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    Und wie ich oben schon anmerkte: Man muss SVV definieren, ehe man eine wirklich treffende Aussage über die Altersverteilung macht. Vieles, was Erwachsene tun, hat das Motiv der Selbstverletzung, auch wenn es auf den ersten Blick anders aussieht.

    Dem kann ich mich nur anschließen! SVV kann sich auch noch zu einem viel späteren Zeitpunkt zeigen. Ich habe erst mit über 40 angefangen z.B. mit dem Kopf auf den Tisch zu schlagen, die Dusche überheiß zu drehen und auch immer wieder die seelische Demütigung gesucht. Ursache waren ein verdrängtes Trauma und damit verbundener Selbsthass. Es war der Weg an die Oberfläche, raus aus dem tiefen Keller meiner Seele. Eine Therapie und etliche Jahre später bin ich meilenweit von SVV entfernt.


    Übrigens: Diese Borderline-Diskussion finde ich absolut überflüssig und nicht zielführend.

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    Aber mich würde einfach für mich interessieren, ob es tatsächlich Betroffene (vielleicht auch unter euch) gibt, die von sich oder anderen sagen können, dass sie auch im Alter über 18 oder älter an selbstverletzendem Verhalten (in Form von selbstzugefügten Wunden) neigen.

    Hi,


    ich bin jetzt 33 und verletzte mich so stark und so oft wie nie zuvor in meinem Leben.

    Zitat

    Übrigens: Diese Borderline-Diskussion finde ich absolut überflüssig und nicht zielführend.

    Das sehe ich genauso. Ursprünglich geht es hier schließlich um SVV an sich. Nicht jeder Borderliner verletzt sich selbst und nicht jeder, der sich verletzt ist gleich ein Borderliner!


    Was die "Form des SVV" angeht: Ich verstehe unter SVV jetzt erstmal jegliche Form von selbstschädigendem Verhalten, sei es ritzen, (Auf-)kratzen, verbrennen, übertriebener Sport, schlagen (also Kopf gegen die Wand, etc.), usw.

    Definition:


    Ich schrieb ja was von "klassisch" und "subtiler": Mit klassisch meinte ich halt das Schneiden/Ritzen. Mit "subtiler" diese vielfältigen selbstschädigenden Verhaltensweisen, von Promiskuität über KEINE Medikemante nehmen bei Krankheiten über über über. Gerade diese Dinge müssen ganz vorsichtig und sorgfältig erfragt werden. Das fängt ja bspw. schon beim Alkoholkonsum an: Betrinkt sich jemand "einfach so" – oder steckt da mehr hinter (und damit meine ich keine Sucht).


    SVV ist im Übrigen nur EIN Merkmal von Borderline. Wird darum gerne in einen Topf geworfen, aber auch da muss man sorgfältig trennen. Wobei (sorgfältig diagnostiziert!) Borderline allein als Krankheit existiert.


    Aber wie mit allem was irgendwie "spektakulär" ist: Es wird in unserer sensationsgeilen Zeit v.a. von einer best. Richtung in den Medien aufgegriffen und ausgeschlachtet. Und dann fangen einige verunsicherte Menschen mit SVV an, die OHNE diesen "Input" wohl nicht auf die Idee gekommen wären. Da verläuft auch so eine Trennlinie für mich: Teenies, die es machen, um sich notfalls über den Begriff "Borderline" zu definieren und irgendwie irgendwo dazuzugehören.


    Und Personen, die ohne jegliches Wissen über SVV aus tiefstem inneren Druck damit angefangen haben.


    Hatte gestern eine Patientin, Ende 40, komplexe psychische Symptomatik. Die verletzt sich seit sei 11 ist. Da gab's Thema in den Medien noch nicht.


    Reaktionen Angehöriger:


    Entweder Schock und Entsetzen. Oder einfach nur Desinteresse, und das gilt halt in den Familien, wo das gesamte System dermaßen gestört ist, wo massiver Missbrauch etc. stattfindet. Warum sollte sich dann jemand um SVV kümmern? Das gibt Desinteresse. Oder Genervtsein. Oder einfach nur Wut, weil die Person damit ggf. auffällt und es allgemeine Aufmerksamkeit nach sich zieht.

    Zitat

    Reaktionen Angehöriger:


    Entweder Schock und Entsetzen. Oder einfach nur Desinteresse, und das gilt halt in den Familien, wo das gesamte System dermaßen gestört ist, wo massiver Missbrauch etc. stattfindet. Warum sollte sich dann jemand um SVV kümmern? Das gibt Desinteresse. Oder Genervtsein. Oder einfach nur Wut, weil die Person damit ggf. auffällt und es allgemeine Aufmerksamkeit nach sich zieht.

    Oder totale Hilflosigkeit (meine Mutter; daraus resultierte dann ihr für mich eher negatives Verhalten, aber es war ihr Selbstschutz) oder der Versuch zu verstehen, zu helfen und vor anderen zu verteidigen (meine Schwester; sie wollte versuchen mich zu verstehen, bot mir ihre Hilfe an und verteidigte mich vor anderen; sie war aber andererseits auch verzweifelt und suchte die Schuld bei sich).

    Die TE wollte doch wissen, ob Mütter und Väter unterschiedlich reagieren oder? ":/


    Also mein Vater spricht mit mir nicht über solche Themen, er spricht glaube ich mit niemandem darüber, während sich meine Mutter mit mir und auch mit anderen darüber unterhält. Ihre Reaktion? Früher hat sie es ignoriert (ich hab mich schon als Kind selbst verletzt, zwar nicht durch ritzen aber ich hab mir z. B. die haut von den Füßen abgezogen bis es blutete und ich nicht mehr laufen konnte, hab mir die Haare büschelweise ausgerissen usw, also nix was man als Eltern nicht mitkriegt). Mittlerweile ist sie allerdings (aufgrund schlechtem gewissen??) sehr besorgt.

    Hallo! *:) *:)


    Habe mich schon früher selbst verletzt.


    Im Alter von 34 in einer schwierigen Phase wieder damit begonnen und es war häftiger als früher.


    Habe teilweise Narben die bis zum Knochen gehen, da ich nicht nur geschnitten habe sondern auch geätzt. Bin jetzt 35 und hab seit 6 Tagen nichts gemacht. Es fählt extrem schwer, aber ich hoffe das ich es durchhalte. Als ich jünger war waren die Schnitte meißt oberflächlicher und nicht ganz so oft wie diesmal. Glaube es kommt in jedem Alter vor und nicht nur bei Jugendlichen.


    Liebe Grüße


    miri @:)

    Hallochen


    Nun ist die Bachelorarbeit sicher beendet.Aber für alle die auch mal etwas zu diesem Thema wissen möchten.Ich selber bin ü40 und habe das leider noch immer nicht im Griff.Bei mir wurde das erst mit Anfang 30 überhaupt offensichtlich das etwas nicht stimmt.Ich habe leider heute krass vernarbte Arme und Beine und ja es wird in meiner Generation über sowas nicht geredet.Ich hab das jedenfalls noch immer nicht im Griff.


    Lg Hexe

    Bin 41 und habe mich bis vor 3 Jahren selbst verletzt . Nicht nur mit ritzen , sondern richtig tief mit Rasierklinge rein . Bis ich richtig doll geblutet habe. Für mich war das einfach eine Stressbewältigung , weil es nur Probleme mit meinem Partner gab.

    Ich bin 40.Mit dem Ritzen hab ich schon früh begonnen.In meiner Ehe hab ich es immer am Oberarm gemacht wenn es Streit gab.Mittlerweile hat mein Mann mich verlassen und ich bin mit drei Kindern allein.Wenn mein Ex mich aufregt wir uns streiten greif ich zur Klinge.Es gibt nicht viele Körperteile die verschont blieben.Aber es geht manchmal nicht anders.Bin in Therapie

    Hallo!


    Ich habe im Internet diesen Beitrag gefunden weil ich mich gestern Abend selbst verletzt habe.


    Ich habe mir mindestens 5 ca 4-5cm lange Schnitte mit einem sehr scharfen Messer


    am linken Unterarm zugefügt. Ich habe die Wunden dann mit Jodsalbe und Verband über Nacht abgedeckt.


    Ich bin männlich 52 Jahre alt.


    Heute habe ich gelesen, dass das Phänomen fast nur Jugendliche betrifft.


    Als ich 19 Jahre alt war habe ich mir 2 mal eine brennende Zigarette auf den Unterarm gelegt. 30-60 sekunden lang. Geschnitten hab ich mich schon ein paar mal, aber noch nie so schlimm und exzessiv wie gestern.


    Ich bin heute richtig erschrocken und suche Rat.

    Hallo,


    Ich denke, da muss man 2 Formen von SvV voneinander trennen...


    Es gibt jene, die schneiden oder ritzen sich, weil die Freunde es eben auch tun. Sie wollen ausprobieren, sie wollen spüren wie sich das anfühlt und hören auch entsprechend damit wieder auf, wenn sie feststellen, dass es einfach nur überflüssig ist. Das sind dann häufig Teenager in ihrer Entwicklung.


    Dann gibt es aber auch diejenigen, zu denen ich zb auch gehöre, die durchs selbst verletzen irgendwo profitieren. Sich so wieder selbst spüren, so Schmerzen vergegenwärtigen etc. Bei denen wird es kaum mit dem älter werden allein wieder aufhören. Ich hatte mehrere Phasen, in denen ich sehr regelmäßg geschnitten habe, dann wieder Jahre, in denen es gut ohne ging. Aber es war und ist nie, weil ich es so will. Ich kanns nicht mehr kontrollieren. Dann ist da aus welchem Grund auch immer ein riesen großer Druck und der muss irgendwo hin.


    Im Übrigen ist SvV nicht nur bei Borderlinern zu finden. Zwar häufig, weil gerade Personen mit dieser Persönlichkeitsstörung unter sehr großen Druck geraten, da sie ihre Emotionen nicht kontrollieren und adäquat verarbeiten können. Aber SvV kann auch bei Depressionen, Suchterkrankungen etc auftreten.