Che

    Du hast ja recht, ich sollte mit ihr reden. Habe mich aber noch nicht durchringen können... habe am Freitag den nächsten Termin und ich bezweifel, dass ich den Mut haben werde, es ihr zu erzählen. Ich weiß nicht, wie sie wohl darauf reagieren wird, es ging mir doch schon wieder deutlich besser, bevor ich damit angefangen habe...

    Schoko

    so viele Gemeinsamkeiten -mir mir früher- ich habe mich auch nie getraut das in der Therapie anzusprechen. Che hat recht, du musst dringend etwas tun. Es kommt der Zeitpunkt an dem dir das nicht mehr reicht -deine Arme zu schlitzen -es kommen immer schlimmere Dinge dazu, dich zu zerstören ist irgendwann dein einziger Gedanke -lass es nicht so weit kommen.

    Phoebe

    Wie gesagt, ich weiß nicht, wie sie wohl reagieren wird darauf. Verdammt, ich verstehe es ja selber nicht genau, vor noch ca. zwei Monaten dachte ich, ich würde endlich die Kurve kriegen und mein Leben wieder leben können, und dann das... darüber hier zu schreiben ist noch okay, aber darüber reden, kann ich mir überhaupt nicht vorstellen...

    Schoko

    wie sollte sie wohl darauf reagieren -na wie eine Therapeutin -es wäre ja wohl jammerschade wenn sie reagieren würde das dir angst und bange dabei wird. Das denke ich nicht. Sie wird -und sie muss dich verstehen. Denke daran, wenn es eine ältere Therapeutin ist, wird es ihr nicht fremd sein. Du glaubst gar nicht wie viele es mit diesen Symptomen gibt.


    Wir sind da nicht die einzigen.


    Sei stark und sag es ihr -für dich!!

    Phoebe

    Stimmt, es gibt wohl viele, die das tun. Tut gut, das auch hier zu lesen, wie es bei anderen ist usw.


    Ja, sie wird wohl auch Erfahrung mit sowas haben, macht den Job ja nicht erst seit gestern. Es stimmt schon, dafür ist sie da und dafür gehe ich ja hin, dass sie mir hilft - ich kann auch ansonsten wirklich gut mit ihr reden, über alles bisher, mag sie auch wirklich gern. Vielleicht habe ich ja bald den Mut dazu...

    'n abend

    dacht ich mir doch, daß es noch mehr 'ripper' gibt. seit ich 15-16 bin verletze ich mich mit teppichmessern, scheren, korkenziehern oder heißen gegenständen. im sommer ohne t-shirt war nich, genauso kurzrasierte haare. nur meine damalige freundin wußte davon, fand das zwar schräg aber ok, falls nicht lebensgefährlich. mit 18 hab ich mir beide handgelenke aufgeschnitten, so daß ich in die notaufnahme mußte; dank meiner eltern folgten nun mehrere wochen der betreuung in einer psych. tagesklinik. dabei war es gar nicht meine absicht, mich selbst zu töten. das ist irgendwie schon ein wenig seltsam, es tut mir weh, aber stimmt mich ruhig. ob aus langeweile, im rausch oder in sehr gefühlsgeladenen momenten, ich machs heute noch. mittlerweile schäme ich mich auch nicht mehr dafür. ich weiß, es ist häßlich und scheiße mit frauen und den narben, aber irgendwie find ichs gut. das kennt ihr oder?

    Iso

    Also hat Dir die Therapie in der Klinik gar nicht wirklich geholfen?


    Darf ich fragen, wie häufig und wie stark Du Dich immer noch selbst verletzt, ist es wenigstens besser geworden nach der Therapie?


    Bei mir ist es ein wenig anders, ich schäme mich schon sehr dafür und möchte es auch unbedingt wieder abstellen können. Nur tut es gut in den Momenten, ja, leider...

    Schoko,

    auch wenn Du nicht mich angesprochen hast und ich mangels eigener Erfahrungen deine Frage nicht beantworten kann: Laß dich nicht durch negative Therapieerfahrungen, die es in leider großer Anzahl gibt, verunsichern oder gar vom Beginn einer Therapie abhalten.


    Halt Dich lieber an die positiven Beispiele.


    Es ist eine Chance, und manchmal muß man den Therapeuten wechseln. Aber das spürt man wohl, und muß nur den Mut dazu finden. Und eine Therapie ist, aber das weißt du sicher, kein Zuckerschlecken, und ein unbequemer therapeut kann gerade der richtige sein.


    Denk dran:


    Wer kämpft, kann verlieren, aber:


    Wer nicht kämpft, hat schon verloren...

    Che

    An dem Spruch ist soviel wahres dran... :-)


    Du hast ja recht, es gibt auch wirkliche Erfolge mit Therapien. Ich selber halte auch sehr viel von meiner Thera, sie hilft mir wirklich sehr. Habe das jetzt nicht als Abschreckung bewertet, es hat mich mehr gewundert, dass die Therapie bei Iso anscheinend gar nichts gebracht hat, obwohl er (so wie sich´s anhörte) erst froh war, sie gemacht zu haben. ???

    Schoko,

    es gab auch mal ne Diskussion "Therapioe - ja oder nein" hier (hieß so ähnlich). Da kam viel Frust hoch.


    Und Iso - schau seine anderen Beiträge an hier im Forum - er scheint nicht grade auf dem richtigen Weg zu sein, zumindestens hat seine Thera nicht gereicht, seine Probleme zu lösen.

    schoko

    nochmal in sachen therapie. ich bin da ja nicht freiwillig hin, die 7-8 wochen hab ich da abgesessen und von mir gegeben, was meiner meinung nach am besten die erwartungen traf, von therapeut bis eltern.


    heute sind es bei mir eigentlich zum größten teil nur aufschürfungen, keine richtig tiefen schnitte oder so.


    ich mein, ich bin ja kein masochist, ich steh nicht auf den schmerz, aber danach ist man so ruhig. ich fühle mich nach solchen sachen oft lebendiger, wenn ich das brennen spüre oder etwas blut sehe; das ist dann so echt und unmittelbar und davon gibts irgendwie nicht so viel. ernüchternd, genau nach dem wort hab ich gesucht. dann weiß man, daß man da ist, so banal das auch klingen mag.

    Iso

    Zitat

    nochmal in sachen therapie. ich bin da ja nicht freiwillig hin, die 7-8 wochen hab ich da abgesessen und von mir gegeben, was meiner meinung nach am besten die erwartungen traf, von therapeut bis eltern.

    Hast Du bei dieser Einstellung und Mitarbeitsbereitschaft ein anderes Ergebnis erwartet als das, was Du jetzt offensichtlich zeigst?


    Ich denke, Du solltest mit etwas Abstand nochmal eine Therapie versuchen, wenn Du den Willen verspürst, etwas aus Deinem Leben zu machen. Und Du solltest Dich dazu ermutigen lassen von denen, die das erfolgreich hinter sich haben bzw. heute noch gelegentlich zu Gesprächen gehen, wenn Bedarf ist. Es ist ein Weg – wenn man ihn gehen will. Sich tragen oder entlangschleifen lassen bringt beides nichts. Außer ebendieser Erkenntnis vielleicht.