazu bewegst, professionelle Hilfe anzunehmen.


    Das kann auf niedrigster Stufe ein Gespräch sein am Sorgentelefon, das kann eine Beratung über Hilfemöglichkeiten auf dem zuständigen Jugendamt sein (das kannst Du machen, ohne daß es Deine Freunde wissen, um selbst mal zu erfahren, was es für Möglichkeiten gibt - auch für Dich!), das kann auch ein Gespräch mit einer kirchlichen Beratungsstelle sein.


    Egoistisch würde ich es nicht nennen, was Du tust. Aber momentan schaust Du zu, wie es bergab geht (das ist ein schlechter Freundschaftsdienst!!!) - und merkst dabei gar nicht so recht, daß Du mitrutschst...


    Du hast Dich in eine Sackgasse begeben... aber es ist keine Einbahnstraße, Du kannst jederzeit umkehren.


    Einen Weg findest Du hier


    http://www.psychotherapiesuche.de/TelBeratung.htm


    Denk drüber nach.

    Apisto, ich war nachdem es passierte für ihn da. Wir haben uns stundenlang unterhalten. Ich glaube seitdem bin ich wichtig für ihn. Er ist mir aber nicht so wichtig... Aber seine beste Freundin. Sie ist eine meiner besten Freunde... Ich mache das in erster Linie ihr zu liebe... Denn sie hat sich auch schon bei mir bedankt, dass ich ihm versuche zu helfen... Und dann bin ich noch für sie da. Denn das es ihr jetzt in letzter Zeit schlecht ging, kann man sich denken.


    Wenn ich ihn bitte mir nicht mehr zu schreiben, wird er sich Vorwürfe machen. So gut kann ich ihn mittlerweile einschätzen, denk ich. Und die nächste Person die mir Vorwürfe machen wird ist seine beste Freundin...

    @clair

    hallo!


    ich hoffe, es ist ok, wenn ich mich quasi kurz "einmische" .. (grüße an der stelle auch an die anderen *:) )


    clair, ich wollte dich nur mal fragen, wie du dir die hilfe vorstellst, die du deinen freunden geben möchtest. emotionaler beistand, zuhören, ratschläge bzw tipps aus eigener erfahrung, konkrete hilfe etc..


    liebe grüße


    möwe

    Ich weiß doch selber nicht was ich für sie tun kann. Ich will eben für sie da sein.. Ihnen zuhören. Vielleicht hilft das ja ein bisschen.


    Und Che, gerade eine gute Freundin von mir (seine beste Freundin) will es nicht wahr haben, dass es ihr schlecht geht. Aber bei ihr merkt man das. Das merke ich sogar... Sie will keine Hilfe, weil es ihr "gut" geht. Und er gleich gar nicht. Er ist froh, dass er nicht in die Psychiatrie musste...

    clair,

    egal was Du noch für Argumente bringst:


    Sie sind ehrenwert, zeigen Dein Engagement, Deine Hilfsbereitschaft.


    Ohne Frage.


    Aber ich könnte meinen gesamten Beitrag von oben jederzeit wieder als zutreffende Antwort daruntersetzen.


    Lies ihn bitte nochmal.


    Bitte.




    DU übernimmst Dich, Du verzögerst vielleicht gerade dadurch, daß Du so bedingungslos alles auf Dich nimmst, daß sie professionelle Hilfe annehmen!


    Und gehst selbst dabei kaputt. Dann bist Du auch keine Hilfe mehr, dann gehen sie vielleicht von sich aus zu einer Beratungsstelle oder auch nicht... Du wirst es nicht ändern können, wenn Du am Boden liegst.


    Wahre Stärke zeigt sich auch im Erkennen der eigenen Grenzen.


    Du bist stark, und Du brauchst diese Stärke zuallererst einmal für Dich selbst.


    Gute Nacht in die Runde.... *:)

    Che, wie soll ich sie dazu bringen? Einfach nicht mehr reagieren? Das geht auch nicht. Ich finde auch keinen Abstand. Ich habs probiert, aber es ging nicht.


    Ihr habt recht. Das wäre für alle Beteiligten das beste, was passieren könnte. Aber wenn sie nicht wollen...


    Lg und Danke!!!!!

    peacefull.. danke ;-)

    Zitat

    Ich weiß doch selber nicht was ich für sie tun kann. Ich will eben für sie da sein.. Ihnen zuhören. Vielleicht hilft das ja ein bisschen.

    das hilft mit sicherheit. aber das da-sein darf nicht irgendwelche grenzen überschreiten, nicht deine grenzen. und die grenze ist da, wo deine hilfestellung bei dir schaden anrichtet und du dich schlechter fühlst.


    mir kommt das seltsam bekannt vor. ich hatte auch mal einen "freund". wir telefonierten mehrmals die woche und es ging letztendlich immer nur um seine sorgen, seine probleme. ich hab ihm zugehört, versucht, ihm "tipps" zu geben.. naja, zumindest denkanstöße. das ging ca. 1,5 jahre so. immer dasselbe. immer versucht ihn "aufzufangen". das hat mich teilweise ziemlich ausgelaugt. irgendwann rief er mich wieder mal an, um mir mitzuteilen, dass er gerade viele tabletten genommen hat, weil er nicht mehr kann. ich hatte ne höllenangst. ewiges hin und her, die halbe nacht mit nem arzt telefoniert, den wir beide kennen, der hat mir dann die verantwortung abgenommen, die ich gar nicht tragen konnte, die mir mein "freund" aber in dem moment aufgedrängt hat. letztendlich stellte sich heraus, dass die dosis, die er genommen hatte, sehr gering war, nicht annähernd gefährlich. aber er hat mir angst eingejagt und mein da-sein ausgenutzt. der arzt hat mir damals klar gemacht, dass das zuhören und sich "anbieten" eben grenzen haben muss, und zwar an der stelle, wo man beginnt eine zu große verantwortung zu übernehmen. die verantwortung bei suizidalen menschen IST zu groß, gerade dann, wenn man selbst nicht in einer stabilsten phase ist. und eben für diesen fall gibt es die profis. und wenn dein freund sagt, dass er diese hilfe nicht annehmen kann, solltest du dir darüber klar sein, dass du diese hilfe nicht ersetzen kannst. wenn er hilfe braucht und auch tatsächlich WILL (das war bei meinem "freund" eher zweifelhaft), und ich meine eben wirklich hilfe bei der BEWÄLTIGUNG seiner probleme, dann sollte und muss er sie auf der professionellen ebene suchen. alles andere halte ich für unfruchtbar und schlimmstenfalls gefährlich. für dich und ihn.


    liebe grüße


    möwe

    Ich habs nicht geschafft euer Gespräch zu Ende zu lesen. Dafür hat es zu sehr rumort in mir.


    @Clair- gerade wegen deiner Freunde brauchst du jetzt deine Therapeutin. Du brauchst ein Anlaufstelle, wo du wieder Kraft auftanken kannst. Jemand professionellen, der dir zuhört. Hier das Forum kann dir das nur zum Teil geben, hier sind wir nur die Ergänzung, zu dem was du wirklich brauchst.




    Man kann sich von solchen Freunden nicht distanzieren, auch wenn es dann doch nur Bekannte sind. Wenn dann irgendwann mal was passiert, macht man sich ewig Vorwürfe. Leider musste ich selber diese Erfahrung machen. Und ich sehe und höre heute noch diesen jungen Menschen, als er vor meiner Tür gesessen hat und hat mich um Hilfe gebeten, Ich weiß das ich mir keinen Vorwurf machen muss.Denn ich konnte und wollte ihm in diesem Moment in dieser Sache nicht helfen. Sein bester Kumpel, hat leider einen Tag zu spät reagiert, sonst hätte er ihn, nach abklärung mit seiner Therapeutin, Zwangseinweisen lassen. Auch wenn ich mich jezt total oute, aber lest euch mal die Links durch.

    Zitat

    Unter mit wohnt ein Paar, die haben die selben Probleme, sie sind so alt wie du. und wenn sie streiten, weil er mal wieder gelogen hat und sie wegen ihrem Job die ganze Woche nicht zu Hause ist, und er ständig Besuch hat, dann sitz ich manchmal hier oben in meiner Wohnung und heul wegen denen, weil ich weiß, wie so ein Verhältnis einen Menschen zerstören kann. Wie oft möcht ich ihnen sagen, hört auf damit oder geht besser auseinander, ihr zerstört euch nur, Montagnacht hat man das Mädel ins Krankenhaus gebracht, weil sie sich die Pulsadern aufgeschnitten hat. Ich heul schon wider. .

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    Das hatte ich am 19.07. geschrieben.


    Und das passierte am 9.10.


    http://www.med1.de/Forum/Psychologie/95983/




    Das Gute Gefühl jemandem geholfen zu haben, kann einem manchmal mehr Kraft geben, als man sich in seinen Schwächsten Momenten bewusst ist.




    Nachdem diese Sache passiert ist, habe ich vielen Menschen Kraft gegeben, Menschen die mich garnicht kannten, aber dennoch zu mir kamen, weil ihr Seele voll war von unbeantworteten Fragen und voller Nichtverstehen.



    @ Che:

    Nichts falsches Denken

    Guten Morgen! *:)


    Danke nochmal für eure Beiträge!


    B. es war so, dass er sich mit seiner besten Freundin über Icq geschrieben hat. Dabei hat er mehrfach gesagt, dass er sich umbringen wird. Aber das hat er vorher auch schon dauernd gesagt, aber niemand hat ihm wirklich geglaubt.


    Das Mädchen hat zum selben Zeitpunkt noch mit mir geschrieben und mir alles erzählt. Ich habe ihr gesagt, dass er sich nicht gleich umbringen wird. Ich wollte sie ja auch irgendwie beruhigen.


    Dann musste ich weg. Und kurz darauf bekam ich einen Anruf. Von ihr. Er hat versucht sich umzubringen und sie fährt hin.


    Ich war vielleicht erschrocken und habe mir Vorwürfe gemacht. Denn ich habe ihr gesagt, dass bestimmt nichts passiert. Am nächstenTag bin ich dann zu meiner Freundin gegangen. Wollte für sie da sein...


    Ja und dann habe ich mir mit ihm per Icq geschrieben. Teilweise stundenlang...


    Und nach dem einen mal, wurden mir Vorwürfe gemacht... Naja, egal.